Der Sternhimmel im Monat April 2018

Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im Monat fin­den wir den abneh­men­den Mond im Stern­bild Jung­frau und einen Tag spä­ter im Stern­bild der Waa­ge. In der Nacht vom 3. auf den 4. April kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter nur 7 Grad öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter auf­fin­den. Der Mond ist nun ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te gewor­den und wan­dert lang­sam wei­ter ent­lang der Eklip­tik in Rich­tung Osten durch die Stern­bil­der Skor­pi­on, Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze. Am Mor­gen des 7. April fin­den wir ihn nahe Saturn und Mars, wobei der west­li­che Win­kel­ab­stand 4 ½ bzw. 7 Grad beträgt. Am 8. befin­det sich unser Mond im Letz­ten Vier­tel und nur 5 Grad nörd­lich von Mars sowie 7 ½ Grad nörd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. An die­sem Mor­gen kommt es gegen 4:10 Uhr auch zu einer Bede­ckung des 2,9 mag hel­len Sterns Pi Sgr am hel­len Mond­rand. Nach­dem der wei­ter abneh­men­de Mond die Stern­bil­der Stein­bock und Was­ser­mann hin­ter sich gelas­sen hat, kön­nen wir die schma­le Sichel zum letz­ten Mal am Mor­gen des 13. April über dem öst­li­chen Hori­zont auf­spü­ren, bis am 16. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird. Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, taucht die Sichel des zuneh­men­den Mon­des bereits am Abend des 17. April, knapp 40 Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf. Am 18. des Monats befin­det er sich bereist 6 Grad west­lich von Alde­ba­ran im Stier. Gegen 22 Uhr an die­sem Abend bil­det die Venus, zusam­men mit dem Stern­hau­fen der Ple­ja­den und der Mond­si­chel ein annä­hernd gleich­sei­ti­ges Drei­eck am Him­mel. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter in öst­li­cher Rich­tung durch den nörd­li­chen Teil des Ori­on, in die Zwil­lin­ge und anschlie­ßend in das Stern­bild Krebs, wo am 22. April das Ers­te Vier­tel erreicht wird. Am 24. April befin­det sich unser stil­ler Beglei­ter nur eine hal­be Voll­mond­brei­te nord­öst­lich von Regu­lus im Löwen. Am 26. des Monats kön­nen wir den Gol­de­nen Hen­kel am Mond­ter­mi­na­tor beob­ach­ten. Bis zum Ende des Monats läuft unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Stern­bil­der Jung­frau und Waa­ge und steht dann an den letz­ten bei­den Aben­den des Monats in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Am letz­ten Abend im April wird schließ­lich auch die Voll­mond­pha­se erreicht, wobei der Mond 3 ½ Grad nord­öst­lich von Jupi­ter zu fin­den ist.

Die Planeten

Mer­kur stand im Vor­mo­nat in größ­ter öst­li­cher Elon­ga­ti­on von der Son­ne und erreicht am 1. Tag des Monats die unte­re Kon­junk­ti­on mit ihr. Am 14. April wird Mer­kur sta­tio­när und gewinnt dann einen immer grö­ßer wer­den­den west­li­chen Abstand von der Son­ne. Am 29. April steht er dann mit 27°10′ Win­kel­ab­stand in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on. Lei­der kommt es auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel nicht zu einer Mor­gen­sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems. Somit bleibt Mer­kur im gesam­ten Monat April unsicht­bar. Sechs Tage vor der größ­ten Elon­ga­ti­on erreicht der flin­ke Pla­net auch das Aphel sei­ner Bahn und steht dann 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt.

Die Venus ist nach wie vor auf­fäl­li­ger Abend­stern und baut ihre Sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont wei­ter aus. Dabei zieht sie ent­lang der Eklip­tik durch den Wid­der wei­ter in Rich­tung Osten und über­schrei­tet am 19. April die Gren­ze zum Stern­bild Stier. Zum Monats­en­de hin kann man den Abend­stern rund 3 ½ Grad süd­lich des Offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den im Stern­bild Stier beob­ach­ten. Ihre Hel­lig­keit bleibt mit -3,9 mag den gan­zen Monat April über kon­stant. Im Fern­rohr ist ein fast voll beleuch­te­tes und 12 Bogen­se­kun­den gro­ßes Venus­scheib­chen sicht­bar. Im Lau­fe des Monats wächst der schein­ba­re Durch­mes­ser unse­res Schwes­ter­pla­ne­ten von anfangs 10,6 auf 11,5 Bogen­se­kun­den. Gleich­zei­tig nimmt ihre Beleuch­tungs­pha­se wei­ter­hin ab und beträgt Ende April 89%. Zu Beginn des Monats steht der Abend­stern knapp eine Stun­de nach Son­nen­un­ter­gang gut 6 Grad und Ende April bereits 12 Grad hoch über dem West­ho­ri­zont. Ihre Unter­gän­ge ver­spä­ten sich wei­ter, obgleich es auch immer spä­ter dun­kel wird, so dass ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel nahe­zu gleich bleibt. Am 1. April geht Venus um 21:30 Uhr Som­mer­zeit im Wes­ten unter. Am 30. April erfolgt ihr Unter­gang erst um 23:03 Uhr.

