Der Sternhimmel im Monat Mai 2017

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats Mai fin­den wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild der Zwil­lin­ge. Am 2. Mai steht der Erd­tra­bant direkt unter­halb der Pra­e­sep­pe im Stern­bild Krebs und am 3. ist das Ers­te Vier­tel erreicht. Nur einen Abend spä­ter befin­det er sich süd­öst­lich des Haupt­sterns Regu­lus im Löwen. Am 7. Mai kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter in der Jung­frau, wobei der Mond nur 2 Grad nörd­lich am Pla­ne­ten vor­bei­lau­fen wird. Nach­dem der Mond auch den Stern Spi­ca hin­ter sich gelas­sen hat, wird am 10. Mai die Voll­mond­pha­se in der Waa­ge erreicht.
Nach der Voll­mond­pha­se wird unser Erd­tra­bant mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten in süd­li­che­re Gefil­de des Tier­krei­ses und trifft nach­ein­an­der auf die Stern­bil­der Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger, wobei er sich am 14. Mai nur 2 ½ Grad nord­öst­lich von Saturn auf­hält. Am 15. hat unser stil­ler Beglei­ter bereits den Schüt­zen erreicht und am 17. den Stein­bock. Am 19. des Monats steht der abneh­men­de Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) im Was­ser­mann. Nur 3 Tage vor Neu­mond ergibt sich die Mög­lich­keit, die schma­le Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung zum letz­ten Mal west­lich des Mor­gen­sterns Venus auf­zu­spü­ren. Am 25. des Monats wird dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht.
Am Abend des 27. Mai taucht die 47 34 Stun­den alte dün­ne Mond­si­chel im Stern­bild Stier wie­der über dem west­li­chen Hori­zont auf. Sie wan­dert anschlie­ßend bis zum Monats­en­de wei­ter durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und befin­det sich am letz­tem Abend im Mai aber­mals 2 ½ süd­öst­lich von Regu­lus im Löwen.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im Vor­mo­nat in einer unte­ren Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ent­fernt sich nun wie­der schnell in west­li­cher Rich­tung von unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 17. Mai steht Mer­kur mit 25,8 Grad Abstand in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on. Lei­der reicht die­ser recht gro­ße Abstand nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems in unse­ren Brei­ten, da die Eklip­tik am Mor­gen­him­mel sehr flach über den Hori­zont ver­läuft. Gleich­zei­tig steht der Pla­net gut 11 Grad süd­li­cher als die Son­ne. Somit kann Mer­kur nur in süd­li­chen Län­dern und um die Monats­mit­te hin über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­fun­den wer­den.

Die Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und wan­dert immer wei­ter in Rich­tung Nor­den durch das Stern­bild Fische. Ihr west­li­cher Win­kel­ab­stand wächst dabei von 39 auf fast 46 Grad. Ihr schein­ba­re Hel­lig­keit – Ende April strahl­te sie in ihrem größ­ten Glanz – geht von anfangs ‑4,8 mag auf ‑4,4 mag zum Monats­en­de hin leicht zurück. Damit ist die Venus nach dem Mond aber immer noch das auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel. Am 1. Mai erfolgt der Venus­auf­gang um 4:18 Uhr und am 31. Mai bereits um 3:20 Uhr Som­mer­zeit. Damit ist sie knapp eine Stun­de vor Son­nen­auf­gang über dem öst­li­chen Hori­zont zu erken­nen. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt wei­ter zu von anfangs 27% auf 48%, so dass sie zum Monats­en­de schon fast zur Hälf­te beleuch­tet ist. Dage­gen schrumpft ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wei­ter von anfangs 38 auf 25 Bogen­se­kun­den. Am 22. Mai ergibt sich ein hüb­scher Anblick, wenn die Sichel des abneh­men­den Mon­des west­lich des Mor­gen­sterns auf­ge­fun­den wer­den kann.

