Der Sternhimmel im Monat August 2018

Der Lauf des Mondes

Am 1. des Monats geht der abneh­men­den Mond erst eine Stun­de vor Mit­ter­nacht auf und befin­det sich im Stern­bild des Was­ser­manns. In den kom­men­den Näch­ten wird er zum Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 4. August befin­det sich der Mond im Letz­ten Vier­tel im Stern­bild Wal­fisch und eine Nacht spä­ter im Stern­bild des Wid­ders. Am 6. des Monats kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter im west­li­chen Teil des Stiers auf­spü­ren, knapp 9 Grad west­lich des Haupt­sterns Alde­ba­ran. Nur eine Nacht spä­ter hat der Mond die Hya­den und Alde­ba­ran bereits hin­ter sich gelas­sen und wan­dert in den Fol­ge­näch­ten wei­ter in öst­li­cher Rich­tung durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs. Am Mor­gen des 10. August kön­nen wir in der Mor­gen­däm­me­rung die sehr dün­ne Sichel des Mon­des, nur 30 Stun­den vor Neu­mond, zum letz­ten Mal im Osten auf­ge­hen sehen, bis am 11. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird. An die­sem Tag fin­det eine Par­ti­el­le Son­nen­fins­ter­nis statt, die in Grön­land, Island, Nord­eu­ro­pa sowie in Norda­si­en zu beob­ach­ten ist. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, müs­sen wir und noch bis zum 14. August gedul­den, bis wir die schma­le Sichel des Mon­des wie­der nied­rig im Wes­ten am Abend­him­mel auf­spü­ren kön­nen. Unter­halb der Mond­si­chel steht nur 5 Grad ent­fernt auch der Abend­stern Venus über dem Hori­zont. An den Fol­ge­aben­den wan­dert unser stil­le wei­ter durch die Stern­bil­der Jung­frau und Waa­ge. Am 17. des Monats kön­nen wir den Mond nur 4 ½ Grad nord­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter auf­spü­ren. Am 18. des Monats wird schließ­lich das Ers­te Vier­tel erreicht. In den nächs­ten Näch­ten wan­dert der Mond durch die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze und befin­det sich am 20. August nur 7 Grad west­lich und am 21. August 5 Grad öst­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. Am 23. August erreicht der Mond den Pla­ne­ten Mars im Stern­bild Stein­bock und steht 6 ½ nörd­lich unse­res roten Nach­bar­pla­ne­ten. Anschlie­ßend durch­läuft der immer wei­ter zuneh­men­de Mond Gebie­te am Him­mel, die nur sehr schwa­che Ster­ne ent­hal­ten, bis am 26. August die Voll­mond­pha­se erreicht wird. Anschlie­ßend nimmt die Pha­se wie­der ab, wäh­rend der Erd­tra­bant durch die Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische zieht. In der letz­ten Nacht im Monat August zieht der Mond durch den nörd­li­chen Bereich des Wal­fischs, an der Gren­ze zum Stern­bild Widder.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur bewegt sich wei­ter rück­läu­fig auf die Son­ne zu und steht am 9. August in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Ab der letz­ten August­wo­che kann Mer­kur wie­der am Mor­gen­him­mel, tief über dem öst­li­chen Hori­zont im Stern­bild Krebs, gesich­tet wer­den. Das ist sei­ne bes­te Mor­gen­sicht­bar­keit im Jahr 2018! Am 26. des Monats erreicht er sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on mit einem Abstand von 18,3 Grad. Die Hel­lig­keit steigt bis zum Monats­en­de auf ‑0,8 mag. Im Fern­rohr erscheint der inners­te Pla­net am 28. August halb beleuch­tet (Dicho­to­mie) und mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 7 Bogen­se­kun­den. Am 20. August geht der Pla­net um 4:40 Uhr im Osten auf. Am 31. August erfolgt sein Auf­gang schon um 4:33 Uhr Som­mer­zeit. Zu Beginn der Bür­ger­li­chen Däm­me­rung, gegen 5:30 Uhr Som­mer­zeit, steht der inne­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems 5 Grad und zum Ende des Monats bereits 10 Grad hoch über dem Hori­zont und ist dann mit blo­ßem Auge zu sehen.

