Astronomische Jahresvorschau 2018

Das nun ange­bro­che­ne Jahr 2018 wird für uns Hob­by­as­tro­no­men gese­hen wie­der ein inter­es­san­tes Jahr wer­den. Denn neben einer sehr güns­ti­gen Peri­he­l­op­po­si­ti­on des Mars in die­sem Som­mer, ist vom deut­schen Sprach­raum aus auch wie­der eine tota­le Mond­fins­ter­nis beob­acht­bar. Außer­dem steht der Klein­pla­net (4) Ves­ta eben­falls in einer sehr güns­ti­gen Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird sogar mit blo­ßem Auge sicht­bar. Und auch ein hel­ler Komet für das blo­ße Auge, 46P/Wirtanen, wird im Dezem­ber unse­ren Him­mel schmü­cken. Des Wei­te­ren wird bei den gro­ßen Mete­or­strö­men im Jahr 2018, der Mond nur sel­ten stö­ren. Etwas aus­führ­li­cher wer­den die astro­no­mi­schen Ereig­nis­se in den Mona­ten wie immer auf mei­ner Home­page oder in einem sepa­ra­ten Arti­kel hier im Blog behan­delt.

Der ver­fins­ter­te Voll­mond und der hel­le Pla­net Mars am Abend des 27. Juli 2018

Merkur

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist in unse­ren Brei­ten ein schwie­ri­ges Objekt, weil er sich immer in der Nähe unse­rer Son­ne auf­hält und dem­zu­fol­ge nie sehr hoch über dem Hori­zont steigt. Bis Mit­te Janu­ar ist Mer­kur am Mor­gen­him­mel zu sehen und erreicht am Neu­jahrs­tag mit 22,7° sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Am 25. Janu­ar durch­läuft der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems mit 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn das Aphel sei­ner Bahn und steht dann am 17. Febru­ar in obe­rer Kon­junk­ti­on. Die Kon­junk­ti­on bedeu­tet, dass Mer­kur sich mit der Son­ne am Tag­him­mel auf­hält und unbe­ob­acht­bar bleibt. Anschlie­ßend nimmt sein öst­li­cher Abstand zur Son­ne wie­der. Mer­kur ist danach von Anfang bis Ende März in sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit des Jah­res zu beob­ach­ten.
Am 15. März steht Mer­kur mit 18,4° Win­kel­ab­stand zur Son­ne in sei­ner größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on. Er erreicht um die­sen Zeit­punkt her­um, knapp eine hal­be Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang, Höhen von gut 12° über dem West­ho­ri­zont. Nur 5 Tage vor der größ­ten Elon­ga­ti­on durch­läuft der flin­ke Pla­net auch sein Peri­hel, mit einer Distanz von 46,0 Mil­lio­nen Kilo­me­ter zur Son­ne. Die bes­te Sicht­bar­keit ergibt sich zwi­schen dem 8. bis 17. März 2018, so dass man hier am bes­ten nach dem inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems Aus­schau hal­ten kann. Der Abend­stern Venus kann dabei als Auf­such­hil­fe die­nen, um Mer­kur über dem west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren.

