Der Sternhimmel im Monat November 2017

Der Lauf des Mondes

Am 1. Abend in Novem­ber ent­de­cken wir den zuneh­men­den Mond zwi­schen den Stern­bil­dern Fische und Wal­fisch. Am 4. des Monats wird die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Wid­der erreicht. Nur einen Abend spä­ter steht er im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, zwi­schen den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier, und nur 3 ½ Grad west­lich von Alde­ba­ran. An die­sem Abend wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter in Rich­tung Osten durch die Hya­den und bedeckt nach­ein­an­der zahl­rei­che Ster­ne. Gegen 19:50 Uhr kommt es zu einer Bede­ckung des 3,9 mag hel­len Sterns Gam­ma Tau­ri. Am Mor­gen des 6. Novem­ber wird um 3:55 Uhr sogar Alde­ba­ran selbst, der Haupt­stern des Stern­bilds Stier, von der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des bedeckt. Die­se Bede­ckung dau­ert unge­fähr eine Drei­vier­tel­stun­de, bis unser Erd­tra­bant den Stern an der unbe­leuch­te­ten Sei­te wie­der frei gibt. Nur 1 ½ Stun­den nach Mit­ter­nacht, kommt es am Mor­gen des 7. Novem­ber zu einer Bede­ckung von 119 Tau­ri. Am dar­auf fol­gen­den Abend fin­den wir ihn dann nur noch 3 ½ Grad nord­west­lich von Alhena (Gam­ma Gemi­no­rum).
An den Fol­ge­ta­gen wird der Mond nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Er wan­dert wei­ter durch die Zwil­lin­ge und befin­det sich am Abend des 9. Novem­ber eini­ge Grad süd­west­lich der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44) im Stern­bild Krebs. Das Letz­te Vier­tel wird schließ­lich am 10. Novem­ber im Stern­bild Löwe durch­lau­fen, wobei er am Mor­gen des 11. Novem­ber nur noch 6 Grad west­lich des Haupt­sterns Regu­lus zu fin­den ist. 24 Stun­den spä­ter hat der Mond Regu­lus bereits hin­ter sich gelas­sen und befin­det sich schließ­lich 7 ½ Grad öst­lich des Haupt­sterns. Am Mor­gen des 13. Novem­ber sehen wir gegen 2:35 Uhr, wie der abneh­men­de Mond den 4,1 mag hel­len Stern Sig­ma Leo­nis wie­der frei gibt. Zur Monats­mit­te befin­det sich die dün­ne Mond­si­chel nur noch 3 Grad nord­öst­lich von Mars und nur 9 ½ Grad nord­west­lich von Spi­ca, dem Haupt­stern in der Jung­frau. Am dar­auf fol­gen­den Mor­gen befin­det er sich ober­halb von Jupi­ter und Venus. Am Mor­gen des 17. Novem­ber sehen wir dann das Drei­er­ge­stirn zum letz­ten Mal über dem öst­li­chen Hori­zont auf­ge­hen, bis am 18. die Neu­mond­pha­se erreicht wird.
Mit etwas Glück sehen wir am Abend des 19. Novem­bers die sehr dün­ne Mond­si­chel sehr nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont ste­hen. Am nächs­ten Abend steht sie schon etwas höher im Schlan­gen­trä­ger und direkt west­lich von Saturn, der aller­dings in der Abend­däm­me­rung nur sehr schwer zu erken­nen ist. Nach­dem der zuneh­men­de Mond an den Fol­ge­aben­den die Stern­bil­der Schüt­ze und Stein­bock durch­lau­fen hat, steht er am Abend des 26. Novem­ber als Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) im Stern­bild des Was­ser­manns. Schließ­lich hält sich unser stil­ler Beglei­ter bis Ende Novem­ber in den Fischen auf.

