Der Sternhimmel im Monat Oktober 2017

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats Okto­ber kön­nen wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild Stein­bock auf­fin­den. An den dar­auf­fol­gen­den Aben­den wan­dert er wei­ter in Rich­tung Osten und durch Gebie­te des Him­mels, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 5. Okto­ber wird die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Wal­fisch erreicht.
Nach dem Okto­ber­voll­mond wird unser Erd­tra­bant zuneh­mend ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht nach Son­nen­un­ter­gang immer spä­ter über dem Ost­ho­ri­zont auf. Am 8. des Monats fin­den wir ihn nur 10 Grad süd­lich der Ple­ja­den im Stern­bild Stier und nur einen Abend spä­ter 2 ½ Grad öst­lich des Haupt­sterns Alde­ba­ran. Am 12. Okto­ber erreicht der Mond das Stern­bild der Zwil­lin­ge und befin­det sich zu die­sem Zeit­punkt im Letz­ten Vier­tel. An den Fol­ge­ta­gen durch­wan­dert unser Erd­tra­bant das Stern­bild der Zwil­lin­ge und steht schließ­lich am Mor­gen des 15. Okto­ber nur noch 3 ½ Grad west­lich von Regu­lus im Löwen. Am 17. des Monats befin­det sich die abneh­men­de Mond­si­chel 3 Grad nord­west­lich unse­res roten Nach­barn Mars am Mor­gen­him­mel. Am Mor­gen des 18. Okto­ber haben wir die Gele­gen­heit, eine sehr schma­le Sichel, nur 38 ½ Stun­den vor Neu­mond, 3 Grad öst­lich des Mor­gen­stern Venus auf­zu­spü­ren, bis am nächs­ten Tag die Neu­mond­pha­se erreicht wird.
Nach der Neu­mond­pha­se taucht die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des am 21. des Monats wie­der im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung auf. Nun steigt der Mond jeden Tag etwas höher über den Hori­zont und begeg­net am Abend des 24. Okto­ber Saturn im Stern­bild des Schlan­gen­trä­gers. An den Fol­ge­aben­den durch­wan­dert unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bild Schüt­ze und steht am 28. des Monats als zuneh­men­der Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) aber­mals im Stein­bock. Bis zum Monats­en­de kön­nen wir ihn dann im Stern­bild des Was­ser­manns auf­spü­ren.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bleibt in die­sem Monat unsicht­bar und steht am 8. Okto­ber in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Das bedeu­tet, dass er hin­ter der Son­ne vor­bei läuft und mit ihr am Tag­him­mel steht. Am 29. des Monats durch­läuft Mer­kur das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt,

Die Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und ver­kürzt ihre Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel dras­tisch, weil sie sich immer mehr der Son­ne nähert. Am 9. Okto­ber wan­dert sie vom Stern­bild Löwe kom­mend in die Jung­frau und über­schrei­tet am 17. Okto­ber den Him­mels­äqua­tor in süd­li­che Rich­tung. Sie erscheint knapp zwei Stun­den vor der Son­ne im Osten und steht gegen Ende des Monats, und zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, nur noch 9 Grad hoch über dem Hori­zont. Mit einer Hel­lig­keit von -3,9 mag, kann unser Schwes­ter­pla­net in der Nähe von Mars auf­ge­fun­den wer­den. Am 3. Okto­ber durch­läuft die Venus ihren son­nen­nächs­ten Punkt (Peri­hel) und befin­det sich dann 107 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Bis zum Monats­en­de schrumpft ihr west­li­cher Win­kel­ab­stand von unse­rem Zen­tral­ge­stirn von anfangs 24 auf 17 Grad. Auch ihre Auf­gän­ge ver­spä­ten sich dras­tisch. Zu Beginn des Monats geht der Mor­gen­stern um 3:43 Uhr (4:43 Uhr Som­mer­zeit) auf. Am 31. Okto­ber erscheint sie erst um 5:16 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie. Im Fern­rohr zeigt sich der der Pla­net am letz­ten Tag des Monats nur noch 11 Bogen­se­kun­den groß und zu 95% fast voll­stän­dig beleuch­tet. Am 5. und 6. des Monats kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit unse­rem Nach­bar­pla­ne­ten Mars. Bei­de Gestir­ne ste­hen dann am Mor­gen nur 20 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt. Am 18. Okto­ber kann die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des weni­ge Grad süd­öst­lich des Mor­gen­sterns auf­ge­fun­den wer­den.

