Der Sternhimmel im Monat September 2017

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats Sep­tem­ber fin­den wir unse­ren Mond am Abend­him­mel im Stern­bild des Schüt­zen. An den Fol­ge­aben­den wan­dert er wei­ter in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann, wo am 6. des Monats die Voll­mond­pha­se erreicht wird.
Nach der Voll­mond­nacht wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er durch­wan­dert Gebie­te am Him­mel in den Stern­bil­dern Fische und Wal­fisch, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am Mor­gen des 12. Sep­tem­ber fin­den wir ihn im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik im Stern­bild des Stiers, zwi­schen den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den und 6 Grad west­lich von Alde­ba­ran. Am 13. des Monats befin­det sich der abneh­men­de Halb­mond im Letz­tes Vier­tel und bereits 9 Grad öst­lich des Haupt­sterns im Stier. Nach­dem der Erd­mond die Stern­bil­der Ori­on, Zwil­lin­ge und Krebs durch­lau­fen hat, sehen wir die sehr schma­le Sichel in den Mor­gen­stun­den des 18. Sep­tem­ber nur eine Voll­mond­brei­te süd­öst­lich von Regu­lus über dem Hori­zont ste­hen. In Afri­ka und Asi­en wird der Stern sogar vom Mond bedeckt. Nur 3 Grad süd­öst­lich der Mond­si­chel ent­de­cken wir auch den Mor­gen­stern Venus und nahe am Hori­zont, die Pla­ne­ten Mars und Mer­kur. In der Mor­gen­däm­me­rung des 19. Sep­tem­ber sehen wir die sehr schma­le schließ­lich zum letz­ten Mal knapp süd­lich der Pla­ne­ten Mars und Mer­kur. Am 20. Sep­tem­ber ist Neu­mond.
Zum astro­no­mi­schen Herbst­be­ginn, am 22. Sep­tem­ber, taucht die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des wie­der über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf, knapp 4 ½ Grad nord­öst­lich von Jupi­ter. Sie wan­dert an den Fol­ge­aben­den wei­ter in Rich­tung Osten und befin­det sich am 25. des Monats 9 ½ Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Skor­pi­on. Nur einen Abend spä­ter bewegt sich der Mond in nur 4 ½ nörd­li­chen Abstand an Saturn vor­bei, bis wir ihn am 28. Sep­tem­ber als zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) im Stern­bild Schüt­ze ent­de­cken kön­nen. Am letz­ten Abend des Monats fin­den wir unse­ren stil­len Beglei­ter im Stein­bock. An die­sem Abend wer­den die Ber­ge des Jura­ge­bir­ges gegen 19 Uhr von der Son­ne beschie­nen, was als „Gol­de­ner Hen­kel“ bekannt ist und schon in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den kann.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und been­det am 4. Janu­ar sei­ne Rück­läu­fig­keit und wird wie­der recht­läu­fig. Am 12. des Monats steht er dann mit 17°56′ Abstand in einer größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne am Mor­gen­him­mel und erreicht am 14. Sep­tem­ber schließ­lich sei­nen höchs­ten Stand über dem Ost­ho­ri­zont. Um Mer­kur mit blo­ßem Auge zu beob­ach­ten, kann man nach ihm bereits am 10. Sep­tem­ber Aus­schau hal­ten, wenn er um 5:36 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie über­schrei­tet. An die­sem Mor­gen befin­det er sich, rund eine hal­be Stun­de vor Son­nen­auf­gang und bei Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, mit einer Hel­lig­keit von 0,0 mag, knapp 10 Grad hoch über dem Hori­zont. Das 7 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen erscheint am 13. des Monats zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum 22. Sep­tem­ber steigt die Mer­kur­hel­lig­keit auf -1,1 mag. Der Pla­net bleibt dann noch bis zum 25. Sep­tem­ber in Fern­glä­sern beob­acht­bar. An die­sem Mor­gen geht er schon um 5:48 Uhr Som­mer­zeit auf. Am 10. des Monats kann man den flin­ken Pla­ne­ten nur 0,6 Grad süd­lich von Regu­lus im Stern­bild Löwe auf­spü­ren. Und am 15. des Monats durch­läuft Mer­kur das Peri­hel sei­ner Bahn. Am 16. bis 17. Sep­tem­ber zieht er in nur 3,3 Bogen­mi­nu­ten Abstand nörd­lich an Mars vor­bei, was aller­dings nur in licht­star­ken Fern­glä­sern und lei­der nicht in Euro­pa zu beob­ach­ten ist. Am Mor­gen des 16. befin­det sich Mer­kur bereits 27 Bogen­mi­nu­ten von Mars ent­fernt. Am 18. und 19. Sep­tem­ber, gegen 5 Uhr Som­mer­zeit, steht die sehr schma­le Mond­si­chel zusam­men mit Venus und Mars über dem öst­li­chen Hori­zont, was vor allem für Foto­gra­fen ein inter­es­san­tes Motiv abgibt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus steht nach wie vor am Mor­gen­stern und ver­kürzt ihre Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel im Lau­fe des Monats. Ihr west­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne schrumpft von anfangs 31 auf 24 Grad, was zur Fol­ge hat, dass sie ihren Hori­zont­ab­stand zu Beginn der Bür­ger­li­chen Däm­me­rung von 21 auf 17 Grad redu­ziert. Am 10. Sep­tem­ber wech­selt sie vom Stern­bild Krebs in den Löwen und steht am 20. Sep­tem­ber nur eine Voll­mond­brei­te nörd­lich des Haupt­sterns Regu­lus. Am 1. Sep­tem­ber geht die -3,9 mag hel­le Venus um 5:36 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich ihre Auf­gän­ge auf 4:39 Uhr Som­mer­zeit. Gleich­zei­tig schrumpft ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser und steigt ihr Beleuch­tungs­grad. Zu Monats­en­de ist ein 11 Bogen­se­kun­den gro­ßes und zu 91% beleuch­te­tes Venus­scheib­chen in Fern­roh­ren erkenn­bar. Am 18. Sep­tem­ber kann man die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des süd­lich von Venus und in der Nähe 1,4 mag hel­len Regu­lus auf­spü­ren. In der Nähe ste­hen auch noch die Pla­ne­ten Mer­kur und Mars. Am 20. Sep­tem­ber pas­siert Venus Regu­lus in nur einen hal­ben Grad Abstand.

