Tristan und andere Exponate im Naturkundemuseum in Berlin

Nun ist er also da, mein 500. Arti­kel hier im Blog. In den letz­ten 2 Wochen habe ich end­lich auch die Besu­cher­mar­ke von 500.000 in mei­nem Blog über­schrit­ten. Ich habe mir schon län­ger über­legt, wel­cher Arti­kel der 500. sein soll und habe mich dafür ent­schie­den, den Arti­kel mei­nem Lieb­lings­mu­se­um zu wid­men: dem Muse­um für Natur­kun­de in Ber­lin. Nach etwas über 4 Jah­ren Pau­se, war mal wie­der die Zeit Reif für einen aus­gie­bi­gen Besuch.

Der Große Saal mit den ausgestellten Skeletten von Dinosauriern aus dem Jura

Der Gro­ße Saal mit den aus­ge­stell­ten Ske­let­ten von Sau­ro­po­den wie Diplo­do­cus, Bra­chio­sau­rus und Dicrea­sau­rus aus dem Jura

Ein Vor­teil, wenn man allei­ne das Muse­um besucht ist, dass man sich den Expo­na­ten aus­gie­big wid­men kann. Man ist nicht in Zeit­druck und muss gleich­zei­tig nicht auf even­tu­el­le Beglei­ter Rück­sicht neh­men. So konn­te ich die dort aus­ge­stell­ten inter­ak­ti­ven Schau­ta­feln auch mal lesen und für mich inter­es­san­te Neu­ig­kei­ten erfah­ren. Auf­grund der Feri­en­zeit in Ber­lin und Bran­den­burg, war das Muse­um schon am Vor­mit­tag deut­lich über­lau­fen. Vie­le Kin­der besuch­ten mit ihren Eltern das Muse­um und es war schön anzu­schau­en, dass die Kin­der tat­säch­lich gro­ßes Inter­es­se an den Expo­na­ten zeig­ten. Vie­ler­orts wur­den die Eltern mit Fra­gen gelö­chert, wor­auf sie u.a. selbst kei­ner­lei Ant­wor­ten wuss­ten. 😀

Lebensgroßes Modell einer Libelle aus dem Zeitalter des Karbons

Lebens­gro­ßes Modell einer Libel­le aus dem Zeit­al­ter des Kar­bons

Die gro­ße Dino­sau­ri­er­au­stel­lung des Juras fin­de ich immer noch am Inter­es­san­tes­ten. Vor allem der Bra­chio­sau­rus (der neu­er­dings taxo­misch zu Giraf­fa­t­i­tan gestellt wird) fas­zi­niert unge­mein. Die Auf­stel­lung des Ske­lett wur­de wäh­rend der Schlie­ßung von 2005 bis 2007 über­ar­bei­tet. Es ist das größ­te frei­ste­hen­de Dino-Ske­lett der Welt. Aber auch ande­re Sau­ri­er wie Ken­tro­sau­rus, Allosau­rus, Dys­a­lo­to­sau­rus, Elaphro­sau­rus sowie Dic­raeo­sau­rus und Diplo­do­cus, die von einer deut­schen Expe­di­ti­on um Wer­ner Janensch 1909 bis 1913 in den Ten­da­ga­ru-Schich­ten in Tan­sa­nia gefun­den wur­den, sind erwäh­nens­wert und dort im gro­ßen Saal aus­ge­stellt.

Blick vom Saal "Erde & Kosmos" auf die Saurierausstellung

Blick vom Saal “Erde & Kos­mos” auf die Sau­ri­er­aus­stel­lung des Natur­kun­de­mu­se­ums

Auf der lin­ken Sei­te, vom Haupt­ein­gang aus gese­hen, kön­nen die Besu­cher hüb­sche Expo­na­te aus den Eich­stät­ter und Soln­ho­fer Schich­ten bewun­dern. Lei­der ver­miss­te ich am Stand der Flug­sauri­er den best erhal­te­nen Abdruck des Archaeo­pte­ryx, der wohl recht kurz­fris­tig aus der Aus­stel­lung ent­fernt wur­de. An sei­ner Stel­le war nur eine nack­te Tafel am Ende des Saa­les vor­han­den. Bei mei­nem letz­ten Besuch vor knapp 4 Jah­ren, war der klei­ne Ver­wand­te unser heu­ti­gen Vögel ein High­light des Muse­ums.

Fische, Amphibien, Ammoniten und Krebse aus dem Solnhofener Plattenkalken

Fische, Ammo­ni­ten und Kreb­se aus dem Soln­ho­fe­ner Plat­ten­kal­ken in Mit­tel­fran­ken

Wei­ter ging es dann zur Aus­stel­lung “Sys­tem Erde und Uni­ver­sum”, wo die Besu­cher den Lebens­lauf der Gestei­ne in Erfah­rung brin­gen konn­ten. Für Hob­by­as­tro­no­men ist die­ser Abschnitt des Muse­ums beson­ders inter­es­sant. Neben dem Auf­bau unse­rer Erde, des Son­nen­sys­tems und des Uni­ver­sums, wer­den auch über die Gefah­ren von Meteo­ri­ten­ein­schlä­gen auf­ge­klärt. Unter ande­rem wur­de erläu­tert, wel­che Aus­wir­kung ein Meteo­ri­ten­ein­schlag auf die Stadt Ber­lin haben wür­de. Im Trep­pen­haus des Muse­ums wer­den Meteo­ri­te aller Arten aus­ge­stellt: vom ein­fa­chen Chon­drit, über Pal­la­si­ten bis hin zum Oktae­trit ist alles vor­han­den. In einem Neben­raum, gleich neben der Dino­sau­ri­er­aus­stel­lung, kann man dann die ver­schie­dens­ten Mine­ra­li­en bewun­dern. Lei­der wird man von der schie­ren Viel­falt der Expo­na­te förm­lich erschla­gen.

