Der Sternhimmel im Monat September 2015

Der Lauf der Mondes

Am 1. und 2. Sep­tem­ber befin­det sich der abneh­men­de Mond in den Fischen und wird mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Nach­dem er am 3. des Monats den Wid­der hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir ihn in den Fol­ge­näch­ten im Stern­bild Stier und anschlie­ßend in der Nähe des Stern­hau­fens der Hya­den beob­ach­ten. Am 5. Sep­tem­ber steht der abneh­men­de Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) in den Hya­den und nur ein hal­bes Grad west­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. An jenem Mor­gen komm­te es gegen 7 Uhr zu einer Alde­ba­ran-Bede­ckung durch den Mond, die aller­dings nur im Tele­skop ver­folg­bar ist, weil die Bede­ckung am Tag­him­mel statt­fin­det. Am 7. des Monats kön­nen wir unse­ren Erd­tra­bant nur 3,5 Grad west­lich von Alhena (Gam­ma Gemi­no­rum) in den Zwil­lin­gen auf­fin­den. In der Mor­gen­däm­me­rung des 8. Juli kommt es zu einer sehr inter­es­san­ten Stern­be­de­ckung des 3,6 mag hel­len Stern Lamb­da Gemi­no­rum am hel­len Mond­rand, die man am bes­ten mit einem klei­nen Tele­skop ver­fol­gen kann. An den Fol­ge­ta­gen wan­dert der Mond wei­ter durch den Krebs und steht in der Mor­gen­däm­me­rung des 10. Sep­tem­ber nur 2 ½ Grad nörd­lich der Venus. An die­sem Mor­gen las­sen sich auch der Mars sowie der Rie­sen­pla­net Jupi­ter über dem öst­li­chen Hori­zont auf­fin­den. Am Mor­gen des 12. Sep­tem­ber kön­nen wir die sehr schma­le abneh­men­de Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal vor Neu­mond über dem öst­li­chen Hori­zont ent­de­cken. Gleich­zei­tig befin­det sie sich in der Nähe von Regu­lus, dem Haupt­stern des Löwen. Am 13. des Monats ist schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht. An jenem Mor­gen fin­det eine par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die aller­dings nur von der Ant­ark­tis sowie im süd­li­chen Afri­ka aus beob­ach­tet wer­den kann. Am 14. Sep­tem­ber erreicht der Mond die Erd­fer­ne (Apo­gäum).
Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel müs­sen wir uns noch bis zum 15. Sep­tem­ber gedul­den, bis wir die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Däm­me­rung und dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont im Stern­bild Jung­frau auf­spü­ren kön­nen. An den Fol­ge­aben­den wan­dert er wei­ter durch die Waa­ge und steht dann immer höher über den Hori­zont. Am 18. des Monats befin­det er sich nur 5 ½ Grad west­lich von Saturn. Am 21. Sep­tem­ber fin­den wir den zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) im Schlan­gen­trä­ger. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter die Stern­bil­der Schüt­ze, Stein­bock und Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, kommt es am Mor­gen des 28. Sep­tem­ber zu einer Tota­len Mond­fins­ter­nis, die wir fast voll­stän­dig vom deut­schen Sprach­raum aus ver­fol­gen kön­nen. Die Mit­te der Fins­ter­nis wird um 4:47 Uhr erreicht. Gleich­zei­tig steht der Voll­mond in Erd­nä­he (Peri­gäum) in den Fischen. Am Monats­en­de hat der Mond schließ­lich den Wal­fisch erreicht.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bleibt von unse­ren Brei­ten aus gese­hen den gan­zen Monat unsicht­bar, obwohl er am 4. Sep­tem­ber in einer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne steht und 27,1 Grad Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn erreicht. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, geht er aber schon kurz nach der Son­ne unter. Am 17. des Monats wird er sta­tio­när und eilt dann wie­der rasch rück­läu­fig auf die Son­ne zu. Am 30. Sep­tem­ber steht Mer­kur schließ­lich in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und pas­siert sie in 2,5 Grad süd­li­chen Abstand.

