Der Sternhimmel im Monat März 2018

Der Lauf des Mondes

Am 1. März kön­nen wir den fast vol­len Mond im Stern­bild Löwe auf­fin­den. Am 2. März wird die Voll­mond­pha­se erreicht und an den Fol­ge­aben­den geht der Mond immer spä­ter über dem öst­li­chen Hori­zont auf. Schließ­lich wird er mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te, wenn er wei­ter durch die Stern­bil­der Jung­frau und Waa­ge wan­dert. Am Mor­gen des 7. März steht unser stil­ler Beglei­ter nur 4 Grad nord­west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter und am 8. des Monats 10 ½ Grad öst­lich des Pla­ne­ten. Am 9. März wird das Ers­te Vier­tel erreicht. Gleich­zei­tig befin­det sich der abneh­men­de Halb­mond 10 Grad nord­west­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Nur einen Mor­gen spä­ter hat der gegen­sei­ti­ge Abstand bei­der Him­mels­kör­per auf 3 ½ Grad abge­nom­men. Am 11. des Monats kön­nen wir ihn dann knapp 2 Grad nord­öst­lich von Saturn im Stern­bild Schütz­te auf­spü­ren. Nach­dem unser stil­ler Beglei­ter das Stern­bild Schüt­ze hin­ter sich gelas­sen hat, ergibt sich am Mor­gen des 14. März die Chan­ce, die schma­le Mond­si­chel zum letz­ten Mal vor Neu­mond über dem öst­li­chen Hori­zont zu beob­ach­ten, bis am 17. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird.
Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel ergibt sich bereits in der frü­hen Abend­däm­me­rung des 19. März die Gele­gen­heit, die sehr dün­ne Mond­si­chel dicht über dem west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren. Süd­west­lich der Mond­si­chel befin­den sich auch die Pla­ne­ten Venus, als kaum zu über­se­hen­der Abend­stern, und der Mer­kur, in sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit des Jah­res. Der Mond wan­dert wei­ter in öst­li­cher Rich­tung über den Him­mel und pas­siert nun Him­mels­re­gio­nen, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. Am 22. März steht der zuneh­men­de Mond inmit­ten der Hya­den im Stern­bild Stier und nur 1 ½ Grad west­lich vom oran­ge leuch­ten­den Haupt­stern Alde­ba­ran ent­fernt. Kurz vor Mit­ter­nacht am Abend des 23. März kommt es zu einer Bede­ckung des 4,7 mag hel­len Sterns 119 Tau­ri, an der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des. Am Nach­mit­tag des 24. März wird schließ­lich das Ers­te Vier­tel im Stern­bild Zwil­lin­ge erreicht. In den wei­te­ren Näch­ten wan­dert der Mond durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und befin­det sich am Abend des 28. März nur 3 ½ Grad öst­lich von Regu­lus. Schließ­lich kommt es am 31. März aber­mals zu einem Blue Moon bzw. zu einem zwei­ten Voll­mond im Monat. Der Oster­voll­mond steht dann im Stern­bild der Jung­frau.

