Der Sternhimmel im Monat Juni 2016

Der Lauf des Mondes

Am 1. Juni steigt der abneh­men­de Mond erst in der begin­nen­den Mor­gen­däm­me­rung über dem öst­li­chen Hori­zont, bis wir ihn am 3. Juni als sehr schma­le Sichel und kurz vor Son­nen­auf­gang über dem Hori­zont auf­fin­den kön­nen. Am 5. Juni ist schon die Neu­mond­pha­se erreicht. Wir müs­sen uns dann noch bis zum 7. des Monats gedul­den, bis wir die zuneh­men­de Mond­si­chel tief im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung auf­spü­ren kön­nen. An den nächs­ten Aben­den steigt unser Erd­tra­bant immer höher über den Hori­zont auf und durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Krebs und Löwe. Am 11. Juni befin­det sich der Mond nur 2 ½ Grad süd­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Nur einen Abend spä­ter sehen wir ihn im Ers­ten Vier­tel. Nach­dem unser Erd­tra­bant die Jung­frau durch­quert hat, kön­nen wir ihn in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni nur 7 Grad nörd­lich an Mars im Stern­bild Waa­ge vor­bei lau­fen sehen. Am 18. befin­det er sich schließ­lich 3 Grad nord­west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn und nur 9 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Stern­bild Skor­pi­on. Nach­dem unser stil­le Beglei­ter das Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger durch­quert hat, steht er kurz nach Mit­ter­nacht des 22. Juni als Voll­mond nied­rig über dem Süd­ho­ri­zont.Nach der Voll­mond­pha­se wird der Mond schnell ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und durch­quert das Stern­bild Stein­bock und anschlie­ßend den Was­ser­mann. In den frü­hen Mor­gen­stun­den des 26. Juni wird der äuße­re Pla­net Nep­tun, rund eine Stun­de nach Mit­ter­nacht, vom Halb­mond bedeckt. Das Ereig­nis, rund 10 Grad hoch über dem Hori­zont, dau­ert nur eine hal­be Stun­de. Außer­dem tritt der 3,7 mag hel­le Stern Lamb­da Aqua­ri, gegen 1:15 Uhr, an der dunk­len Mond­sei­te wie­der aus. Am 27. des Monats erreicht der Erd­tra­bant das Letz­te Vier­tel und geht dann bis zum Ende des Monats weit nach Mit­ter­nacht auf.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 5. Juni mit 24°11′ sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, ist der inne­re Pla­net von unse­ren Brei­ten aus lei­der kaum sicht­bar. Mit­te des Monats steht der Pla­net, zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, nur 2 Grad hoch über dem Ost­nord­ost­ho­ri­zont. Nur Beob­ach­ter süd­lich von 42° nörd­li­cher Brei­te haben eine deut­lich grö­ße­re Chan­ce, den 0,4 mag hel­len Mer­kur dicht über dem Hori­zont auf­zu­spü­ren. Nach sei­ner Elon­ga­ti­on nähert sich Mer­kur der Son­ne wie­der recht­läu­fig an und steht dann Anfang Juli in obe­rer Kon­junk­ti­on mit ihr.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus steht am 6. Juni in obe­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und hält sich mit ihr am Tag­him­mel auf. Am 7. Juni durch­wan­dert sie auch den auf­stei­gen­den Kno­ten ihrer Bahn und wird dabei von der Son­ne bedeckt. So eine Bede­ckung fin­det nur alle 8 Jah­re statt. Zumeist wan­dert die Venus in eini­gen Abstand an unse­rem Zen­tral­ge­stirn nörd­lich oder süd­lich vor­bei. Somit bleibt Venus im gesam­ten Monat Juni unsicht­bar.

