Der Sternhimmel im Monat März 2016

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats kön­nen wir den abneh­men­den Mond am Mor­gen nur 5 ½ Grad öst­lich des roten Pla­ne­ten Mars auf­spü­ren. Nur einen Mor­gen spä­ter fin­den wir ihn 3 Grad nörd­lich von Saturn im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Die schma­le Sichel des Mon­des wan­dert an den dar­auf­fol­gen­den Mor­gen­den wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock. Zum letz­ten Mal kön­nen wir die dün­ne Sichel am Mor­gen des 7. März, nur knapp über dem öst­li­chen Hori­zont, auf­spü­ren. Knapp 2 ½ Grad süd­lich der Sichel steht auch die Venus, die mit Hil­fe eines Fern­gla­ses beob­ach­tet wer­den kann. Am 9. des Monats ist dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht. An die­sem Tag fin­det auch eine tota­le Son­nen­fins­ter­nis in Indo­ne­si­en und in der Pazi­fik­re­gi­on statt, deren par­ti­el­le Pha­se in Euro­pa lei­der unbe­ob­acht­bar bleibt.
Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir die schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel bereits am 10. März, nur 39 ½ Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont ent­de­cken. Danach wan­dert der Mond wei­ter nach Osten durch die Stern­bil­der Fische, Wal­fisch und Stier und steht am 13. März knapp 9 ½ Grad süd­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den. Am 14. des Monats befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter 2 ½ Grad öst­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers. Nur einen Abend spä­ter ist das Ers­te Vier­tel erreicht. Am 16. März fin­den wir den Mond nur 1 ½ Grad nord­öst­lich von Alhena (Gam­ma Gemi­no­rum) in den Zwil­lin­gen. Zum Früh­lings­an­fang, am 20. März, befin­det er sich 3 Grad süd­lich von Regu­lus und am 21. des Monats 4 Grad west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Voll­mond ist schließ­lich in den frü­hen Nach­mit­tags­stun­den des 23. März. An die­sem Tag fin­det eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des statt, die wir eben­falls nicht beob­ach­ten kön­nen. Nach­dem der nun wie­der abneh­men­de Mond am 24. März Spi­ca in der Jung­frau nörd­lich pas­siert hat, wird die­ser nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 26. März wird gegen 4:23 Uhr der 4,3 mag hel­le Stern Kap­pa Vir­gi­nis vom Mond bedeckt. In den Mor­gen­stun­den des 29. März ergibt sich für Früh­auf­ste­her ein inter­es­san­ter Anblick über dem süd­öst­li­chen Hori­zont: Unser roter Nach­bar Mars, Saturn und der Mond bil­den ein recht­wink­li­ges Drei­eck am Mor­gen­him­mel. Dar­un­ter fin­den wir noch Ant­ares im Skor­pi­on, der den Anblick kom­plet­tiert. Am dar­auf­fol­gen­de Mor­gen hat der abneh­men­de Mond bereits den Ring­pla­ne­ten Saturn hin­ter sich gelas­sen. Am Monats­en­de steht der Erd­tra­bant aber­mals im Stern­bild des Schüt­zen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist im März nicht beob­acht­bar und nähert sich recht­läu­fig immer mehr der Son­ne. Am 23. März erreicht er sei­ne obe­re Kon­junk­ti­on zu unse­ren Zen­tral­ge­stirn. Auch die Begeg­nun­gen mit Nep­tun am 10. März und Ura­nus am 31. des Monats blei­ben unbe­ob­acht­bar.

Die Beob­ach­tungs­zeit des Mor­gen­sterns Venus geht im März zu Ende. Bei guter Hori­zont­sicht kann unser Schwes­ter­pla­net aber noch kurz vor Son­nen­auf­gang tief im Osten auf­ge­fun­den wer­den. Sie zieht dabei durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann. Ab dem zwei­ten Monats­drit­tel wird man dann umsonst nach dem -3,9 mag hel­len Mor­gen­stern Aus­schau hal­ten. Sie ist dann gege­be­nen­falls nur noch im Fern­glas auf­find­bar. Aller­dings erreicht Venus erst am 6. Juni ihre obe­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Im Tele­skop zeigt sich das Venus­scheib­chen Mit­te des Monats 10,8 Bogen­se­kun­den groß und zu 93 % beleuch­tet. Am 1. März geht der Mor­gen­stern um 6:08 Uhr auf. Ende des Monats erfolgt ihr Auf­gang bereits um 5:23 Uhr (6:23 Uhr Som­mer­zeit). Am 20. steht die Venus mit 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter im Aphel ihrer Bahn. Ihre Begeg­nung mit Nep­tun an die­sem Mor­gen bleibt lei­der unbe­ob­acht­bar.