Die Venus ist nach wie vor in der Abend­däm­me­rung als hel­ler Abend­stern im Stern­bild Jung­frau sicht­bar und steht am 17. August mit 45,9 Grad in ihrer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on zur Son­ne. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend und ihrer süd­li­chen Posi­ti­on im Tier­kreis, erreicht sie in unse­ren Brei­ten nur eine Höhe von gera­de ein­mal 10 Grad über dem West­ho­ri­zont. Ihre Sicht­bar­keit geht im Lau­fe des Monats auch wei­ter zurück, da sie auf ihrer Wan­de­rung ent­lang der Eklip­tik schnell in Rich­tung Süden strebt und am 6. August den Him­mels­äqua­tor nach Süden über­schrei­tet. Dabei nähert sie sich dem Haupt­stern Spi­ca immer wei­ter an. Geht die ‑4,3 mag hel­le und im Tele­skop schein­bar 20 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus am 1. August um 22:18 Uhr unter, ver­schwin­det sie am 31. August bereits um 20:47 Uhr Som­mer­zeit unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Ihre Hel­lig­keit ist zu die­sem Zeit­punkt auf ‑4,6 mag ange­stie­gen. Mit­te des Monats erscheint das Venus­scheib­chen gut 24 Bogen­se­kun­den groß und halb beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Ende August wächst ihr Durch­mes­ser auf 29 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad nimmt immer wei­ter ab und beträgt Ende August bereits 41%. Am 14. August kann die dün­ne, zuneh­men­den Mond­si­chel nur 5 Grad nörd­lich des Abend­sterns auf­ge­fun­den wer­den. Am letz­ten Abend des Monats begeg­net Venus die 0,9 mag hel­le Spi­ca in der Jung­frau. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt dann nur 1,3 Grad.

Unser roter Nach­bar Mars stand Ende des Vor­mo­nats in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist nach wie vor die gesam­te Nacht als hells­tes Gestirn zunächst im Stern­bild Stein­bock sicht­bar. Aller­dings zieht er sich im Lau­fe des August vom Mor­gen­him­mel zurück und sinkt immer frü­her unter dem Hori­zont. Auch die Hel­lig­keit nimmt von anfangs ‑2,8 auf ‑2,1 mag stark ab. Am 23. August über­schrei­tet er die Gren­ze zum Stern­bild Schüt­ze. Am 28. des Monats kommt Mars zum Sill­stand und bewegt sich anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch den Tier­kreis. Damit endet auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die nächs­te Oppo­si­ti­on gibt es erst am 13. Okto­ber 2020! Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser geht wei­ter zurück von anfangs 24 auf 21 Bogen­se­kun­den. Damit ist der Rote Pla­net immer noch ein loh­nen­des Objekt für jedes Tele­skop vor­aus­ge­setzt, die Bedin­gun­gen las­sen es zu, weil er für Mit­tel­eu­ro­pa nicht sehr hoch über dem Hori­zont steigt. Zur Monats­mit­te erreicht Mars mit ‑26,5 Grad eine extrem süd­li­che Dekli­na­ti­on. Das bedeu­tet, dass er bei sei­nem Meri­diandurch­gang kurz vor Mit­ter­nacht nur eine Höhe von gut 11 ½ Grad über dem Hori­zont erreicht! Am 1. August steht unser Nach­bar­pla­net um 0:54 Uhr im Süden und sinkt um 4:24 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 31. August befin­det sich der Rote Pla­net bereits um 22:33 Uhr im Meri­di­an und geht um 2:07 Uhr Som­mer­zeit unter. Am 23. August zieht der noch fast vol­le Mond nur 7 Grad nörd­lich am Mars vorbei.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, recht­läu­fig in der Waa­ge, ist ein Objekt für den Abend­him­mel und geht bereits vor Mit­ter­nacht unter. Er ist mit einer Hel­lig­keit von zunächst noch ‑2,1 mag deut­lich licht­schwä­cher als Mars. Bis zum Monats­en­de geht sei­ne Hel­lig­keit auf ‑1,9 mag zurück. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser schrumpft von anfangs 38 auf 35 Bogen­se­kun­den. Am 15. August kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit Zuben­el­genu­bi (Alpha Librae) in nur 0,6 Grad Abstand. Am 16. August begeg­net der zuneh­men­de Mond den Rie­sen­pla­ne­ten in 4 ½ Grad nörd­li­chen Abstand. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 23:54 Uhr unter. Ende August erfolgt sein Unter­gang bereits um 22:02 Uhr Som­mer­zeit. Am Abend des 2. August wan­dert gegen 22:18 Uhr der Schat­ten von Io und Euro­pa vor der Jupiter­schei­be vor­über, was auch in klei­nen Fern­roh­ren beob­ach­tet wer­den kann.