Unser Nach­bar­pla­net Mars, recht­läu­fig im Löwen, kann schon ab der Mit­te des Monats am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Er ist mit sei­ner Hel­lig­keit von 1,8 mag aber nur schwer in der Däm­me­rung zu fin­den. Rund eine hal­be Stun­de nach sei­nem Auf­gang, kann man nach dem Roten Pla­ne­ten Aus­schau hal­ten. Am 20. Sep­tem­ber geht Mars um 5:02 Uhr Som­mer­zeit im Osten auf. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge um nur 8 Minu­ten. Am 16. des Monats kommt es zu einer engen Begeg­nung mit Mer­kur. Mars steht dann nur noch 3‘23“ Bogen­mi­nu­ten süd­lich des deut­lich hel­le­ren Mer­kur. Erst im Jahr 2036 wird wie­der ein ähn­li­cher Abstand erreicht. Am 18. und 19. Sep­tem­ber kommt zu einer schö­nen Pla­ne­ten­kon­stel­la­ti­on am Mor­gen­him­mel, wenn sich die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des in die Pla­ne­ten­ket­te um Mars, Mer­kur und Venus ein­rei­hen wird.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist nur noch in der frü­hen Abend­däm­me­rung im Stern­bild Jung­frau auf­zu­fin­den und nähert sich immer wei­ter sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne, die er im letz­ten Okto­ber­drit­tel auch erreicht. Bis zur Mit­te des Monats kann man aber noch nach dem -1,7 mag hel­len Rie­sen­pla­ne­ten Aus­schau hal­ten. Nach dem 20. Sep­tem­ber wird er für das unbe­waff­ne­te Auge unsicht­bar. Am 1. Sep­tem­ber geht Jupi­ter um 21:08 Uhr unter. Am 20. des Monats ver­schwin­det der Pla­net bereits um 20 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 5. des Monats zieht Jupi­ter nur 3 Grad nörd­lich an Spi­ca in der Jung­frau vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn, recht­läu­fig im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger, ist nach wie vor am Abend­him­mel sicht­bar, ver­kürzt aller­dings sei­ne Beob­ach­tungs­zeit dras­tisch. Bei Ein­bruch der Dun­kel­heit hat er sei­nen Meri­diandurch­gang schon längst über­schrit­ten und steht nur 17 Grad hoch über dem Hori­zont. Schon Anfang Sep­tem­ber sinkt er bereits vor Mit­ter­nacht unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. Die Hel­lig­keit des Pla­ne­ten geht im Lau­fe des Sep­tem­bers lang­sam zurück von anfangs 0,4 auf 0,5 mag. Am 1. Sep­tem­ber geht Saturn um 23:42 Uhr unter und am 30. des Monats bereits um 21:51 Uhr Som­mer­zeit. Sein Ring­sys­tem ist mit 26,9 Grad fast maxi­mal geöff­net. Am 27. Sep­tem­ber befin­det sich der zuneh­men­de Mond in der Nähe von Saturn.