Unser roter Nach­bar Mars ist nach wie vor ein auf­fäl­li­ges Objekt der zwei­ten Nacht­hälf­te und geht nach Mit­ter­nacht auf. Er zieht am 13. März vom Stern­bild Waa­ge kom­mend immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig in den Skor­pi­on. Dabei hält er sich in der Nähe von Ant­ares auf, dem Haupt­stern des Skor­pi­ons, der eine ähn­li­che Far­be wie unser roter Nach­bar besitzt. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,3 auf -0,5 mag stark an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst von 8,7 auf 11,6 Bogen­se­kun­den. Dabei ist das Mars­scheib­chen zu 90% beleuch­tet. Die Abbrem­sung am Him­mel und sein Hel­lig­keits­an­stieg sind ein gutes Zei­chen, dass sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode kurz bevor steht. Aller­dings steht Mars erst am 22. Mai der Son­ne genau gegen­über. Zu Beginn des Monats geht der Rote Pla­net um 0:49 Uhr auf. Ende des März erfolgt sein Auf­gang bereits um 23:39 Uhr (0:39 Uhr Som­mer­zeit). Am 16. März zieht Mars nur 9 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich an Beta Scor­pii (2,5 mag) vor­bei. Am 28. März steht der Pla­net nur 4 Grad nörd­lich des abneh­men­den Mon­des.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich rück­läu­fig durch den süd­öst­li­chen Teil des Löwen und kommt am 8. März in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Jupi­ter ist dann die gan­ze Nacht über sicht­bar und domi­niert mit sei­ner Hel­lig­keit von -2,5 mag den Nacht­him­mel. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt ist der Rie­sen­pla­net 4,43 AE oder 664 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Er geht um 17:42 Uhr auf und erreicht um 0:20 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt mor­gens um 6:53 Uhr. Nun ist die bes­te Zeit, den 44,5 Bogen­se­kun­den gro­ßen Rie­sen­pla­ne­ten mit sei­nen Mon­den zu beob­ach­ten. Denn zum Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt steht er gut 45 Grad hoch über dem Hori­zont. Außer­dem ergibt sich am 25. März ein inter­es­san­ter Anblick in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen, wenn die 4 hells­ten Mon­de Io, Euro­pa, Gany­me­de und Cal­lis­to, gegen 22 Uhr, auf der West­sei­te von Jupi­ter ste­hen. Im Fern­rohr kön­nen die zahl­rei­chen hel­len und dunk­len Bän­der sowie der Gro­ße Rote Fleck des Jupi­ters beob­ach­tet wer­den. Am 1. März erreicht der Ring­pla­net um 0:50 Uhr sei­nen höchs­ten Punkt im Süden. Am 31. März erfolgt sein Meri­diandurch­gang bereits um 22:34 Uhr (23:34 Uhr Som­mer­zeit). In der Nacht vom 21. auf den 22. März zieht außer­dem noch der zuneh­men­de, fast vol­le Mond an Jupi­ter vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn ist nach wie vor ein Pla­net für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht noch deut­lich nach Mit­ter­nacht auf. Er kommt aber am 25. des Monats im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger zum Still­stand und bewegt sich anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch den Ster­nen­him­mel. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,5 auf 0,2 mag zum Monats­en­de. Sein Äqua­tor­durch­mes­ser und Ring­durch­mes­ser neh­men eben­falls zu auf 17,4 bzw. 39,2 Bogen­se­kun­den. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:20 Uhr auf 0:24 Uhr (1:24 Uhr Som­mer­zeit). Lei­der steht Saturn bei sei­ner Kul­mi­na­ti­on nur 20 Grad über dem Hori­zont. Am 2. März befin­det sich der Halb­mond nur 4 Grad nörd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten. Am 29. März kommt es aber­mals zu einer Begeg­nung mit dem abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel. Dabei steht der Mond zwi­schen Mars und Saturn und bil­det dabei ein auf­fäl­li­ges recht­wink­li­ges Drei­eck.