Mer­kur und Venus am Abend­him­mel

Am 22. März wird Mer­kur sta­tio­när und bewegt sich wie­der rück­läu­fig ent­lang der Eklip­tik. Sein Win­kel­ab­stand zur Son­ne nimmt wie­der ab, so dass er am 1. April in unte­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne steht. Die anschlie­ßen­de Mor­gen­sicht­bar­keit im April fällt für unse­re Brei­ten lei­der sehr beschei­den aus, obwohl der inners­te Pla­net sei­nen größ­ten west­li­chen Abstand zur Son­ne von 27° in die­sem Jahr erreicht. Denn die Eklip­tik ver­läuft zu die­sem Zeit­punkt bei uns sehr flach über dem mor­gend­li­chen Hori­zont. Am 23. April erreicht Mer­kur aber­mals sei­ne größ­ten Son­nen­ab­stand (Aphel). Die dar­auf fol­gen­de Abend­sicht­bar­keit, nach sei­ner obe­ren Kon­junk­ti­on am 6. Juni, fällt dage­gen wie­der etwas güns­ti­ger aus. Zur Kon­junk­ti­on steht er auch in Son­nen­nä­he (Peri­hel).
Am 12. Juli befin­det sich Mer­kur mit 26,4° aber­mals in sei­ner größ­te öst­li­chen Elon­ga­ti­on von der Son­ne. Er ist dann vor allem süd­lich von 50° nörd­li­cher Brei­te tief über dem Nord­west­ho­ri­zont, bei exzel­len­ten Bedin­gun­gen mit blo­ßem Auge oder mit Hil­fe eines Feld­ste­chers zu sehen. Am 20. Juli erreicht Mer­kur auch das Aphel sei­ner Bahn und steht dann am 9. August aber­mals in unte­rer Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Die dar­auf anschlie­ßen­de Mor­gen­sicht­bar­keit, von Ende August bis Anfang Sep­tem­ber, fällt für den deut­schen Sprach­raum wie­der deut­lich güns­ti­ger aus. Bei sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on am 26. August, erreicht Mer­kur einen maxi­ma­le Ent­fer­nung von 18,3° von der Son­ne. Anschlie­ßend wird am 2. Sep­tem­ber aber­mals die Son­nen­nä­he durch­lau­fen. Die bes­te Zeit den Pla­ne­ten am Mor­gen­him­mel zu beob­ach­ten, liegt dann zwi­schen dem 24. August bis 7. Sep­tem­ber.
Nach sei­ner Mor­gen­sicht­bar­keit steht Mer­kur am 21. Sep­tem­ber wie­der in obe­rer Kon­junk­ti­on und am 16. Okto­ber im Aphel sei­ner Bahn. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, ist die dar­an anschlie­ßen­de Abend­sicht­bar­keit im Novem­ber für uns Mit­tel­eu­ro­pä­er nicht erwäh­nens­wert. Am 6. Novem­ber erreicht er dann sei­nen größ­ten öst­li­chen Win­kel­ab­stand zur Son­ne von 23,3°. Mer­kur bleibt unbe­ob­acht­bar und steht dann am 27. Novem­ber in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und nur zwei Tage spä­ter aber­mals im Peri­hel. Im letz­ten Monat des Jah­res ist der Pla­net in sei­ner bes­ten Mor­gen­sicht­bar­keit des Jah­res zu fin­den (größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on am 15. Dezem­ber mit 21,3°). Er steht dann noch bis zum Ende des Jah­res genü­gend hoch über dem Ost­ho­ri­zont am Mor­gen­him­mel. Vor allem zwi­schen dem 10. und 18. Dezem­ber ist Mer­kur ein rela­tiv leich­tes Objekt für das blo­ße Auge kurz vor Son­nen­auf­gang. Inter­es­sant ist die enge Begeg­nung mit dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, zwi­schen dem 20. bis 23. Dezem­ber, an dem Mer­kur in weni­ger als 1° Abstand vor­bei­zie­hen wird.