Unser roter und 1,8 mag hel­le Nach­bar Mars kann immer bes­ser am Mor­gen­him­mel beob­ach­tet wer­den und wan­dert vom Stern­bild Löwe kom­mend, am 12. des Monats in die Jung­frau. Eini­ge Tage vor­her, am 7. Okto­ber, pas­siert Mars das Aphel sei­ner Bahn und steht dann 249 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Außer­dem über­schrei­tet der Rote Pla­net am 27. Okto­ber den Him­mels­äqua­tor in süd­li­che Rich­tung. Im Fern­rohr erscheint Mars nur noch 3,9 Bogen­se­kun­den groß, so dass kaum Ein­zel­hei­ten auf dem Pla­ne­ten­scheib­chen erkannt wer­den kann. Die Auf­gangs­zei­ten des Roten Pla­ne­ten blei­ben nahe­zu kon­stant. Zu Beginn des Monats über­schrei­tet der Pla­net um 3:59 Uhr (4:59 Uhr Som­mer­zeit) die öst­li­che Hori­zont­li­nie und Ende Okto­ber bereits 10 Minu­ten frü­her. Am 5. Okto­ber wan­dert die Venus nur 13 Bogen­mi­nu­ten nörd­lich an Mars vor­bei. Am Mor­gen des 17. Okto­ber gesellt sich die abneh­men­den Mond­si­chel zu Mars. Bei­de Gestir­ne ste­hen dann knapp 3 Grad von­ein­an­der ent­fernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter im Stern­bild Jung­frau steht zu nah bei der Son­ne und bleibt im gesam­ten Okto­ber unsicht­bar. Am 26. des Monats steht er schließ­lich in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Der Ring­pla­net Saturn kann nach wie vor am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den, ver­kürzt sei­ne Sicht­bar­keit über dem süd­west­li­chen Hori­zont aber dras­tisch. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von 0,5 mag, kann der Pla­net bei Ein­bruch der Dun­kel­heit im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger noch 2 Stun­den lang beob­ach­tet wer­den. Wir bli­cken zur Zeit auf die Nord­halb­ku­gel des Ring­pla­ne­ten, des­sen Ring am 16. Okto­ber mit 27 Grad maxi­mal geöff­net ist. Erst am 23. März 2025 wird die Erde die Rin­ge­be­ne wie­der von Nord nach Süd durch­que­ren und sein Ring kurz­zei­tig unsicht­bar wer­den. Am 1. Okto­ber geht Saturn um 20:47 Uhr (21:47 Uhr Som­mer­zeit) unter. Am 31 . Okto­ber erfolgt sein Unter­gang bereits um 18:58 Uhr.