Die Planeten

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems ist in die­sem Monat in sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit des Jah­res zu sehen. Mit­te Febru­ar stand Mer­kur noch in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und gewinnt im Lau­fe des Monats immer mehr grö­ße­ren öst­li­chen Abstand von ihr. Am 15. März 2018 erreicht Mer­kur schließ­lich mit 18°24′ Win­kel­an­stand sei­ne größ­te öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Nur 5 Tage vor­her durch­läuft Mer­kur das Peri­hel sei­ner Bahn und steht dann nur 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Aus die­sem Grund fällt der Win­kel­ab­stand zur Son­ne ziem­lich klein aus. Eine ers­te Gele­gen­heit für Beob­ach­ter, den -1,1 mag hel­len flin­ken Pla­ne­ten kurz nach Son­nen­un­ter­gang auf­zu­spü­ren, ergibt sich am Abend des 5. März gegen 18:30 Uhr. Er steht dann dicht über dem west­li­chen Hori­zont. Sein Unter­gang erfolgt an die­sem Abend um 19:09 Uhr. Knapp 20 Minu­ten vor sei­nem Unter­gang ver­schwin­det Mer­kur in den immer dich­ter wer­den­den Atmo­sphä­ren­schich­ten nahe am Hori­zont. Die bes­te Beob­ach­tungs­fens­ter im März liegt zwi­schen dem 10. und 20. des Monats, zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, wenn er 10 Grad Hori­zont­hö­he erreicht. Zum letz­ten Mal kön­nen wir den 0,7 mag hel­len Mer­kur am Abend des 20. März auf­fin­den. Sein Unter­gang erfolgt am die­sem Abend um 20 Uhr. Am 14. März ist das 7,14 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen halb beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum Monats­en­de nimmt der Beleuch­tungs­grad wei­ter ab, so dass er am 20. März als schma­le Sichel im Tele­skop erscheint. Am 22. des Monats wird Mer­kur schließ­lich sta­tio­när und eilt schnell rück­läu­fig auf die Son­ne zu, die Anfang April auch erreicht wird. Gleich­zei­tig ver­schwin­det er vom Abend­him­mel. Die Venus, die eben­falls als Abend­stern am Him­mels sicht­bar ist, kann am 5. und 18. des Monats als Auf­such­hil­fe die­nen, wenn Mer­kur in nur 1,4 bzw. 3,9 Grad Abstand an unse­rem Schwes­ter­pla­ne­ten vor­bei­lau­fen wird. Am 18. und 19. März steht schließ­lich noch die schma­le zuneh­men­den Mond­si­chel in der Nähe bei­der Pla­ne­ten, was für Astro­fo­to­gra­fen ein reiz­vol­les Motiv abgibt.

Die Venus ist Abend­stern und wird im Lau­fe des Monats, mit einer Hel­lig­keit von -3,9 mag, immer bes­ser sicht­bar. Sie steht nach Son­nen­un­ter­gang immer etwas höher über dem Hori­zont. Ihre öst­li­che Elon­ga­ti­on zur Son­ne steigt von anfangs 12 auf 19 Grad zum Monats­en­de. Am 1. März geht unser Schwes­ter­pla­net um 18:49 Uhr unter. Am 31. März erfolgt ihr Unter­gang erst um 20:26 Uhr (21:26 Uhr Som­mer­zeit). Im Fern­rohr erscheint das Venus­scheib­chen mit 94% fast voll beleuch­tet und knapp 11 Bogen­se­kun­den groß. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit Mer­kur am 5. und 18. März. Mer­kur zieht dabei nörd­lich an der Venus vor­bei. Auch die Zusam­men­kunft mit der schma­len Mond­si­chel am Abend des 18. März ist reiz­voll. Am 29. März kommt es zu einer sehr engen Kon­junk­ti­on mit Ura­nus, wobei unser Schwes­ter­pla­net in nur 4 Bogen­mi­nu­ten süd­li­chen Abstand an Ura­nus vor­bei­zie­hen wird. Die­se Zusam­men­kunft bei­der Pla­ne­ten kann aller­dings nur von erfah­re­nen Beob­ach­tern mit licht­star­ken Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den.

Unser roter Nach­bar Mars wird immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit zum Monats­en­de von anfangs 0,8 auf 0,3 mag. Damit ist er hel­ler als Saturn, der wei­ter in süd­öst­li­cher Rich­tung von Mars auf­ge­fun­den wer­den kann. Dabei nähert sich Mars im Lau­fe des Monats dem Saturn am Him­mel wei­ter an. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst von anfangs 6,7 auf auf 8,4 Bogen­se­kun­den. Am 11. März zieht Mars vom Stern­bild Schlan­gen­trä­ger in den Schüt­zen und läuft am 19. des Monats zwi­schen dem Tri­fidne­bel (Mes­sier 20) und dem Lagu­nen­ne­bel (Mes­sier 8) hin­durch! Zu Beginn des Monats geht Mars um 2:52 Uhr auf. Am letz­ten Tag des Monats erfolgt sein Auf­gang um 2:14 Uhr (3:14 Uhr Som­mer­zeit). Am 10. des Monats steht der abneh­men­de Mond ca. 3 Grad nord­west­lich des Roten Pla­ne­ten.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Er wird am 9. März im Stern­bild Waa­ge sta­tio­när und beginnt sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auch die Hel­lig­keit nimmt zu und beträgt Ende März bereits -2,4 mag. Damit ist er nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Somit lohnt es sich bereits, den Tanz sei­ner 4 hells­ten Mon­de und die Struk­tu­ren in sei­ner Atmo­sphä­re zu beob­ach­ten. Der Äqua­tor­durch­mes­ser steigt von anfangs 39 auf 43 Bogen­se­kun­den an. Am 1. März geht Jupi­ter um 2:24 Uhr im Süd­os­ten auf. Am 31. März erfolgt sein Auf­gang bereits um 22:18 Uhr (23:18 Uhr Som­mer­zeit). Am 7. März befin­det sich der abneh­men­den Mond knapp 4 Grad nörd­lich des Pla­ne­ten.