Der rote Pla­net Mars ist nach sei­ner Oppo­si­ti­on im Mai immer noch fast die gesam­te Nacht über rück­läu­fig im Stern­bild Waa­ge sicht­bar. Er kul­mi­niert bereits um Mit­ter­nacht und ver­rin­gert sei­ne Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel. Zum Monats­en­de wird Mars wie­der sta­tio­när und been­det sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend bewegt er sich wie­der recht­läu­fig ent­lang der Eklip­tik. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt von anfangs ‑2,0 auf ‑1,4 mag zum Monats­en­de hin stark ab. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft von anfangs 18,6 auf nur noch 16,4 Bogen­se­kun­den. Aller­dings bleibt er ein auf­fäl­li­ges Objekt am Him­mel, mit knapp 20 Grad Hori­zont­ab­stand zur Kul­mi­na­ti­on. Am 1. Juni geht Mars um 4:12 Uhr unter. Am 30. Juni ver­schwin­det der Rote Pla­net bereits um 1:57 Uhr Som­mer­zeit unter der süd­west­li­chen Hori­zont­li­nie. Am 17. Juni kommt es zu einer Begeg­nung mit dem zuneh­men­den Mond über dem Süd­ho­ri­zont. In der Nähe von Mars befin­den sich auch der Pla­net Saturn sowie der Haupt­stern Ant­ares im Skor­pi­on.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Löwe. Gegen Monats­en­de geht er bereits kurz nach Mit­ter­nacht unter. Auch sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit sinkt leicht von anfangs ‑2,0 auf ‑1,9 mag. Der Durch­mes­ser des Jupit­er­scheib­chen geht, auf­grund der zuneh­men­den Erd­fer­ne, eben­falls zurück von anfangs 37 auf nun­mehr 34 Bogen­se­kun­den. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 2:10 Uhr unter. Ende Juni ver­schie­ben sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten auf 0:17 Uhr Som­mer­zeit. Am 11. Juni zieht der zuneh­men­de Mond nur 2,2 Grad süd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn erreicht am 3. Juni sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger und ist somit die gesam­te Nacht als 0,0 mag hel­les Objekt beob­acht­bar. Lei­der steht er von unse­ren Brei­ten aus gese­hen nur knapp 20 Grad hoch über dem Hori­zont, so dass süd­li­che­re Stand­or­te von Vor­teil sind, um den Ring­pla­ne­ten zu beob­ach­ten. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser des Scheib­chens erreicht zum Oppo­si­ti­ons­ter­min 18,4 Bogen­se­kun­den und der Ring­durch­mes­ser 41,8 Bogen­se­kun­den. Wir bli­cken zur Zeit auf die Nord­sei­te des Rings, die zu uns 26 Grad geöff­net ist. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Saturn um 20:52 Uhr auf und steht um 1:05 im Süden. Sein Unter­gang erfolgt am Mor­gen um 5:14 Uhr Som­mer­zeit. Sei­ne Ent­fer­nung zu unse­rem Hei­mat­pla­ne­ten beträgt an die­sem Tag 1,348 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 23:07 Uhr und sei­ne Unter­gän­ge auf 3:21 Uhr. Die Hel­lig­keit geht in die­ser Zeit leicht zurück und beträgt am 30. Juni 0,2 Grö­ßen­klas­sen. Am 19. Juni steht der fast vol­le Mond nur 3 Grad nörd­lich von Saturn.

Der blass­grün erschei­nen­de Ura­nus bleibt am Mor­gen­him­mel zunächst noch unbe­ob­acht­bar, weil sich der Pla­net noch nicht ganz aus den Strah­len der Son­ne befrei­en kann. Erst im letz­ten Monats­drit­tel wird der 5,9 mag hel­le Pla­net lang­sam wie­der in der Däm­me­rung sicht­bar. Sein Auf­gang erfolgt am Monats­en­de bereits um 1:12 Uhr Som­mer­zeit.

Der äuße­re Pla­net des Son­nen­sys­tems Nep­tun ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wird am 14. Juni im Stern­bild Was­ser­mann sta­tio­när. Damit beginnt auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Er kann etwa ein hal­bes Grad süd­lich von Lamb­da Aqr auf­ge­fun­den wer­den. Auf­grund der hel­len Som­mer­näch­te, kann man etwa ab der Mit­te des Monats ver­su­chen, nach dem schein­bar nur 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen und 7,9 mag hel­len Pla­ne­ten Aus­schau zu hal­ten. Am 15. Juni geht Nep­tun um 1:01 Uhr Som­mer­zeit auf und am 30. des Monats bereits um Mit­ter­nacht. Am 26. des Monats zieht der abneh­men­de Halb­mond an Nep­tun vor­bei und bedeckt ihn von 1:06 Uhr bis 1:37 Uhr Som­mer­zeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann im Schüt­zen auf­ge­fun­den wer­den und nähert sich sei­ner Oppo­si­ti­ons­stel­lung, die er aller­dings erst nächs­ten Monat erreicht. Mit 14 mag Hel­lig­keit ist der Him­mels­kör­per lei­der nur ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe.