Venus wird immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar und ent­fernt sich schnell in west­li­cher Rich­tung von unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Ihr Win­kel­ab­stand zur Son­ne steigt in die­ser Zeit von anfangs 24 auf 43 Grad. Am 1. des Monats erfolgt der Venus­auf­gang um 4:35 Uhr, rund eine Stun­de vor Son­nen­auf­gang. Ende Sep­tem­ber erscheint sie bereits um 3:10 Uhr Som­mer­zeit über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 4. Sep­tem­ber wird der Mor­gen­stern sta­tio­när und bewegt sich danach wie­der recht­läu­fig durch den Krebs. Des Wei­te­ren erreicht die Venus am 21. Sep­tem­ber zum zwei­ten Mal in die­sem Jahr ihren größ­ten Glanz und ist dann -4,8 Magnitu­den hell. Zu Beginn des Monats ist das Venus­scheib­chen zu 9% beleuch­tet ? sie zeigt sich als schma­le Sichel ? und erscheint im Tele­skop 52 Bogen­se­kun­den groß. Bis zum Monats­letz­ten hat ihr Beleuch­tungs­grad auf 35% zuge­nom­men. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft aller­dings auf nur noch 33 Bogen­se­kun­den. Am 10. Sep­tem­ber ergibt sich in der Mor­gen­däm­me­rung ein hüb­scher Anblick, wenn die schma­le abneh­men­de Mond­si­chel nur 2,5 Grad nörd­lich der Venus auf­ge­fun­den wer­den kann. In der Nähe bei­der Gestir­ne steht auch unser roter Nach­bar Mars. Dicht über dem öst­li­chen Hori­zont gesellt sich außer­dem noch der Jupi­ter.

Mars kann kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­fun­den wer­den und geht zum Ende des Monats schon zwei Stun­den vor der Son­ne auf. Am 6. des Monats zieht unser roter Nach­bar vom Stern­bild Krebs kom­mend recht­läu­fig in den Löwen. Ab 23. bis 27. Sep­tem­ber Sep­tem­ber begeg­net der 1,8 mag hel­le und nur schein­bar 3,8 Bogen­se­kun­den gro­ße Mars dem Haupt­stern Regu­lus im Stern­bild Löwe. Die dich­tes­te Annä­he­rung an Regu­lus erfolgt dann am Mor­gen des 25. Sep­tem­ber mit nur 40 Bogen­mi­nu­ten nörd­li­chen Abstands. Die Zusam­men­kunft bei­der Gestir­ne kann vor allem mit einem Fern­glas sehr gut beob­ach­tet wer­den. Am 1. Sep­tem­ber geht Mars um 3:56 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge nur zöger­lich auf 3:48 Uhr Som­mer­zeit. Am 10. Sep­tem­ber kann Mars zusam­men mit Venus und der schma­len Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter kann nach sei­ner Kon­junk­ti­on im Vor­mo­nat ab Mit­te Sep­tem­ber wie­der am Mor­gen­him­mel, zusam­men mit unse­ren Nach­bar­pla­ne­ten Mars und Venus, beob­ach­tet wer­den. Er wan­dert dabei recht­läu­fig durch den Löwen. Sein west­li­cher Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn steigt von anfangs 3 auf 25 Grad. Gute Sicht­be­din­gun­gen vor­aus­ge­setzt, kann man ab dem 10. Sep­tem­ber ver­su­chen, den Rie­sen­pla­ne­ten in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung knapp über dem Ost­ho­ri­zont auf­zu­spü­ren. An die­sem Mor­gen steht etwas nörd­li­cher noch die schma­le Mond­si­chel mit der Venus und wei­ter öst­lich der rote Pla­net Mars. Am 12. Sep­tem­ber befin­det sich die schma­le Mond­si­chel nur 3,5 Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten. Am 10. Sep­tem­ber geht der -1,7 mag hel­le Jupi­ter um 5:27 Uhr auf. Am Monats­en­de erfolgt sein Auf­gang bereits um 4:33 Uhr Som­mer­zeit.

Der Ring­pla­net Saturn steht zu Beginn der Nacht schon tief im Süd­wes­ten und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Waa­ge. Auf­grund der immer frü­her ein­set­zen­den Däm­me­rung, bleibt noch genü­gend Zeit, ihn rund eine Stun­de zu beob­ach­ten. Die Beob­ach­tungs­be­din­gun­gen ver­schlech­tern sich aber wei­ter. Rund eine hal­be Stun­de vor sei­nem Unter­gang ver­blasst er im zuneh­men­den Hori­zont­dunst. Die Hel­lig­keit geht wei­ter leicht zurück und beträgt zum Monats­en­de 0,6 mag. Am 1. Sep­tem­ber erfolgt der Unter­gang des Ring­pla­ne­ten um 22:36 Uhr. Am 30. Sep­tem­ber ver­sinkt er bereits um 20:47 Uhr Som­mer­zeit unter der süd­west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 18. Sep­tem­ber gesellt sich der zuneh­men­de Mond zu Saturn.