Die Planeten

Mer­kur erreicht in die­sem Monat eine beschei­de­ne Abend­sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont. Ab der Monats­mit­te kann man ver­su­chen, den -0,3 mag hel­len Pla­ne­ten mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­zu­spü­ren. Vor allem in Regio­nen süd­lich von 40 Grad nörd­li­cher Brei­te, in den Tro­pen und auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, erscheint der Pla­net auch für das blo­ße Auge ab dem letz­ten Monats­drit­tel. Am 24. des Monats erreicht er schließ­lich eine größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne und steht dann 22 Grad von ihr ent­fernt. Für eine frei­sich­ti­ge Sich­tung in unse­ren Brei­ten reicht das lei­der nicht aus, weil die abend­li­che Eklip­tik im Herbst flach zum Hori­zont ver­läuft. Am 28. Novem­ber begeg­net der -0,3 mag hel­le Mer­kur Saturn in nur 3 Grad süd­li­chem Abstand. An die­sem Tag zeigt sich der inners­te Pla­net auch zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Mer­kur sinkt an die­sem Abend um 16:58 Uhr unter den west­li­chen Hori­zont.

Die Venus kann noch am Mor­gen­him­mel auf­ge­spürt wer­den, nähert sich aber bestän­dig der Son­ne an. Am 1. des Monats beträgt ihr west­li­cher Win­kel­ab­stand von unse­rem Zen­tral­ge­stirn noch 16 Grad, Ende Novem­ber schrumpft die­ser auf 9 Grad. Am 1. Novem­ber zieht sie in nur 3 ½ Grad Abstand nörd­lich an Spi­ca vor­bei, dem Haupt­stern der Jung­frau, und begeg­net am 13. des Monats den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter in nur 17 Bogen­mi­nu­ten Abstand. Mit einer Hel­lig­keit von -3,9 mag ist sie deut­lich hel­ler als der -1,7 mag hel­le Rie­sen­pla­net. Die Auf­gän­ge des Mor­gen­sterns ver­spä­ten sich im Novem­ber von anfangs 5:20 Uhr auf 6:57 Uhr. Somit geht sie zum Monats­en­de hin nur noch eine knap­pe Stun­de vor der Son­ne auf und steht zu Beginn der Bür­ger­li­chen Däm­me­rung nur noch 2 Grad hoch über dem Hori­zont. Im Fern­rohr erscheint unser Schwes­ter­pla­net nahe­zu voll beleuch­tet und mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von gut 10 Bogen­se­kun­den. Am 16. Novem­ber ergibt sich ein net­ter Anblick am Mor­gen­him­mel. Die schma­le abneh­men­de Mond­si­chel gesellt sich zu Mars, Spi­ca, Venus und Jupi­ter, wobei Jupi­ter, dicht über dem Hori­zont, nur mit Hil­fe eines Feld­ste­chers erkannt wer­den kann.

Unser roter Nach­bar Mars leuch­tet als 1,7 mag hel­les Objekt am Mor­gen­him­mel und wan­dert recht­läu­fig durch die Jung­frau. Im Lau­fe des Monats ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge von anfangs 3:49 Uhr auf 3:39 Uhr nur unwe­sent­lich. Aller­dings wächst sein Pla­ne­ten­scheib­chen leicht auf 4,2 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de hin an. Am 15. Novem­ber ergibt sich ein inter­es­san­ter Anblick, wenn die dün­ne Mond­si­chel, gegen 5 Uhr mor­gens, knapp 3 Grad nord­öst­lich des Roten Pla­ne­ten auf­ge­fun­den wer­den kann. Nur fünf Tage spä­ter, am 20. des Monats, beginnt auch auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Som­mer. Ende Novem­ber hält sich der Rote Pla­net schließ­lich nahe dem Stern Spi­ca in der Jung­frau auf.