Ura­nus steht am 19. Okto­ber im Stern­bild Fische in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist dem­zu­fol­ge die gesam­te Nacht über beob­acht­bar. Kurz nach Mit­ter­nacht erreicht er sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden und steht dann gut 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, kann der Pla­net unter einem dunk­len Land­him­mel theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge im süd­west­li­chen Bereich der Fische gesich­tet wer­den. Als Auf­such­hil­fe kann der 4,3 mag hel­le Stern Omic­ron Pisci­um die­nen, der nur 2 Grad süd­west­lich zu fin­den ist. Im Tele­skop erscheint der grün­lich leuch­ten­de Him­mels­kör­per als 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes Scheib­chen, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Am 1. Okto­ber steht Ura­nus um 1:07 Uhr (2:07 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Am 31. Okto­ber erreicht er bereits um 23 Uhr den Meri­di­an. Am Oppo­si­ti­ons­tag geht der Pla­net um 17:56 Uhr auf und steht um 0:49 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt um 7:47 Uhr. Sei­ne Ent­fer­nung zur Erde beträgt Oppo­si­ti­on 2,829 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, rück­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann, stand Anfang Sep­tem­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist fast noch die gesam­te Nacht zu beob­ach­ten. Aller­dings zieht er sich zum Monats­en­de hin lang­sam aber sicher aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück und steht zu Beginn der Nacht bereits im Süden. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des Monats leicht auf 7,9 mag. Somit kann der Pla­net nur in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Als Anhalts­punkt kann der 3,7 mag hel­le Stern Lamb­da Aqua­rii die­nen. Im Tele­skop erscheint das blau-grü­ne Nep­tun­scheib­chen nur 2,3 Bogen­se­kun­den groß. Zu Beginn des Monats steht der äuße­re Pla­net um 22:17 Uhr (23:17 Uhr Som­mer­zeit) im Süden und geht um 3:43 Uhr (4:43 Uhr Som­mer­zeit) unter. Ende Okto­ber erreicht er schon um 20:17 Uhr den Meri­di­an und sinkt um 1:42 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 30. des Monats wan­dert der zuneh­men­de Mond süd­lich an Nep­tun vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to kann noch als 14,6 mag hel­ler Licht­punkt im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Aller­dings benö­tigt man schon ein gro­ßes Tele­skop von min­des­tens 30 cm Durch­mes­ser, um den ent­fern­ten Him­mels­kör­per im Ster­nen­ge­wim­mel der Milch­stra­ße zu iden­ti­fi­zie­ren. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 22:36 Uhr (23:36 Uhr Som­mer­zeit) um gut 2 Stun­den.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2017 O1 (ASASSN) wan­dert im Okto­ber steil in Rich­tung Nor­den durch die Stern­bil­der Per­seus und Giraf­fe und wird zir­kum­po­lar. Am 14. Okto­ber steht der Komet mit 1,5 AE Abstand schließ­lich in Son­nen­nä­he und erreicht vor­aus­sicht­lich eine Hel­lig­keit von 8 mag. Somit ist der Schweif­stern bereits in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar. Im Fern­rohr ist eine recht dif­fu­se, 5 Bogen­mi­nu­ten gro­ße und nahe­zu kreis­run­de Koma erkenn­bar. Somit ist ein dunk­ler Him­mel erfor­der­lich, um den Kome­ten erfolg­reich beob­ach­ten zu kön­nen.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 24P/Schaumasse bewegt sich vom Stern­bild Krebs kom­mend in den Löwen und ist mit einer Hel­lig­keit von 11 mag in grö­ße­ren Tele­sko­pen auf­find­bar. Auf sei­nem Weg in Rich­tung Osten, begeg­net der Schweif­stern eini­ge mit­tel­hel­le NGC-Gala­xi­en. Vor allem die Begeg­nung Schau­mas­se am 28. Okto­ber mit Mes­sier 105 im Löwen ist inter­es­sant, läuft der Komet doch in weni­ger als ein Grad Abstand an der Gala­xie vor­bei.

Der Komet C/2016 R2 (Pan­STARRS) bewegt sichz im Okto­ber durch den Gür­tel des Ori­on wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten und kann mit einer Hel­lig­keit von rund 11 mag in mit­tel­gro­ßen Fern­roh­ren auf­ge­fun­den wer­den. Zwi­schen dem 10. und 15. Okto­ber zieht er öst­lich an Epsi­lon Orio­nis vor­bei. Im Lau­fe des Win­ters soll der Schweif­stern sogar noch etwas hel­ler wer­den.