Der grün­lich leuch­ten­de Ura­nus kann fast die gan­ze Nacht hin­durch beob­ach­tet wer­den und bewegt sich immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch die Fische. Er steht aber erst Mit­te des nächs­ten Monats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats geht Ura­nus um 20:56 Uhr auf und steht um 3:40 Uhr in sei­nem höchs­ten Punkt im Süden. Bis zum Monats­letz­ten ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge auf 19:00 Uhr und die Meri­diandurch­gän­ge auf 1:42 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop erscheint der 5,7 mag hel­le Pla­net nur 3,7 Bogen­se­kun­den groß. Unter einem dunk­len Him­mel kann er aber schon mit blo­ßem Auge erkannt wer­den. In der Nacht vom 28. auf den 29. Sep­tem­ber zieht der Voll­mond nur ein Grad süd­lich an Ura­nus vor­bei, was sehr gut in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 1. Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­mann wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dem­zu­fol­ge die gan­ze Nacht über zu beob­ach­ten. Gegen Monats­en­de zieht er sich aber schon wie­der vom Mor­gen­him­mel zurück und steht schon vor Mit­ter­nacht in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. August erreich­te er auch die gerings­te Ent­fer­nung zur Erde. Zu die­sem Zeit­punkt war er 4,331 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Nep­tun erscheint im Tele­skop als 7,8 mag hel­les und schein­bar 2,4 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen auf des­sen Ober­flä­che man kei­ner­lei Details wahr­neh­men kann. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Nep­tun um 19:47 Uhr auf und erreicht um 1:07 Uhr den Meri­di­an. Am Mor­gen ver­schwin­det er um 6:18 Uhr wie­der unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am Ende des Monats geht Nep­tun bereits um 17:52 Uhr auf und steht um 23:06 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Der 6,8 mag hel­le Ster­ne HIP 111910 kann als Auf­such­hil­fe für den äuße­ren Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems die­nen. Am 5. Sep­tem­ber zieht Nep­tun nur 3,5 Grad nörd­lich am Stern vor­bei.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to bewegt sich durch den Schüt­zen und ist mit einer Hel­lig­keit von 14,1 mag nur grö­ße­ren Instru­men­ten vor­be­hal­ten. Am 24. kommt er zum Still­stand und wird dann wie­der recht­läu­fig. Damit endet auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Unter­gangs­zei­ten des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:29 Uhr auf 23:30 Uhr Som­mer­zeit zum Monats­en­de.

Helle Kometen und Planetoiden

Der seit Anfang des Jah­res sicht­ba­re Komet C/2014 Q2 (Love­joy) ist noch bis zum zwei­ten Monats­drit­tel zir­kum­po­lar und zieht vom Bären­hü­ter kom­mend in den Her­ku­les und wei­ter in die Nörd­li­che Kro­ne. Die Hel­lig­keit nimmt bis zum Monats­en­de wei­ter­hin ab und soll­te dann zum Monats­wech­sel um 11,5 mag betra­gen. Damit ist die­ser Komet eher ein Objekt für mitt­le­re Tele­sko­pe.

Der Komet C/2015 F4 (Jaques) kann gut posi­tio­niert die gesam­te Nacht in der Lei­er auf­ge­fun­den wer­den und soll­te mit einer Hel­lig­keit von 11 bis 12 Magnitu­den in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar sein.

Der Komet C/2013 X1 (Pan­STARRS) taucht als 13 mag hel­les und zir­kum­po­la­res Objekt im Sep­tem­ber im Stern­bild Fuhr­mann am Mor­gen­him­mel auf. Es wird erwar­tet, dass er im Win­ter 2015/2016 eine Hel­lig­keit von 6 bis 7 mag erreicht. Von unse­ren Brei­ten aus gese­hen kann dann unter sehr guten Bedin­gun­gen beob­ach­tet wer­den.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 67P/T­schur­ju­mow-Gerasi­men­ko bewegt sich nach sei­nem Peri­hel im August vom Stern­bild Zwil­lin­ge kom­mend in den Krebs. Mit einer Hel­lig­keit von 11 mag ist der Komet in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar. Zur Zeit hält sich dort die Raum­son­de Roset­ta auf und sen­det wis­sen­schaft­li­che Daten vom Kome­ten­kern.

