Astronomische Jahresvorschau 2016 – 2. Teil

Partielle Mondfinsternis am Abend des 25. April 2013Im Jahr 2016 fin­den eine Tota­le und eine Ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis sowie drei Halb­schat­ten­fins­ter­nis­se des Mon­des statt, wobei nur die Halb­schat­ten­fins­ter­nis am 16. Sep­tem­ber unter guten Sicht­be­din­gun­gen auch von Deutsch­land aus zu sehen ist. Außer­dem ist der Mai in die­sem Jahr der astro­no­mi­sche Monat schlecht­hin: Am Mon­tag, dem 9. Mai 2016, wan­dert der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems inner­halb von 7,5 Stun­den vor der Son­nen­schei­be vor­über. Denn zu die­sem Zeit­punkt befin­det sich Mer­kur in sei­ner unte­ren Kon­junk­ti­on und im abstei­gen­den Kno­ten sei­ner Bahn. Außer­dem wird am 22. Mai unser roter Nach­bar Mars wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne kommen. 

Der Merkurdurchgang am 9. Mai 2016

Verlauf des MerkurtransitsAm frü­hen Mon­tag­nach­mit­tag des 9. Mai ist es wie­der soweit: Mer­kur wird um 13:12 Uhr MESZ als 12″ klei­nes schwar­zes Scheib­chen aus Rich­tung Osten kom­mend, vor die Son­ne schie­ben und süd­lich des Son­nen­mit­tel­punk­tes vor­bei­wan­dern. Zur Mit­te des Tran­sits, um 16:56 Uhr, steht die Son­ne noch 33 Grad hoch über dem Hori­zont, so dass bei gutem Wet­ter der Merk­ur­tran­sit sehr gut beob­acht­bar ist. Lei­der ist beim Aus­tritt des Mer­kurs, um 20:40 Uhr, die Son­ne vie­ler­orts schon unter dem Hori­zont ver­schwun­den. Nur der Wes­ten der Repu­blik kommt noch in den Genuss des 4. Kontakts.
Tran­site des flin­ken Pla­ne­ten sind bei wei­tem nicht so spek­ta­ku­lär und so sel­ten wie Venus­tran­site. Der Durch­mes­ser des Mer­kur­scheib­chens beträgt zum Zeit­punkt der unte­ren Kon­junk­ti­on zwi­schen 10″ und 13″. Der schein­ba­re Durch­mes­ser des Venus­scheib­chens betrug beim Durch­gang vor der Son­ne­schei­be in den Jah­ren 2004 und 2012 dage­gen gute 60″. So sind Tran­site des Mer­kurs vor der Son­ne visu­ell deut­lich unauf­fäl­li­ger. Die Venus wird sich aber erst am 11. Dezem­ber 2117 wie­der vor der Son­ne zei­gen, so dass heu­te leben­de Men­schen nicht mehr in den Genuss eines Venus­durch­gangs vor der Son­ne­schei­be kom­men. Die bei­den letz­ten Mer­kur­durch­gän­ge gab es am 7. Mai 2003 und am 8./9. Novem­ber 2006, der von Mit­tel­eu­ro­pa aus aller­dings nicht beob­acht­bar war.