Der Komet C/2015 ER61 (Pan­STARRS) hält sich bis Mit­te Okto­ber noch süd­lich der Ple­ja­den auf und bewegt sich in west­li­cher Rich­tung wei­ter durch den Stier. Er ist aller­dings mit einer Hel­lig­keit von 12,5 mag visu­ell nur grö­ße­ren Tele­sko­pen vor­be­hal­ten. Ab der letz­ten Okto­ber­wo­che erreicht er schließ­lich das Stern­bild Wid­der.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich recht­läu­fig durch den Krebs und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit im Lau­fe des Monats von anfangs 8,8 auf 8,5 mag. Somit kann der Zwerg­pla­net bereits in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den. Die Auf­gän­ge des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 23:28 Uhr (0:28 Uhr Som­mer­zeit) auf 22:14 Uhr.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wan­dert zuerst noch rück­läu­fig durch das Stern­bild Eri­da­nus und wech­selt dann am 28. Okto­ber in das Stern­bild Che­mi­scher Ofen. Nur einen Tag spä­ter steht der Aste­ro­id in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,2 mag. Zu Beginn des Monats ist Pal­las noch 8,4 mag hell. Am 1. Okto­ber steht der Aste­ro­id um 2:45 Uhr (3:45 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Am 31. Okto­ber erreicht der Him­mels­kör­per bereits um 0:32 Uhr den Meri­di­an.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer 7 Iris steht am 30. Okto­ber in einer sehr güns­ti­ge Oppo­si­ti­on im Stern­bild Wid­der und erreicht fast ihre maxi­ma­le Hel­lig­keit von 6,9 mag. Das ist die güns­tigs­te Oppo­si­ti­on in den Jah­ren 2007 bis 2027! Damit ist der Pla­ne­to­id schon sehr leicht in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beob­acht­bar. Am 1. Okto­ber steht die noch 7,7 mag hel­le Iris um 1:49 Uhr (2:49 Uhr Som­mer­zeit) im Süden. Ende Okto­ber erreicht sie bereits um 23:27 Uhr den Meri­di­an und steht dabei mit +21° Dekli­na­ti­on sehr hoch über dem Hori­zont. In ande­ren Jah­ren sind die Kul­mi­na­ti­ons­hö­hen über dem Süd­ho­ri­zont weit­aus gerin­ger.

(8) Flo­ra wan­dert durch die Zwil­lin­ge und wird am 11. Okto­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Bis Ende Okto­ber stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,6 Magnitu­den. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 22:15 Uhr (23:15 Uhr Som­mer­zeit) um 2 Stun­den.

Der Aste­ro­id (20) Mas­sa­lia ist eben­falls in den Zwil­lin­gen zu fin­den und wird am 23. Okto­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Am 1. des Monats geht der Klein­pla­net um 20:53 Uhr (21:53 Uhr Som­mer­zeit) auf. Am 31. Okto­ber, nun bereits 9,7 mag hell, erreicht Mas­sa­lia bereits um 19:18 Uhr die öst­li­che Hori­zont­li­nie.

(44) Nysa kann im Stern­bild Wal­fisch auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert ihre Hel­lig­keit von anfangs 10,3 auf 9,6 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:31 Uhr (3:31 Uhr Som­mer­zeit) auf 0:12 Uhr. Am 10. Okto­ber kann der Aste­ro­id nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 5,9 mag hel­len Stern SAO 93232 auf­ge­fun­den wer­den.

Die Hel­lig­keit von (89) Julia nimmt im Okto­ber von anfangs 9,4 auf 10 mag wie­der ab. Sie wan­dert durch das Stern­bild Pega­sus und steht Anfang Okto­ber um 21:43 Uhr (22:43 Uhr Som­mer­zeit) im Meri­di­an und sinkt um 4:49 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Ende Okto­ber steht Julia bereits zwei Stun­den frü­her im Süden und geht um 2:45 Uhr unter.