Venus

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist zu Jah­res­be­ginn noch unsicht­bar und steht am 9. Janu­ar in obe­rer Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Am 23. Janu­ar erreicht sie mit 108,9 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand das Aphel ihrer Bahn. Danach ent­fernt sie sich schnell in öst­li­cher Rich­tung von unse­rem Zen­tral­ge­stirn und kann dann von Mit­te Febru­ar bis in den Sep­tem­ber hin­ein als Abend­stern beob­ach­tet wer­den. Am 5. März fin­det eine inter­es­san­te Kon­junk­ti­on mit Mer­kur, in nur 1,4° Abstand in der Abend­däm­me­rung. Am 23. März kommt es zu einer sehr engen Kon­junk­ti­on mit dem äuße­ren Pla­ne­ten Ura­nus, wobei die Venus in nur 4 Bogen­mi­nu­ten Abstand süd­lich am Pla­ne­ten vor­bei­zie­hen wird. Das Ereig­nis ist am bes­ten mit licht­star­ken Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beob­acht­bar. Ende April kann man sie dann knapp 3,5° süd­lich der Ple­ja­den auf­spü­ren. Anfang Mai zieht sie durch das Gol­de­nen Tor der Eklip­tik zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Ple­ja­den und Hya­den im Stern­bild Stier hin­durch. Mit­te Mai steht sie schließ­lich im Peri­hel und befin­det sich 107,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Im Juni ist dann der Höhe­punkt ihrer Sicht­bar­keit erreicht: Sie geht dann erst nach Mit­ter­nacht unter und steht rund eine Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang noch gut 12° hoch über dem Hori­zont.

Die Venus nähert sich dem “Gol­de­nen Tor der Eklip­tik”

In den Som­mer­mo­na­ten, von Juni bis Sep­tem­ber, ver­läuft die abend­li­che Eklip­tik wie­der deut­li­cher fla­cher zum West­ho­ri­zont her­ab, so dass unser Nach­bar­pla­net immer gerin­ge­re Höhen über dem Hori­zont erreicht. Am 9. Juli zieht sie in nur 1,1° Grad Abstand nörd­lich an Regu­lus im Löwen vor­bei. Mit­te August erken­nen wir mit Hil­fe eines Fern­roh­res, dass die Venus halb beleuch­tet ist. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Schließ­lich erreicht sie am 17. August 2018 mit 45,9° Win­kel­ab­stand ihre größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne und steht dann am 5. Sep­tem­ber aber­mals im Aphel ihrer Bahn. Von unse­ren Brei­ten aus gese­hen ver­schwin­det sie aber schon bereits Ende Sep­tem­ber von der Him­mels­büh­ne. Am 25. Sep­tem­ber steht sie mit -4,6 mag Hel­lig­keit in ihrem größ­ten Glanz und kurz nach Son­nen­un­ter­gang ganz knapp über dem West­ho­ri­zont. Die unte­re Kon­junk­ti­on zur Son­ne wird am 26. Okto­ber durch­lau­fen. Nur eini­ge Tage spä­ter taucht sie wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf und befin­det sich am 30. Novem­ber aber­mals in ihrem größ­ten Glanz. Am 26. Dezem­ber erreicht sie zum 2. Mal in die­sem Jahr das Peri­hel und ver­bes­sert bis Jah­res­en­de wei­ter ihre Sicht­bar­keit als Mor­gen­stern.

Mars

Unser roter Nach­bar Mars hält sich zu Jah­res­be­ginn am Mor­gen­him­mel auf und wird immer bes­ser sicht­bar. Am 7. Janu­ar kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit dem Jupi­ter. Bei­de Pla­ne­ten ste­hen nur 0,2° von­ein­an­der ent­fernt. Am 11. Janu­ar gesellt sich auch die schma­le abneh­men­den Mond­si­chel zum Pla­ne­ten­duo. Am 10. Febru­ar läuft Mars nur 5° nörd­lich an Ant­ares im Skor­pi­on vor­bei. Ant­ares, der Gegen­mars und Haupt­stern des Skor­pi­ons, besitzt dabei eine ähn­li­che Far­be wie der Rote Pla­net. Am 2. April kön­nen wir den Mars in nur 1,3° Abstand süd­lich des fast gleich hel­len Ring­pla­ne­ten Saturn ent­de­cken. Im Som­mer wird Mars schließ­lich zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Am 28. Juni beginnt Mars sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe und wird rück­läu­fig. Am 27. Juli 2018 kommt der Pla­net im Stern­bild Stein­bock in eine beson­ders güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne, weil er am 16. Sep­tem­ber, mit 206,6 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand von der Son­ne, auch das Peri­hel sei­ner Bahn erreicht (Peri­he­l­op­po­si­ti­on). Gleich­zei­tig ist dies einer der güns­tigs­ten Oppo­si­tio­nen der letz­ten Jah­re! Vier Tage nach der Oppo­si­ti­on steht Mars in Erd­nä­he und ist dann 0,38496 AE bzw. 57,6 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Hei­mat­pla­ne­ten ent­fernt. Nur am 27. August 2003 stand Mars mit einer Ent­fer­nung von nur 0,37272 AE zur Erde noch ein wenig näher zu uns.