Der 0,5 mag hel­le Ring­pla­net Saturn ist eben­falls ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und steht in der zwei­ten Nacht­hälf­te immer etwas frü­her über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Er wan­dert dabei recht­läu­fig durch den Schüt­zen. Zu Beginn des Monats geht Saturn um 4:03 Uhr auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 2:11 Uhr (3:11 Uhr Som­mer­zeit). Am 11. März befin­det sich der abneh­men­de Mond nur 1 ½ Grad nord­öst­lich des Ring­pla­ne­ten.

Ura­nus, recht­läu­fig im Stern­bild Fische, ist zu Beginn der Nacht noch kurz tief im Süd­wes­ten erkenn­bar, ver­schwin­det zum Monats­en­de aber end­gül­tig in der Abend­däm­me­rung. Im April steht er dann in Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Der 5,9 mag hel­le Pla­net geht am 1. des Monats um 21:56 Uhr unter. Am 31. März ver­schwin­det er bereits um 20:07 Uhr (21:07 Uhr Som­mer­zeit), kurz nach Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung, unter den Hori­zont. Am 29. März kommt es in der Abend­däm­me­rung zu einer sehr engen Begeg­nung mit dem Abend­stern Venus in nur 19 Bogen­mi­nu­ten süd­li­chen Abstand. Die dich­tes­te Annä­he­rung bei­der Him­mels­kör­per fin­det aller­dings erst nach deren Unter­gang statt!

Der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, kommt am 4. März in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Somit hält sich der Pla­net mit der Son­ne am Tag­him­mel auf und bleibt unsicht­bar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht immer noch zu nahe bei der Son­ne und bleibt noch unbe­ob­acht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2016 R2 (PANSTARRS) bewegt sich wei­ter in nörd­li­che Rich­tung durch den süd­öst­li­chen Teil des Per­seus. Er erscheint mit einer Hel­lig­keit von 11,5 bis 12 mag und einem Koma­durch­mes­ser von 2 Bogen­mi­nu­ten recht dif­fus (DC2) und ist des­halb nur schwie­rig visu­ell in mitt­le­ren Instru­men­ten wahr­nehm­bar. Aller­dings zeigt der Komet auf Fotos inter­es­san­te Schweif­struk­tu­ren und steht zu Beginn der Nacht hoch an unse­rem Him­mel. Erst im Mai wird der Schweif­stern sein Peri­hel durch­lau­fen.

Der Komet C/2016 N6 (PANSTARRS) ist zir­kum­po­lar und mit einer Hel­lig­keit um 12 mag nur in grö­ße­ren Tele­sko­pen wahr­nehm­bar. Er wan­dert im Lau­fe des März vom Stern­bild Klei­ner Bär in den Dra­chen und wei­ter in das Stern­bild Giraf­fe.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig im Stern­bild Krebs auf­ge­fun­den wer­den. Am 20. des Monats wird der Zwerg­pla­net sta­tio­när und been­det die Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auch die Hel­lig­keit geht im Monats­ver­lauf wei­ter zurück von anfangs 7,3 auf 7,9 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 22:14 auf 20:13 Uhr (21:13 Uhr Som­mer­zeit) Ende März.