Der Ring­pla­net Saturn bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch den Schüt­zen und kommt Ende des Monats fast zum Still­stand. Dabei kann er rund 2 Grad nord­öst­lich von M 8 und M 20 auf­ge­fun­den wer­den. Gleich­zei­tig zieht er sich fast voll­stän­dig aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Erfolgt sein Unter­gang am 1. August um 2:38 Uhr Som­mer­zeit, geht Saturn am 31. des Monats bereits zwei Stun­den frü­her unter. Sei­ne Hel­lig­keit geht wei­ter zurück und beträgt Ende August noch 0,4 mag. Im Tele­skop ist sein 18 Bogen­se­kun­den durch­mes­sen­der Ring mit 26,5 Grad weit geöff­net. Am 21. August der zuneh­men­de Mond in nur 5 Grad Abstand an Saturn vorbei.

Ura­nus, rück­läu­fig im Stern­bild Wid­der, kommt am 7. August zum Still­stand und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Der fer­ne grün­lich leuch­ten­de Pla­net geht schon in den Abend­stun­den auf und ist bereits zur Monats­mit­te vor Mit­ter­nacht zu beob­ach­ten. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, ist Ura­nus theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge sicht­bar. Aller­dings erkennt man auf dem 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßen Ura­nus­scheib­chen kei­ner­lei Details im Tele­skop. Am 1. August erfolgt sein Auf­gang um 23:19 Uhr und am 31. August bereits um 21:21 Uhr Sommerzeit.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun bewegt sich rück­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann und nähert sich sei­ner Oppo­si­ti­on am 7. Sep­tem­ber. Somit ist der Pla­net fast die gesam­te Nacht und schon kurz nach Ein­bruch der Dun­kel­heit beob­acht­bar. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit ist aber die Zeit um sei­ne Kul­mi­na­ti­on. Zu Beginn des Monats steht Nep­tun um 3:36 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Ende August über­schrei­tet der Pla­net bereits zwei Stun­den frü­her den Meri­di­an. Mit einer Hel­lig­keit von 7,8 mag ist der schein­bar 2,3 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net nur in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen beobachtbar.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist nach wie vor ein Objekt für die gesam­te Nacht. Aller­dings ist er mit einer Hel­lig­keit von 14,2 mag nur gro­ßen Tele­sko­pen vor­be­hal­ten. Der Ster­nen­reich­tum in die­sem Him­mels­ab­schnitt erschwert eben­falls eine Beob­ach­tung des ent­fern­ten Klein­pla­ne­ten. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Plu­to ver­frü­hen sich von anfangs 23:47 Uhr auf 21:47 Uhr Sommerzeit.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/­Gia­co­bi­ni-Zin­ner steht im August schon bei Ein­bruch der Nacht hoch an unse­rem Him­mel. Die bes­te Zeit, den Kome­ten zu beob­ach­ten, ist die Zeit um Mit­ter­nacht. Gia­co­bi­ni-Zin­ners Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Monats von anfangs 9,0 auf 7,5 mag, so dass er unter dunk­len Stand­or­ten schon mit licht­star­ken Fern­glä­sern auf­ge­fun­den wer­den kann. Auf­grund sei­ner Erd­nä­he im Sep­tem­ber, wird die Koma ent­spre­chend grö­ßer und dif­fus erschei­nen und an weni­ger dunk­len Stand­ort recht schwer visu­ell zu erfas­sen sein. Der Schweif­stern zieht im August schnell durch die Stern­bil­der Kas­sio­peia, Giraf­fe und Fuhr­mann und ist zirkumpolar.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 48P/Johnson bewegt sich im Lau­fe des August vom Stern­bild Was­ser­mann kom­mend in den Süd­li­chen Fisch und ist vor allem in der zwei­ten Nacht­hälf­te beob­acht­bar. Für mit­tel­eu­ro­päi­sche Ver­hält­nis­se erreicht er nur Höhen von knapp 20 Grad über dem Hori­zont. Am 12. August durch­läuft der Schweif­stern auch sein Peri­hel und soll­te dann am hells­ten sein. Die Hel­lig­keit wird vor­aus­sicht­lich um 11,5 mag lie­gen, so dass Komet John­son ein Objekt für mitt­le­re bis grö­ße­re Tele­sko­pe ist.