Süd­ho­ri­zont mit Ant­ares, Saturn & Mars

Um den Oppo­si­ti­ons­ter­min her­um über­trifft der Mars mit -2,8 mag sogar meh­re­re Wochen den Pla­ne­ten Jupi­ter an Hel­lig­keit! Mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 24 Bogen­se­kun­den las­sen sich dann auf der Pla­ne­ten­ku­gel zahl­rei­che Details wahr­neh­men. Lei­der steht der Rote Pla­net für uns Mit­tel­eu­ro­pä­er in süd­li­che­ren Brei­ten der Eklip­tik und mit -26° Dekli­na­ti­on recht nied­rig über dem Hori­zont, so dass die Beob­ach­tung durch das schlech­te See­ing in Hori­zont­nä­he erschwert wird. Für Beob­ach­ter auf der Süd­halb­ku­gel, zum Bei­spiel in Nami­bia, befin­det sich unser Nach­bar­pla­net dage­gen in der Nähe des Zenits. Pünkt­lich zum Oppo­si­ti­ons­tag bekommt Mars auch Besuch vom ver­fins­ter­ten Voll­mond, der nur 6° ober­halb des Pla­ne­ten steht. Am 28. August kehrt der Pla­net sei­ne Bewe­gungs­rich­tung am Him­mel um und wird wie­der recht­läu­fig. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Bis Jah­res­en­de, und weit dar­über hin­aus, kann man ihn dann noch am Abend­him­mel auf­spü­ren. Die nächs­te Kon­junk­ti­on mit der Son­ne wird dann erst am 2. Sep­tem­ber 2019 erreicht.

Die Oppo­si­ti­ons­schlei­fe des Mars 2018

Jupiter

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter steht im Stern­bild Waa­ge und zu Jah­res­be­ginn am Mor­gen­him­mel. Am 7. Janu­ar über­holt ihn Mars. Am 9. Mai 2018 kommt der Rie­sen­pla­net in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und kann dann die gesam­te Nacht über als -2,5 mag hel­les Objekt beob­ach­tet wer­den. Nur einen Tag spä­ter erreicht er mit 658,2 Mil­lio­nen Kilo­me­tern Abstand auch die Erd­nä­he. Im Juni zieht sich Jupi­ter lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück und ist im August nur noch in der 1. Nacht­hälf­te zu beob­ach­ten. Am 17. August zieht er in nur 0,6° nörd­li­chen Abstand an Zuben Elgenu­bi (Alpha Librae) vor­bei. Im Okto­ber ver­ab­schie­det sich Jupi­ter dann end­gül­tig vom Abend­him­mel und steht am 26. Novem­ber in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Erst gegen Ende Dezem­ber taucht der Rie­sen­pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf.