Der 5,9 mag hel­le Ura­nus im Stern­bild Fische kann noch zu Beginn des Monats für rund eine knap­pe Stun­de am Abend­him­mel und tief über dem west­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den. Er ver­schwin­det dann aber schnell in den dich­te­ren Atmo­sphä­ren­schich­ten und ent­zieht sich ab der Mit­te des Monats schließ­lich unse­ren Bli­cken. Am 1. März geht Ura­nus um 21:11 Uhr unter. Mit­te des Monats ver­schwin­det der Pla­net bereits um 20:20 Uhr unter dem west­li­chen Hori­zont.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und ent­fernt sich nun wie­der in west­li­cher Rich­tung von der Son­ne. Aller­dings bleibt er im Monat März noch unbe­ob­acht­bar. Erst im April taucht er lang­sam wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Der 14,1 mag hel­le Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze steht noch zu nah bei der Son­ne und bleibt auch im März unbe­ob­acht­bar. Erst ab Mai taucht er wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2013 US10 (Cata­li­na) steht nach wie vor zir­kum­po­lar an unse­rem Him­mel und zieht vom Stern­bild Giraf­fe kom­mend in den Per­seus. Die Hel­lig­keit geht nur lang­sam zurück von anfangs 8,5 auf 9,5 mag. Somit ist Komet Cata­li­na noch ein Objekt für klei­ne Tele­sko­pe und licht­star­ke Fern­glä­ser. In der Nacht vom 23. auf den 24. März zieht der Komet an den hel­len Stern­hau­fen NGC 1528 und in der Nacht vom 28. und 29. März an NGC 1545 vor­bei.

Ein Info­blatt mit Auf­such­kar­ten und Ephe­me­ri­den kann auf mei­ner Web­sei­te als PDF-Datei her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Der Komet C/2014 S2 (Pan­starrs) zieht wei­ter am Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären ent­lang wei­ter in Rich­tung Dra­che und Gro­ßer Bär. Somit ist der Komet immer noch opti­mal am Him­mel plat­ziert. Die läng­li­che Koma ist gut kon­den­siert und es zeigt sich in Tele­sko­pen ein klei­ner Schwei­fan­satz. Pan­starrs Hel­lig­keit wird im März um 10 Magnitu­den betra­gen, so dass er in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­spürt wer­den kann. Am 24. März zieht der Schweif­stern an der 10 mag hel­len Gala­xie NGC 4236 vor­bei.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres steht am 3. März in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt bis Juli unbe­ob­acht­bar.

(4) Ves­ta zieht am 13. März vom Stern­bild Fische kom­mend in den Wal­fisch. Der 8,4 mag hel­le Aste­ro­id ist noch am Abend­him­mel sicht­bar und geht am 1. März um 21:47 Uhr unter. Ende März ver­schwin­det Ves­ta bereits um 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit) unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie.

(5) Astraea bewegt sich durch den Löwen und stand Mit­te des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Am 24. März kommt sie zum Still­stand und wird wie­der recht­läu­fig. Damit endet ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Ihre Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats wei­ter ab und sinkt von anfangs 9,3 auf nur noch 10,1 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Astraea ver­frü­hen sich von anfangs 23:07 Uhr auf 21:02 Uhr (22:02 Uhr Som­mer­zeit). Am 11. März zieht der Klein­pla­net am 5,7 mag hel­len Stern 8 Leo­nis in nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand vor­bei.

Der Aste­ro­id Nr. 6 Hebe wan­dert am 12. März vom Stern­bild Jung­frau kom­mend in das Haar der Bere­ni­ke und kommt am 17. März schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht sie eine Hel­lig­keit von 9,8 mag. Zu Beginn des Monats sowie Ende März beträgt die Hel­lig­keit 9,9 mag. Am 1. März steht Hebe um 1:52 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. März erreicht sie bereist um 23:25 Uhr (0:25 Uhr Som­mer­zeit) den Meri­di­an. Am 11. März zieht Hebe an der 10 mag hel­len Gala­xie NGC 4216 vor­bei. Der gegen­sei­ti­ge Abstand wird nur 7 Bogen­mi­nu­ten betra­gen.

Der Aste­ro­id (10) Hygiea steht am 16. März im Löwen der Son­ne genau gegen­über und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,4 mag. Zu Monats­be­ginn befin­det sich der 9,8 mag hel­le Klein­pla­net um 1:15 Uhr im Meri­di­an. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 22:50 Uhr (23:50 Uhr Som­mer­zeit). Die Hel­lig­keit hat in die­ser Zeit auf 9,7 mag abge­nom­men. Am 21. März befin­det sich Hygiea nur 9 Bogen­mi­nu­ten von 87 Leo­nis (4,8 mag) ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe für den Aste­roi­den die­nen kann.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Auch die gesam­te Nacht zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­li­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März hat. Der Radi­ant liegt an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 36 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteo­re.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im März 2016

Der Stern­him­mel am 15. März 2016 um 22:00 MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast den Zenit erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb davon steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt und sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten hat. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben “W” besitzt und des­halb auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird.
Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter, in gro­ßer Höhe, fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xi­en M81 und M82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten.
Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xi­en­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ka befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild steht zur Zeit der Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Nach dem Mond ist er das hells­te Objekt zur Zeit an unse­rem Him­mel.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. In die­sem Stern­bild kön­nen wir auch den Rie­sen­pla­net Jupi­ter beob­ach­ten. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig.
Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher steht der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird.
Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jdem Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Per ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbst­him­mels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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