Der Sternhimmel im Monat Mai 2018

Der Lauf des Mond

Am 1. Abend im Monat Mai befin­det sich der abneh­men­den Mond im Stern­bild Waa­ge. An den Fol­ge­ta­gen wird die­ser immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und geht immer spä­ter über dem öst­li­chen Hori­zont auf. Am Mor­gen des 5. Mai steht der Mond nur 3 ½ Grad öst­lich von Saturn im Stern­bild Schüt­ze und am 6. des Monats 2 ½ Grad nord­west­lich von Mars. Nur einen Mor­gen spä­ter hat der Mond den Mars bereits hin­ter sich gelas­sen. Am 8. Mai steht unser Erd­tra­bant als abneh­men­der Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) im Stein­bock. An die­sem Mor­gen fin­det um 4:09 Uhr eine Stern­be­de­ckung des 4,3 mag hel­len Sterns Iota Cap statt. Rund eine Stun­de spä­ter taucht der Stern an der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des wie­der auf. In den Fol­ge­näch­ten durch­wan­dert der Mond Gebie­te am Him­mel, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. In der Mor­gen­däm­me­rung des 13. Mai kön­nen wir den Mond schließ­lich zum letz­ten Mal im Osten auf­ge­hen sehen bis am 15. Mai die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
Am 16. Mai taucht die dün­ne, zuneh­men­den Mond­si­chel wie­der im Wes­ten in der Abend­däm­me­rung auf. Einen Abend spä­ter steht sie nur 5 ½ Grad süd­lich der Venus. An den dar­auf­fol­gen­den Aben­den wan­dert unser Erd­tra­bant wei­ter durch die Zwil­lin­ge, Krebs und Löwe. Am 21. Mai kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter west­lich des Haupt­sterns Regu­lus im Löwen auf­spü­ren, bis nur einen Tag spä­ter das Ers­te Vier­tel erreicht wird. Nach­dem der Mond das Stern­bild Jung­frau durch­lau­fen hat, steht er am 27. des Monats nur 3 Grad nord­öst­lich von Jupi­ter im Stern­bild Waa­ge und am 29. Mai als Voll­mond im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Am letz­ten Abend im Monat geht der Mond schließ­lich im Stern­bild Schüt­ze auf.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur stand am 29. April mit 27 Grad in sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, reicht das lei­der nicht für eine Mor­gen­sicht­bar­keit für Mer­kur in unse­ren Brei­ten. Nur in den Tro­pen oder auf der Süd­halb­ku­gel der Erde kann der inners­te Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems vor Son­nen­auf­gang nied­rig im Osten auf­ge­fun­den wer­den. Am 3. Mai ist das 7,5 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet, die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis Ende Mai nähert sich Mer­kur wei­ter der Son­ne an und steht dann am 6. Juni in Kon­junk­ti­on mit ihr.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist nach wie vor Abend­stern und wird zum auf­fäl­li­gen Objekt kurz nach Son­nen­un­ter­gang. Der Pla­net ist zunächst noch im Stern­bild Stier auf­find­bar und steht am 3. Mai nur 7 Grad ober­halb von Alde­ba­ran. Am 19. Mai über­schrei­tet sie schließ­lich die Gren­ze zum Stern­bild Zwil­lin­ge. An die­sem Tag erreicht sie auch ihren nörd­lichs­ten Punkt auf ihrem Lauf ent­lang der Eklip­tik. Ihre Hel­lig­keit steigt bis zum Monats­en­de auf -4,0 mag. Ihre Pha­se nimmt wei­ter ab und beträgt Ende Mai schließ­lich 81%. Gleich­zei­tig nimmt ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser zu von 11,5 auf 13,0 Bogen­se­kun­den. Am 1. Mai sinkt die Venus um 23:06 Uhr Som­mer­zeit unter den Hori­zont. Am 31. Mai erfolgt ihr Unter­gang erst um Mit­ter­nacht. Am 16. Mai durch­läuft sie den son­nen­nächs­ten Punkt ihrer Bahn und befin­det sich dann 107,5 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Am Abend des 17. Mai steht die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des nur 5 Grad süd­west­lich des Abend­sterns.