Unser roter Nach­bar Mars kann zunächst noch in der spä­ten Abend­däm­me­rung tief im Nord­wes­ten im Stern­bild Stier auf­ge­fun­den wer­den und nähert sich wei­ter­hin der Son­ne. Zur Monats­mit­te hin wird der nur 1,6 mag hel­le Rote Pla­net unsicht­bar, weil es auch immer spä­ter dun­kel wird und er in der hel­len Däm­me­rung zuneh­mend ver­blasst. Am 7. des Monats zieht Mars in nur 6 Grad nörd­li­chen Abstand an Alde­ba­ran, dem Haupt­stern des Stiers, vor­bei und pas­siert gleich­zei­tig das Gol­de­ne Tor der Eklip­tik, zwi­schen den Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den. Die Unter­gangs­zei­ten des Mars ver­frü­hen sich nur unwe­sent­lich. Zu Beginn des Monats geht Mars um 22:56 Uhr Som­mer­zeit unter. Bis Monats­en­de geht der Pla­net gera­de ein­mal 15 Minu­ten eher unter. Im Tele­skop zeigt sich das Mars­scheib­chen nur 4 Bogen­se­kun­den groß, so dass selbst erfah­re­ne Beob­ach­ter kaum Ein­zel­hei­ten wahr­neh­men kön­nen.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist mit einer Hel­lig­keit von ‑2,2 mag fast die gesam­te Nacht gut beob­acht­bar. Er bremst aber sei­ne Rück­läu­fig­keit in der Jung­frau wei­ter ab und kommt zum Monats­en­de fast zum Still­stand. Am 1. Mai geht Jupi­ter um 5:07 Uhr Som­mer­zeit unter und am 31. Mai bereits zwei Stun­den frü­her. Damit zieht sich der Rie­sen­pla­net mehr und mehr aus der 2. Nacht­hälf­te zurück. Im Tele­skop kann man sei­ne 4 hells­ten Mon­de, mit ihren Schat­ten­spie­len auf der Pla­ne­ten­ku­gel erken­nen. Auch sei­ne far­bi­gen Bän­der in der Jupi­ter­at­mo­sphä­re sowie der Gro­ße Rote Fleck sind selbst in klei­nen bis mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­acht­bar. Dabei zeigt Jupi­ter einen schein­ba­ren Äqua­tor­durch­mes­ser von knapp 41 Bogen­se­kun­den. In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai wan­dert der zuneh­men­de und zu 92% beleuch­te­te Mond nörd­lich an Jupi­ter vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn ist in süd­li­che­ren Him­mels­ge­fil­den unter­wegs und wan­dert rück­läu­fig durch das Stern­bild des Schüt­zen. Am 18. des Monats wech­selt der Pla­net in das Stern­bild Schlan­gen­trä­ger und wird zum Pla­ne­ten fast für die gesam­te Nacht. Aller­dings erreicht er erst Mit­te Juni sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Im Fern­rohr erkennt man ein schein­bar 18 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen. Sein Ring­sys­tem, wo wir zur Zeit auf die nörd­li­che Hälf­te bli­cken, ist mit 26,7 Grad nahe­zu kom­plett geöff­net. Saturns Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von anfangs 0,3 auf 0,1 mag leicht zu. Anfang Mai geht Saturn um 0:16 Uhr auf und erreicht um 4:16 Uhr den Meri­di­an. Ende des Monats erfolgt sein Auf­gang bereits um 22:07 Uhr und sein Meri­diandurch­gang um 2:11 Uhr Som­mer­zeit. Lei­der erreicht der Pla­net zum Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt nur eine maxi­ma­le Höhe von 16 Grad über dem Süd­ho­ri­zont, so dass ein süd­li­cher Stand­ort von Vor­teil ist. In der Nacht vom 13. auf den 14. Mai bekommt der Ring­pla­net Besuch vom abneh­men­den Mond, der in nur 2,5 Grad nörd­li­chem Abstand an Saturn vor­bei­zie­hen wird.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Lei­der kann sich der 5,9 mag hel­le Pla­net noch nicht ganz aus den hel­len Strah­len der Son­ne befrei­en und bleibt im gesam­ten Monat Mai unsicht­bar. Erst im Juni taucht Ura­nus wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, recht­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann, taucht erst Ende Mai am Mor­gen­him­mel auf und lässt sich mit einer Hel­lig­keit von 7,9 mag nur mit opti­schen Hilfs­mit­teln erken­nen. Am 1. Mai geht Nep­tun um 4:02 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 31. Mai erscheint der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann rück­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 14,6 mag, ist Plu­to ein schwie­ri­ges Objekt im dich­ten Ster­nen­ge­wim­mel der Milch­stra­ße und lässt sich nur mit gro­ßen Tele­sko­pen auf­spü­ren. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert Plu­to um 5:51 Uhr und Ende Mai bereits um 3:51 Uhr Som­mer­zeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 41P/­Tut­tle-Gia­co­bi­ni-Kresák wan­dert Anfang Mai rund 5 Grad west­lich an der Wega im Stern­bild Lei­er vor­bei und danach wei­ter in den öst­li­chen Bereich des Her­ku­les. Somit ist der Schweif­stern gegen Mit­ter­nacht noch opti­mal zu beob­ach­ten und steht in unse­ren Brei­ten noch sehr hoch am Him­mel. Zu Monats­be­ginn ist der Schweif­stern, mit einer Hel­lig­keit von 7 mag, in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­find­bar. Bis zum Monats­en­de geht die Hel­lig­keit auf rund 8,5 mag zurück. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai läuft Tut­tle-Gia­co­bi­ni-Kresák nur weni­ge Bogen­mi­nu­ten west­lich an Kap­pa Lyrae vor­bei.