Helle Kometen und Planetoiden

Der dif­fu­se Komet 252P/LINEAR zog im März 2016 mit nur 5 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand an der Erde vor­bei und ist immer noch die gesam­te Nacht im nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Schlan­gen­trä­ger sicht­bar. Die Hel­lig­keit soll­te Anfang Juni aller­dings schon knapp unter die 10. Grö­ßen­klas­se abge­sun­ken sein und im Lau­fe des Monats wei­ter­hin stark zurück­ge­hen. Die nahe­zu kreis­run­de und sehr dif­fu­se Koma besitzt immer noch einen Durch­mes­ser von knapp 10 Bogen­mi­nu­ten.

Der Komet C/2014 S2 (Pan­STARRS) lief im April durch den Gro­ßen Bären und bewegt sich wei­ter­hin in süd­li­che­re Rich­tung auf das Stern­bild Löwe zu. Damit ist der Schweif­stern wei­ter­hin sehr gut am Abend­him­mel sicht­bar. Sei­ne Hel­lig­keit geht wei­ter lang­sam zurück und soll­te Ende des Monats unter die 11. Grö­ßen­klas­se absin­ken. Somit ist der Komet, der eine gut kon­den­sier­te Koma von ca. 5 Bogen­mi­nu­ten Grö­ße besitzt, noch gut in mitt­le­ren bis grö­ße­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar.

Der Komet C/2014 W2 (Pan­STARRS) kann im Stern­bild Dra­che auf­ge­fun­den wer­den und ist zir­kum­po­lar. Mit einer Hel­lig­keit von rund 12 mag, ist er aller­dings ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe. Am 25. Juni zieht er am 3 mag hel­len Stern Iota Dra­co­nis, in nur einem hal­ben Grad Abstand, vor­bei, der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Schweif­stern die­nen kann. Am 30. Juni begeg­net der Komet der Spin­del­ga­la­xie NGC 5907 im Dra­chen, was für Foto­gra­fen ein reiz­vol­les Motiv dar­stellt.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las im Stern­bild Pega­sus wird am 18. des Monats sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Ab dem 26. Juni wird Pal­las wie­der hel­ler als 10 mag. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 23:06 Uhr auf 21:06 Uhr Som­mer­zeit.

Die zu Beginn noch 9,3 mag hel­le (7) Iris wird Ende Juni wie­der schwä­cher als 10 mag und kann im Stern­bild Skor­pi­on auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. Juni geht Iris um 4:41 Uhr unter. Am 30. Juni ver­schwin­det der Aste­ro­id bereits um 2:35 Uhr Som­mer­zeit unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie.

Der Aste­ro­id Nr. 8 Flo­ra erreicht am 11. Juni ihre Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger und wird 9,4 mag hell. Zu Beginn des Monats steht die 9,6 mag hel­le Flo­ra um 1:59 Uhr im Süden. Ende des Monats erfolgt ihr Meri­diandurch­gang bereits um 23:28 Uhr Som­mer­zeit. Bis Ende Juni sinkt ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,7 Magnitu­den ab.

Meteorströme

Vom 19. Mai bis 14. Juni sind die Tau-Her­cu­li­den aktiv. Sie gehen auf den Kome­ten 73P/­Sch­wass­mann-Wach­mann zurück und erzeu­gen ledig­lich 2 Meteo­re pro Stun­de. Die Geschwin­dig­keit der Teil­chen beträgt dabei 15 km/s. Das Maxi­mum der Tau-Her­ku­li­den wird am 3. Juni erwar­tet. Der Radi­ant steht in unse­ren Brei­ten und zum Maxi­mums­zeit­punkt fast im Zenit. In Zukunft, beson­ders in den Jah­ren 2022 und 2049, könn­te es zu höhe­ren Akti­vi­täts­ra­ten kom­men.

Seit 1966 wer­den zwi­schen dem 10. und 20. Juni die Juni-Lyri­den beob­ach­tet. Ihr Akti­vi­täts­ma­xi­mum erreicht der Mete­or­strom am 16. Juni. Gewöhn­lich wer­den kaum mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de regis­triert, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 1996 kam es aber zu einer deut­lich höhe­ren Rate. Der Radi­ant befin­det sich im Stern­bild Lei­er, nur weni­ge Grad vom Haupt­stern Wega ent­fernt, und steht dem­zu­fol­ge im Juni sehr hoch am Him­mel. Ein Ursprungs­kör­per für die Juni-Lyri­den ist nicht bekannt.