Unser roter Nach­bar Mars geht zum Monats­en­de hin knapp eine Stun­de nach Mit­ter­nacht auf und beherrscht die zwei­te Nacht­hälf­te. Zunächst hält er sich noch im Schüt­zen auf und wech­selt am 15. des Monats in das Stern­bild Stein­bock. Gleich­zei­tig bewegt er sich immer lang­sa­mer wer­dend? ent­lang der Eklip­tik und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs -0,3 auf -1,2 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst zum Monats­en­de auf 15 Bogen­se­kun­den, so dass bereits bei ruhi­ger Luft, Beob­ach­tun­gen sei­ner Ober­flä­chen­de­tails loh­nen. Im Tele­skop zeigt Mars auch einen leich­ten Pha­sen­de­fekt von 90%. Lei­der steht er in unse­ren Brei­ten sehr nied­rig über dem Hori­zont. Nur in den Tro­pen und vor allem auf der Süd­halb­ku­gel der Erde steht er bei sei­nem Meri­diandurch­gang nahe dem Zenit. Zu Monats­be­ginn geht der Rote Pla­net um 2:15 Uhr im Süd­os­ten auf. Ende Mai erfolgt sein Auf­gang bereits um 1:01 Uhr Som­mer­zeit. Am Mor­gen des 6. Mai steht der abneh­men­den Mond nur 2 ½ Grad nord­west­lich des Roten Pla­ne­ten. Des Wei­te­ren beginnt am 22. Mai auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Herbst.

Der -2,5 mag hel­le Rie­sen­pla­net Jupi­ter erreicht am 9. Mai die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht über im Stern­bild Waa­ge sicht­bar. Aller­dings erreicht Jupi­ter sei­ne gerings­te Distanz zur Erde erst einen Tag spä­ter, näm­lich am Vor­mit­tag des 10. Mai. Zu die­sem Zeit­punkt befin­det er sich 658 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­ren Hei­mat­pla­ne­ten ent­fernt. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Jupi­ter um 20:21 Uhr im Süd­os­ten auf und über­schrei­tet um 1:03 Uhr den Meri­di­an. Sein Unter­gang erfolgt am Mor­gen um 5:36 Uhr. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gän­ge und Unter­gän­ge auf 23:17 Uhr bzw. 4:02 Uhr Som­mer­zeit. Im Fern­rohr wächst das Jupit­er­scheib­chen auf 44,8 Bogen­se­kun­den an. Bei guten Sicht­be­din­gun­gen heben sich dann deut­lich die ver­schie­den­far­bi­gen Bän­der in der Jupi­ter­at­mo­sphä­re ab. Inter­es­sant ist auch das Wech­sel­spiel der Gali­lei­schen Mon­de zu ver­fol­gen, wenn die­se vor dem Pla­ne­ten Vor­über­gän­gen und Schat­ten­wür­fen zei­gen. Am 1. und 27. Mai steht der fast vol­le Mond in der Nähe des Rie­sen­pla­ne­ten.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich wei­ter rück­läu­fig durch den Schüt­zen und ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Somit wird er immer bes­ser am Mor­gen­him­mel sicht­bar, obwohl sei­ne Kul­mi­na­ti­ons­hö­he über dem Süd­ho­ri­zont zum Ende der Nacht eben­falls eher gering aus­fällt, jeden­falls in unse­ren Brei­ten. Die Hel­lig­keit des Pla­net steigt leicht an und beträgt zum Monats­en­de 0,2 mag. Am 1. Mai über­schrei­tet Saturn um 1:09 Uhr die süd­öst­li­che Hori­zont­li­nie und am 31. Mai bereits um 23:03 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop erkennt man, dass sein Ring mit 25,6 Grad weit geöff­net ist. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt 18 Bogen­se­kun­den. Am 5. Mai steht der abneh­men­den Mond nur 2 ½ Grad vom Ring­pla­ne­ten ent­fernt.