Ura­nus, rück­läu­fig in den Fischen, kann bereits kurz vor Mit­ter­nacht auf­ge­sucht wer­den und bewegt sich rück­läu­fig durch die Fische. Mit­te nächs­ten Monats steht der Pla­net dann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht sicht­bar. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, ist Ura­nus knapp ein Grad nörd­lich des 4,3 mag hel­len Sterns Omic­ron Pisci­um bereits in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen sicht­bar. Unter einem dunk­len Land­him­mel ist der Pla­net sogar mit unbe­waff­ne­ten Auge beob­acht­bar. Zu Beginn des Monats geht der 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ße blau­grü­ne Pla­net um 21:08 Uhr auf und erreicht um 4:08 sei­nen höchs­ten Punkt im Süden. Ende Sep­tem­ber erfolgt sein Auf­gang bereits um 19:13 Uhr. Um 2:11 Uhr Som­mer­zeit steht er dann halb­hoch im Süden.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 5. Sep­tem­ber 2017 wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist im Stern­bild Was­ser­mann die gan­ze Nacht über sicht­bar. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Nep­tun um 19:38 Uhr auf und erreicht um 1:06 Uhr den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt um 6:29 Uhr Som­mer­zeit mor­gens. An die­sem Tag tren­nen uns 4,329 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von Nep­tun. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Meri­diandurch­gän­ge auf 23:21 und sei­ne Unter­gän­ge auf 4:47 Uhr Som­mer­zeit. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag benö­tigt man aber ein Fern­glas oder Tele­skop, um den schein­bar 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ßen bläu­li­chen Pla­ne­ten auf­zu­spü­ren. Als Auf­such­hil­fe kann der 3,7 mag hel­le Stern Lamb­da Aqua­rii die­nen, der knapp ein Grad nord­west­lich steht.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to been­det in die­sem Monat sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode im Stern­bild Schüt­ze und wird wie­der recht­läu­fig. Mit einer Hel­lig­keit von 14,2 mag kann man ihn am Abend­him­mel im Ster­nen­ge­wim­mel nur mit gro­ßen Tele­sko­pen und auch nur mit Mühe auf­spü­ren. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:39 Uhr auf 23:40… Uhr Som­mer­zeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der erst am 19. Juli ent­deck­te immer noch namen­lo­se Komet C/2017 O1 läuft durch den nord­west­li­chen Bereich des Stiers wei­ter in Rich­tung Nor­den und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 9,0 auf 8,0 mag und ist damit bereits in klei­nen bis mitt­le­ren Fern­roh­ren sicht­bar. Im Tele­skop erscheint die Koma des Kome­ten mit 5 bis 7 Bogen­mi­nu­ten Aus­deh­nung recht dif­fus (DC=3). Mit­te Okto­ber könn­te der Komet eine Hel­lig­keit von 7,5 mag errei­chen und damit sehr leicht in Fern­glä­sern beob­acht­bar sein. Ab Mit­te Sep­tem­ber läuft der Komet nur 5 Grad süd­öst­lich an den Ple­ja­den (M 45) vor­bei.