Der Komet C/2015 V2 (John­son) bewegt sich im Mai vom nord­west­li­chen Bereich des Her­ku­les wei­ter in den Bären­hü­ter und erreicht mit rund 7 mag Hel­lig­keit Anfang Juni sein Maxi­mum. Damit ist der Komet schon sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­find­bar und steht zum Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt, in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Im Tele­skop zeigt sich eine 3 bis 5 Bogen­mi­nu­ten gro­ße Koma und ein kur­zer aber ziem­lich brei­ter Staub­schweif. Am 12. Juni steht der Komet schließ­lich in Son­nen­nä­he. Ab Mit­te Juni wird der Komet für unse­re Brei­ten außer Sicht gera­ten und nur noch von der Süd­halb­ku­gel der Erde aus sicht­bar sein.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres, im Stern­bild Stier, nähert sich sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne, die er am 6. Juni auch erreicht. Des­halb bleibt der Zwerg­pla­net im gesam­ten Monat Mai unsicht­bar.

(4) Ves­ta Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats von anfangs 7,9 auf 8,1 mag ab. Der Aste­ro­id kann rück­läu­fig im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den wer­den und zieht sich lang­sam aus der 2. Nacht­hälf­te zurück. Am 1. Mai geht Ves­ta um 3:08 Uhr unter und am 31. Mai bereits um 1:35 Uhr Som­mer­zeit.

(6) Hebe zieht durch den Schwanz der Schlan­ge und wird zu Beginn des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis Ende Mai stei­gert der Aste­ro­id sei­ne Hel­lig­keit auf 9,4 mag. Am 1. Mai steht Hebe um 4:41 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Ende Mai erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 2:31 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am 30. Mai kann der 4,6 mag hel­le Stern Zeta Ser als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen dann nur 6 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt.

(10) Hygiea zieht durch das Stern­bild Schüt­ze und wird am 26. Mai wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Ende des Monats ist ihre Hel­lig­keit auf 9,8 mag ange­stie­gen. Die Auf­gangs­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 1:45 Uhr auf 23:37 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den (auch Mai-Aquari­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 5. und 6. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se Anzahl wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar. Die bes­te Zeit ist des­halb gegen 3 Uhr mor­gens in süd­li­che­ren Brei­ten. Der zuneh­men­den Mond wird zu Beginn die Beob­ach­tung der Eta-Aquari­den stö­ren, geht aber gegen Mor­gen unter, wenn der Radi­ant auch höher steht. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Lei­der wird der zuneh­men­de Mond die Beob­ach­tung stö­ren, weil die­ser erst gegen Mor­gen unter­ge­hen wird. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren und von der Anzahl her gerin­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le, kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes. Im Mai wan­dert die­ser vom Stern­bild Waa­ge in den Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Sie besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von den übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Mai 2017

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2017 um 23:00 MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten. Der Gro­ße Wagen wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Der Dra­che, der sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, befin­det sich eben­falls hoch am Nord­him­mel.
Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als “Him­mels W” bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Das Stern­bild Kepheus, zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia, befin­det sich soeben in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich bei­de über dem nord­öst­li­chen Hori­zont auf­hal­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck.
Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht ober­halb vom Stern­bild Lei­er der unschein­ba­re Her­ku­les, wo unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als dif­fu­ser Licht­fleck erkannt wer­den kann. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher, der mäch­ti­ge Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Vom Stern­bild Her­ku­les aus­ge­hend, steht unter­halb von die­sem im Süd­os­ten der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die­se bei­den Stern­bil­der sind soeben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewin­nen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xi­en­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ka, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. In der Jung­frau befin­det sich zur Zeit der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, der zur Zeit, mit Aus­nah­me von Mond und Venus, mit Abstand das hells­te Objekt am Nacht­him­mel ist. Er befin­det sich in die­sem Monat Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht beob­acht­bar. Ober­halb der Jung­frau ent­de­cken wir das Stern­bild Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jagd­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden schon längst über­schrit­ten hat. Er wird in den kom­men­den Stun­den zum West­ho­ri­zont hin­ab­sin­ken und schließ­lich unter­ge­hen.
Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend befin­det sich unter­halb davon die schwa­chen Ster­ne der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie berei­ten sich lang­sam aber sicher schon zum Unter­gang vor. Dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont erkennt man schon die Waa­ge und ein Teil des Stern­bilds Skor­pi­on. Ober­halb des Skor­pi­ons steht ein Teil des mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­gers mit dem Kopf der Schlan­ge.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon, im Stern­bild des Klei­nen Hun­des, steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Noch wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten, steht der Fuhr­mann mit dem hell leuch­ten­den Stern Kapel­la.
Eben­falls schon tief im Wes­ten kön­nen wir auch den unschein­ba­ren Krebs ent­de­cken, der sich rechts vom mäch­ti­gen Löwen erstreckt. Ober­halb vom Löwen steht der unschein­ba­ren Klei­nen Löwen und noch etwas höher das Stern­bild des Gro­ßen Bären. Der Gro­ße Bär steht noch nahe des Zenits und dem­nach in aus­ge­zeich­ne­ter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten des Bären in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Nahe­zu par­al­lel und nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont sehen wir noch den Kopf der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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