Spiegelreinigung meines Newton-Teleskops

Vor der Spie­gel­rei­ni­gung habe ich mich immer gefürch­tet und habe es aus die­sem Grund immer ver­drängt und es auf dem­zu­fol­ge immer wei­ter hin­aus gezö­gert. Nach 9 Jah­ren inten­si­ver Tele­skop­be­nut­zung muss­te ich mich auch mal dem Schmutz beu­gen. Denn der Haupt­spie­gel mei­nes 8 Zoll f/6 GSO-Dob­son konn­te, auf­grund von mas­si­ven Pol­len- und Staub­ab­la­ge­run­gen, nicht mehr sei­ne voll­stän­di­ge Leis­tung zei­gen. Um hel­le Ster­ne hat­te ich mit ziem­li­cher Regel­mä­ßig­keit immer eine Art Hof, der das Bild im Oku­lar trüb­te. Auch Pla­ne­ten- und Deep-Sky-Beob­ach­tun­gen waren nicht mehr so kon­trast­reich wie kurz nach dem Kauf des Tele­skops im Jah­re 2006. Des­halb hat­te ich mich ent­schie­den, in mei­nem Urlaub zum ers­ten Mal eine Spie­gel­rei­ni­gung durch­zu­füh­ren. Gleich­zei­tig wur­de der Fang­spie­gel gerei­nigt, da die­ser eben­falls ziem­lich mit­ge­nom­men aus­sah.

Equipment zur Spiegelreinigung

Equip­ment zur Spie­gel­rei­ni­gung

Was wird für die Reinigung benötigt?

Natür­lich infor­mier­te ich mich im Inter­net, wel­che Mate­ria­li­en benö­tigt wer­den, um den Spie­gel mög­lichst scho­nend zu rei­ni­gen. Das Wich­tigs­te ist, dass es mög­lichst kon­takt­los geschieht. Um Kalk- und Was­ser­fle­cken zu ver­mei­den, soll­te auf destil­lier­tes bzw. demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser zurück­ge­grif­fen wer­den, das mit eini­ge Trop­fen Spül­mit­tel und even­tu­ell Iso­pro­pa­nol ver­setzt wird. Das Iso­pro­pa­nol (99,95 %) besorg­te ich mir bei Ebay recht güns­tig für 0,80 €/100 mL. Es reicht natür­lich auch, 70% Iso­pro­pa­nol aus der Apo­the­ke zu ver­wen­den. Nicht rück­fet­ten­des Spül­mit­tel (Fit) und einen 5 Liter Kanis­ter demi­ne­ra­li­sier­te Was­ser besorg­te ich im Super­markt. Des Wei­te­ren muss­te noch eine pas­sen­de Schüs­sel und ein Behält­nis zum Mischen der Flüs­sig­kei­ten besorgt wer­den.

  • 1 oder 2 Kanis­ter demi­ne­ra­li­sier­tes Was­ser (5 L)
  • 1 Fla­sche Ori­gi­nal Fit Spül­mit­tel
  • Iso-2-Pro­pa­nol (99,95% oder 70%) (1 L)
  • rei­ne ste­ri­le Augen­wat­te (50 g) aus der Apo­the­ke
  • Kunst­stoff­wan­ne (Haupt­spie­gel) + Tup­per­do­se (Fang­spie­gel)
  • Mess­be­cher
  • Klinex oder Küchen­krepp
  • 1 gro­ßes Bade­tuch
  • Gum­mi­hand­schu­he oder Baum­woll­hand­schu­he (bes­ser!)
  • Werk­zeug + Bla­se­balg
  • Filmdose/Chesire und/oder Jus­tier­la­ser