Venustransit 2012

Der Venus­tran­sit im Juni 2012

Da Mer­kur im Durch­mes­ser deut­lich klei­ner erscheint, sind opti­sche Hilfs­mit­tel unab­ding­bar. Auch hier gilt, sich vor dem hel­len Licht der Son­ne, mit Hil­fe eines Objek­tiv­son­nen­fil­ters bzw. Her­schel­keils, die im Astro­no­mie­fach­han­del erwor­ben wer­den kön­nen, zu schüt­zen. Schon in Fern­glä­sern, die mit Objek­tiv­son­nen­fil­ter aus­ge­stat­tet sind, lässt sich visu­ell das inter­es­san­te Schau­spiel am Nach­mit­tag des 9. Mai ver­fol­gen. Aller­dings ist ein Tele­skop emp­feh­lens­wer­ter, weil dann das Son­nen­bild und das pech­schwar­ze und scharf umgrenz­te Mer­kur­scheib­chen deut­lich grö­ßer erschei­nen. Die sichers­te Beob­ach­tungs­me­tho­de ist aber die Pro­jek­ti­on des Son­nen­bil­des auf einen Schirm in einem abge­dun­kel­ten Raum. Das hat den Vor­teil, dass meh­re­re Beob­ach­ter gleich­zei­tig das Schau­spiel ver­fol­gen kön­nen. Vie­le Stern­war­ten und astro­no­mi­sche Ver­ei­ne bie­ten an die­sem Tag Beob­ach­tungs­füh­run­gen an, so dass jeder Inter­es­sier­te das Schau­spiel sicher beob­ach­ten kann.

Sonnenbeobachtung

Son­nen­be­ob­ach­tung an der Volkssternwarte

Den nächs­ten Merk­ur­tran­sit kön­nen wir am 11. Novem­ber 2019 beob­ach­ten. Lei­der ist die­ser von Mit­tel­eu­ro­pa aus nicht voll­stän­dig zu sehen. Beob­ach­ter in Nord- und Süd­ame­ri­ka haben dann die bes­se­ren Chan­cen. Der über­nächs­te Merk­ur­tran­sit wird aber erst im Jahr 2032 statt­fin­den, der vom deut­schen Sprach­raum aus wie­der voll­stän­dig gese­hen wer­den kann.

Die Marsopposition am 22. Mai

Im Gegen­satz zu den ande­ren äuße­ren Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems, steht Mars nur alle zwei Jah­re in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. So auch im Jahr 2016, die übri­gens die güns­tigs­te seit der „Jahr­tau­sen­d­op­po­si­ti­on“ im August 2003 sein wird. Mars steht dann 75 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt, was etwa dem Mit­tel zwi­schen der ungüns­ti­gen Oppo­si­ti­on vom 3. März 2012 (101 Mio. km) und der güns­tigs­ten vom 28. August 2003 (56 Mio. km), ent­spricht. Unser roter Nach­bar wird dabei eine Hel­lig­keit von ‑2,1 mag und schein­ba­ren Durch­mes­ser von 18,4″ errei­chen, so dass wie­der zahl­rei­che Ober­flä­chen­de­tails auf dem Mars­scheib­chen sicht­bar wer­den. Lei­der sind die Oppo­si­tio­nen, die in den Som­mer­mo­na­ten und nahe sei­nes Peri­hels statt­fin­den, für Beob­ach­ter auf der nörd­li­chen Halb­ku­gel eher ungüns­tig. Der Rote Pla­net hält sich dann stets in süd­li­che­ren Gebie­ten der Eklip­tik auf. Des­halb sind auch in die­sem Jahr eher süd­li­che­re Stand­or­te zu bevor­zu­gen z.B. am Mit­tel­meer, auf den Kana­ren oder am bes­ten in Nami­bia. Der Mars steht dort in der Zeit sei­ner Kul­mi­na­ti­on in Zenitnä­he, in den Stern­bil­dern Waa­ge und Skor­pi­on. In Mit­tel­eu­ro­pa kul­mi­niert Mars in maxi­mal 18° Höhe über dem Süd­ho­ri­zont, wo die dich­ten Hori­zont­schich­ten die Sicht auf die Pla­ne­ten­ku­gel trü­ben. Die nächs­te Mars­op­po­si­ti­on, am 31. Juli 2018, wird vom Durch­mes­ser des Pla­ne­ten­scheib­chens aus betrach­tet sogar noch etwas güns­ti­ger ver­lau­fen. Mars erreicht in jenem Jahr einen schein­ba­ren Durch­mes­ser von 24″. Sein Mini­mal­ab­stand zur Erde beträgt dann nur noch 57,6 Mil­lio­nen Kilometer!