Meteorströme

Zwi­schen dem 6. und 10. Okto­ber sind die Dra­co­ni­den (auch Gia­co­bi­ni­den bzw. Okto­ber-Dra­co­ni­den genannt) aktiv, des­sen zir­kum­po­la­rer Radi­ant sich etwa 3 Grad öst­lich von Del­ta Dra­co­nis befin­det. Sie gehen auf den Kome­ten 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner zurück, der eine Umlauf­zeit von 6,5 Jah­ren besitzt. In die­sem Jahr wird das Maxi­mum in der Nacht vom 8. auf den 9. Okto­ber statt­fin­den. Die Meteor­häu­fig­keit schwankt recht stark von Jahr zu Jahr. Im Schnitt sind aber alle 13 Jah­re mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. So konn­te im Jahr 1933 unge­fähr 400 Meteo­re pro Minu­te (!) beob­ach­tet wer­den. Im Jahr 2011 wur­den inner­halb von einer Stun­de rund 300 Meteo­re regis­triert. Auch 2012 gab es eine erhöh­te Akti­vi­tät, die auf den Peri­hel­durch­gang des Kome­ten zurück­zu­füh­ren war. Lei­der wird der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms nach­hal­tig stö­ren, da die­ser bereits um 20 Uhr auf­geht und die gan­ze Nacht hoch am Him­mel steht. Bei den Dra­co­ni­den han­delt es sich um extrem lang­sa­me Stern­schnup­pen mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 21 km/s, so dass sie sich gut von spo­ra­di­schen Meteo­ren unter­schei­den.

Zwi­schen dem 10. bis 18. Okto­ber sind die Del­ta-Auri­gi­den sicht­bar, die nur eine schwa­che Akti­vi­tät zei­gen und des­sen Radi­ant sich im nörd­li­chen Teil des Stern­bilds Fuhr­mann befin­det. In der Nacht vom 10. auf den 11. Okto­ber ist mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät zu rech­nen, wobei dann maxi­mal nur zwei Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se zei­gen, mit einer Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 64 km/s, sehr schnel­le Meteo­re am Him­mel. Lan­ge Jah­re wur­den die Del­ta-Auri­gi­den und die Sep­tem­ber-Per­sei­den als ein Mete­or­strom betrach­tet. Dann kris­tal­li­sier­te sich aber her­aus, dass es sich in Wahr­heit um zwei Teil­strö­me han­delt. Ein Ursprungs­kör­per der Del­ta-Auri­gi­den ist nicht bekannt.

Vom 2. Okto­ber bis 7. Novem­ber sind die Orio­ni­den aktiv. Das Akti­vi­täts­ma­xi­mum, mit einer stünd­li­chen Zeni­tra­te von 15 bis 30 Meteo­ren pro Stun­de, fin­det in die­sem Jahr in der Nacht vom 20. auf den 21. Okto­ber zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr mor­gens statt. Auch die­ser Mete­or­strom ist in sei­ner Fre­quenz varia­bel. Im Jahr 2007 wur­den mehr als 45 und 2008 bis zu 70 Stern­schnup­pen regis­triert. Für das Jahr 2017 wird eine erhöh­te Akti­vi­tät vor­her­ge­sagt. Der Radi­ant befin­det sich rund 10 Grad nord­öst­lich von Betei­geu­ze im Ori­on und steht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung etwa 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung in die­sem Jahr nicht stö­ren, weil er schon am Abend unter­ge­hen wird. Bei den Orio­ni­den han­delt es sich um schnel­le Stern­schnup­pen, die mit einer Geschwin­dig­keit von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und oft lan­ge Nach­leucht­spu­ren hin­ter­las­sen. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln dabei. Sie gehen auf den berühm­ten Kome­ten 1P/Halley zurück.