Die Juni-Booti­den sind vom 22. Juni bis 2. Juli aktiv und stam­men vom kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 7P/­Pons-Win­ne­cke ab. Teil­chen­s­im­mu­la­tio­nen erga­ben, dass am frü­hen Mor­gen des 23. Juni, gegen 2 Uhr Som­mer­zeit, eine erhöh­te Akti­vi­tät statt­fin­den soll. Die Erde durch­läuft zu die­sem Zeit­punkt eine Teil­chen­wol­ke, die der Komet im Jahr 1921 frei­ge­setzt hat. Der Radi­ant für den 23. Juni befin­det an der Posi­ti­on RA 203° und Dec 52°, im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter, und dem­zu­fol­ge am Abend sehr hoch am Him­mel. Lei­der wird der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung nach­hal­tig stö­ren. Die Zeni­tra­te ist varia­bel und zum Teil so gering, dass sie kaum auf­fällt. Im Schnitt sind nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar. Am bes­ten beob­ach­tet man in Süd­deutsch­land bzw. von Süd­eu­ro­pa aus, da die Näch­te dort noch deut­lich dunk­ler sind als im Nor­den der Repu­blik, wo die Wei­ßen Näch­te stö­ren. Eine Beob­ach­tung lohnt sich in jedem Jahr, weil der Strom in ver­schie­de­nen Jah­ren mehr oder weni­ger star­ke Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­te. So stieg im Jahr 1998 die Zeni­tra­te für kur­ze Zeit auf 100 Meteo­re pro Stun­de und im Jahr 2004 auf 50 Meteo­re pro Stun­de an. Wei­te­re Aus­brü­che gab es in den Jah­ren 1916 und 1927. Die Teil­chen der Juni-Booti­den erzeu­gen mit 18 km/s extrem lang­sa­me Spu­ren. Somit las­sen sich die Stern­schnup­pen die­ses Stroms sehr gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Die eklip­ti­ka­len Meteo­re der Ant­he­lionquel­le (nach älte­ren Quel­len als Sagi­ta­rii­den bezeich­net) sind im gesam­ten Monat Juni aktiv und kom­men in die­sem Monat aus Rich­tung des Stern­bilds Schüt­ze. Auf­grund der gerin­gen Höhe des Aus­strah­lungs­punk­tes über dem Hori­zont, sind im Durch­schnitt nur ein bis zwei Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen liegt um 30 km/s.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. Juni 2016 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. Juni 2016 um 23:00 MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die bekann­te Figur des Gro­ßen Wagens, der zum Stern­bild des Gro­ßen Bären gehört, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit schon längst über­schrit­ten und steigt nun wie­der lang­sam zum Nord­west­ho­ri­zont her­ab. Um den Polar­stern und damit die Nord­rich­tung auf­zu­fin­den, ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist der letz­te Deich­sels­tern des Klei­nen Bären, des­sen Wagen­kas­ten sich jetzt ziem­lich genau auf 12 Uhr Posi­ti­on und somit in sei­ner höchs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont befin­det. Direkt rechts und ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen erkennt man das Stern­bild des Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um­win­det. Der rau­ten­för­mi­ge Kopf des Dra­chen wird in der nächs­ten Stun­de eben­falls den Zenit errei­chen.
In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten, unter­halb von Klei­ner Bär und Dra­che, ent­de­cken wir das Stern­bild Kepheus, in dem man die Form eines Haus­da­ches erah­nen kann. Dar­un­ter steht die Kas­sio­peia, die die Form des Buch­sta­bens “W” besitzt und dem­zu­fol­ge im Volks­mund auch als Himmels‑W bezeich­net wird. Sie hat ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on schon längst über­schrit­ten. Hin­ge­gen hat das Stern­bild Per­seus gera­de sei­ne nied­rigs­te Stel­lung erreicht und befin­det sich nun genau über dem Nord­ho­ri­zont. Eben­falls in Hori­zont­nä­he, und west­lich des Per­seus gele­gen, fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns und unter­halb von Kopf und den Vor­der­pfo­ten des Gro­ßen Bären, ste­hen noch die aus deut­lich schwä­che­ren Ster­nen bestehen­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und Giraf­fe.