Ura­nus stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und bewegt sich wei­ter recht­läu­fig durch das Stern­bild Wid­der. Lei­der ist Ura­nus noch nicht am Mor­gen­him­mel auf­find­bar und bleibt unsicht­bar, da sich der Pla­net noch nicht voll­stän­dig aus den Strah­len der Son­ne lösen kann.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun ist zum Ende der Nacht bereits am Mor­gen­him­mel recht­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann auf­find­bar. Aller­dings steht er zum Ende der Nacht noch nicht sehr hoch über dem Hori­zont. Der bläu­li­che und 7,9 mag hel­le und schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net geht Anfang Mai um 4:07 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende Mai erfolgt sein Auf­gang bereits zwei Stun­den frü­her.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to, rück­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze, ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Mit einer Hel­lig­keit von 14,2 mag ist der ent­fern­te Him­mels­kör­per im Ster­nen­ge­wim­mel der Milch­stra­ße nur sehr schwer aus­zu­ma­chen und nur in gro­ßen Tele­sko­pen beob­acht­bar. Am 1. Mai geht Plu­to um 1:57 Uhr Som­mer­zeit im Süd­os­ten auf. Am 31. Mai erfolgt sein Auf­gang bereits zwei Stun­den frü­her.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2016 M1 (Pan­STARRS) bewegt sich vom Stern­bild Adler kom­mend schnell in Rich­tung Süden in das Stern­bild Schüt­ze. Er ist am Mor­gen­him­mel beob­acht­bar und steht Anfang Mai und zum Ende der Nacht knapp 25 Grad hoch über dem süd­öst­li­chen Hori­zont. Ende Mai wird der Hori­zont­ab­stand aller­dings nur noch 15 Grad betra­gen. Mit einer Hel­lig­keit um 10 mag, ist er in mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­find­bar.

Der Komet C/2016 R2 (Pan­STARRS) ist zir­kum­po­lar und bewegt sich durch das Stern­bild Fuhr­mann. Zu Beginn der Nacht befin­det er sich noch 15 Grad hoch über dem Nord­west­ho­ri­zont. Die Hel­lig­keit geht wei­ter lang­sam zurück und beträgt Ende Mai nur noch 11,5 mag. Am 5. Mai zieht der Schweif­stern in nur 2 Grad Abstand süd­öst­lich an Kapel­la vor­bei. Am 9. Mai erreicht Pan­STARRS mit 2,6 AE Abstand schließ­lich sein Peri­hel.

Die Hel­lig­keit des Kome­ten C/2016 N6 (Pan­STARRS) ist mit 12 mag den gan­zen Mai über nahe­zu kon­stant. Er befin­det sich zu Beginn der Nacht halb­hoch an unse­rem Him­mel im Stern­bild des Luchs.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner bewegt sich in die­sem Monat durch die Stern­bil­der Pfeil, Füchs­chen und Schwan und kann mit rund 12 Magnitu­den in gro­ßen Tele­sko­pen hoch am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 11. Mai kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit dem Han­tel­ne­bel (Mes­sier 27) im Füchs­chen. Der gegen­sei­ti­ge Abstand bei­der Objek­te wird dann nur 0,5 Grad betra­gen.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres wan­dert zunächst noch immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch den Krebs wech­selt am 17. Mai in das Stern­bild Löwe. Die Hel­lig­keit geht im Lau­fe des Mai wei­ter zurück von anfangs 8,4 auf 8,7 mag. Die Unter­gän­ge des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:33 Uhr auf 2:37 Uhr Som­mer­zeit. Am 19. Mai steht Ceres nur 7 Bogen­mi­nu­ten süd­lich von Kap­pa Leo­nis (4,5 mag), der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta wird immer bes­ser sicht­bar und kann zum Monats­en­de hin unter sehr guten Bedin­gun­gen bereits mit blo­ßem Auge im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­spürt wer­den. Denn ihre Hel­lig­keit nimmt von anfangs 6,5 auf 5,8 mag deut­lich zu. Ansons­ten ist der Aste­ro­id in jedem noch so klei­nen Fern­glas sicht­bar. Ves­ta wird am 8. Mai sta­tio­när und setzt zu ihrer Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Am 1. Mai geht Ves­ta um 0:20 Uhr auf. Am 31. Mai erfolgt ihr Auf­gang bereits um 22:16 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer 15 Euno­mia erreicht am 8. Mai die Oppo­si­ti­ons­stel­lung im süd­li­chen Stern­bild Zen­taur und erreicht eine Hel­lig­keit von nur 9,8 mag. Lei­der steht der Aste­ro­id bei der Kul­mi­na­ti­on, jeden­falls in unse­ren Brei­ten, sehr tief über dem Hori­zont so das sehr gute Bedin­gun­gen erfor­der­lich sind, um ihn zu beob­ach­ten. Ihre Dekli­na­ti­on beträgt nur -32 Grad! Am 28. Mai wech­selt der Him­mels­kör­per in das Stern­bild Was­ser­schlan­ge. Am 1. Mai geht Euno­mia um 22:46 Uhr auf und steht um 1:18 Uhr im Süden. Am 31. Mai über­schrei­tet der Aste­ro­id bereits um 19:51 Uhr die Hori­zont­li­nie und steht um 22:49 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