Reinigung

Markierung Spiegelzelle - Tubus

Mar­kie­rung zwi­schen Spie­gel­zel­le und Tubus

1. Ausbau des Hauptspiegels

Als ers­tes wird der Tubus des Tele­skops auf eine wei­che und siche­re Unter­la­ge gelegt (in die­sem Fall mei­ne Couch) und die Posi­ti­on der Falz­naht des Tubus im Bezug zur Spie­gel­zel­le mar­kiert. Das erleich­tert dann spä­ter den Ein­bau der Spie­gel­zel­le nach der Rei­ni­gung. Die Schrau­ben, die die Spie­gel­zel­le mit dem Tubus ver­bin­den, wer­den mit einem pas­sen­den Schrau­ben­dre­her gelöst und am bes­tens in eine Scha­le abge­legt, damit die­se nicht ver­lo­ren gehen. Nun kann die Spie­gel­zel­le vor­sich­tig aus dem Tubus gescho­ben wer­den. Nun sehen wir die Spie­gel­zel­le mit­samt dem Haupt­spie­gel, inklu­si­ve der Mit­ten­mar­kie­rung, vor uns lie­gen und kön­nen die Ver­schmut­zung (meist Staub und Pol­len) gut erken­nen. Auf mei­nem Spie­gel hat sich in den Jah­ren auch eini­ge Spinn­we­ben abge­la­gert. Nun kommt ein ers­ter heik­ler Teil des Aus­baus, wo wir eine ruhi­ge Hand benö­ti­gen: die Ent­fer­nung der drei Spie­gel­hal­te­run­gen die den Spie­gel auf die Spie­gel­zel­le fixie­ren.

Der stark verschmutzte Hauptspiegel

Der stark ver­schmutz­te Haupt­spie­gel in sei­ner Spie­gel­zel­le vor der Rei­ni­gung

Markierung Hauptspiegel - SpiegelzelleZu aller erst mar­kie­ren wir mit einem Edding den Rand Spie­gel sowie die Spie­gel­zel­le, damit wir den Spie­gel in der vor­her­ge­hen­den Posi­ti­on exakt genau so wie­der ein­bau­en kön­nen. Nun wer­den die Schrau­ben, die die Hal­te­rung auf den Spie­gel drü­cken, vor­sich­tig gelöst und dar­auf acht gege­ben, dass der Schrau­ben­dre­her nicht abrutscht. Vor­her schau­en wir uns an, wie fest die Schrau­ben ein­ge­dreht wur­den – meis­tens nur ganz leicht hand­fest. Das ist wich­tig, damit wir spä­ter die Schrau­ben nicht zu fest anzie­hen, wenn wir den Spie­gel nach der Rei­ni­gung wie­der auf die Spie­gel­zel­le mon­tie­ren. Wich­tig auch hier, dass die Ein­zel­tei­le in ein Scha­le gesam­melt wer­den, damit nichts ver­lo­ren geht. Nun kön­ne wir den Haupt­spie­gel vor­sich­tig aus der Spie­gel­hal­te­rung her­aus­he­ben.

Halteklammern

Hal­te­klam­mern fixie­ren den Haupt­spie­gel

2. Spülung des Hauptspiegels

Der ausgebaute Hauptspiegel mit der SpiegelzelleBevor man den Haupt­spie­gel in das Spül­be­cken bzw. in eine Wan­ne legt, soll man die­se gründ­lich rei­ni­gen, so dass kei­ne Sand­körn­chen evtl. den Spie­gel ver­krat­zen kön­nen. Des Wei­te­ren habe ich das Spül­be­cken mit einem gro­ßen Bade­tuch aus­ge­legt, damit das gute Stück auch weich liegt. Um den Dreck anzu­wei­chen, habe ich mir eine eige­ne Lösung „Opti­cal Won­der“ gemixt. Dazu neh­me ich eine Pumpfla­sche und fül­le die­se mit 7/10 Iso­pro­pa­nol auf. Hin­zu kommt 3/10 destil­lier­tes Was­ser und ein Trop­fen Spül­mit­tel. Der Haupt­spie­gel wird hori­zon­tal in das Spül­be­cken gelegt und des­sen Ober­flä­che mit der Lösung kräf­tig benetzt. In der Zwi­schen­zeit wird eine Lösung aus 100 ml Iso­pro­pa­nol und 900 ml demi­ne­ra­li­sier­ten Was­sers ange­rührt und die­se mit einem Sprit­zer Spül­mit­tel ver­setzt.