Unser roter Nachrbar Mars im Sternbild Löwe

Unser roter Nach­rbar Mars im Stern­bild Löwe

Die güns­ti­ge Beob­ach­tungs­zeit des Mars beginnt ab Mit­te März, wenn die Pla­ne­ten­ku­gel einen Durch­mes­ser von mehr als 10″ erreicht. Die Hel­lig­keit steigt in die­ser Zeit über die 0. Grö­ßen­klas­se. Der Pla­net ist dann ein auf­fäl­li­ges Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht erst nach Mit­ter­nacht auf. Am 16. März zieht er in nur 9′ Abstand nörd­lich an Acrab (Beta Scor­pii) vor­bei. Dabei bremst er sei­ne recht­läu­fi­ge Bewe­gung spür­bar ab. Am 17. April wird Mars sta­tio­när, setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an und wird rück­läu­fig. Bis Ende April steigt die Hel­lig­keit auf ‑1,5 mag. Mars geht nun schon vor Mit­ter­nacht auf. Saturn zieht sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe nahe­zu im sel­ben Him­mels­ab­schnitt, direkt öst­lich von Mars im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger, und kann mit ihm zusam­men beob­ach­tet wer­den. Am 20. April kommt es zu einer Kon­junk­ti­on, wobei Saturn nur 7,2° nörd­lich des Pla­ne­ten Mars steht. Das ist die gerings­te Distanz bei­der Pla­ne­ten wäh­rend einer Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode zwi­schen den Jah­ren 1985 bis 2045! Das Mars­scheib­chen wächst im April von anfangs 12″ auf 16″. Im Mai wird Mars zum Pla­ne­ten für gesam­te Nacht und zieht in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai durch Beta und Del­ta Scor­pii hin­durch. Am 22. Mai erreicht er schließ­lich die Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild des Skor­pi­ons. Die gerings­te Distanz zur Erde von 75,3 Mil­lio­nen Kilo­me­tern, wird aber erst am 30. Mai erreicht.

Marsschleife 2016

Oppo­si­ti­ons­schlei­fe des Mars 2016

Am 30. Juni wird Mars aber­mals sta­tio­när und been­det sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er wird dann mehr und mehr ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs ‑2,0 mag auf ‑1,4 mag ab. Der Durch­mes­ser des Pla­ne­ten­scheib­chens sinkt eben­falls und beträgt 16″. Im Juli geht die Hel­lig­keit des Mars wei­ter zurück auf ‑0,8 mag. Auch sein Durch­mes­ser schrumpft von anfangs 16″ auf 13″. Herbst­be­ginn auf der Nord­halb­ku­gel des Mars ist schließ­lich am 4. Juli 2016. Am 9. August zieht der Rote Pla­net 0,9° süd­lich an Dschub­ba (Del­ta Scor­pii) vor­bei und am 24. des Monats wird der Haupt­stern Ant­ares nur 1,8° nörd­lich pas­siert. Mars ist nun ein Objekt für den Abend­him­mel gewor­den. Am 25. August über­holt Mars den Ring­pla­ne­ten Saturn und zieht an ihm 4,4° süd­lich vor­bei. Die Hel­lig­keit sinkt wei­ter auf ‑0,3 mag. Mars geht Ende August schon vor Mit­ter­nacht unter. Nach dem 8. Sep­tem­ber schrumpft der Durch­mes­ser des Mars­scheib­chens wie­der unter 10″. Damit ist er kein inte­res­an­tes Objekt für das Tele­skop. Ab dem 25. Sep­tem­ber beträgt die Hel­lig­keit des Roten Pla­ne­ten nur noch 0,0 mag. Er bleibt dann aber noch bis Ende des Jah­res am Abend­him­mel präsent.