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Mond und Jupi­ter in der Abend­däm­me­rung am 6. März 2011

Saturn

Der Ring­pla­net Saturn stand am 21. Dezem­ber 2017 in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und ist ab Mit­te Janu­ar in der Mor­gen­däm­me­rung beob­acht­bar. Er zieht sei­ne Bahn durch das Stern­bild Schüt­ze und steht somit für mit­tel­eu­ro­päi­sche Beob­ach­ter stets recht nahe am Hori­zont. Sein Ring­sys­tem ist weit geöff­net und wir bli­cken zur Zeit auf die Nord­halb­ku­gel des Pla­ne­ten. Im April geht er bereits vor Mit­ter­nacht auf und wird am 18. April schließ­lich sta­tio­när. Damit beginnt auch sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Nur einen Tag vor­her erreicht er mit 1.505 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand auch das Aphel sei­ner Bahn. Am 27. Juni 2018 steht er schließ­lich in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und mit 9,04882 AE auch in Erd­nä­he. Zum Oppo­si­ti­ons­zeit­punkt erreicht Saturn sei­ne maxi­ma­le Hel­lig­keit von 0,0 mag. Ab Ende Sep­tem­ber kann er nur noch in der 1. Nacht­hälf­te gese­hen wer­den und ist bis weit in den Herbst hin­ein am Abend­him­mel prä­sent. Am 16. Okto­ber ist sein Ring­sys­tem maxi­mal geöff­net. Danach nimmt die Ring­öff­nung über die Jah­re wie­der ab, bis am 23. März 2025 schließ­lich die Kan­ten­stel­lung erreicht wird. Am 21. Okto­ber erreicht er die süd­lichs­te Dekli­na­ti­on sei­nes 29,5 Jah­re wäh­ren­den Umlaufs um die Son­ne. Schließ­lich ver­schwin­det er Ende Novem­ber von der Him­mels­büh­ne und steht dann am 2. Janu­ar 2019 in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Auch im Jahr 2018 hält sich Saturn (lin­ker hel­ler “Stern” im Bild) in der süd­li­chen Milch­stra­ße auf – Foto: Chris­ti­an Schnei­der

Uranus

Ura­nus kann noch bis in den März hin­ein am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den und steht schließ­lich am 18. April in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Ab Ende Mai taucht der Pla­net wie­der am Mor­gen­him­mel auf und erscheint immer frü­her über dem öst­li­chen Hori­zont. Am 7. August wird er sta­tio­när und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­schlei­fe. Bis Ende Sep­tem­ber wird er zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht und steht dann am 24. Okto­ber 2018 im Stern­bild Wid­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Nur einen Tag vor­her erreicht er, mit einem Abstand von 18,87520 AE, auch die Erd­nä­he. Zum Oppo­si­ti­ons­ter­min wird sei­ne maxi­ma­le Hel­lig­keit 5,7 mag betra­gen, so dass man ihn unter einem dunk­len Him­mel theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge auf­spü­ren kann. Danach zieht er sich lang­sam vom Mor­gen­him­mel zurück und ist bis zum Jah­res­en­de noch bis weit nach Mit­ter­nacht zu beob­ach­ten.

Neptun

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems kann im Stern­bild Was­ser­mann beob­ach­tet wer­den und zieht sich im Janu­ar end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück. Am 4. März steht Nep­tun in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und taucht Anfang April wie­der am Mor­gen­him­mel auf. Am 19. Juni wird Nep­tun sta­tio­när und beginnt sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Ab August wird er ein Pla­net für die gesam­te Nacht. Am 7. Sep­tem­ber 2018 erreicht Nep­tun die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und mit 28,93292 AE auch die Erd­nä­he. Dabei kann man ihn mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag nur mit Hil­fe von Fern­glä­sern und Tele­sko­pen auf­fin­den. Anschlie­ßend ver­ab­schie­det sich Nep­tun lang­sam vom Mor­gen­him­mel, ist dann nur noch in der 1. Nacht­hälf­te zu sehen und geht Ende Dezem­ber schon vor Mit­ter­nacht unter.