(3) Juno kann zunächst noch im Stern­bild Wal­fisch auf­ge­fun­den wer­den, wech­selt aber am 23. August in den Stier. Die Hel­lig­keit des Pla­ne­to­iden steigt um 0,5 mag von anfangs 9,4 auf 8,9 mag. Am 1. August geht Juno um 0:19 Uhr auf. Am 31. August erfolgt ihr Auf­gang bereits um 23:10 Uhr Sommerzeit.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta stand im Vor­mo­nat in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und ist nach wie vor ein dank­ba­res Objekt für das Fern­glas. Sie wird in der Nacht vom 1. auf den 2. August sta­tio­när und bewegt sich anschlie­ßend wie­der recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger. Sie steht bei Ein­bruch der Nacht bereits im Süden. Zeit­gleich endet auch ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Auch die Hel­lig­keit geht stark zurück von anfangs 6,3 auf 7,0 mag zum Monats­en­de. Ihre Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 1:47 Uhr Som­mer­zeit um zwei Stun­den. Am 21. August befin­det sich Ves­ta nur 6,5 Bogen­mi­nu­ten vom 4,8 mag hel­len Stern 51 Oph ent­fernt, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

(6) Hebe wird am 21. August wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Ori­on am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Am 1. August geht Hebe um 2:14 Uhr auf und Ende des Monats bereits um 1:17 Uhr Som­mer­zeit. Am 30. August kann Hebe nur 7 Bogen­mi­nu­ten vom 6,1 mag hel­len Stern SAO 112966 auf­ge­fun­den werden.

(115) Thy­ra wird am 27. des Monats wie­der hel­ler als 10 mag und bewegt an der Gren­ze zu den Stern­bil­dern Was­ser­mann und Pega­sus. Am 1. August geht Thy­ra um 21:12 Uhr auf und steht um 3:24 Uhr in ihrer höchs­ten Posi­ti­on im Süden. Am 31. August erfolgt ihr Auf­gang bereits um 18:38 Uhr und ihr Meri­diandurch­gang um 1:00 Uhr Som­mer­zeit. Am 4. August kann Thy­ra nur 6 Bogen­mi­nu­ten von 1 Psc (6,1 mag) auf­ge­fun­den werden.

Meteorströme

Die mil­den und hof­fent­lich auch kla­ren Som­mer­näch­te im August sind prä­de­sti­niert für den bekann­tes­ten Mete­or­strom des Jah­res: Die Per­sei­den. Sie tau­chen in jedem Jahr zwi­schen Mit­te Juli bis zum 24. August auf. Der Mond wird die Beob­ach­tung der Per­sei­den in die­sem Jahr nicht stö­ren. Das Maxi­mum wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August zwi­schen 22 Uhr und 10 Uhr mor­gens statt­fin­den. Aber auch in der Nacht vor und nach dem Maxi­mum sind mit erhöh­ten Fall­ra­ten zu rech­nen. Vor allem in den Mor­gen­stun­den, wenn der Radi­ant zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung gut 70 Grad Höhe erreicht, sind die meis­ten Stern­schnup­pen sicht­bar. Die Meteo­re schei­nen dabei aus einem Gebiet zu kom­men, das sich ca. 2 Grad öst­lich vom Stern Eta Persei ent­fernt befin­det. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind zwi­schen 90 und 100 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 59 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Neben den nor­mal hel­len Stern­schnup­pen, gibt es auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re mit bis zu 0 mag Hel­lig­keit und dar­über hin­aus. Der Ursprung der Per­sei­den geht auf den peri­odi­schen Kome­ten 109­P/S­wift-Tut­tle zurück, der eine Umlauf­zeit von 120 Jah­ren besitzt.