Unser roter Nach­bar Mars ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und im Stern­bild Schüt­ze auf­find­bar. Die Hel­lig­keit des Roten Pla­ne­ten steigt von anfangs 0,3 auf -0,4 mag. Im Tele­skop wächst das Mars­scheib­chen, was einen leich­ten Pha­sen­de­fekt von 88% zeigt, von 8,5 auf 11,1 Bogen­se­kun­den an, so dass eine Beob­ach­tung der zahl­rei­chen Ober­flä­chen­de­tails unse­res Nach­bar­pla­ne­ten bei gutem See­ing schon lohnt. Zu Beginn des Monats geht Mars um 3:13 Uhr auf und Ende April bereits um 2:17 Uhr Som­mer­zeit. Inter­es­sant ist die Begeg­nung mit dem Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 22, an dem der Pla­net zu Beginn des Monats in nur 0,4 Grad nörd­li­chen Abstand vor­bei­lau­fen wird. Zwi­schen dem 2. und 3. April wan­dert Mars in nur 1,3 Grad Abstand süd­lich am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei. Des Wei­te­ren ist die enge Zusam­men­kunft mit dem abneh­men­den Halb­mond und Saturn am Mor­gen des 7. und 8. April noch erwäh­nens­wert.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wird Ende April zum Pla­ne­ten für die gesam­te Nacht. Er wan­dert wei­ter rück­läu­fig durch die Waa­ge und steht am 9. Mai in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Mit einer Hel­lig­keit von -2,5 mag ist Jupi­ter am Him­mel unüber­seh­bar. Nach Mond und Venus ist der Rie­sen­pla­net das auf­fäl­ligs­te Gestirn am Nacht­him­mel. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst auf 44,6 Bogen­se­kun­den zum Monats­en­de hin wei­ter an. Am 1. April geht Jupi­ter um 23:14 Uhr im Osten auf und kul­mi­niert um 3:48 Uhr. Am 30. April erfolgt sein Auf­gang bereits um 21:03 Uhr und der Meri­diandurch­gang um 1:43 Uhr Som­mer­zeit.

Der Ring­pla­net Saturn ist ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert immer lang­sa­mer wer­dend recht­läu­fig durch den Schüt­zen. Am 18. April wird Saturn sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Sei­ne Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Aprils von anfangs 0,5 auf 0,3 mag. Zu Beginn des Monats geht Saturn um 3:07 Uhr im Süd­os­ten auf. Am Endes des Monats erfolgt sein Auf­gang bereits um 1:14 Uhr Som­mer­zeit. Saturn hält sich sehr nied­rig auf der Eklip­tik in der Nähe des roten Plan­ten Mars auf, so dass die Nähe zum Hori­zont die Beob­ach­tung des Ring­pla­ne­ten nach­hal­tig beein­träch­tigt. Im Tele­skop erscheint das Saturn­scheib­chen 17 Bogen­se­kun­den groß und mit einem zu 25 ½ Grad geöff­ne­ten Ring. Am 2. April wan­dert Mars in nur 1,3 Grad Abstand süd­lich am Ring­pla­ne­ten vor­bei.

