Der Sternhimmel im Monat September 2016

Der Lauf des Mondes

Schon zu Beginn des Monats ist Neu­mond. Gleich­zei­tig fin­det im süd­li­che­ren Teil Afri­kas sowie im süd­li­chen Teil des Indi­schen Oze­ans zur Mit­tags­zeit eine Ring­för­mi­ge Son­nen­fins­ter­nis statt. Im gesam­ten übri­gen Afri­ka, mit Aus­nah­me der nörd­li­chen Berei­che, ist die Fins­ter­nis par­ti­ell. Die mit 185 Sekun­den längs­te Dau­er der Ver­fins­te­rung wird in Tan­sa­nia erreicht. Bis wir die schma­le, zuneh­men­de Sichel wie­der in der Abend­däm­me­rung ent­de­cken kön­nen, müs­sen wir uns noch bis zum 5. Sep­tem­ber gedul­den. Denn auf­grund der fla­chen Eklip­tik am Abend­him­mel, ver­läuft die Mond­bahn eben­falls dem­entspre­chend flach über dem west­li­chen Hori­zont. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert der zuneh­men­de Mond durch die Waa­ge und den Skor­pi­on und steht dann am 8. des Monats nur 3 ½ Grad nörd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn und nur 9 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Stern­bild Skor­pi­on. Am 9. Sep­tem­ber befin­det sich der zuneh­men­de Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) nur 7 ½ Grad nörd­lich unse­res roten Nach­barn Mars.
In den fol­gen­den Näch­ten wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Schüt­ze, Stein­bock und Was­ser­mann und somit durch süd­li­che­re Berei­che der Eklip­tik. Am 15. Sep­tem­ber kommt es gegen 21:10 Uhr zu einer Nep­tun­be­de­ckung durch den fast vol­len Mond. Am 16. des Monats wird schließ­lich die Voll­mond­pha­se erreicht. Am sel­ben Abend, um 18:57 Uhr, zieht der Mond durch den Halb­schat­ten der Erde und ver­lässt ihn um 22:56 Uhr wie­der in öst­li­cher Rich­tung. Eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis fin­det statt. Weil Halb­schat­ten­fins­ter­nis­se in der Regel unspek­ta­ku­lär aus­fal­len und kaum mit blo­ßem Auge zu erken­nen sind, doku­men­tiert man die­se am bes­ten foto­gra­fisch. Aller­dings ver­fehlt der Voll­mond ganz knapp die süd­li­che Kern­schat­ten­gren­ze, so dass eine leich­te Ver­dunk­lung der nörd­li­chen Mond­ka­lot­te mit blo­ßem Auge sicht­bar wer­den wird. Schließ­lich wird am 18. Sep­tem­ber der 4,7 mag hel­le Stern Ny Pisci­um gegen 23:30 Uhr vom wie­der abneh­men­den Mond bedeckt. Die­se Bede­ckung dau­ert nur 25 Minu­ten. Schließ­lich wird unser Beglei­ter mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am Mor­gen des 21. Sep­tem­ber kön­nen wir unse­ren Erd­tra­ban­ten nur 10 Grad süd­lich der Ple­ja­den im Stern­bild Stier auf­spü­ren. Nur einen Mor­gen spä­ter hält sich der Mond 3 ½ Grad öst­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers und inmit­ten der Hya­den auf. Kurz nach Mit­ter­nacht kommt es zu Bede­ckun­gen eini­ger Hya­den­ster­ne. So zieht unser Mond vor den Ster­nen Sig­ma 1 und 2 Tau­ri um 0:58 Uhr bzw. 1:20 Uhr vor­über. Am 23. des Monats wird schließ­lich das Letz­tes Vier­tel erreicht. Am Mor­gen des 24. Sep­tem­ber steht der Erd­tra­bant nur 3 Grad nord­öst­lich von Alhena im Stern­bild der Zwil­lin­ge. Am 26. des Monats kann er nur weni­ge Grad süd­lich der Krip­pe im Krebs (Mes­sier 44) auf­ge­spürt wer­den. Am 28. Sep­tem­ber fin­den wir ihn 9 Grad west­lich von Regu­lus und einen Mor­gen spä­ter nur 4 ½ Grad süd­öst­lich des Haupt­sterns im Löwen. Am 29. des Monats sehen wir ihn dann zum letz­ten Mal als sehr schma­le Sichel und nur 2 Grad west­lich von Mer­kur in der Mor­gen­däm­me­rung über dem west­li­chen Horizont.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur nähert sich der Son­ne und kommt am 13. Sep­tem­ber in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Nach der Kon­junk­ti­on ent­fernt sich der Pla­net wie­der schnell rück­läu­fig von ihr und taucht dann in der letz­ten Sep­tem­ber­wo­che am Mor­gen­him­mel auf. Unter sehr guten Sicht­be­din­gun­gen kann man den 0,7 mag hel­len Him­mels­kör­per schon am 24. Sep­tem­ber kurz nach 6 Uhr mor­gens auf­spü­ren. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht er nur 10 Grad hoch über dem öst­li­chen Hori­zont. Sein Auf­gang erfolgt an die­sem Mor­gen um 5:22 Uhr. Am 28. Sep­tem­ber steht der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, mit 17°53′, schließ­lich in sei­ner größ­ten west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Das ist der kleins­te Win­kel­ab­stand bei einer maxi­ma­len Elon­ga­ti­on und die bes­te Mor­gen­sicht­bar­keit des Pla­ne­ten in die­sem Jahr! An die­sem Tag erreicht Mer­kur auch das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich 45,9 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Im Fern­rohr erscheint das 7,1 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet (Dicho­to­mie). Am 29. des Monats begeg­net die sehr schma­le und nur 3% beleuch­te­te Mond­si­chel Mer­kur und befin­det sich nur 2 Grad nord­west­lich des Pla­ne­ten. Bis zum Monats­en­de nimmt die Mer­kur­hel­lig­keit wei­ter zu und beträgt am 30. Sep­tem­ber bereits ‑0,7 mag. An die­sem Tag steht Mer­kur auch in sei­nem höchs­ten Stand über dem Ost­ho­ri­zont und ist dann am bes­ten zu beob­ach­ten. Sein Auf­gang an die­sem Mor­gen erfolgt um 5:20 Uhr Som­mer­zeit. Mer­kur bleibt dann noch bis Mit­te Okto­ber am Mor­gen­him­mel auffindbar.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus, im Stern­bild Jung­frau, kann kurz nach Son­nen­un­ter­gang nied­rig im Wes­ten am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge baut sie ihre Abend­sicht­bar­keit aller­dings nur zöger­lich aus. Im Lau­fe des Monats stei­gert sie ihren öst­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne nur mäßig von anfangs 23 auf 30 Grad. So erreicht sie gegen Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­run­gen Hori­zont­hö­hen von nur 3,5 Grad. Am 17. des Monats wan­dert die Venus in nur 3 Grad nörd­li­chen Abstand an Spi­ca, dem Haupt­stern der Jung­frau, vor­bei. Trotz ihres grö­ßer wer­den­den Win­kel­ab­stands zur Son­ne, sinkt die Venus immer frü­her unter den Hori­zont, weil sie auch immer süd­li­che­re Dekli­na­tio­nen im Tier­kreis erreicht. Geht unser Nach­bar­pla­net am 1. Sep­tem­ber um 20:35 Uhr Som­mer­zeit unter, sinkt sie am 30. des Monats bereits eine Stun­de frü­her unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Ihre Hel­lig­keit bleibt kon­stant und beträgt ‑3,9 mag. Im Tele­skop ist ein 85% beleuch­te­tes Scheib­chen von 12,1 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser sichtbar.