Auch der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 141P/Machholz bewegt sich von den Zwil­lin­gen in den Krebs und ist mit 11 Grö­ßen­klas­sen eben­falls in mitt­le­ren Instru­men­ten sicht­bar. Am 1. Sep­tem­ber begeg­nen sich 67P und 141P in nur 1 Grad Abstand von­ein­an­der im Stern­bild der Zwil­lin­ge. Lei­der stört zu die­sem Zeit­punkt der noch fast vol­le Mond. Nach die­ser Begeg­nung bewe­gen sich bei­de Kome­ten nahe­zu par­al­lel wei­ter in Rich­tung auf den Stern­hau­fen der Krip­pe (Mes­sier 44) zu.

Der Komet 10P/Tempel läuft vom Stern­bild Waa­ge kom­mend in den Skor­pi­on und ist zu Beginn der Nacht tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont beob­acht­bar. Die Hel­lig­keit beträgt zwi­schen 11 und 12 mag, so dass mitt­le­re Instru­men­te erfor­der­lich sind, um den Kome­ten auf­zu­spü­ren.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den. Mit­te Sep­tem­ber kommt er zum Still­stand und wird wie­der recht­läu­fig. Damit endet sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er steht zur Kul­mi­na­ti­ons­zeit aller­dings sehr tief über dem süd­li­chen Hori­zont, so dass Hori­zont­dunst bei der Beob­ach­tung stört. Sei­ne Hel­lig­keit geht leicht zurück von anfangs 8,2 auf 8,7 mag zum Monats­en­de. Am 1. Sep­tem­ber steht Ceres um 22:22 Uhr im Süden und am 30. des Monats bereits um 20:28 Uhr Som­mer­zeit. In der Nacht vom 17. auf den 18. Sep­tem­ber steht der der 8 mag hel­le Ster­ne SAO 211668 nur weni­ge Bogen­se­kun­den neben Ceres und bil­det mit ihm eine Art Dop­pel­stern.

(4) Ves­ta bewegt sich recht­läu­fig durch den Wal­fisch und kommt am 29. Sep­tem­ber 2015 wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Monats­be­ginn noch 6,6 mag hell, erreicht sie zum Oppo­si­ti­ons­ter­min eine Hel­lig­keit von 6,2 mag. Somit ist sie selbst in den kleins­ten Fern­glä­sern und Tele­sko­pen sicht­bar. Am 1. Sep­tem­ber steht Ves­ta um 3:26 Uhr im Süden. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten auf 1:10 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 9 Métis kommt am 6. Sep­tem­ber im Stern­bild Was­ser­mann wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,2 mag. Am 1. Sep­tem­ber steht Métis um 1:43 Uhr im Süden. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich die Mer­diandurch­gän­ge auf 23:19 Uhr Som­mer­zeit. Bis dahin hat ihre Hel­lig­keit aber wie­der auf 9,6 mag abge­nom­men.

(15) Euno­mia zieht zunächst rück­läu­fig durch die Andro­me­da und wech­selt ab 20. Sep­tem­ber in den Pega­sus. Die Hel­lig­keit des Aste­roi­den steigt von anfangs 8,4 auf 7,9 mag zum Monats­en­de. Am 2. Okto­ber erreicht Euno­mia schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Ihr Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:52 Uhr auf 0:31 Uhr Som­mer­zeit.

(21) Lute­tia wird ab zwei­tem Monats­drit­tel wie­der schwä­cher als 10 mag und bewegt sich durch den Stein­bock. Zu Beginn des Monast kul­mi­niert der 9,7 mag hel­le Aste­ro­id um 23:54 Uhr Som­er­zeit und Ende des Monats bereist zwei Stun­den frü­her. Am 17. Sep­tem­ber steht Lute­tia nur 6 Bogen­mi­nu­ten vom 5,4 mag hel­len Stern 33 Cap ent­fernt.