Ura­nus, im Stern­bild Fische, steht am 18. April 2018 in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und ist nicht beob­acht­bar. Am 28. April wech­selt der Pla­net in das Stern­bild Wid­der.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, stand Anfang März in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne. Sein west­li­cher Abstand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn wächst zum Monats­en­de hin auf gut 53 Grad, was aber noch nicht reicht, um den 7,9 mag hel­len Pla­ne­ten in der Mor­gen­däm­me­rung auf­zu­spü­ren.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wird am 23. April im Stern­bild Schüt­ze sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Er ist somit am Mor­gen­him­nmel bis Däm­me­rungs­be­ginn beob­acht­bar. Aller­dings erreicht der fer­ne und nur 14,2 mag hel­le Zwerg­pla­net erst am 12. Juli 2018 die Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Am 1. April geht Plu­to um 3:54 Uhr auf und am 30. des Monats bereits um 2:01 Uhr Som­mer­zeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner bewegt sich inmit­ten der Som­mer­milch­stra­ße durch das Stern­bild Adler wei­ter in den Pfeil und ist mit einer Hel­lig­keit um 12 Magnitu­den in mitt­le­ren bis grö­ße­ren Tele­sko­pen am Mor­gen­him­mel auf­find­bar. Bei sei­ner Son­nen­nä­he im Sep­tem­ber 2018 könn­te der Komet sogar eine Hel­lig­keit von 7 mag errei­chen und wäre dann ein ein­fa­ches Feld­ste­cher­ob­jekt. Ende April steht der Schweif­stern in der Nähe von Alpha Sge, der gut als Auf­such­hil­fe für den Kome­ten die­nen kann.

Der Komet C/2016 R2 (Pan­STARRS) ist ein Objekt für den Abend­him­mel. Zum Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung befin­det er sich noch gut 30 Grad hoch im Nord­wes­ten. Er wan­dert im Lau­fe des Aprils durch den süd­öst­li­chen Teil des Per­seus wei­ter in den nörd­li­chen Bereich des Fuhr­manns und wird schließ­lich zir­kum­po­lar. Die Koma des Kome­ten ist mit 1,5 Bogen­mi­nu­ten recht klein und erscheint dif­fus (DC 2–3), so dass ein dunk­ler Him­mel erfor­der­lich ist. Sei­ne Hel­lig­keit bleibt um 11 Grö­ßen­klas­sen nahe­zu kon­stant, so dass Pan­STARRS in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann.

Der Komet C/2016 N2 (Pan­STARRS) steht nach Ein­bruch der Dun­kel­heit hoch am Him­mel und kann mit einer Hel­lig­keit von 11 mag in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Er bewegt sich im Lau­fe des Aprils an der west­li­chen Gren­ze der Stern­bil­der Gro­ßer Bär und Giraf­fe ent­lang in Rich­tung Süden.

Der Komet C/2016 M1 (Pan­STARRS) wan­dert durch den süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Adler und ist am Mor­gen­him­mel sicht­bar. Mit einer Hel­lig­keit um 11,5 mag ist der Schweif­stern ein Objekt für mitt­le­re bis grö­ße­re Tele­sko­pe.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Krebs. Im Lau­fe des Monats geht ihre Hel­lig­keit von anfangs 7,9 auf 8,4 mag zurück. Am 1. April steht Ceres um 21:09 Uhr im Süden und am 30. April bereits um 19:35 Uhr Som­mer­zeit. Am 5. April steht der Zwerg­pla­net in nur 3 Bogen­mi­nu­ten Abstand bei 46 Cnc (6,1 mag).

(2) Pal­las zieht durch das Stern­bild Eri­da­nus und ist nur noch kurz am Abend­him­mel sicht­bar. Am 1. April geht die 9,1 mag hel­le Pal­las um 22:08 Uhr unter und am Ende des Monats bereits um 21:35 Uhr Som­mer­zeit. Am 2. April steht der Aste­ro­id nur 5 ½ Bogen­mi­nu­ten von Del­ta Eri (5,8 mag) ent­fernt der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta kann recht­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Sie bewegt sich dabei immer lang­sa­mer wer­dend über den Him­mel und kommt Ende des Monats fast zum Still­stand. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 7,0 auf 6,5 mag, so dass sie bereits sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den kann. Ihre Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 1:57 Uhr auf 0:23 Uhr Som­mer­zeit.

(15) Euno­mia bewegt sich durch die nörd­li­chen Berei­che des Stern­bilds Zen­taur und wird ab 22. April wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de steigt die Hel­lig­keit auf 9,8 mag. Die Beob­ach­tung ist auf­grund des sehr gerin­gen Hori­zont­ab­stan­des schwie­rig, da Euno­mia bei ihrer Kul­mi­na­ti­on nur 5 Grad Höhe über dem Süd­ho­ri­zont erreicht. Zu Beginn des Monats steht Euno­mia um 3:39 Uhr im Meri­di­an und Ende des Monats bereits um 1:23 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s han­delt es sich um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum am 22. gegen 20 Uhr. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit des Mete­or­stroms zum Maxi­mums­zeit­punkt liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant der Lyri­den in guter Beob­ach­tungs­hö­he am Him­mel steht. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Schnitt etwa 10 bis 15 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Der zuneh­men­de Halb­mond wir die Beob­ach­tung der Lyri­den bis 3 Uhr mor­gens stö­ren. Die Lyri­den sind immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1961 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich in die­sem Monat vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Durch die süd­li­che Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besit­zen.