Unser Nach­bar­pla­net Mars zieht im Sep­tem­ber recht­läu­fig durch den süd­li­chen Bereich des Schlan­gen­trä­gers in den Schüt­zen. Er kann noch am Abend­him­mel tief im Süd­wes­ten auf­ge­fun­den wer­den und kul­mi­niert bereits vor Son­nen­un­ter­gang. Somit sinkt er auch immer frü­her unter die Hori­zont­li­nie. Am 1. Sep­tem­ber geht Mars um 22:47 Uhr Som­mer­zeit unter und am 30. bereits um 22:07 Uhr. Im Tele­skop ist das zu 85% beleuch­te­te Scheib­chen kein attrak­ti­ves Objekt mehr und erscheint zum Monats­en­de hin nur noch 9 Bogen­se­kun­den groß. In die­sem Zeit­raum sinkt sei­ne Hel­lig­keit wei­ter von anfangs ‑0,3 auf 0,0 mag ab. Am 8. Sep­tem­ber gesellt sich der zuneh­men­de Mond zu Mars. In der Nähe der bei­den Him­mels­kör­per ste­hen noch Saturn und Ant­ares, so dass sich an die­sem Abend eine hüb­sche Kon­stel­la­ti­on für Astro­fo­to­gra­fen ergibt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Stern­bild Jung­frau wird von der Son­ne ein­ge­holt und steht am 26. Sep­tem­ber in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Er bleibt des­halb im gesam­ten Monat Sep­tem­ber unbe­ob­acht­bar und hält sich mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel auf.