Der -1,7 mag hel­le Rie­sen­pla­net Jupi­ter taucht nach sei­ner Kon­junk­ti­on im Okto­ber Mit­te des Monats wie­der am Mor­gen­him­mel auf und stei­gert sei­nen west­li­chen Abstand von unse­rem Zen­tral­ge­stirn von anfangs 4 auf 27 Grad. Er wan­dert zunächst noch durch die Jung­frau und wech­selt ab dem 15. Novem­ber in die Waa­ge. Am 15. Novem­ber geht Jupi­ter um 5:55 Uhr im Osten auf. Am 30. Novem­ber erfolgt sein Auf­gang über dem Ost­ho­ri­zont bereits um 5:14 Uhr. Am 13. des Monats läuft die Venus in nur 0,3 Grad Abstand nörd­lich an Jupi­ter vor­bei, was in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Gleich­zei­tig kann die Venus als Auf­such­hil­fe für den Pla­ne­ten in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung die­nen. Am 16. des Monats steht die dün­ne Sichel des abneh­men­den Mon­des nahe Mars, Spi­ca und Jupi­ter. Dabei bil­de­tet der Rie­sen­pla­net zusam­men mit dem Mond und Spi­ca ein annä­hernd recht­wink­li­ges Drei­eck in der Mor­gen­däm­me­rung. Für aus­gie­bi­ge tele­sko­pi­sche Beob­ach­tung des Rie­sen­pla­ne­ten ist es noch zu früh, er erscheint aber mit einem schein­ba­ren Äqua­tor­durch­mes­ser von gut 31 Bogen­se­kun­den im Gesichts­feld.

Der Ring­pla­net Saturn ist noch am Abend­him­mel zu sehen, sinkt aber jeden Tag tie­fer in die dich­te­ren Hori­zont­schich­ten her­ab. Mit­te des Monats wird er schließ­lich für das blo­ße Auge unsicht­bar und been­det sei­ne Abend­sicht­bar­keit. Dabei wan­dert er immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger. Am 19. Novem­ber zieht er schließ­lich in den Schüt­zen. Spä­tes­tens dann ist der Ring­pla­net für tele­sko­pi­sche Beob­ach­tun­gen nicht mehr sinn­voll nutz­bar. Sei­ne Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von 18:55 Uhr, zu Beginn des Monats, auf 17:09 Uhr Ende Novem­ber. Am 28. Novem­ber zieht Mer­kur in nur 3 Grad Abstand an Saturn vor­bei, was unter sehr guten Bedin­gun­gen mit licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Ura­nus, immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig in den Fischen, stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on und ist fast noch die gesam­te Nacht in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen opti­mal zu beob­ach­ten. Der 4,3 mag hel­le Stern Omic­ron Psc kann hier als Auf­such­hil­fe die­nen, denn Ura­nus befin­det sich nur 2 ½ Grad west­lich die­ses Sterns. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, ist er theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar, vor allem, wenn man einen dunk­len Stand­ort auf­sucht. Zum Ende des Monats hin zieht sich der grün­lich leuch­ten­de Pla­net aber lang­sam am Mor­gen­him­mel zurück. Rund eine Stun­de vor des­sen Unter­gang, kann man des Pla­ne­ten vom Beob­ach­tungs­pro­gramm strei­chen. Am 1. Novem­ber steht Ura­nus um 22:56 Uhr im Süden und geht um 5:52 Uhr unter. Ende Novem­ber erfolgt der Meri­diandurch­gang des Pla­ne­ten bereits um 20:59 Uhr und sein Unter­gang um 3:53 Uhr. Im Tele­skop zeigt sich das Ura­nus­scheib­chen nur 3,7 Bogen­se­kun­den groß mit kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten in sei­ner Atmo­sphä­re.