Ein noch rela­tiv unbe­kann­ter Strom stel­len die Leo-Mino­ri­den dar, des­sen Radi­ant sich bei RA 162° und Dec +37° befin­det. Ihr Akti­vi­täts­zeit­raum liegt zwi­schen dem 19. bis 27. Okto­ber, mit einem nur gerin­gen Maxi­mum am 24. Okto­ber. Zu die­sem Zeit­punkt sind wahr­schein­lich nicht mehr als 2 Meteo­re sicht­bar, die eine Geschwin­dig­keit von 62 Kilo­me­ter pro Sekun­de besit­zen und dem­nach am Him­mel recht schnell sind. Der Ursprungs­kör­per die­ses Stroms ist wahr­schein­lich der Komet C/1739 K1 (Zanot­ti).

Die Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tauri­den kön­nen von Sep­tem­ber bis in den Dezem­ber hin­ein beob­ach­tet wer­den. Die Akti­vi­tät der Süd­li­chen Tauri­den beginnt schon am 10. Sep­tem­ber und endet um den 20. Novem­ber. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tauri­den ist um den 10. Okto­ber zu erwar­ten. Die Nörd­li­chen Tauri­den sind zwi­schen dem 20. Okto­ber und 10. Dezem­ber aktiv, mit einem Maxi­mum am 12. Novem­ber. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind bei bei­den Teil­strö­men rund 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Sie zei­gen dem­nach recht lang­sa­me Meteo­re. Mit­un­ter sind auch hel­le Feu­er­ku­geln zu beob­ach­ten. Der Mut­ter­kör­per des Tauri­den­stroms ist der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternenhimmel im Oktober 2017

Der Stern­him­mel am 15. Okto­ber 2017 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit soeben die unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­ho­ri­zont erreicht. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern und damit exakt die Nord­rich­tung. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten nun eben­falls lang­sam in Rich­tung Nord­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird, bis auch er die nied­rigs­te Stel­lung im Nor­den erreicht hat. Momen­tan befin­det sich die­ser aber noch auf 7 Uhr Posi­ti­on. West­lich vom Klei­nen Bären gele­gen ent­de­cken wir noch das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kopf, und ober­halb davon den Kepheus, der gera­de die Zenit­re­gi­on über­schrit­ten hat. Öst­lich des Kepheus steht das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia in sehr guter Beob­ach­tungs­hö­he. Das Him­mels-W wird in der nächs­ten Stun­de den Zenit errei­chen. Senk­recht dar­un­ter im Nord­os­ten fin­den wird den Per­seus und noch wei­ter dar­un­ter den Fuhr­mann, mit der hel­len Kapel­la. Direkt über dem Nord­ost­ho­ri­zont sind soeben die Zwil­lin­ge auf­ge­gan­gen und kün­den schon vom nahen­den Win­ter. Öst­lich die­ser drei Stern­bil­der befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs. Die­se bestehen aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen. Bei guter Hori­zont­sicht und nied­rig im Nord­wes­ten erken­nen wir die Nörd­li­che Kro­ne und noch den nörd­lichs­ten Teil des Stern­bilds Bären­hü­ter.