Dusche des Hauptspiegels

Der Haupt­spie­gel wird mit einem kräf­ti­gen Was­ser­strahl abe­gduscht

Nach ca. 5 Minu­ten Ein­weich­zeit kann der Haupt­spie­gel, den wir etwas schräg stel­len,  mit einem kräf­ti­gen und lau­war­men Was­ser­strahl aus der Brau­se abge­spült wer­den. Das ent­fernt den ers­ten  gro­ben Schmutz sowie Staub­kör­ner, die die Ober­flä­che beschä­di­gen könn­ten. Danach wird der Haupt­spie­gel in die Kunst­stoff­wan­ne gelegt und mit unse­rer ange­rühr­ten Lösung über­gos­sen. Die Wan­ne soll­te ca. einen Dau­men­breit über den Rand des Spie­gels auf­ge­füllt wer­den. Den Spie­gel jetzt ca. 2 Stun­den (oder auch län­ger) ein­wei­chen las­sen und ab und zu die Wan­ne schwen­ken, damit sich der Dreck auch mecha­nisch löst.

Einweichung des Hauptspiegels

Der Haupt­spie­gel wird in einer Lösung aus destil­lier­tem Was­ser, Iso­pro­pa­nol und Spü­li ein­ge­weicht

3. Ausbau und Spülung des Fangspiegels

Ausbau des FangspiegelsWir dre­hen den Tubus um und lösen leicht die 3 Jus­ta­ge­schrau­ben an der Spin­ne. Nun kön­ne wir vor­sich­tig die mitt­le­re Kreuz­schrau­be her­aus­dre­hen (den Fang­spie­gel fest­hal­ten, damit die­ser nicht nach unten fällt). Den Spie­gel mit­samt sei­ner Fas­sung, der gro­ßen Schrau­be inklu­si­ve der metal­le­nen Unter­leg­schei­be mit­samt der Feder von der Spin­ne ent­fer­nen. Nun hal­ten wir die Fas­sung mit dem Fang­spie­gel in unse­ren Hän­den. Der Fang­spie­gel mei­nes GSO Dob­son wird an der Fas­sung mit einer Klam­mer fixiert, die wir jetzt vor­sich­tig los geschraubt, damit auf der Ober­flä­che kei­ne Krat­zer ent­ste­hen. Es benö­tigt schon etwas Fum­mel­ar­beit, um den Fang­spie­gel aus der Fas­sung zu bekom­men, da die­ser doch recht stramm sitzt. Auch die­ser Spie­gel hat in den Jah­ren ziem­lich gelit­ten was man vor allem im Gegen­licht sehr gut betrach­ten kann. Beson­ders an den Rän­dern des Spie­gels befin­den sich Kon­dens­was­ser­fle­cken . Nun wird der Fang­spie­gel eben­falls mit der Wun­der­mit­tel-Lösung besprüht, um den gro­ben Schmutz anzu­wei­chen sowie eine Lösung im sel­ben Mischungs­ver­hält­nis wie wei­ter oben ange­rührt. Nach­dem wir den Fang­spie­gel abge­braust haben, kommt die­ser auch für min­des­tens 2 Stun­den in das Was­ser­bad.

Der Fangspiegel in seiner Fassung

Der Fang­spie­gel in sei­ner Fas­sung

4. Reinigung und Wartung des Tubus

Weil nun alle opti­schen Ele­men­te aus­ge­baut sind, kann der Tubus von Pol­len und Staub gerei­nigt wer­den. Dafür ver­wen­de ich einen Zwif­fer­stab und wische die Innen­sei­te sowie die Fang­spie­gel­stre­ben damit ab. Staub und Pol­len soll­ten nun ent­fernt sein. Nun über­prü­fe ich, ob die Schrau­ben, die die Höhen­rä­der an den Tubus fixie­ren, sich in den Jah­ren nicht gelo­ckert haben und fest sit­zen. Auch die Schrau­ben des Oku­lar­aus­zug wer­den über­prüft. Den Abstand der ein­zel­nen Spin­nen­glie­der zum Rand des Tubus über­prü­fe ich eben­falls. Denn die Fang­spie­gel­hal­te­rung muss genau mit­tig im Tubus sit­zen (das Off­set kann bei f/6 ver­nach­läs­sigt wer­den). Gege­be­nen­falls muss an den außen lie­gen­den Schrau­ben der Ver­stre­bun­gen gedreht wer­den, um den Abstand zum Tubus­rand zu ver­än­dern.