Saturn wan­dert wei­ter­hin recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger und kann noch am Abend­him­mel nied­rig im Süd­wes­ten sowie nörd­lich von Ant­ares auf­ge­fun­den wer­den. Zu Beginn des nächs­ten Monats tritt er dann end­gül­tig von der Him­mels­büh­ne ab. Am 1. Sep­tem­ber sinkt der 0,5 mag hel­le Ring­pla­net um 23:04 Uhr unter die Hori­zont­li­nie und am 30. Sep­tem­ber bereits um 21:15 Uhr Som­mer­zeit. Am 8. Sep­tem­ber befin­det sich der zuneh­men­de Mond in der Nähe von Saturn. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt an die­sem Abend nur 3,4 Grad.

Ura­nus bewegt sich rück­läu­fig und immer schnel­ler wer­dend durch die Fische und wird jetzt immer bes­ser sicht­bar. Das ist ein Zei­chen, dass sei­ne Oppo­si­ti­on kurz bevor­steht. Aller­dings erreicht er erst Mit­te des nächs­ten Monats die Oppo­si­ti­ons­stel­lung zur Son­ne. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, kann der schein­bar 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ße blass­grü­ne Pla­net unter einem dunk­len Land­him­mel bereits mit blo­ßen Auge auf­ge­spürt wer­den. Er steht dabei auf der Ver­bin­dungs­li­nie zwi­schen Omi­kron und Epsi­lon Piscis. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert Ura­nus um 3:52 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Ende des Monats steht der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her im Meridian.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun erreicht am 2. Sep­tem­ber 2016 im Stern­bild Was­ser­mann die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann dem­zu­fol­ge die gesam­te Nacht über beob­ach­tet wer­den. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag, kann Nep­tun aber nur in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht der Pla­net um 19:45 Uhr auf und steht um 1:08 Uhr Som­mer­zeit in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt um 6:28 Uhr. Am Oppo­si­ti­ons­tag befin­det sich Nep­tun 4,33 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Bis zum Ende des Monats ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge auf 23:11 Uhr und sei­ne Unter­gän­ge auf 4:33 Uhr. Im Tele­skop erscheint der grün­lich leuch­ten­de Pla­net nur 2,3 Bogen­se­kun­den groß. Am 15. Sep­tem­ber bedeckt der fast vol­le Mond den Neptun.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to been­det am 26. Sep­tem­ber sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode und wird wie­der recht­läu­fig. Mit einer Hel­lig­keit von 14,1 mag, kann der Zwerg­pla­net nur in gro­ßen Instru­men­ten auf­ge­fun­den wer­den. Weil er sich durch das Stern­bild Schüt­ze bewegt, ist es schwie­rig, den Pla­ne­ten von den zahl­rei­chen Ster­nen der Milch­stra­ße über­haupt zu unter­schei­den. Sei­ne Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 21:24 Uhr auf 19:29 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 144P/Kushida bewegt sich im Lau­fe des Sep­tem­bers vom Stern­bild Krebs in den Löwen und kann am Mor­gen­him­mel, kurz vor Beginn der Däm­me­rung, beob­ach­tet wer­den. Dabei erreicht er zu Monats­be­ginn eine Höhe von nur 11 Grad über dem Ost­ho­ri­zont. Ende des Monats steht der Komet bereits knapp 20 Grad hoch im Osten. Mit einer Hel­lig­keit um 11 mag, ist er bereits in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar. Zwi­schen dem 3. bis 5. Sep­tem­ber steht Kushi­da nur 3 Grad süd­lich vom Offe­nen Stern­hau­fen M 44, der Krip­pe im Krebs.