(29) Amphi­tri­te wird am 22. Mai wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Skor­pi­on auf­ge­fun­den wer­den. Auch die­ser Aste­ro­id erreicht zu ihrem Kul­mi­na­ti­ons­zeit­punkt mit 6 Grad nur sehr gerin­ge Höhen über dem Hori­zont (Dekli­na­ti­on -33 Grad). Zu Beginn des Monats geht Amphi­tri­te um 1:56 Uhr auf und steht um 4:35 Uhr im Süden. Ende Mai, nun 9,8 mag hell, erreicht sie bereits um 23:51 Uhr die süd­öst­li­che Hori­zont­li­nie und steht um 2:20 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den (auch Mai-Aquari­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 5. bis 7. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 60 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Die­se Anzahl wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar. Die bes­te Zeit ist des­halb gegen 3 Uhr mor­gens in süd­li­che­ren Brei­ten. Der abneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung der Eta-Aquari­den am Mor­gen­him­mel lei­der mas­siv stö­ren. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 bis 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Der abneh­men­den Mond geht in der Maxi­mums­nacht kurz vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung auf. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren und von der Anzahl her gerin­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le, kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes. Im Mai wan­dert die­ser vom Stern­bild Waa­ge in den Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Sie besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von den übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten. Der Gro­ße Wagen wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Der Dra­che, der sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, befin­det sich eben­falls hoch am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als “Him­mels W” bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Das Stern­bild Kepheus, zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia gele­gen, befin­det sich soeben in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich bei­de über dem nord­öst­li­chen Hori­zont auf­hal­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck. Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht ober­halb vom Stern­bild Lei­er gele­gen der unschein­ba­re Her­ku­les, wo unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als dif­fu­ser Licht­fleck erkannt wer­den kann. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher, der mäch­ti­ge Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Vom Stern­bild Her­ku­les aus­ge­hend, steht unter­halb von die­sem im Süd­os­ten der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die­se bei­den Stern­bil­der sind soeben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewin­nen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xi­en­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ka, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. Öst­lich der Jung­frau ent­de­cken wir die Waa­ge, mit einem sehr hel­len “Stern”. Hier­bei han­delt es sich um den Rie­sen­pla­net Jupi­ter. Er befin­det sich in die­sem Monat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist die gesam­te Nacht beob­acht­bar. Noch wei­ter öst­lich davon geht soeben das Stern­bild Skor­pi­on auf. Wir keh­ren wie­der zur Jung­frau zurück. Ober­halb die­ses Stern­bilds ent­de­cken wir den Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len oran­ge-far­be­nen Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jagd­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden schon längst über­schrit­ten hat. Er wird in den kom­men­den Stun­den zum West­ho­ri­zont hin­ab­sin­ken und schließ­lich unter­ge­hen. Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend befin­det sich unter­halb davon die schwa­chen Ster­ne der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie berei­ten sich lang­sam aber sicher schon zum Unter­gang vor.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon, im Stern­bild des Klei­nen Hun­des, steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Noch wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten, steht der Fuhr­mann mit dem hell leuch­ten­den Stern Kapel­la. Dazwi­schen ent­de­cken wir die Venus, die zur Zeit nach dem Mond das hells­te Objekt am frü­hen Nacht­him­mel ist. Sie wird in der nächs­ten Vier­tel­stun­de den Nord­west­punkt des Hori­zonts über­schrei­ten. Eben­falls schon tief im Wes­ten kön­nen wir auch den unschein­ba­ren Krebs ent­de­cken, der sich rechts vom mäch­ti­gen Löwen erstreckt. Ober­halb vom Löwen steht der unschein­ba­ren Klei­nen Löwen und noch etwas höher das Stern­bild des Gro­ßen Bären. Der Gro­ße Bär steht noch nahe des Zenits und dem­nach in aus­ge­zeich­ne­ter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten des Bären in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Nahe­zu par­al­lel und nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont, sehen wir noch den Kopf der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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