Der Komet C/2015 ER61 (Pan­STARRS) ist güns­tig am Nacht­him­mel beob­acht­bar und steht nur weni­ge Grad süd­öst­lich der Ple­ja­den im Stern­bild Stier. Mit einer Hel­lig­keit von 11 bis 12 mag kann der Komet in mitt­le­ren bis gro­ßen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Bei sei­nem Hel­lig­keits­aus­bruch im Früh­jahr 2017 lös­te sich ein Teil­stück vom Kern ab. Das Kern­frag­ment, mit der Bezeich­nung ER61-B, kann aber nur foto­gra­fisch mit 17 mag Hel­lig­keit nach­ge­wie­sen wer­den.

Der Komet C/2016 R2 (Pan­STARRS) bewegt sich durch den Ori­on, süd­lich der Gür­tel­ster­ne und ist mit einer Hel­lig­keit von 12 mag eben­falls ein Objekt für gro­ße Tele­sko­pe am Mor­gen­him­mel. Es wird erwar­tet, dass der Komet im Herbst eine Hel­lig­keit von 10 mag erreicht.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 24P/Schaumasse ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und befin­det sich Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung gut 20 Grad hoch am Him­mel. Im Lau­fe des Monats bewegt sich Schau­mas­se vom Stern­bild Zwil­lin­ge in den Krebs. Dabei kommt es zu einer Begeg­nung mit dem hel­len Pla­ne­ta­ri­schen Nebel NGC 2392 (9,1 mag) in den Zwil­lin­gen zwi­schen dem 6. und 7. Sep­tem­ber. Am 9. des Monats steht der Komet sehr nahe am Offe­nen Stern­hau­fen NGC 2420 (8,5 mag). Am 25. des Monats bewegt sich Schau­mas­se sogar durch den nörd­li­chen Bereich der Pra­e­se­pe (M 44) im Krebs. Sei­ne Hel­lig­keit wird aller­dings nur 12 mag betra­gen.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres ist mit einer Hel­lig­keit von 8,9 mag ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und im Stern­bild Zwil­lin­ge beob­acht­bar. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 1:34 Uhr Som­mer­zeit um gut eine Stun­de. Am 18. Sep­tem­ber kann Ceres nur 3 Bogen­mi­nu­ten vom 6,3 mag hel­len Stern SAO 79864 auf­ge­fun­den wer­den, der als Auf­such­hil­fe für den Zwerg­pla­ne­ten die­nen kann.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las kann im Stern­bild Eri­da­nus auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 9,0 auf 8,4 mag zum Monats­en­de. Der star­ke Hel­lig­keits­an­stieg bedeu­tet, dass die Oppo­si­ti­on des Klein­pla­ne­ten nicht mehr fern ist. Am 1. Sep­tem­ber geht Pal­las um 0:09 Uhr auf. Bis zum 30. Sep­tem­ber ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 23:06 Uhr Som­mer­zeit. Am 9. Sep­tem­ber befin­det sich Pal­las nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,1 mag hel­len Stern 14 Eri ent­fernt.

(7) Iris kann im Stern­bild Wid­der beob­ach­tet wer­den und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 8,5 auf 7,7 mag zum Monats­en­de. Damit ist sie bereits sehr leicht in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­acht­bar. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 4:39 Uhr auf 2:53 Uhr Som­mer­zeit.