In der ers­ten August­hälf­te kön­nen auch die Süd­li­chen-Del­ta-Aqua­ri­den sowie die hori­zont­na­hen Capri­cor­n­i­den beob­ach­tet wer­den, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 41 bzw. 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de besit­zen. Bei­de Strö­me zei­gen nur eine gerin­ge Akti­vi­tät von 2 bis 3 Stern­schnup­pen pro Stun­de. Die Akti­vi­täts­dau­er der Capri­cor­n­i­den reicht noch bis zum 15. August und der der Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den noch bis zum 23. August.

Erwäh­nens­wert sind im Monat August noch die Kap­pa-Cyg­n­i­den, deren Radi­ant sich im Stern­bild Schwan befin­det. Die­ser mit rund 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de nicht gera­de rei­che Strom, ist vom 3. bis 25. August aktiv – mit einem Maxi­mum in der Nacht vom 17. auf den 18. August. Der Radi­ant steht in den Abend­stun­den fast im Zenit. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung nicht stö­ren, da er bereits vor Mit­ter­nacht unter­ge­hen wird. Die Meteo­re sind mit 25 km/s Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit sehr lang­sam, so dass sie sich gut von ande­ren Mete­or­strö­men unter­schei­den. Es kön­nen aber auch eini­ge sehr hel­le Exem­pla­re dabei sein. Am 13. August 2007 konn­ten zahl­rei­che Boli­den zwi­schen ‑4 und ‑5 mag Hel­lig­keit beob­ach­tet wer­den. Der Ursprungs­kör­per der Kap­pa-Cyg­n­i­den hat sich ver­mut­lich aufgelöst.

Zwi­schen dem 25. August und 5. Sep­tem­ber sind außer­dem noch die Alpha-Auri­gi­den sicht­bar, des­sen Maxi­mum am 31. August zu erwar­ten ist. Der Radi­ant befin­det sich süd­lich des Sterns Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann. Mit 6 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de, ist die­ser Strom eben­falls nicht sehr aus­ge­prägt. Aller­dings wur­den in der Ver­gan­gen­heit schon Raten zwi­schen 30 und 40 Meteo­ren pro Stun­de regis­triert. Als Ursprungs­kör­per der Alpha-Auri­gi­den gilt der Komet C/1911 N1 Kiess, der eine Umlauf­zeit von unge­fähr 2.500 Jah­ren besitzt. Im Jahr 2007 kam es zu einer engen Pas­sa­ge zwi­schen der Erde und der Umlauf­bahn des Kome­ten, wodurch eine Zeni­tra­te von ca. 120 Stern­schnup­pen pro Stun­de beob­ach­tet wer­den konnte.

Die Ant­he­lionquel­le ist über das gesam­te Jahr aktiv und pro­du­zie­ren lang­sa­me Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, öst­lich des Gegen­son­nen­punkts. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on wan­dert im August vom Stern­bild Was­ser­mann in die Fische und befin­det sich zwi­schen den Radi­an­ten der Caprico­n­i­den und der Süd­li­chen Del­ta-Aqua­ri­den. Auch hier sind nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit rund 30 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re eindringen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. August 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens, schon recht nied­rig aber immer noch gut sicht­bar über dem Nord­west­ho­ri­zont. Die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens wei­sen fünf­mal ver­län­gert direkt auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären steigt nun eben­falls lang­sam wie­der her­ab. Immer tie­fer sinkt auch der Dra­che, des­sen auf­fäl­li­ger Kopf jetzt west­lich des Zenits zu fin­den ist. Sein lan­ger Kör­per schlän­gelt sich um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Dage­gen steigt das Stern­bild Kepheus, rechts ober­halb des Klei­nen Bären gele­gen, immer höher und erreicht in der kom­men­den Stun­de schließ­lich die Zenitre­gi­on. Bei guter Hori­zont­sicht fun­kelt nied­rig im Nord­os­ten die hell leuch­ten­de Kapel­la im Stern­bild Fuhr­mann auf­fäl­lig vor sich hin. Ober­halb des Fuhr­manns sind die schwa­chen Ster­ne des Stern­bilds Giraf­fe nur schwer aus­zu­ma­chen. Eben­falls im Nord­os­ten ist auch schon der Per­seus voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen. Halb­hoch am Him­mel ent­de­cken wir schließ­lich noch das W‑förmige und recht auf­fäl­li­ge Stern­bild der Kassiopeia.