Die Totale Sonnenfinsternis am 9. März 2016

Die Tota­le Son­nen­fins­ter­nis, am Mitt­woch dem 9. März 2016, fin­det von uns aus gese­hen zur nacht­schla­fen­den Zeit statt und bleibt von ganz Euro­pa aus unsicht­bar. Die Tota­li­täts­zo­ne zieht einen Bogen vom Indi­schen Oze­an über Indo­ne­si­en und dem Pazi­fik. Die par­ti­el­le Pha­se der Fins­ter­nis ist von Ost­asi­en über Indi­en, Japan, Suma­tra, Bor­neo, Aus­tra­li­en und dem nörd­li­chen Pazi­fik, ein­schließ­lich Hawaii, bis nach Alas­ka hin­ein sicht­bar. Somit ver­läuft die Tota­li­täts­zo­ne größ­ten­teils über Was­ser. Sie ist die 52. Fins­ter­nis des 130. Saros-Zyklus, der ins­ge­samt 73 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst. Die Grö­ße der Fins­ter­nis beträgt das 1,04 fache des schein­ba­ren Sonnendurchmessers.

Sichtbarkeitsgebiet der Finsternis vom 9. März

Sicht­bar­keits­zo­ne mit Zen­tral­li­nie der Fins­ter­nis vom 9. März 2016

Die Son­nen­fins­ter­nis beginnt am 8. März mit dem 1. Kon­takt um 23:41 Uhr UTC (0:41 Uhr MEZ am 9. März) am Ort 102° 13′ öst­li­cher Län­ge und 7° 38′ süd­li­cher Brei­te, im Indi­schen Oze­an und west­lich von Suma­tra. Sie endet mit dem 4. Kon­takt um 5:35 Uhr MEZ am Ort 158° 21′ west­li­cher Län­ge und 27° 13′ nörd­li­cher Brei­te, mit­ten im Nord­pa­zi­fik und 1.600 Kilo­me­ter nord­öst­lich von Hawaii. Die maxi­ma­le Pha­se, mit 4 Minu­ten und 14Sekunden Dau­er, fin­det um 2:58 Uhr MEZ statt am Ort 148° 50′ öst­li­cher Län­ge und 10° 07′ nörd­li­cher Brei­te. Dort wird die Brei­te der Tota­li­täts­zo­ne 155 Kilo­me­ter betra­gen und die Son­ne 75° hoch über dem Hori­zont stehen.

Die Halbschattenfinsternis des Mondes am 23. März 2016

Halbschattenfinsternis 160323Die Halb­schat­ten­fins­ter­nis am Mitt­woch, dem 23. März, fin­det in den Mit­tags­stun­den statt und ist von Euro­pa aus nicht sicht­bar. Aller­dings ist sie für Beob­ach­ter, die vor allem in der Pazi­fik­re­gi­on, in Japan, Aus­tra­li­en und an der nord­ame­ri­ka­ni­schen West­küs­te behei­ma­tet sind, voll­stän­dig beob­acht­bar. Für Men­schen in Nord- und Süd­ame­ri­ka geht Mond wäh­rend der Fins­ter­nis unter und steigt in Mit­tel- und Ost­asi­en bereits ver­fins­tert über den Hori­zont. Der Voll­mond durch­läuft an die­sem Tag den nörd­li­chen Bereich des Halb­schat­tens und wird dabei ins­ge­samt 4 Stun­den und 20 Minu­ten vom Halb­schat­ten der Erde getrof­fen. Der Bede­ckungs­grad beträgt 77,5% des schein­ba­ren Mond­durch­mes­sers. Da Halb­schat­ten­fins­ter­nis­se nicht gera­de auf­fäl­lig sind, bemerkt man nur eine leich­te Ver­dunk­lung des süd­li­chen Mond­ran­des. Die Mond­fins­ter­nis gehört zum 142. Saros-Zyklus und ist die 18. von ins­ge­samt 74 Mondfinsternissen.