Im Osten

Bli­cken wir in Rich­tung Osten, kön­nen wir schon die ers­ten Stern­bil­der des nahen­den Win­ters beob­ach­ten. Genau im Osten steht der rot leuch­ten­de Alde­ba­ran, der Haupt­stern des Stiers, mit dem offe­nen Stern­hau­fen der Hya­den. In die­sem Stern­bild ent­de­cken wir auch die Ple­ja­den – auch Sie­ben­ge­stirn genannt. Es ist ein wei­te­rer offe­ner Stern­hau­fen, der sich unge­fähr in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont befin­det und in dem wir 6 bis 8 Ster­ne mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Unter­halb des Stiers gehen soeben die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Win­ter­stern­bilds Ori­on auf. Direkt im Nord­os­ten erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht das Stern­bild der Zwil­lin­ge. Die Zwil­lin­ge bestehen aus zwei Ket­ten von Ster­nen, an deren Enden sich die bei­den hel­len Haupt­ster­ne Kas­tor und Pol­lux befin­den. Ober­halb der Zwil­lin­ge steht noch der Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Dar­über befin­det sich der Per­seus, der sich inmit­ten schö­ner Ster­nen­fel­der zwi­schen Andro­me­da und Fuhr­mann befin­det. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der berühm­te Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei, der schon leicht mit blo­ßem Auge erkannt wer­den kann und der im Fern­glas einen beein­dru­cken­den Anblick bie­tet. Bli­cken wir in Rich­tung Zenit­re­gi­on, ent­de­cken wir das “Him­mels-W”, die Kas­sio­peia. Auf der ande­ren Sei­te Ost­punk­tes befin­det sich das Stern­bild Andro­me­da. Unter­halb der Andro­me­da ent­de­cken wir das Nörd­li­che Drei­eck, den Wid­der und ein Teil der Fische. Dar­un­ter schließt sich auch der Wal­fisch an. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont sind schon die ers­ten Ster­ne des Flus­ses Eri­da­nus über dem Hori­zont erschie­nen.

Im Süden

Der gesam­te süd­li­che Abschnitt unse­res Him­mels wird nun kom­plett vom mäch­ti­gen Pega­sus domi­niert. Der lin­ke obe­re Kas­tens­tern des Pega­sus­qua­drats gehört aber nicht mehr zu die­sem Stern­bild. Denn direkt dane­ben schließt sich das Stern­bild Andro­me­da an. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht soll­te hier auch ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das man noch mit unbe­waff­ne­ten Auge erken­nen kann: Die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Es ist die nächst grö­ße­rer Nach­bar­ga­la­xie und eine Schwes­ter unse­res eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems. Mit Fern­glas und Tele­skop ergibt sich ein fan­tas­ti­scher Anblick. Unter­halb der Andro­me­da befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der, die wei­ter west­lich von den Fischen begrenzt wer­den. Die Fische ent­hal­ten aber nur sehr schwa­che Ster­ne. Ein Teil die­ses Stern­bilds, der den ring­för­mi­gen Aste­ris­mus des Cir­clets bil­det, hat soeben die höchs­te Stel­lung im Süden erreicht. Unter­halb der Fische ent­de­cken wir noch den Wal­fisch und west­lich davon, das eher unschein­ba­re Stern­bild des Was­ser­manns. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te Fomal­haut, der hel­le Haupt­stern des Süd­li­chen Fisches, noch nied­rig über dem Hori­zont erkenn­bar sein, der vor kur­zem den Meri­di­an über­schrit­ten hat. Nied­rig im Süd­wes­ten befin­det sich noch das unschein­ba­re Stern­bild Stein­bock über dem Hori­zont.

Im Westen

So lang­sam aber sicher müs­sen wir uns von den letz­ten Som­mer­stern­bil­der ver­ab­schie­den. Genau in mitt­le­rer Höhe im Wes­ten steht das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler gebil­det wird. Deneb befin­det sich dabei von allen drei Ster­nen noch am höchs­ten über dem west­li­chen Hori­zont. Ober­halb des Adlers erken­nen wir nach­ein­an­der die deut­lich klei­ne­ren und des­halb eher unauf­fäl­li­gen Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft vom Som­mer­drei­eck aus gese­hen senk­recht in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. In Rich­tung Zenit erken­nen wir die unschein­ba­re Eidech­se sowie das Stern­bild Kepheus. Eben­falls hoch im Nord­wes­ten steht der mäch­ti­ge Dra­che, der jetzt im Lau­fe der Nacht immer wei­ter in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen wird. Unter­halb sei­nes auf­fäl­li­gen rau­ten­för­mi­gen Kop­fes, befin­det sich das Stern­bild Her­ku­les und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont gele­gen und kurz vor ihrem Unter­gang, das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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