Im Osten

Genau im Osten steht nun das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat als auf­fäl­ligs­te Figur des nahen­den Herbs­tes über dem Hori­zont. Die Ster­nen­ket­te der Andro­me­da schließt sich unmit­tel­bar öst­lich an den Pega­sus an. Dabei gehört der lin­ke obe­re Stern des Pega­sus­qua­drats bereits zum Stern­bild Andro­me­da. In der Andro­me­da befin­det sich auch die nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie unse­rer eige­nen Milch­stra­ßen­sys­tems, die Andro­me­da­ga­la­xie in 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­ren Ent­fer­nung. Die­se kann unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel schon leicht mit blo­ßem Auge als aus­ge­dehn­ter Licht­fleck erkannt wer­den. Unter­halb des Pega­sus sind die Fische und noch wei­ter im Süd­os­ten bereits der Was­ser­mann über dem Hori­zont erschie­nen. Öst­lich der Fische, direkt unter­halb der Andro­me­da gele­gen, kön­nen wir die bei­den Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der erken­nen, die aller­dings noch recht nied­rig über dem Ost­ho­ri­zont zu fin­den sind. Direkt im Nord­os­ten steht der Per­seus und dar­über des ein­präg­sa­me Stern­bild Kas­sio­peia sowie die unschein­ba­re Eidech­se. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit ent­de­cken wir schließ­lich noch den Kepheus und das Stern­bild Schwan, das auf­grund sei­ner ein­präg­sa­men Form oft auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird.

Im Süden

Der Süd­him­mel wird nun von der hel­len Som­mer­milch­stra­ße und dem auf­fäl­li­gen Som­mer­drei­eck domi­niert. Gebil­det wird das Drei­eck aus den hel­len Haupt­ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler. Deneb befin­det sich dabei nahe­zu in Zenitnä­he und über­schrei­tet soeben den Meri­di­an. Die Wega hat ihren Meri­diandurch­gang bereits hin­ter sich. Ata­ir steht nun fast genau im Süden und in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. West­lich der Lei­er gele­gen schließt sich der Her­ku­les und dar­un­ter der Schlan­gen­trä­ger mit dem Schwanz der Schlan­ge an. Inmit­ten der Milch­stra­ße erken­nen wir zwi­schen Schwan und Adler die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Füchs­chen und Pfeil. Durch die­se Regi­on ver­läuft der Cyg­nus-Rift der Milch­stra­ße in Rich­tung Süden her­ab. Dabei han­delt es sich um dunk­le Staub­fah­nen aus inter­stel­la­rer Mate­rie, die das Licht dahin­ter lie­gen­der Ster­ne ver­deckt. Unmit­tel­bar öst­lich der Milch­stra­ße befin­den sich noch Del­phin und das Fül­len. Unter einem dunk­len und kla­ren Land­him­mel fällt unter­halb des Adlers die hel­le Schild­wol­ke im Stern­bild Schild auf. Dabei han­delt es sich um eine hel­le und aus­ge­dehn­te Stern­wol­ke in der Milch­stra­ße. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ent­de­cken wir den Schüt­zen, der die recht ein­präg­sa­me Form einer Tee­kan­ne besitzt und in dem sich das Zen­trum unse­rer Gala­xis befin­det. Die­ser hat vor unge­fähr einer hal­ben Stun­de sei­nen höchs­ten Punkt über­schrit­ten und ver­sinkt nun wie­der unter dem Hori­zont. Direkt ober­halb des Tee­kan­nen­de­ckels befin­det der Ring­pla­net Saturn nied­rig über dem Hori­zont. Die hel­le Milch­stra­ße in die­ser Regi­on beher­bergt zahl­rei­che Deep-Sky-Objek­te, die wir auch mit Hil­fe eines Feld­ste­chers ent­de­cken kön­nen. Dicht über dem Süd­west­ho­ri­zont ste­hen noch eini­ge Ster­ne des Skor­pi­ons und dar­über der mäch­ti­ge Schlan­gen­trä­ger. Bli­cken wir dage­gen auf die gegen­über­lie­gen­de Sei­te des Meri­di­ans, sehen wir den Stein­bock schon voll­stän­dig über dem Süd­ost­ho­ri­zont auf­stei­gen. Dort zieht ein sehr hel­ler roter „Stern“ die Auf­merk­sam­keit des Beob­ach­ters auf sich. Hier­bei han­delt es sich um unse­ren roten Nach­barn Mars. Die­ser wird in der nächs­ten hal­ben Stun­den sei­nen höchs­ten Punkt im Süden über­schrei­ten. Noch wei­ter in Rich­tung Osten steht noch ein Teil des Herbst­stern­bilds Wassermann.