Die Fins­ter­nis beginnt am Mor­gen des 23. März um 10:37 Uhr MEZ mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde. Um 12:47 Uhr ist die Mit­te der Fins­ter­nis erreicht. Sie endet mit dem Aus­tritt des Mon­des aus dem Halb­schat­ten am Nach­mit­tag um 14:57 Uhr MEZ.

Sichtbarkeitszone der Halbschattenfinsternis

Sicht­bar­keits­zo­ne der Halb­schat­ten­fins­ter­nis am 23. März 2016

Die Halbschattenfinsternis des Mondes am 18. August 2016

2016Aug18_shadowAm Vor­mit­tag des 18. August fin­det die zwei­te Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Jah­res 2016 statt. Und auch die­se ist von Euro­pa aus gese­hen eben­falls nicht sicht­bar, weil der Mond bei Fins­ter­nis­be­ginn bereits unter dem west­li­chen Hori­zont ver­schwun­den ist. Nur 1,7% der sicht­ba­ren süd­li­chen Mond­ka­lot­te wer­den vom Halb­schat­ten der Erde getrof­fen, so dass das Ereig­nis einen Grenz­fall dar­stellt und visu­ell nicht wahr­zu­neh­men ist. Sie ist die letz­te Fins­ter­nis des 73 Mond­fins­ter­nis­se umfas­sen­den 109. Saros-Zyklus. Die Halb­schat­ten­fins­ter­nis ist in der gesam­ten Pazi­fik­re­gi­on, vom Osten Aus­tra­li­ens bis hoch zum Nord­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent zu beob­ach­ten und dau­ert gera­de ein­mal 27 Minuten.

Die Fins­ter­nis beginnt mit dem Ein­tritt des Mon­des in den Halb­schat­ten der Erde um 11:24 Uhr MESZ. Die Mit­te der Fins­ter­nis wird bereits um 11:43 Uhr erreicht. Sie endet mit dem Aus­tritt des Mon­des zur Mit­tags­zeit um 12:01 Uhr MESZ.

Sichtbarkeitszone der Halbschattenfinsternis am 18. August 2016

Sicht­bar­keits­zo­ne der Halb­schat­ten­fins­ter­nis am 18. August 2016

Die Ringförmige Sonnenfinsternis am 1. September 2016

Die ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis, am Don­ners­tag­mor­gen des 1. Sep­tem­ber, fin­det über Süd­afri­ka und Mada­gas­kar statt und ist auch in ihrer par­ti­el­len Pha­se von Euro­pa aus unbe­ob­acht­bar. Wäh­rend der ring­för­mi­gen Pha­se wer­den 97,4% des Durch­mes­sers der Son­nen­schei­be vom Mond bedeckt, so dass ein schma­ler und glei­ßend hel­ler Son­nen­rand bleibt. Die maxi­ma­le Dau­er der Ver­fins­te­rung beträgt 3 Minu­ten und 06 Sekun­den und die brei­te der ring­för­mi­gen Zone 100 Kilo­me­ter. Die par­ti­el­le Pha­se der Fins­ter­nis über­streicht dabei fast den gesam­ten afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent, mit Aus­nah­me der Küs­ten­ge­bie­te am Mit­tel­meer, und ein Teil der ara­bi­schen Halb­in­sel sowie nahe­zu den gesam­ten Indi­schen Oze­an. Im Wes­ten Indo­ne­si­ens sowie im äußers­ten Wes­ten Aus­tra­li­ens geht die Son­ne teil­ver­fins­tert unter. Die Tota­li­täs­zo­ne ver­läuft vom Golf von Gui­nea kom­mend zuerst über Was­ser und über­streicht nach­ein­an­der die Län­der Gabun, Kon­go, VR Kon­go, Tan­sa­nia und Mosam­bik. Auch ein Teil des nörd­li­chen Mada­gas­kars kommt in den Genuss der ring­för­mi­gen Pha­se, eben­so das fran­zö­si­sche Über­see­de­part­ment La Réunion.