Die Alpha-Vigi­ni­den, deren Radi­ant sich rund 20 Grad west­lich der Ant­he­lionquel­le befin­det, sind eben­falls um den 22. April her­um sicht­bar und zei­gen nur wenig Meteo­re, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und damit eben­falls sehr lang­sam sind.

Im letz­ten Aprild­rit­tel tau­chen auch schon die ers­ten Eta-Aquari­den auf, die eine Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 66 Kilo­me­tern pro Sekun­de auf­wei­sen. Auf­grund der nied­ri­gen Radi­an­ten­stel­lung über dem Hori­zont, erzeu­gen die Eta-Aquari­den lan­ge Spu­ren am Nacht­him­mel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. April 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit senk­recht nach oben in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das Stern­bild des Gro­ßen Bären mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens. Das bekann­tes­te aller Stern­bil­der der Nord­halb­ku­gel hat nun sei­ne höchs­te Stel­lung hoch über unse­ren Köp­fen erreicht. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären gele­gen kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen. Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir noch die Kas­sio­peia, das “Him­mels-W”. Im Nord­wes­ten steht der Per­seus und etwas ober­halb die­ses Stern­bilds der hel­le Stern Capel­la im Fuhr­mann. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, eben­falls lang­sam wie­der höher und aus dem Hori­zont­dunst her­vor.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten befin­det sich das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Er ist ein Weg­wei­ser für die Früh­lings­stern­bil­der. Vom Bären­hü­ter aus­ge­hend steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel nun genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne befin­den sich noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit. Rechts von der Deich­sel aus­ge­hend befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten, und west­lich von Ark­tur gele­gen, das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Coma-Stern­hau­fen Melot­te 111 erken­nen. Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les, die Lei­er, mit der Wega, sowie direkt im Osten der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Dicht über dem Süd­ho­ri­zont zieht ein wei­te­rer Stern unse­re Bli­cke auf sich. Hier­bei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter, der zur Zeit im Stern­bild Waa­ge zu fin­den ist.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben nun zu unser Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit end­lich den gesam­ten Süd­him­mel ein­ge­nom­men. Der hells­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist der auf hal­ber Höhe ste­hen­de Ark­tur im Bären­hü­ter. Ark­tur zeigt auf einen wei­te­ren hel­len Stern in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont: Es ist der hel­le und weiß­lich leuch­ten­de Haupt­stern Spi­ca im Stern­bild der Jung­frau. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Die zahl­rei­chen Gala­xi­en des Vir­go-Gala­xi­en­hau­fens, etwas wei­ter öst­lich vom Schwanz des Löwen gele­gen, befin­den sich nun eben­falls in opti­ma­ler Beob­ach­tungs­po­si­ti­on im Süden. Ober­halb des Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen, kön­nen wir noch das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke mit dem Coma-Stern­hau­fen ent­de­cken. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de. Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir das Stern­bild Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­ne bestehen­de aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge, schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten in mitt­le­rer Höhe aus­ge­hend in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont her­ab.

Im Westen

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fal­len noch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man noch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund und dar­über den Krebs. Hier kön­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe, auch Krip­pe genannt, erken­nen. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenit­nä­he kön­nen wir das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bild des Luchs.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] Der Sturm wird hier näher vor­ge­stellt und ist auf die­sem Bild vom 1. April beson­ders deut­lich zu sehen. Auch ein detail­rei­cher Saturn von 2017, aktu­el­le Jupi­ters vom 1. April und 30. März sowie Mars und Saturn beim Kugel­hau­fen M 22 am 2. April, 1. April und 30. März. Der­weil zeigt der akti­ve Aste­ro­id (3552) Don Qui­xo­te jetzt erst­mals Akti­vi­tät im sicht­ba­ren Licht (eine klei­ne Koma und ein 30″-Schweifchen; CBET #4502 vom 29.3.), ist der noch sehr son­nen­fer­ne Komet C/2017 K2 rela­tiv hell, was man wild extra­po­lie­ren mag oder bes­ser nicht und hat der Aste­ro­id A/2018 F4 eine leicht hyper­bo­li­sche Bahn, die aber weder ein­deu­tig ist noch auf eine inter­stel­la­re Her­kunft hin­deu­tet: Kom­men­ta­re hier, hier und hier. Auch eine neue Tech­nik zur Meteo­ri­ten-Suche im Eis – und der Him­mel im April. […]

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