5. Zweite Spülung & Kontaktreinigung bei grobem Schmutz
Fangspiegel im Wasserbad

Der Fang­spie­gel wird in der Rei­ni­gungs­lö­sung ein­ge­weicht

Nach den 2 Stun­den Ein­weich­zeit ent­neh­men wir die Spie­gel aus den Behält­nis­sen und betrach­ten die Ober­flä­che. Oft ist es not­wen­dig, die Spie­gel einem zwei­ten oder drit­ten Spül­gang zu unter­zie­hen. Oft sitzt der Pol­len ziem­lich fest, beson­ders nach 9 Jah­ren Gebrauch, und lässt sich nicht ohne wei­te­res kon­takt­los ent­fer­nen. Für den Haupt­spie­gel rüh­ren wir eine wei­te­re Lösung an und gie­ßen das ers­te Was­ser aus der Wan­ne weg. Wir hal­ten ihn schließ­lich noch ein­mal unter die Brau­se. Nun befül­len wir die Wan­ne mit der Rei­ni­gungs­lö­sung aber­mals und legen den Spie­gel hin­ein. Nun kommt die ste­ri­le Augen­wat­te ins Spiel. Die Wat­te besteht zu 100% aus Baum­wol­le und ent­hält kei­ner­lei Ver­un­rei­ni­gun­gen. Wir neh­men uns ein gro­ßes Stück Wat­te, zie­hen es leicht aus­ein­an­der und legen die­se vor­sich­tig an den obe­ren Rand des Haupt­spie­gels. Die Wat­te muss dabei voll­stän­dig mit Was­ser benetzt sein. Nun zie­hen wir vor­sich­tig und ohne Druck ein­mal den Haupt­spie­gel von oben nach unten ab. Die Pol­len lan­den dabei in der Wat­te und müs­sen jetzt mit­samt der Wat­te ent­sorgt wer­den. Manch­mal wird es not­wen­dig, die­se Pro­ze­dur zu wie­der­ho­len.  Wich­tig ist aber so wenig wie nötig. Mit dem Fang­spie­gel wird ähn­lich ver­fah­ren wie mit dem Haupt­spie­gel.
Am bes­ten bau­en wir den Fang­spie­gel als ers­tes in den Tubus wie­der ein. Nach­dem der Fang­spie­gel aus dem Bad mit unse­rer Lösung genom­men wur­de, wird die­ser im Spül­be­cken schräg gestellt und mit reich­lich destil­lier­ten Was­ser abge­spült. Ein­zel­ne gro­ße Was­ser­trop­fen kön­nen nun mit einem Bla­se­balg von der Ober­flä­che gebla­sen wer­den. Des Rest des Was­ser sau­gen wir mit der Spit­ze eines Klinex-Taschen­tuchs auf und ver­mei­den es mög­lichst, die Ober­flä­che des Spie­gels zu berüh­ren.

6. Einbau und Vorjustage des Fangspiegels
Der gereinigte Fangspiegel

Der gerei­nig­te Fang­spie­gel

Nun sieht unser Spie­gel fast wie­der aus wie neu aus. Even­tu­ell sind jetzt noch ein­zel­ne Fle­cken sicht­bar, die optisch aber kei­ner­lei Aus­wir­kung haben. Das kom­pli­zier­tes­te ist es aber – wie in mei­nem Fall – den Fang­spie­gel wie­der in die Fas­sung zu bekom­men. Beson­ders das Fixie­ren mit der Klam­mer gestal­te­te sich als ner­ven­auf­rei­ben­de Fum­mel­ar­beit, die bei am Ende mit einem klei­nen Krat­zer auf der Ober­flä­che belohnt wur­de. Die Schrau­be, die die Klam­mer an der Fas­sung fixiert, nicht zu fest zie­hen, da es sonst zur Ver­span­nung kom­men kann. Für die gan­ze Pro­ze­dur benut­zen wir am bes­ten tal­k­um­freie Gum­mi­hand­schu­he oder bes­ser Baum­woll­hand­schu­he, um Fin­ger­ab­drü­cke auf der soeben gerei­nig­ten Spie­gel­ober­flä­che zu ver­mei­den. Nun kön­ne wir die Fang­spie­gel­fas­sung mit­samt der Feder, der Unter­leg­schei­be und der Fixier­schrau­be wie­der an die Spin­ne mon­tie­ren.
Der Fang­spie­gel soll­te nun so gedreht und in sei­ner Höhe ver­stellt wer­den, dass er mit­tig und rund im Oku­lar­aus­zug erscheint. Zur Beur­tei­lung der Lage kön­nen wir eine durch­bohr­te Film­do­se oder das Che­si­re-Oku­lar­ver­wen­den. Am bes­ten ach­tet man dar­auf, dass die drei Jus­ta­ge­schrau­ben an der Fang­spie­gel­hal­te­rung den glei­chen Abstand zur Spie­gel­hal­te­rung haben. So liegt Fas­sung plan auf und man ver­mei­det eine eine Ver­kip­pung des Fang­spie­gels. Die Län­ge der drei Jus­ta­ge­schrau­ben hab eich mit einer Schie­be­leh­re nach­ge­mes­sen. Die mitt­le­re Schrau­be wird jetzt so weit ange­zo­gen, dass sich die Fang­spie­gel­fas­sung noch dre­hen lässt aber sicher fixiert ist.

