Der Sternhimmel im Monat September 2018

Der Lauf des Mondes

Am ers­ten Abend im Monat Sep­tem­ber steht der abneh­men­de Mond im Stern­bild Stier. Am nächs­ten Abend befin­det sich die­ser inmit­ten des Stern­hau­fens der Hya­den und west­lich von Alde­ba­ran. Am Mor­gen des 3. Sep­tem­ber nähert sich der Mond Alde­ba­ran bis auf 30 Bogen­mi­nu­ten an. Er wan­dert aber knapp nörd­lich an ihm vor­bei. An die­sem Tag wird auch das Letz­te Vier­tel erreicht. Am Mor­gen des 5. und 6. Sep­tem­ber kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter im Stern­bild Zwil­lin­ge auf­spü­ren, wobei er am nächs­ten Mor­gen den Krebs erreicht. Die Mond­si­chel steht dann direkt süd­lich der Pra­e­se­pe (M 44), der Fut­ter­grip­pe im Krebs. Am Mor­gen des 8. Sep­tem­ber erreicht der Mond den Löwen und wir kön­nen dann zum letz­ten Mal, rund 38 Stun­den vor Neu­mond, die dün­ne Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung auf­spü­ren. Am 9. Sep­tem­ber wird schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht.
Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, taucht die schma­le zuneh­men­den Mond­si­chel erst am Abend es 11. Sep­tem­ber wie­der über dem west­li­chen Hori­zont auf. Nur einen Abend spä­ter kön­nen wir sie knapp 9 Grad nörd­lich des Abend­sterns Venus ent­de­cken. Am 13. des Mon­des steht sie 6 ½ Grad west­lich und am 14. Sep­tem­ber bereits 7 ½ öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Stern­bild Waa­ge. Am Abend des 15. Sep­tem­ber steht der zuneh­men­de Mond 8 Grad nörd­lich von Ant­ares, dem Haupt­stern im Skor­pi­on. Am 17. des Monats wird schließ­lich das Ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Gleich­zei­tig steht der Mond nur 1 ½ Grad nörd­lich von Saturn, was vor allem in Fern­glä­sern einen attrak­ti­ven Anblick bie­tet. Am 19. des Monats erreicht unser stil­ler Beglei­ter den Mars und befin­det sich dann 6 Grad nord­west­lich und am 20. Sep­tem­ber 8 Grad nord­öst­lich des Roten Pla­ne­ten. Am Frei­tag, dem 21. Sep­tem­ber, fin­det eine Stern­be­de­ckung des 3,8 mag hel­len Sterns Gam­ma Cap im Stern­bild Stein­bock statt. Der Stern wird um 22:59 Uhr von der dunk­len Sei­te des Mon­des bedeckt. Die Bede­ckung dau­ert nur eine hal­be Stun­de und endet gegen 23:27 Uhr an der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des. In den nach­fol­gen­den Näch­ten durch­wan­dert unser Mond Gebie­te am Him­mel, die nur schwa­che Ster­ne ent­hal­ten. In der Nacht vom 23. auf den 24. Sep­tem­ber befin­det sich der Erd­tra­bant im Stern­bild des Was­ser­manns. Gegen 23:11 Uhr wird der 4,2 mag hel­le Stern Psi1 Aqr vom Mond bedeckt. Nur weni­ge Minu­ten nach Aus­tritt des Sterns am hel­len Mond­rand, kommt es zur Bede­ckung von Psi2 Aqr (4,4 mag). Die Bede­ckung endet um 1:15 Uhr. Nach­dem der Mond die Stern­bil­der Was­ser­mann und Fische durch­lau­fen hat, steht er am Abend des 25. Sep­tem­ber als Voll­mond im Wal­fisch. Am Abend des 27. Sep­tem­ber fin­det eine wei­te­re Stern­be­de­ckung eines hel­len Stern statt. Um 22:22 Uhr wird Xi2 Cet (4,3 mag) vom Mond über­be­deckt. Bede­ckungs­en­de ist gegen 23:25 Uhr. Nach­dem der Mond den Wal­fisch hin­ter sich gelas­sen hat, steht er am 28. Sep­tem­ber im Wid­der und erreicht nur einen Abend spä­ter aber­mals den Stier, wobei er sich bis zum Monats­en­de dar­in auf­hal­ten wird. Am 29. des Monats befin­det sich der Erd­tra­bant im so genann­ten Gol­den Tor der Eklip­tik zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur, im Stern­bild Löwe, ist nach sei­ner größ­ten west­li­chen Elon­ga­ti­on Ende August zunächst noch am Mor­gen­him­mel zu sehen, ver­schwin­det aber bereits im 1. Sep­tem­ber­drit­tel von der Him­mels­büh­ne. Am 1. Sep­tem­ber steht der -0,8 mag hel­le Mer­kur gegen 6 Uhr noch 9 Grad hoch über dem Hori­zont und am 8. des Monats nur noch 5 Grad, mit einer Hel­lig­keit von -1,2 mag. Die Auf­gän­ge ver­spä­ten sich von anfangs 4:37 Uhr auf 5:29 Uhr Som­mer­zeit am Mor­gen des 10. Sep­tem­ber. Am 21. Sep­tem­ber steht der Mer­kur schließ­lich in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn am Tag­him­mel. Danach ent­fernt sich Mer­kur schnell wie­der in öst­li­cher Rich­tung von ihr. Am 2. Sep­tem­ber erreicht Mer­kur das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am 5. des Monats zieht Mer­kur in nur 6 Grad nörd­li­chen Abstand an Regu­lus vor­bei, dem Haupt­stern im Stern­bild Löwe, was aller­dings nur in Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann.