Der Komet 43P/­Wolf-Har­ring­ton bewegt sich in ca. 8 Grad Ent­fer­nung nahe­zu par­al­lel mit 144P/Kushida am Him­mel durch das Stern­bild Krebs und ist eben­falls am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Mit einer Hel­lig­keit von 11,5 bis 12 mag, braucht man für die Beob­ach­tung des Schweif­stern mitt­le­re bis grö­ße­re Tele­sko­pe. Am 17. Sep­tem­ber kann der Komet nur ein hal­bes Grad süd­lich des Stern­hau­fens M 67 im Krebs auf­ge­fun­den werden.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wird immer bes­ser am Nacht­him­mel sicht­bar und wird am 2. Sep­tem­ber sta­tio­när. Anschlie­ßend bewegt sich der Him­mels­kör­per immer schnel­ler wer­dend rück­läu­fig durch den Wal­fisch und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Die Hel­lig­keit von Ceres steigt dabei von 8,3 auf 7,8 mag. Die Meri­diandurch­gän­ge des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:50 Uhr auf 2:47 Uhr Sommerzeit.

(2) Pal­las zieht rück­läu­fig durch das Fül­len und wech­selt am 26. Sep­tem­ber in den Was­ser­mann. Der Aste­ro­id hat die Oppo­si­ti­on gera­de hin­ter sich, was sich an ihrer sin­ken­den Hel­lig­keit bemerk­bar macht. Am 9. Sep­tem­ber zieht Pal­las nur 1,2 Grad nord­west­lich an Alpha Equ (3,9 mag) vor­bei. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert die 9,2 mag hel­le Pal­las um 23:38 Uhr im Meri­di­an. Ende Sep­tem­ber steht sie bereits um 21:31 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Ihre Hel­lig­keit hat dann auf 9,6 mag abgenommen.

(4) Ves­ta ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und bewegt sich rück­läu­fig durch die Zwil­lin­ge. Ihre Hel­lig­keit steigt von anfangs 8,4 auf 8,2 mag. Am 1. Sep­tem­ber geht der Aste­ro­id um 1:24 Uhr auf. Am 30. Sep­tem­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 0:16 Uhr Som­mer­zeit. Am 18. Sep­tem­ber befin­det sich Ves­ta nur 3 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich von 61 Gemi­no­rum (5,9 mag), der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den Him­mels­kör­per die­nen kann.

Aste­ro­id Nr. 11 Par­then­ope geht am 1. Sep­tem­ber um 3:18 Uhr durch den Meri­di­an. Ihre Hel­lig­keit beträgt zu Monats­be­ginn noch 9,8 mag. Am 29. Sep­tem­ber erreicht der 9,2 mag hel­le Him­mels­kör­per schließ­lich die Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Wal­fisch und steht 1,271 Astro­no­mi­sche Ein­hei­ten bzw. 190,1 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Pal­las um 19:22 Uhr auf und steht um 1:09 Uhr Uhr Som­mer­zeit im Süden. Ihr Unter­gang erfolgt um 6:51 Uhr. Am 5. Sep­tem­ber kann Par­then­ope nur 8 Bogen­mi­nu­ten vom 9,0 mag hel­len Stern PPM 207523 auf­ge­fun­den wer­den, der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

(18) Mel­po­me­ne eilt wei­ter süd­wärts durch den Wal­fisch. Am 25. des Monats wird der Aste­ro­id sta­tio­när und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Ihre Hel­lig­keit steigt von 8,9 auf 8,3 mag, so dass sie bereits in Fern­glä­sern sicht­bar wird. Zu Beginn des Monats geht Mel­po­me­ne um 22:24 Uhr auf und steht um 4:46 Uhr im Süden. Ende Sep­tem­ber erfolgt ihr Auf­gang bereits um 21:06 Uhr und ihr Meri­diandurch­gang um 3:02 Uhr Som­mer­zeit. Zwi­schen dem 5. bis 11. Sep­tem­ber kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on zwi­schen (1) Ceres und (18) Mel­po­me­ne. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen dann weni­ger als 1 Grad von­ein­an­der ent­fernt. Die dich­tes­te Annä­he­rung erfolgt am 9. Sep­tem­ber mit nur 47 Bogen­mi­nu­ten Abstand!