Schwerer Eisenmeteorit

Schwe­rer Eisen­me­teo­rit

Ein wei­te­res High­light stellt für mich die 12 Meter lan­ge und 4 Meter hohe Bio­di­ver­si­täts­wand dar, mit ihrem hüb­schen und vor allem noch lebens­ech­ten Prä­pa­ra­ten der ver­schie­dens­ten Tier­ar­ten. Und auch die Aus­stel­lung von Tier­mo­del­len ist beson­ders erwäh­nens­wert: Schließ­lich sieht man nicht alle Tage, wie eine Flie­ge oder eine Amei­se in 30-facher Ver­grö­ße­rung erscheint. Seit mei­nem letz­ten Auf­ent­halt ver­misst habe ich aber die hüb­schen Diora­men in einem Neben­flü­gel des Gebäu­des sowie Fos­si­li­en aus ande­ren Zeit­al­tern der Erd­ge­schich­te. Dafür konn­te man durch zahl­rei­che Mikro­sko­pe schau­en und zum Bei­spiel dem Leben in einem Heu­auf­guss bei­woh­nen oder ein Fer­tig­prä­pa­rat eines Hun­de­flohs bewun­dern.

Übri­gens wird gleich eine neue Aus­stel­lung vor­be­rei­tet die der Roset­ta-Mis­si­on der ESA zum Kome­ten 67P/T­schur­ju­mow-Geras­si­men­ko und der Kome­ten­for­schung im All­ge­mei­nen gewid­met ist. Die­se Aus­stel­lung fin­det am 8. August 2016 ihre Pre­miè­re!

Tristans Original-Schädel - der besterhaltenste Schädel eines T-Rex überhaupt

Tris­tans Ori­gi­nal-Schä­del – der best­erhal­tens­te Schä­del eines T-Rex über­haupt

Das High­light mei­nes dies­jäh­ri­gen Besuchs war aber TRISTAN. Hier­bei han­delt es sich um ein 66 Mil­lio­nen Jah­ren altes, 12 Meter lan­ges und 3,63 Meter hohes Ori­gi­nal-Ske­lett eines Tyran­no­sau­rus rex aus dem Maas­trich­ti­um (Ober­krei­de). Die Über­res­te wur­den im Jahr 2012 in der Hell-Creek-For­ma­ti­on in Mon­ta­na (USA) ent­deckt. Es zählt zu den best­erhal­tens­ten Ske­lett die­ser Art welt­weit. Außer­dem ist das ein­zi­ge Ori­gi­nal­ske­lett die­ser Gat­tung, was in Euro­pa aus­ge­stellt ist. Vor allem die Geschich­te, wie das Ske­lett nach Ber­lin gelangt ist, ist span­nend. Denn kein natur­his­to­ri­sches Muse­um woll­te es kau­fen, obwohl es in die­ser Art wohl ein­zig­ar­tig ist. Ein gesam­ter Flü­gel des Muse­ums ist dem Ske­lett Tris­tans gewid­met, dass eine unge­wöhn­li­che dunk­le Fär­bung auf­weist, was wahr­schein­lich durch Ein­la­ge­rung ver­schie­de­ner Ton­mi­ne­ra­le wäh­rend der Fos­si­li­sa­ti­on zurück­zu­füh­ren ist. Der Schä­del von Tris­tan gilt als best­erhal­tens­ter Schä­del eines T-Rex über­haupt. Die­ser zeigt neben einem ver­län­ger­ten Zahn, auch eine eigen­tüm­li­che Kno­chen­wu­che­rung am lin­ken unte­ren Kie­fer­kno­chen. Man ver­mu­tet, dass Tris­tan an einer schwe­ren Ent­zün­dung oder einem Tumor litt. Wahr­schein­lich ist der Dino­sau­ri­er durch die­se Erkran­kung auch zugrun­de gegan­gen und wur­de dann in einem Bach­bett für die Nach­welt erhal­ten. Der Schä­del auf dem Ske­lett ist übri­gens eine Kopie des Ori­gi­nal­schä­dels, der in einer sepa­ra­ten Vitri­ne bewun­dert wer­den kann.

Noch bis 2018 kann Tris­tan in Ber­li­ner Natur­kun­de­mu­se­um bewun­dert wer­den und es bleibt zu hof­fen, dass Tris­tan auch in Zukunft den Ber­li­ner Besu­chern erhal­ten bleibt.

Bildergalerie von “Tristans” T-Rex Skeletts

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1 Kommentar

  1. Herz­li­chen Glück­wunsch, 500 Arti­kel und 500k Besu­cher ist schon ne Haus­num­mer. Und das Natur­kun­de­mu­se­um ist auch eines mei­ner High­lights in Ber­lin. Bin gern dort. Vor allem in der Pla­ne­ten­aus­stel­lung.

    LG
    Ste­fan

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