(2) Pal­las wan­dert wei­ter durch den Eri­da­nus und sei­ne Hel­lig­keit geht von 9,0 auf 9,1 mag zurück. Am 1. März sinkt der Pla­ne­to­id um 21:45 Uhr unter den Hori­zont und am 31. März bereits um 21:09 Uhr (22:09 Uhr Som­mer­zeit). Am 28. März steht Pal­las in nur 8 Bogen­mi­nu­ten Abstand vom 5,7 mag hel­len Stern SAO 131005 ent­fernt.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta ist bereits ein loh­nen­des Objekt für das Fern­glas und stei­gert die Hel­lig­keit von anfangs 7,5 auf 7,0 mag. Der Aste­ro­id kann zunächst noch im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger auf­ge­fun­den wer­den und wech­selt am 19. März in das Stern­bild Schüt­ze. Die Auf­gän­ge von Ves­ta ver­frü­hen sich von anfangs 2:15 Uhr auf 1 Uhr (2 Uhr Som­mer­zeit).

(7) Iris wan­dert durch den Stier und ist zu Monats­be­ginn noch 9,6 mag hell. Ende März sinkt ihre Hel­lig­keit unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. März geht Iris um 1:04 Uhr unter. Am 31. März erfolgt ihr Unter­gang bereits um 0:21 Uhr (1:21 Uhr Som­mer­zeit). Am 12. März steht der Aste­ro­id nur 9 Bogen­mi­nu­ten vom 5,5 mag hel­len Stern 43 Tau ent­fernt, der als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

(51) Nem­au­sa bewegt sich durch das Stern­bild Sex­tant. Bereits am 5. März fällt ihre Hel­lig­keit auf 10 mag zurück. Zu Beginn des Monats geht Nem­au­sa um 23:50 Uhr durch den Meri­di­an. Ende März erreicht sie bereits um 21:35 Uhr (22:35 Uhr Som­mer­zeit) ihre höchs­te Stel­lung über dem Süd­ho­ri­zont.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Das Gebiet erstreckt sich rund 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik in öst­li­cher Rich­tung des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Die gesam­te Nacht zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­li­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März hat. Das Maxi­mum fin­det in den Näch­ten vom 11. auf den 12. bzw. 12. zum 13. März statt. Der abneh­men­den Mond wir die Beob­ach­tung der Chi-Her­cu­li­den kaum stö­ren. Der Radi­ant liegt an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec:n+48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteo­re.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. März 2018 um 22:00 MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast die Zenit­ge­gend erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bilds steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt. Gleich­zei­tig hat der Dra­che hat sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Es steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben “W” besitzt und des­halb auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird. Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xi­en Mes­sier 81 und Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xi­en­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ka befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt auch der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig. Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher steht der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Per ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbst­him­mels.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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1 Kommentar

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    • Andreas on 27. März 2018 at 19:31
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    Infografik–astrohighlights-im-fruehjahr-2018-alles-was-man-märz-bis-mai-sehen-kann

  1. […] Zwei Cen­tral Flashs bei der Stern­be­de­ckung durch Tri­ton am 5. Okto­ber 2017, bei deren Pla­nung Gaia half – auch eine US-Kame­ra für’s Gran­Te­Can, bes­se­re Bild­qua­li­tät beim GMT, erst mal kei­ne Ent­schei­dung zum TMT-Stand­ort im April, wie es bei ALMA zugeht und eine Auro­ra-Kam­pa­gne 201819 mit elf Rake­ten in Nor­we­gen. Und Nach­ru­fe auf Yoshi­hi­de Kozai und Donald Lyn­den-Bell. [10:15 MEZ. NACHTRÄGE: Offen­bar soll doch im April ent­schie­den wer­den, ob das TMT nach Hawaii oder La Pal­ma kommt. Und hier, hier und hier Vor­schau­en auf die 1°-Konjunktion von Mer­kur und Venus am 3. und 4. März (in Euro­pa an bei­den Aben­den der­sel­be Abstand), die Mer­kur-Abend­sicht­bar­keit gene­rell und den Monat März] […]

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