Sonnen- und Mondfinsternisse

Im Jahr 2018 gibt es drei par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis­se und zwei tota­le Mond­fins­ter­nis­se. Die par­ti­el­len Son­nen­fins­ter­nis­se am 15. Febru­ar, 13. Juli und 11. August blei­ben von Mit­tel­eu­ro­pa aus unbe­ob­acht­bar. Die tota­le Mond­fins­ter­nis am 31. Janu­ar fin­det in den Mit­tags­stun­den statt und ist nur in der Pazi­fik­re­gi­on sicht­bar. Nur die tota­le Mond­fins­ter­nis am 27. Juli, pünkt­lich zur Mars­op­po­si­ti­on, kann auch von Mit­tel­eu­ro­pa aus fast in ihrer voll­stän­di­gen Län­ge beob­ach­tet wer­den. Vie­ler­orts geht der Voll­mond bereits ver­fins­tert auf, so dass er dann zur Mit­te der Tota­li­tät nur sehr nied­rig über dem Süd­ost­ho­ri­zont steht. Zusam­men mit den hel­len Som­mer­näch­ten im Nor­den, ergibt sich vor allem für Astro­fo­to­gra­fen die Gele­gen­heit, die Mond­fins­ter­nis mit einem attrak­ti­ven Land­schafts­ele­ment zu foto­gra­fie­ren.

Auf­gang des teil­ver­fins­ter­ten Mon­des am 7. August 2017 um 20:47 Uhr

Totale Mondfinsternis am 31. Januar 2018

Saros-Zyklus: 124 (49. Mond­fins­ter­nis)
Grö­ße: 1,321
Beginn: 11:50 Uhr | Mit­te: 14:30 Uhr | Ende: 17:10 Uhr
Sicht­bar­keit: Pazi­fi­scher Oze­an, nord­west­li­ches Nord­ame­ri­ka, Alas­ka, Neu­see­land, Aus­tra­li­en, Ozea­ni­en, Japan, Ost­asi­en, Ant­ark­tis

Partielle Sonnenfinsternis am 15. Februar 2018

Saros-Zyklus: 150 (17. Son­nen­fins­ter­nis)
Maxi­ma­ler Bede­ckungs­grad: 60%
Maxi­ma­le Pha­se: 21h51m MEZ (00°52′ ö.L. / 71°06′ s.Br.)
Sicht­bar­keit: süd­öst­li­cher Pazi­fik, Tei­le Süd­ame­ri­kas, Süd­at­lan­tik, Süd­afri­ka & Tei­le West­afri­kas, Tei­le der Ant­ark­tis

Partielle Sonnenfinsternis am 13. Juli 2018

Saros-Zyklus: 117 (69. Son­nen­fins­ter­nis)
Maxi­ma­ler Bede­ckungs­grad: 34%
Maxi­ma­le Pha­se: 05h01m MESZ (127°28′ ö.L. / 67°56′ s.Br.)
Sicht­bar­keit: süd­li­che Eis­meer, süd­li­cher Indi­scher Oze­an & Süd­pa­zi­fik, Ant­ark­tis, Süd­ost­küs­te Aus­tra­li­en, Tas­ma­ni­en

Totale Mondfinsternis am 27./28. Juli 2018

Saros-Zyklus: 129 (38. Mond­fins­ter­nis)
Grö­ße: 1,613
Sicht­bar­keit: Mit­tel, West- und Ost­eu­ro­pa, West­asi­en, Afri­ka, Mada­gas­kar, Indi­en, Indi­scher Oze­an, Ant­ark­tis

Fins­ter­nis­ver­lauf

Ereig­nisZei­ten in MESZPW
Ein­tritt in den Halb­schat­ten19h14m22s86°
Ein­tritt in den Kern­schat­ten20h24m02s89°
Beginn der Tota­li­tät21h29m50s277°
Mit­te der Fins­ter­nis22h21m45s
Ende der Tota­li­tät23h13m37s67°
Aus­tritt aus dem Kern­schat­ten00h19m26s255°
Aus­tritt aus dem Halb­schat­ten01h29m05s258°