(29) Amphi­tri­te zieht sich durch den Wid­der und stei­gert ihre Hel­lig­keit von anfangs 9,9 auf 9,3 mag. Am 7. Sep­tem­ber wird der Aste­ro­id sta­tio­när und wan­dert anschlie­ßend wie­der rück­läu­fig durch das Stern­bild. Damit beginnt auch ihre Oppo­si­ti­osn­pe­ri­ode. Ihre Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich um zwei Stun­den von anfangs 4:44 Uhr auf 2:43 Uhr Som­mer­zeit.

(471) Papa­ge­na wird im zwei­ten Monats­drit­tel wie­der hel­ler als 10 mag und bewegt sich durch das Stern­bild Wal­fisch. Am 10. Sep­tem­ber geht der Pla­ne­to­id um 22:53 Uhr auf und steht um 3:56 Uhr im Süden. Am 30. Sep­tem­ber über­schrei­tet Papa­ge­na bereits um 21:36 Uhr Som­mer­zeit die öst­li­che Hori­zont­li­nie und erreicht um 2:30 Uhr den Meri­di­an. Ihre Hel­lig­keit hat dann auf 9,7 mag zuge­nom­men.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber gegen 4 Uhr zu erwar­ten. Das Maxi­mum wird lei­der Opfer des noch fast vol­len Mon­des. Der Radi­ant befin­det sich in der Nähe von Kapel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­gae im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch, mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von -2 mag erreich­ten. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum lässt sich in der Nacht vom 9. zum 10. Sep­tem­ber um Mit­ter­nacht beob­ach­ten, wobei der gegen 2 Uhr auf­ge­hen­den abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung des eher schwa­chen Stro­mes nicht mehr stört. Der Radi­ant, in der Nähe von Algol, erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 70 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind aber nur 5 Meteo­ren pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit 30 Stern­schnup­pen und einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren regis­triert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 18. Sep­tem­ber bis zum 10. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 4. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Auri­gi­den.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Süd­li­che Tauri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Ihr Radi­ant liegt im Sep­tem­ber noch in den Fischen, so dass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­lionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 30 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tauri­den und die Nörd­li­chen Tauri­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tauri­den beginnt aber erst im Okto­ber.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 30 km/s las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im September 2015

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2015 um 23:00 MESZ

Im Nor­den

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären 5 Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit hat man auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 9 Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nord­wes­ten.
Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als “Him­mels-W” bekannt ist. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den Stern Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind hier in Hori­zont­nä­he aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig ist auch die Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befin­det.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und das Stern­bild Wid­der.
In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist ein Teil des Stern­bilds Stiers schon auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch schon den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den selbst leicht mit blo­ßem Auge. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te man auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, auf­fin­den kön­nen. Eben­falls sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapel­la.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, das soeben den Süd­west­ho­ri­zont berührt. Die kla­ren Som­mer­näch­te sind ide­al, die Som­mer­milch­stra­ße zu beob­ach­ten. Vom Stern­bild Schüt­ze aus gese­hend, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer Gala­xie befin­det, zieht sie mit­ten durch das Som­mer­drei­eck und steigt dann in Rich­tung Zenit­re­gi­on empor. Mit Hil­fe eines Fern­gla­ses kön­nen wir in unse­rer Gala­xis eine Men­ge Stern­hau­fen und Nebel ent­de­cken.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans ent­de­cken wir das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch einen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Wes­ten

Hoch im Süd­wes­ten steht mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab. In der Lei­er kön­nen wir den Ring­ne­bel mit Hil­fe eines Tele­skops beob­ach­ten, der uns wie ein Rauch­ring vor Dun­kel­heit des Alls erscheint. Und auch der Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen ist loh­nens­wert, beob­ach­ten wir hier doch einer der größ­ten und hells­ten Pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Him­mel.
West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen ent­de­cken wir den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Etwas unter­halb der rech­ten obe­ren Ecke des Her­ku­les­vier­ecks soll­te unter einem dunk­len Him­mel noch der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als nebe­li­ger Licht­fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Hori­zont­li­nie.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] in Bra­si­li­en, aber Pimen­tel bleibt schwach, der Komet Cata­li­ne ges­tern (mehr) – und eine Astro-Vor­schau für Sep­tem­ber; ein Kurio­sum ist die Alde­ba­ran-Bede­ckung am 5.9. durch den Mor­gen-Mond, die in Euro­pa am Tage […]

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