Aste­ro­id Nr. 89 Julia bewegt sich durch den Pega­sus und erreicht mit 9,0 mag Hel­lig­keit am 8. Sep­tem­ber ihre in die­sem Jahr sehr güns­ti­ge Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Damit ist sie die gesam­te Nacht hin­durch beob­acht­bar. Bei ungüns­ti­ge­ren Oppo­si­tio­nen ist sie fast 2 mag licht­schwä­cher. Ende des Monats beträgt die Hel­lig­keit bereits wie­der 9,3 mag. Am 1. Sep­tem­ber steht Julia um 1:44 Uhr Som­mer­zeit im Süden und am 30. Sep­tem­ber bereits zwei Stun­den frü­her. Am 6. Sep­tem­ber befin­det sich Iris nur 5,5 Bogen­mi­nu­ten von SAO 108131 ent­fernt (6,5 mag). Am Tag der Oppo­si­ti­on steht Julia nur 8,5 Bogen­mi­nu­ten vom 3,4 mag hel­len Stern Zeta Peg ent­fernt, der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id (704) Inter­am­nia bewegt sich eben­falls durch den Pega­sus und wird am 25. Sep­tem­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:31 Uhr auf 0:10 Uhr Som­mer­zeit. Am 2. Sep­tem­ber befin­det sich die 10,3 mag hel­le Inter­am­nia nur 5 Bogen­mi­nu­ten von SAO 73743 (6,1 mag) ent­fernt.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber gegen 4 Uhr zu erwar­ten. Der zuneh­men­de Mond stört nicht, da er kurz nach 1 Uhr unter­ge­hen wird. Der Radi­ant steht kurz vor der Mor­gen­däm­me­rung rund 50 Grad hoch im Osten und befin­det sich in der Nähe von Kapel­la und nord­öst­lich von The­ta Auri­gae im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von -2 mag erreich­ten. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum lässt sich in der Nacht vom 9. zum 10. Sep­tem­ber gegen 5 Uhr mor­gens beob­ach­ten, wobei der Mond die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms stö­ren wird. Der Radi­ant, in der Nähe von Algol, erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 80 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind aber nur 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit rund 30 Stern­schnup­pen und einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren regis­triert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 16. Sep­tem­ber bis zum 8. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 2. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Auri­gi­den.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Süd­li­che Tauri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Ihr Radi­ant liegt im Sep­tem­ber noch in den Fischen, so dass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­lionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 27 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tauri­den und die Nörd­li­chen Tauri­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tauri­den beginnt aber erst im Okto­ber.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von im Durch­schnitt 30 km/s, las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Strernhimmel im September 2017

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2017 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären Fünf Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit haben wir auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf Neun Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich des klei­nen Wagen­kas­tens erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nord­wes­ten. Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den hell leuch­ten­den Stern Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind hier in Hori­zont­nä­he aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig zu erken­nen ist auch das Stern­bild Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befin­det.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und das Stern­bild Wid­der als eher unschein­ba­re Stern­bil­der. In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont, ist ein Teil des Stern­bilds Stiers schon auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den selbst sehr ein­fach mit blo­ßem Auge. Bei guter Hori­zont­sicht soll­ten wir auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, auf­fin­den kön­nen. Eben­falls sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapel­la.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, das soeben den Süd­west­ho­ri­zont berührt. Die kla­ren Som­mer­näch­te sind ide­al, die Som­mer­milch­stra­ße zu beob­ach­ten. Vom Stern­bild Schüt­ze aus gese­hen, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer Gala­xie befin­det, zieht sie mit­ten durch das Som­mer­drei­eck und steigt dann in Rich­tung Zenit­re­gi­on empor. Selbst mit einem ein­fa­chen Feld­ste­cher kön­nen wir in unse­rer Gala­xis eine Men­ge Stern­hau­fen und Nebel ent­de­cken. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans befin­det sich das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch einen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Westen

Hoch im Süd­wes­ten steht mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen den Stern­bil­dern Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab. In der Lei­er kön­nen wir den Ring­ne­bel mit Hil­fe eines Tele­skops beob­ach­ten, der uns wie ein hel­ler Rauch­ring vor der Dun­kel­heit des Alls erscheint. Und auch der Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen ist loh­nens­wert, beob­ach­ten wir hier doch einen der größ­ten und hells­ten Pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Him­mel. West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen, ent­de­cken wir den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Etwas unter­halb der rech­ten obe­ren Ecke des Her­ku­les­vier­ecks soll­te unter einem dunk­len Him­mel noch der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als nebe­li­ger Licht­fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Hori­zont­li­nie.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2017/09/der-sternhimmel-im-monat-september-2017/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.