Nep­tun, der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems, bewegt sich rück­läu­fig durch den Was­ser­mann und kommt am 22. des Monats zum Still­stand. Anschlie­ßend bewegt sich der 7,9 mag hel­le und schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ße bläu­lich-grün leuch­ten­de Pla­net wie­der recht­läu­fig durch das Stern­bild. Mit dem Still­stand und anschlie­ßen­der Umkehr endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Der Pla­net ist ein Objekt für die ers­te Nacht­hälf­te und steht zu Beginn der Nacht bereits im Süden. Ende Novem­ber geht Nep­tun schon vor Mit­ter­nacht unter. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert der Pla­net um 20:13 Uhr im Süden und geht um 1:38 Uhr im Wes­ten unter. Ende Novem­ber steht Nep­tun bereits um 18:18 Uhr im Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Tag bereits um 23:36 Uhr. Der 3,7 mag hel­le Stern Lamb­da Aqr kann als Auf­such­hil­fe für Nep­tun die­nen, denn der Pla­net steht nur ein hal­bes Grad süd­lich die­ses Sterns.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to hält sich im Stern­bild Schüt­ze auf. Mit einer Hel­lig­keit von 14,3 mag ist er nur in gro­ßen Tele­sko­pen sicht­bar. Aller­dings sinkt Plu­to Mit­te des Monats bereits um 19:42 Uhr, kurz nach Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung, unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie und ist dem­zu­fol­ge nicht mehr beob­acht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2017 O1 (ASASSN) stand am Mit­te Okto­ber in Son­nen­nä­he und ist wei­ter­hin zir­kum­po­lar. Er wan­dert in die­sem Monat wei­ter in Rich­tung Nor­den durch das unschein­ba­re Stern­bild Giraf­fe. Am 16. Novem­ber wech­selt der Komet schließ­lich in das Stern­bild Kepheus und ist für Beob­ach­ter auf der Nord­halb­ku­gel opti­mal plat­ziert. Ab Dezem­ber hält sich ASASSN schließ­lich in der Nähe des Polar­sterns auf. Im Tele­skop erscheint der Schweif­stern recht dif­fus und mit einer knapp 10 Bogen­mi­nu­ten gro­ßen Koma. So ist ein dunk­ler Him­mel erfor­der­lich, um den Kome­ten über­haupt zu sehen. Ein licht­star­kes Fern­glas soll­te aber hel­fen, den im Novem­ber 8 bis 9 mag hel­len Kome­ten bes­ser zu auf­zu­fin­den.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 24P/Schaumasse ist am Mor­gen­him­mel zu sehen und und erreicht am 16. Novem­ber sein Peri­hel. Mit 11 mag Hel­lig­keit ist der Schweif­stern in grö­ße­ren Tele­sko­pen in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau auf­find­bar. Even­tu­ell erreicht Schau­mas­se im Lau­fe des Monats sogar die 10. Grö­ßen­klas­se. Ab dem 17. Novem­ber zieht der Komet durch den süd­li­chen Bereich des Vir­go-Gala­xi­en­hau­fens und begeg­net auch zahl­rei­che hel­le Gala­xi­en. In der Nacht vom 28. auf den 29. Novem­ber kann der Stern Del­ta Vir­gi­nis als Auf­such­hil­fe die­nen. Der Schweif­stern steht dann nur ein paar Bogen­mi­nu­ten vom 3,4 mag hel­len Stern ent­fernt.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 62P/Tsuchinshan erreicht am 16. Novem­ber die Son­nen­nä­he und es wird erwar­tet, dass er eine Hel­lig­keit von 11 bis 11,5 Magnitu­den erreicht. Damit ist der Schweif­stern eben­falls ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe und im Stern­bild Löwe am Mor­gen­him­mel beob­acht­bar.

Der Komet C/2016 R2 (PANSTARRS) zieht durch den Ori­on, west­lich an des­sen Gür­tel­ster­nen vor­bei in Rich­tung Nord­wes­ten und erreicht im Novem­ber eine Hel­lig­keit zwi­schen 11 und 12 mag. Damit ist der Komet ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe und ab Mit­ter­nacht güns­tig zu beob­ach­ten.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann zunächst noch recht­läu­fig im Stern­bild Krebs am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 23. Novem­ber wan­dert der Zwerg­pla­net in das Stern­bild des Löwen. Ihre Hel­lig­keit steigt leicht von anfangs 8,5 auf 8,0 mag. Damit ist sie ein Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Fern­roh­re. Am 1. Novem­ber geht Ceres um 22:11 Uhr im Osten auf und am 30. Novem­ber bereits um 20:37 Uhr.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wan­dert in süd­li­cher Rich­tung durch das Stern­bild Che­mi­scher Ofen (For­nax) und stand Ende Okto­ber in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Damit ist der Klein­pla­net noch fast die gan­ze Nacht hin­durch beob­acht­bar. Die Hel­lig­keit von Pal­las geht im Lau­fe des Monats von anfangs 8,2 auf 8,4 mag leicht zurück. Am 1. Novem­ber steht der Aste­ro­id um 0:28 Uhr im Süden. Am 30. Novem­ber erreicht Pal­las bereits um 22:06 Uhr den Meri­di­an.