Sichtbarkeitszone der Finsternis vom 1. September

Sicht­bar­keits­zo­ne mit Zen­tral­li­nie der Fins­ter­nis vom 1. Sep­tem­ber 2016

Die Son­nen­fins­ter­nis beginnt im Atlan­tik um 8:13 Uhr MESZ mit dem 1. Kon­takt am Ort 3° 52′ west­li­cher Län­ge und 4° 00′ nörd­li­cher Brei­te und endet mit dem 4. Kon­takt, kurz vor der West­küs­te Aus­tra­li­ens im Indi­schen Oze­an, um 14:01 Uhr MESZ am Ort 85° 23′ öst­li­cher Län­ge und 28° 35′ süd­li­cher Brei­te. Der Höhe­punkt der ring­för­mi­gen Pha­se fin­det um 11:07 Uhr MESZ im süd­öst­li­chen Teil des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents statt am Ort 37° 48′ öst­li­cher Län­ge und 10° 41′ süd­li­cher Brei­te im nörd­li­chen Teil Mosam­biks. Die­se ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis ist die 39. Fins­ter­nis des 135. Saros-Zyklus, der 71 Son­nen­fins­ter­nis­se umfasst.

Die Halbschattenfinsternis des Mondes am 16. September 2016

2016Sep16_shadowDie drit­te und letz­te Mond­fins­ter­nis 2016 fin­det am Frei­tag, dem 16. Sep­tem­ber, in den Abend­stun­den statt und ist von Mit­tel­eu­ro­pa teil­wei­se sicht­bar. Sie ist von Euro­pa über Asi­en, Aus­tra­li­en, Afri­ka und dem Indi­schen Oze­an sowie in Tei­len der Ant­ark­tis beob­acht­bar. Dabei wird die nörd­li­che Mond­ka­lot­te ins­ge­samt 3 Stun­den und 59 Minu­ten vom Halb­schat­ten der Erde getrof­fen. Der Voll­mond taucht zu 91,3% in den Halb­schat­ten der Erde ein, so dass um die Mit­te der Fins­ter­nis her­um eine leich­te Ver­dunk­lung des nörd­li­chen Mond­ran­des, in der Nähe des Mare Fri­go­ris, erkenn­bar wird. Für Mit­tel­eu­ro­pa geht der Mond aber bereits teil­ver­fins­tert auf. Auf jeden Fall ist dann die Mit­te der Fins­ter­nis sehr gut zu beob­ach­ten, weil der Mond, vor allem im Osten Deutsch­lands, schon genü­gend hoch über dem Ost­ho­ri­zont steht. Ein und Aus­trit­te des Mon­des sind bei Halb­schat­ten­fins­ter­nis­sen grund­sätz­lich unbe­ob­acht­bar. Die Fins­ter­nis ist die 9. des 71 Mond­fins­ter­nis­se umfas­sen­den 147. Saros-Zyklus.

Der Beginn der Fins­ter­nis, wenn der Voll­mond in den süd­li­chen Bereich des Halb­schat­tens der Erde ein­taucht, ist um 18:53 Uhr MESZ. Zu die­sem Zeit­punkt steht die Son­ne noch über dem west­li­chen Hori­zont. Der Mon dist zu die­sem Zeit­punkt noch nicht auf­ge­gan­gen. Die Mit­te der Fins­ter­nis ist um 20:54 Uhr erreicht. Nun erreicht der Mond vie­ler­orts gut 12° Höhe. Der Aus­tritt des Mon­des aus dem Halb­schat­ten der Erde fin­det schließ­lich um 22:56 Uhr MESZ statt.