Im Osten

Die öst­li­che Him­mels­ge­gend wird jetzt vom impo­san­ten Som­mer­drei­eck domi­niert, das sich in hal­ber Höhe über dem Hori­zont befin­det. Es wird durch die drei hel­len Ster­ne Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det. Genau zwi­schen Adler und Schwan befin­den sich die klei­nen unschein­ba­ren Stern­bil­der Del­fin, Pfeil und Füchs­chen. Das Band unse­rer Hei­mat­ga­la­xie, die Milch­stra­ße, ver­läuft mit­ten durch das Som­mer­drei­eck hin­durch von links oben kom­mend zum süd­öst­li­chen Hori­zont her­ab. Unter einem dunk­len und trans­pa­ren­ten Land­him­mel, sowie bei guter Hori­zont­sicht im Süd­os­ten, soll­te man auch schon die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild, die neben dem hel­len Milch­stra­ßen­zen­trum der auf­fäl­ligs­te Teil unse­rer Hei­mat­ga­la­xie ist, erken­nen kön­nen.
Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ent­de­cken wir das Stern­bild Her­ku­les und einen Teil des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Im Stern­bild Her­ku­les lässt sich sehr gut der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 beob­ach­ten, der als unschar­fer Licht­fleck bereits unter einem dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Er befin­det sich etwas unter­halb vom rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les. Im Nord­os­ten gehen schon die ers­ten Ster­ne des Herbst­stern­bilds Pega­sus auf. Dar­über erkennt man das unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild der Eidech­se und noch wei­ter höher im Nord­os­ten, den Kepheus.

Im Süden

Bli­cken wir hoch in Rich­tung Süden, hat das Stern­bild Bären­hü­ter, mit sei­nem auf­fäl­lig hell und oran­ge erschei­nen­den Haupt­stern Ark­tur, den Süd­punkt schon längst über­schrit­ten. Links dane­ben fin­den wir das Stern­bild Nörd­li­che Kro­ne, das gera­de dabei ist, den Meri­di­an zu pas­sie­ren. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht der Her­ku­les, der in der nächs­ten hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt im Süden errei­chen wird.
Unter­halb des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­os­ten getra­gen wird. Hier steht mit Mes­sier 5, ein wei­te­rer hel­ler Kugel­stern­hau­fen in Reich­wei­te klei­ner Tele­sko­pe. Unter­halb der Schlan­ge geht gera­de das Stern­bild Waa­ge durch den Meri­di­an. Dort kön­nen wir auch einen hel­len röt­li­chen “Stern” beob­ach­ten, der nor­ma­ler­wei­se dort nicht hin­ge­hört. Hier­bei han­delt es sich um unse­ren Nach­bar­pla­ne­ten, dem Mars. Links neben der Waa­ge erken­nen wir den nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Skor­pi­on, mit sei­nem röt­lich fun­keln­den Haupt­stern Ant­ares. Links ober­halb von Ant­ares, im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger gele­gen, befin­det sich zur­zeit der Ring­pla­net Saturn, der in der nächs­ten hal­ben Stun­den den Meri­di­an über­schrei­ten wird. Halb­hoch im Süd­wes­ten ste­hen noch die rei­chen Gala­xi­en­jagd­grün­de des Stern­bilds Jung­frau, mit dem hel­len und weiß­lich leuch­ten­den Haupt­stern Spi­ca, sowie das Haar der Bere­ni­ke.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun lang­sam aber sicher die letz­ten Früh­lings­stern­bil­der. Der mäch­ti­ge Löwe nähert sich jetzt immer wei­ter dem West­ho­ri­zont. Auch der unschein­ba­re Krebs, west­lich des Löwen­kop­fes gele­gen, ist schon im Hori­zont­dunst ver­schwun­den. Unter­halb des Löwen befin­det sich Jupi­ter schon nahe am West­ho­ri­zont, der mit Abstand das hells­te Objekt in die­ser Him­mels­ge­gend ist. Der Pla­net wird in den nächs­ten zwei Stun­den unter dem Hori­zont ver­schwin­den. Dicht über dem Nord­west­ho­ri­zont fun­keln noch die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux in den Zwil­lin­gen mun­ter vor sich hin.
Hoch im Süd­wes­ten steht der Bären­hü­ter, mit dem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Das Stern­bild Gro­ßer Bär befin­det sich eben­falls noch in güns­ti­ger Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Wes­ten. Unter­halb der Wagen­deich­sel des Bären ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de und noch wei­ter tie­fer, das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Unter­halb des Haars der Bere­ni­ke befin­det sich noch die Jung­frau. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ver­schwin­den gera­de die bei­den unschein­ba­ren Stern­bil­der Rabe und Becher unter dem Hori­zont.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] hier, hier, hier und (hüs­tel) hier sowie der benach­bar­te Mars am 1. Juni und 29. Mai, eine Vor­schau auf Juni (mehr) und Rück­schau in Sachen Klein­kör­per auf den Mai, ein Paper über das Mini-Tele­skop KELT, […]

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