7. Letzte Spülung und Einbau des Hauptspiegels
Spülung des Hauptspiegels

Spü­lung des Haupt­spie­gels mit destil­lier­ten Was­ser

Nun wird unser Haupt­spie­gel aus dem Bad genom­men und im schrä­gen Win­kel, dass er nicht umfal­len kann, in das Spül­be­cken gestellt. Mit dem rest­li­chen demi­ne­ra­li­sier­ten Was­ser wird jetzt die Ober­flä­che über­gos­sen, damit auch die letz­ten Res­te der Lösung ent­fernt wer­den. Das meis­te Was­ser soll­te hier ein­fach von der Ober­flä­che abper­len. Gro­be Trop­fen kön­nen wie­der mit einem Bla­se­balg von der Ober­flä­che weg­ge­bla­sen. Die rest­li­chen Trop­fen wer­den wie­der mit der Spit­ze eines Klinex vor­sich­tig auf­ge­saugt. Auch hier soll­te man nicht zu pin­ge­lig sein. Res­te von Pol­len oder leich­te Schlie­ren las­sen wir am bes­ten auf der Ober­flä­che, da sie eben­falls optisch kei­ne sicht­ba­ren Aus­wir­kun­gen haben. Und bloß nicht mit einer hel­len Lam­pe den Spie­gel anleuch­ten – nicht dass man am Ende doch noch dem Putz­wahn erliegt. Mein Spie­gel sah nach die­ser Pro­ze­dur jeden­falls aus wie neu.

Der gereinigte Hauptspiegel

Der gerei­nig­te Haupt­spie­gel

Befestigte Halteklammer mit SpaltDer Haupt­spie­gel wird jetzt wie­der in die Haupt­spie­gel­fas­sung gelegt und mit den Hal­te­run­gen fixiert. Die vor­her ange­zeich­ne­te Mar­kie­run­gen hilft uns, ihn wie­der in die rich­ti­ge Posi­ti­on zu mon­tie­ren. Vor­sicht: Die Schrau­ben nicht zu fest anzie­hen son­dern am bes­ten mit den Fin­gern anzie­hen, damit der Spie­gel nicht ver­spannt oder schlim­mer, ein Muschel­bruch ent­steht. Wich­tig ist auch kon­zen­triert zu arbei­ten. Denn nichts ist ärger­li­cher, als wenn man abrutscht und die Spit­ze des Schrau­ben­dre­hers auf der Spie­gel­ober­flä­che lan­det. Vom Abstand her soll­ten zwi­schen Hal­te­rung und Spie­gel­ober­flä­che noch ein Blatt Papier pas­sen. Dann ist der Spie­gel in sei­ner Fas­sung auch garan­tiert nicht ver­spannt. Nun wird die Spie­gel­fas­sung, mit­samt dem Haupt­spie­gel, wie­der in den Tubus mon­tiert. Wir ach­ten dabei auf die von uns gemach­te Mar­kie­rung an der Spie­gel­zel­le und dem Tubus­falz. Bei­de müs­sen zur Deckung gebracht wer­den. Die Fas­sung wird jetzt mit den Schrau­ben fixiert, so dass die­ser nicht mehr her­aus­fal­len kann.

Justage

Damit das Tele­skop wie­der sei­ne opti­ma­le Leis­tung zei­gen kann, müs­sen alle opti­schen Kom­po­nen­ten zuein­an­der jus­tiert wer­den.