Im Westen

Bli­cken wir genau in Rich­tung Wes­ten fällt in nied­ri­ger Höhe der oran­ge leuch­ten­de Stern Ark­tur im Stern­bild Bären­hü­ter auf. Der Bären­hü­ter besitzt annä­hernd die Form eines Kin­der­dra­chens. Links ober­halb die­ses Stern­bilds erken­nen wir die mar­kan­te Figur der Nörd­li­chen Kro­ne. Ober­halb der Kro­ne gele­gen steht der eher unauf­fäl­li­ge Her­ku­les. In die­sem Stern­bild soll­te unter einem dunk­len Land­him­mel bereits der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als unschar­fes Stern­chen erkenn­bar sein, der unter­halb des rech­ten obe­ren Kas­tens­tern des Her­ku­les zu fin­den ist. Süd­lich der Nörd­li­chen Kro­ne befin­det sich der Kopf der Schlan­ge, der vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger im Süd­wes­ten getra­gen wird und der im Lau­fe der Nacht eben­falls im Wes­ten unter­ge­hen wird. Direkt unter­halb des Schlan­gen­trä­ger ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Skor­pi­ons unter dem Hori­zont. Rechts vom Bären­hü­ter im Nord­wes­ten ent­de­cken wir das Stern­bild Gro­ßer Bär mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens. Dar­über befin­det sich der lang gezo­ge­ne Kör­per des Dra­chen, des­sen auf­fäl­li­ger und annä­hernd rau­ten­för­mi­ger Kopf sich noch in der Nähe des Zenits befin­det. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens ent­de­cken wir die Jagd­hun­de und, noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont, das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Auf­grund der hori­zont­na­hen Stel­lung ver­schwin­den die­se Ster­ne bereits im Horizontdunst.

Wei­te­re, aus­führ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Andreas

Andreas Schnabel war bis zum Ende der Astronomie-Zeitschrift "Abenteuer Astronomie" im Jahr 2018 als Kolumnist tätig und schrieb dort über die aktuell sichtbaren Kometen. Neben Astronomie, betreibt der Autor des Blogs auch Fotografie und zeige diese Bilder u.a. auf Flickr.

Ein Kommentar:

  1. Hal­lo
    Guten Tag
    Schö­ner Blog-Post. Infor­mie­ren Sie alle über das, was in unse­rem Son­nen­sys­tem pas­sie­ren wird und es gäbe einen Ster­nen­him­mel. Dank für das Tei­len die­ser infor­ma­ti­ven Details, die jedem hel­fen. Ich hof­fe, bald mehr Blog von Ihnen zu lesen.
    Mit freund­li­chen Grüßen
    Onma

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