Sicht­bar­keits­zo­ne der Tota­len Mond­fins­ter­nis

Partielle Sonnenfinsternis am 11. August 2018

Saros-Zyklus: 155 (6. Son­nen­fins­ter­nis)
Maxi­ma­ler Bede­ckungs­grad: 74%
Maxi­ma­le Pha­se: 11h46m MESZ (174°41′ ö.L. / 70°26′ n.Br.)
Sicht­bar­keit: Skan­di­na­vi­en, Norda­si­en, Island, Grön­land, Ark­tis, nord­öst­li­ches Kana­da

Helle Kometen und Asteroiden

In die­sem Jahr wer­den vor­aus­sicht­lich drei hel­le Kome­ten hel­ler als 7. Grö­ßen­klas­se. Vor allem der peri­odi­sche Komet 46P/Wirtanen könn­te sogar im Novem­ber und Dezem­ber 2018 mit einer Hel­lig­keit von 4 mag für das blo­ße Auge sicht­bar wer­den. Am 16. Dezem­ber kommt der Komet auch der Erde sehr nahe und pas­siert sie in einem Abstand von nur 11,6 Mil­lio­nen Kilo­me­ter. Zu sei­ner bes­ten Beob­ach­tungs­zeit wan­dert der Schweif­stern sehr schnell über unse­ren Him­mel Rich­tung Nor­den.
Der peri­odi­sche Komet 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner und Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms der Dra­co­ni­den, kann im Spät­som­mer und Herbst in Feld­ste­chern und klei­nen Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Im Sep­tem­ber erreicht er vor­aus­sicht­lich die 7. Grö­ßen­klas­sen und wan­dert steil in Rich­tung Süden.
Deut­lich schwie­ri­ger – auf­grund sei­ner gerin­gen Elon­ga­ti­on zur Son­ne – ist der Komet C/2017 S3 (Pan­STARRS) zu beob­ach­ten, der zum Peri­hel­zeit­punkt Mit­te August vor­aus­sicht­lich die 4. Grö­ßen­klas­se und even­tu­ell sogar nega­ti­ve Hel­lig­kei­ten errei­chen könn­te. Lei­der steht er zu die­sem Zeit­punkt zu nahe bei der Son­ne und ist nicht beob­acht­bar. Für Mit­tel­eu­ro­pa ergibt sich aber eine Sicht­bar­keit bis Ende Juli am Abend­him­mel und eine Mor­gen­sicht­bar­keit bis Anfang August mit rund 7 mag Hel­lig­keit.

Am 19. Juni 2018 steht der Klein­pla­net (4) Ves­ta wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 5,3 mag. Das ist die güns­tigs­te Oppo­si­ti­on des Aste­roi­den im 21. Jahr­hun­dert! Damit ergibt sich auch die sel­te­ne Gele­gen­heit, einen Aste­roi­den mit blo­ßem Auge zu beob­ach­ten. Die Hel­lig­keit liegt nur ein Zehn­tel über dem theo­re­tisch bes­ten Wert von 5,2 mag. Lei­der befin­det sich Ves­ta zum Oppo­si­ti­ons­ter­min im Stern­bild Schüt­ze und erreicht von Mit­tel­eu­ro­pa aus gese­hen nur eine sehr gerin­ge Höhe über dem Süd­ho­ri­zont. Mit knapp 20° Hori­zont­hö­he, ist ein frei­er Blick in Rich­tung Süden und kla­re Luft unab­ding­bar, um den Aste­roi­den mit blo­ßem Auge auf­zu­spü­ren. Deut­lich bes­ser ist Ves­ta von süd­li­che­ren Gefil­den aus beob­acht­bar. In Nami­bia steht sie sogar im Zenit. Zur Oppo­si­ti­on befin­det sich der Klein­pla­net 1,14 AE bzw. 171 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Weiterführende Links:

Das Fins­ter­nis­jahr 2018
WAA Hot­spot 2018

Ephe­me­ri­den 2018 (2,7 MiB, 188 hits)

Oppo­si­ti­on 2018 Aste­ro­id (4) Ves­ta – Info­blatt (1,5 MiB, 300 hits)

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