Zuerst über­prü­fen wir aber­mals die Posi­ti­on des Fang­spie­gels im Oku­lar­aus­zug. Die­ser muss zen­trisch und mög­lichst rund erschei­nen (Film­do­se). Nun kommt das Che­si­re-Oku­lar ins Spiel. Ich dre­he den Fang­spie­gel so, so dass das Kreuz des Che­si­re und die Spie­ge­lung der Mit­ten­mar­kie­rung des Haupt­spie­gels mög­lichst in die Mit­te gebracht wird. Nun ver­wen­de ich einen jus­tier­ten (!) Jus­tier­la­ser. Die­se ste­cke ich in den Oku­lar­aus­zug und ach­te dar­auf, dass die­ser nicht ver­kippt. Der Laser­punkt soll­te mög­lichst den Rand der Mit­ten­mar­kie­rung auf dem Haupt­spie­gels tref­fen. Wenn das nicht der Fall ist, dre­he ich den Fang­spie­gel noch etwas in sei­ner Ach­se und zie­he danach die mitt­le­re Schrau­be des Fang­spie­gels vor­sich­tig an. Wich­tig: Der Laser­punkt darf sich nicht wie­der her­aus bewe­gen. Nun dre­he ich an den drei Stell­schrau­ben des Fang­spie­gels, bis der Laser­punkt genau die Mit­te der Mit­ten­mar­kie­rung trifft. Der Fang­spie­gel ist nun auf den Haupt­spie­gel aus­ge­rich­tet. Zum Abschluss soll­te der Laser­punkt wie­der in die Mit­te des Jus­tier­la­sers zurück reflek­tiert wer­den. Zu die­sem Zweck dre­he ich an den Jus­ta­ge­schrau­ben des Haupt­spie­gels bis es passt. Die opti­schen Kom­po­nen­ten sind nun alle jus­tiert. Um eine Ver­span­nung der opti­schen Kom­po­nen­ten aus­zu­schlie­ßen, wird das Tele­skop an einem mit­tel­hel­len Stern bei ca. 100facher Ver­grö­ße­rung getes­tet. Das unschar­fe Ster­nen­scheib­chen soll­te intra- und extra­fo­kal exakt rund erschei­nen. Erscheint es eckig, ist ver­mut­lich der Haupt­spie­gel oder der Fang­spie­gel ver­spannt. Wenn das der Fall ist, müs­sen die bei­den Spie­gel wie­der aus­ge­baut und die Fixier­schrau­ben etwas gelo­ckert wer­den. Anschlie­ßend wird neu jus­tiert und aber­mals am Stern getes­tet.

Fazit

Der gereinigte Hauptspiegel

Der gerei­nig­te Haupt­spie­gel in sei­ner Fas­sung

Ich hat­te bei mei­nem Tele­skop das Glück, dass mei­ne opti­schen Kom­po­nen­ten nicht ver­spannt waren. Die Ster­nen­scheib­chen sahen exakt rund aus. Auch hat­te ich den Ein­druck, dass sich die Abbil­dung spür­bar ver­bes­sert hat, da nun kein Streu­licht mehr an hel­len Objek­ten erkenn­bar war. Die Spie­gel­rei­ni­gung war also ein vol­ler Erfolg, obwohl der Fang­spie­gel an der Stel­le der Klam­mer einen klei­nen Krat­zer davon­ge­tra­gen hat. Das ist aber kon­struk­ti­ons­be­dingt. Denn bei genaue­rem Hin­se­hen, hat­te der Fang­spie­gel schon ab Werk in Chi­na die­se Macke. Ein klei­ner Krat­zer hat aber kei­ner­lei Aus­wir­kung auf die Abbil­dung. Eine Neu­be­le­gung der opti­schen Kom­po­nen­ten wird sowie­so irgend­wann mal fäl­lig wer­den, wenn man nicht vor­her sein Tele­skop ver­kauft, um was grö­ße­res anzu­schaf­fen. Zur Not wird halt der Fang­spie­gel getauscht, wenn es einem stört, weil die­ser recht güns­tig für unter 50€ zu bekom­men ist. Jeden­falls wer­de ich die Spie­gel­rei­ni­gung nun alle 2 bis 3 Jah­re durch­füh­ren aber spä­tes­tens dann, wenn sich Staub und Pol­len in der Abbil­dung wie­der nega­tiv bemerk­bar machen.

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