Der Aste­ro­id (7) Iris stand eben­falls im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und wan­dert wei­ter rück­läu­fig durch den Wid­der. Am 29. des Monats wird sie sta­tio­när und been­det ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Hel­lig­keit des Aste­roi­den sinkt von anfangs 6,9 auf 7,7 mag. Damit ist sie aber immer noch ein loh­nen­des Objekt für Fern­glä­ser und klei­ne Tele­sko­pe. Als Auf­such­hil­fe kann der 3,9 mag hel­le Stern Gam­ma Ari­e­tis die­nen, an dem der Him­mels­kör­per am 14. Novem­ber in nur 0,3 Grad Abstand vor­bei­lau­fen wird. Ihre Durch­gän­ge durch den Meri­di­an ver­frü­hen sich von anfangs 23:23 Uhr auf 21:16 Uhr.

(8) Flo­ra wan­dert durch die Zwil­lin­ge und wird am 22. des Monats sta­tio­när. Damit beginnt der Aste­ro­id sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auf­grund der wei­ter schrump­fen­den Ent­fer­nung zur Erde steigt, die Hel­lig­keit des Aste­roi­den von anfangs 9,7 auf 9,1 mag. Am 1. Novem­ber geht Flo­ra um 20:54 Uhr im Osten auf. Am 30. Novem­ber erscheint der Him­mels­kör­per bereits um 19:03 Uhr über der öst­li­chen Hori­zont­li­nie.

(20) Mas­sa­lia kann zunächst noch im Stern­bild Zwil­lin­ge auf­ge­fun­den wer­den. Am 7. Novem­ber wird der Aste­ro­id sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Am 27. Novem­ber wan­dert Mas­sa­lia schließ­lich durch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Ori­on. Die Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Novem­bers von anfangs 9,6 auf 8,9 mag deut­lich. Aber erst Mit­te Dezem­ber steht sie dann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats erreicht Mas­sa­lia um 3:30 Uhr ihren höchs­ten Punkt im Süden. Ende Novem­ber erreicht der Aste­ro­id bereits zwei Stun­den frü­her den Meri­di­an. Am 25. Novem­ber steht der Him­mels­kör­per schließ­lich in der Nähe des 6,3 mag hel­len Sterns SAO 77858 der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt an die­sem Tag gera­de ein­mal zwei Bogen­mi­nu­ten.

Der Aste­ro­id Nr. 44 Nysa erreicht am 3. Novem­ber im Stern­bild Wal­fisch die Oppo­si­ti­ons­stel­lung und wird 9,6 mag hell. Bis Ende Novem­ber geht ihre Hel­lig­keit wie­der auf 10 Magnitu­den zurück. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert Nysa um 0:08 Uhr im Süden. Bis zum 30. Novem­ber ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 21:44 Uhr.

(349) Dem­bow­s­ka wan­dert rück­läu­fig durch den Stier und wird am 4. Novem­ber wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,6 Grö­ßen­klas­sem. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich von anfangs 2:15 Uhr auf 23:51 Uhr.