(349) Dem­bow­s­ka wird in der ers­ten Sep­tem­ber­wo­che wie­der schwä­cher als 10 mag und erreicht zu Beginn des Monats um 23:45 Uhr ihre höchs­te Stel­lung im Süden. Ende des Monats geht die 10,3 mag hel­le Dem­bow­s­ka bereits um 21:39 Uhr Som­mer­zeit durch den Meridian.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber, pünkt­lich zur Neu­mond­zeit, gegen 4 Uhr zu erwar­ten. Der Radi­ant befin­det sich in der Nähe von Kapel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­gae im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von ‑2 mag erreich­ten. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum lässt sich in der Nacht vom 9. zum 10. Sep­tem­ber gegen 5 Uhr mor­gens beob­ach­ten, wobei der kurz vor Mit­ter­nacht unter­ge­hen­de zuneh­men­de Mond die Beob­ach­tung des eher schwa­chen Stro­mes nicht mehr stört. Der Radi­ant, in der Nähe von Algol, erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 80 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind aber nur 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit rund 30 Stern­schnup­pen und einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren registriert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 17. Sep­tem­ber bis zum 10. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 3. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Aurigiden.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Süd­li­che Tau­ri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Ihr Radi­ant liegt im Sep­tem­ber noch in den Fischen, so dass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­lionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 27 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tau­ri­den und die Nörd­li­chen Tau­ri­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tau­ri­den beginnt aber erst im Oktober.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von im Durch­schnitt 30 km/s, las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unterscheiden.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel am 15. September 2016 um 23:00 MESZ

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2016 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären 5 Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit hat man auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf 9 Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich des klei­nen Wagen­kas­tens erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nordwesten.
Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als „Himmels‑W“ bekannt ist. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den Stern Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind hier in Hori­zont­nä­he aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig ist auch die Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befindet.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und das Stern­bild Wid­der als eher unschein­ba­re Sternbilder.
In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W‑förmige Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist ein Teil des Stern­bilds Stiers schon auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch schon den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den selbst leicht mit blo­ßem Auge. Bei guter Hori­zont­sicht soll­ten wir auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, auf­fin­den kön­nen. Eben­falls sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapella.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, das soeben den Süd­west­ho­ri­zont berührt. Die kla­ren Som­mer­näch­te sind ide­al, die Som­mer­milch­stra­ße zu beob­ach­ten. Vom Stern­bild Schüt­ze aus gese­hen, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer Gala­xie befin­det, zieht sie mit­ten durch das Som­mer­drei­eck und steigt dann in Rich­tung Zenitre­gi­on empor. Selbst mit einem ein­fa­chen Fern­glas, kön­nen wir in unse­rer Gala­xis eine Men­ge Stern­hau­fen und Nebel entdecken.
Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans befin­det sich das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch einen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Westen

Hoch im Süd­wes­ten steht mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler, ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab. In der Lei­er kön­nen wir den Ring­ne­bel mit Hil­fe eines Tele­skops beob­ach­ten, der uns wie ein hel­ler Rauch­ring vor der Dun­kel­heit des Alls erscheint. Und auch der Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen ist loh­nens­wert, beob­ach­ten wir hier doch einen der größ­ten und hells­ten Pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Himmel.
West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen ent­de­cken wir den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Etwas unter­halb der rech­ten obe­ren Ecke des Her­ku­les­vier­ecks soll­te unter einem dunk­len Him­mel noch der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als nebe­li­ger Licht­fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Horizontlinie.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

2 Kommentare:

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  2. Hier eine nütz­li­che Info­gra­fik zum Herbst­stern­him­mel von Universe2Go

    Infografik

    Quel­le: http://bit.ly/2bl5XkM

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