Sichtbarkeitszone der Halbschattenfinsternis am 16. September 2016

Sicht­bar­keits­zo­ne der Halb­schat­ten­fins­ter­nis am 16. Sep­tem­ber 2016

Wichtige Meteorströme

Qua­dran­ti­den

Der Radi­ant der Qua­dran­ti­den befin­det sich im Stern­bild Bären­hü­ter und ist vom 1. Janu­ar bis 5. Janu­ar aktiv. Die Teil­chen besit­zen mitt­le­re Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 km/s. Das Maxi­mum von 120 bis 200 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det am 4. Janu­ar gegen 9 Uhr mor­gens statt. Der abneh­men­de Mond wird das Maxi­mum der Qua­dran­ti­den nicht stö­ren. Der Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist der Aste­ro­id 2003 EH1, der wahr­schein­lich der Kern des ehe­ma­li­gen Kome­ten C/1490 Y1 ist.

Eta-Aqua­ri­den

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aqua­ri­den am Mor­gen­him­mel sicht­bar, mit einem Maxi­mum von 85 Stern­schnup­pen pro Stun­de am 5. Mai. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Was­ser­mann und steht dem­zu­fol­ge in die­sem Monat nicht sehr hoch über dem Hori­zont. Des­halb sind in unse­ren Brei­ten deut­lich weni­ger Meteo­re sicht­bar, so dass ein süd­li­cher Stand­ort zu bevor­zu­gen ist. Der kurz vor Neu­mond ste­hen­de Mond wird die Beob­ach­tung nicht stö­ren. Mit 66 km/s han­delt es sich um sehr schnell Meteo­re, die auf­grund des nied­ri­gen Radi­an­ten­stan­des lan­ge Leucht­spu­ren zei­gen. Der Ursprungs­kör­per der Eta-Aqua­ri­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley.

Der Leoniden-Meteorsturm aus dem Jahr 1833 (E. Weiß: "Bilderatlas der Sternenwelt")

Der Leo­ni­den-Mete­or­sturm aus dem Jahr 1833 (E. Weiß: „Bil­der­at­las der Sternenwelt“)

Per­sei­den

Der bekann­tes­te Mete­or­strom des Jah­res sind die Per­sei­den, die aus dem Stern­bild Per­seus zu kom­men schei­nen. Sie tau­chen zwi­schen dem 17. Juli bis 24. August auf und sind vor­ran­gig am spä­ten Abend bis zum Mor­gen­grau­en hin­ein sicht­bar. Das Maxi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te (ZHR) von mehr als 100 Stern­schnup­pen, fin­det in der Nacht vom 12. auf den 13. August statt. Zum Maxi­mums­zeit­punkt geht der zuneh­men­de Mond bereits kurz nach Mit­ter­nacht unter, so dass die Per­sei­den in den Mor­gen­stun­den gut beob­ach­tet wer­den kön­nen. Als Ursprungs­kör­per der 59 km/s schnel­len Meteo­re gilt der peri­odi­sche Komet 109­P/S­wift-Tut­tle.

Gemi­ni­den

Zu den stärks­ten Mete­or­strö­men des Jah­res – auf­grund der kal­ten Wit­te­rung meis­tens rela­tiv unbe­ach­tet – zäh­len die Gemi­ni­den. Der Radi­ant befin­det sich unge­fähr 1° nord­west­lich vom Haupt­stern Kas­tor in den Zwil­lin­gen. Der Mete­or­strom ist zwi­schen dem 7. bis 17. Dezem­ber die gan­ze Nacht über sicht­bar und erzeugt, auf­grund der gerin­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen von 35 km/s, lan­ge, fla­che und zum Teil sehr hel­le Meteor­er­schei­nun­gen. Zum Maxi­mum, in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezem­ber, sind bis zu 120 Stern­schnup­pen sicht­bar. Lei­der stört der Voll­mond in die­ser Nacht. Als Ursprungs­kör­per der Gemi­ni­den gilt der Aste­ro­id (3200) Pha­e­thon, der ein „erlo­sche­ner Komet“ zu sein scheint.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

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