Meteorströme

Der Mete­or­strom der Leo­ni­den, des­sen Radi­ant sich unge­fähr 10 Grad nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen befin­det, ist all­jähr­lich zwi­schen dem 13. bis 30. Novem­ber aktiv. Das spit­ze Maxi­mum ist in der Nacht vom 16. auf den 17. Novem­ber zu erwar­ten, wobei im güns­tigs­ten Fall 10 bis 15 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Der Mond stört die Beob­ach­tung nicht, da am 18. Novem­ber Neu­mond ist. Am bes­ten beob­ach­tet man über den gesam­ten Akti­vi­täts­zeit­raum hin­weg unge­fähr ab Mit­ter­nacht bis in die Mor­gen­stun­den hin­ein. Gegen 4 Uhr mor­gens steht der Radi­ant der Leo­ni­den schon 50 Grad hoch über dem Hori­zont. Aber auch an ande­ren Tagen des Akti­vi­täts­zeit­raums, kann es zu einer erhöh­ten Akti­vi­tät kom­men, da die Erde Staub­strei­fen pas­siert, die vor lan­ger Zeit vom Mut­ter­kör­per frei­ge­setzt wur­den und dem­zu­fol­ge eine unre­gel­mä­ßi­ge Ver­tei­lung ent­lang ihrer Bahn zei­gen. Der Ursprungs­kör­per des Leo­ni­den­stroms ist der Komet 55P/­Tem­pel-Tut­tle, der eine Umlaufs­zeit von 33 Jah­ren besitzt. In den Jah­ren 1999 und 2001 waren die Leo­ni­den sehr aktiv. Mit einer erhöh­ten Akti­vi­tät, die durch­aus Sturm­stär­ke errei­chen kann, ist des­halb alle 33 Jah­re zu rech­nen, wenn die Erde das Zen­trum der Trüm­mer­wol­ke des Kome­ten pas­siert. Die Teil­chen tre­ten dabei mit einer Geschwin­dig­keit von 72 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erschei­nen dem­zu­fol­ge sehr schnell am Him­mel.

Die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sind in die­sem Monat noch erwäh­nens­wert, die in den Jah­ren 1925, 1935, 1985 und 1995 kur­ze aber hef­ti­ge Akti­vi­täts­aus­brü­che zeig­ten. So sorg­te vor 22 Jah­ren der Mete­or­strom für Auf­se­hen, als inner­halb einer hal­ben Stun­de 420 Stern­schnup­pen pro Stun­de gezählt wur­den. Der nächs­te inten­si­ve Schau­er ist aber erst im Jahr 2019 zu erwar­ten. Das Maxi­mum fin­det am 21. Novem­ber statt. Mit 65 Kilo­me­tern pro Sekun­de tre­ten die Alpha-Mono­ce­ro­ti­den sehr schnell in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen des­halb sehr schnel­le Meteo­re. Ein Urs­pungs­kör­per ist nicht bekannt. Berech­nun­gen zei­gen aber eine Umlauf­zeit von rund 500 Jah­ren für den Erzeu­ger der Alpha-Mono­ce­ro­ti­den.

Die Tauri­den sind vom 20. Sep­tem­ber bis 25. Novem­ber aktiv. Eigent­lich besteht die­ser Mete­or­strom aus zwei Teil­strö­men: Näm­lich den Nörd­li­chen und Süd­li­chen Tauri­den. Das Maxi­mum der Süd­li­chen Tauri­den erreich­te im Okto­ber sein Maxi­mum und ist noch bis zum 20. Novem­ber aktiv. Das eher brei­te Maxi­mum der Nörd­li­chen Tauri­den fin­det am 17. Novem­ber statt. Dabei ist der nörd­li­che Teil­strom deut­lich akti­ver als der Süd­li­che. Im Schnitt zei­gen sich aber nur 5 Meteo­re pro Stun­de, die mit einer Geschwin­dig­keit von nur 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Am bes­ten beob­ach­tet man den Strom der Tauri­den zwi­schen 20 Uhr und 4 Uhr mor­gens. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der peri­odi­sche Komet 2P/Encke, der auch für einen Groß­teil der eklip­ti­ka­len Meteo­re aus der Ant­he­lionquel­le ver­ant­wort­lich ist.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im November 2017

Der Stern­him­mel am 15. Novem­ber 2017 um 22:00 MEZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, hat soeben die tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten und steigt nun im Lau­fe der Nacht wie­der lang­sam höher. Die Deich­sel­spit­ze des Wagens zeigt zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit genau auf den Nord­punkt des Hori­zonts. Ver­län­gern wir nun die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun eben­so fast in sei­ner tiefs­ten Stel­lung im Nor­den befin­det. West­lich des Klei­nen Bären erken­nen wir das Stern­bild des Dra­chen, mit sei­nem mar­kan­ten rau­ten­för­mi­gen Kopf. Dar­über steigt das Stern­bild Kepheus eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Unter­halb des Dra­chen ent­de­cken wir bei guter Hori­zont­sicht noch ein Teil des Her­ku­les. Der Nord­os­ten wird fast bis in den Zenit hin­ein von den unschein­ba­ren Stern­bil­dern Giraf­fe und Luchs ein­ge­nom­men, die aber nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen. Sie sind nur unter einem dunk­len Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht zu erken­nen.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird lang­sam von den hel­len Win­ter­stern­bil­dern über­nom­men. Im Süd­os­ten ist der Him­mels­jä­ger Ori­on schon voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich davon erken­nen wir die bei­den Stern­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Direkt über dem Ost­punkt steht Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund nied­rig über dem Hori­zont. Ober­halb der Zwil­lin­ge und des Ori­on fin­den wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie das Stern­bild Stier, mit dem röt­li­chen Alde­ba­ran. Im Stier sind auch die bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den leicht mit blo­ßem Auge zu erken­nen. Noch wei­ter höher strebt das Stern­bild Per­seus lang­sam sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen. In die­sem Stern­bild erken­nen wir, etwas ober­halb der Per­seus-Figur gele­gen, die bei­den hel­len Stern­hau­fen h und Chi Persei bereits mit blo­ßem Auge. Sie erge­ben einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas und Tele­skop. In mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den unschein­ba­ren Luchs. Noch etwas höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe.

Im Süden

Der Süden wird noch immer von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. West­lich vom Meri­di­an gele­gen steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Stern­ket­te der Andro­me­da an. In die­sem Stern­bild steht das am wei­tes­ten ent­fern­te Objekt, das wir noch mit blo­ßem Auge erken­nen kön­nen. Dabei han­delt es sich um die Andro­me­da­ga­la­xie in 2 ½ Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Am bes­ten ist unse­re Nach­bar­ga­la­xie aber mit Hil­fe eines Feld­ste­chers, vor allem unter einem dunk­len Land­him­mel, zu sehen. Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat die Andro­me­da­ga­la­xie bereits zenit­nah den Meri­di­an über­schrit­ten. Noch höher im Süd­os­ten befin­det sich auch der Per­seus. Dar­un­ter erken­nen wir den west­li­chen Teil des Stiers, mit den Hya­den und Ple­ja­den, und noch wei­ter in Rich­tung Süd­ho­ri­zont einen Teil des Flus­ses Eri­da­nus. Wir wen­den uns nun wie­der dem Süd­punkt zu. Hier befin­den sich, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen noch die unschein­ba­re­ren Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und Fische. Genau im Süden geht soeben der Wal­fisch durch den Meri­di­an. Tief im Süd­wes­ten steht noch der öst­li­che Teil des Stern­bilds Was­ser­mann.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Stern­bil­der des Som­mer­him­mels. Dicht über dem West­ho­ri­zont soll­te noch das Som­mer­drei­eck erkenn­bar sein. Gebil­det wird es aus den Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Alta­ir im Adler. Alta­ir befin­det sich zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon sehr dicht über dem Hori­zont und kurz vor sei­nem Unter­gang. Die Milch­stra­ße ver­läuft in die­ser Regi­on eben­falls in Rich­tung West­ho­ri­zont her­ab. Ober­halb des Som­mer­drei­ecks ste­hen die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Eidech­se und Kepheus. Mit­tel­hoch im Nord­wes­ten erken­nen wir noch den Dra­chen und dar­un­ter ein Teil des Stern­bilds Her­ku­les. Hoch im Süd­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Pega­sus und die Andro­me­da, die im Lau­fe der Nacht immer wei­ter zum Hori­zont hin­ab­stei­gen wer­den. Unter­halb des Pega­sus steht ein Teil der Fische und bereits in Hori­zont­nä­he, das eher unschein­ba­re Stern­bild des Was­ser­manns.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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