Die Sicht­bar­keits­be­din­gun­gen des Abend­sterns Venus ver­schlech­tern sich im Lau­fe des Sep­tem­bers zuse­hends. Der Pla­net kann im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den und zieht wei­ter in Rich­tung Süden. Am 30. Sep­tem­ber wech­selt die Venus in das Stern­bild Waa­ge. Durch die fla­che Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, erreicht die Venus nur eine sehr gerin­ge Höhe über dem West­ho­ri­zont. Zum Monats­en­de hin wird sie sogar für das blo­ße Auge unsicht­bar. Davor strahlt sie am 21. des Monats mit -4.8 mag Hel­lig­keit in ihrem größ­ten Glanz, was aber auf­grund der hel­len Däm­me­rung nicht auf­fäl­lig ist. Am 1. Sep­tem­ber geht der Abend­stern um 20:44 Uhr unter. Am 30. Sep­tem­ber sinkt die Venus bereits um 18:54 Uhr Som­mer­zeit, knapp 10 Minu­ten nach Son­nen­un­ter­gang, unter den Hori­zont. Im Tele­skop erscheint die Venus als immer schma­ler wer­den­de Sichel und ist am 22. Sep­tem­ber nur noch 25% beleuch­tet, mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 40 Bogen­se­kun­den. Am 2. Sep­tem­ber steht unser Schwes­ter­pla­net 1,4 Grad süd­lich von Spi­ca und am 12. des Monats zieht die zuneh­men­den Mond­si­chel, mit 10 ½ Grad Abstand, nörd­lich am Abend­stern vor­bei. Am 5. Sep­tem­ber läuft die Venus durch das Aphel ihrer Bahn und befin­det sich dann 109 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Hei­mat­stern ent­fernt.

Unser roter Nach­bar Mars, ab dem 2. Sep­tem­ber wie­der recht­läu­fig im Stern­bild Stein­bock, kann noch weit über Mit­ter­nacht hin­aus beob­ach­ten wer­den. Aller­dings zieht er sich immer wei­ter aus der zwei­ten Nacht­hälf­te zurück. Er erreicht bei sei­ner Kul­mi­na­ti­on über dem Süd­ho­ri­zont, gegen Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung, nur eine Höhe von gut 15 Grad. Sein schein­ba­rer Durch­mes­ser geht im Lau­fe des Monats eben­falls wei­ter zurück von anfangs 20,8 auf 15,9 Bogen­se­kun­den. Im Fernohr zeigt das Mars­scheib­chen am Monats­en­de sogar einen leich­ten Pha­sen­de­fekt von gut 88%. Auf­grund sei­ner wei­ter wach­sen­den Ent­fer­nung zu Erde, geht auch sei­ne Hel­lig­keit von anfangs -2,1 auf -1,3 mag stark zurück. Bei gutem See­ing las­sen sich aber immer noch eini­ge Details auf der Pla­ne­ten­ober­flä­che wahr­neh­men, obgleich eine Beob­ach­tung von süd­li­che­ren Stand­or­ten von Vor­teil ist. Am 1. Sep­tem­ber geht Mars um 2:04 Uhr unter. Am 30. des Monats sinkt der Rote Pla­net bereits um 1:01 Uhr Som­mer­zeit unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. In der Nacht vom 19. auf den 20. Sep­tem­ber zieht der zuneh­men­de Mond an Mars vor­bei. Am 16. Sep­tem­ber erreicht unser Nach­bar­pla­net das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 206,7 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter, recht­läu­fig in der Waa­ge, kann nur noch kurz in der Abend­däm­me­rung und tief über dem süd­west­li­chen Hori­zont gese­hen wer­den. Ende Sep­tem­ber sinkt der Rie­sen­pla­net bereits eine hal­be Stun­den nach dem Ende der nau­ti­schen Däm­me­rung unter den Hori­zont. Erfolgt der Unter­gang von Jupi­ter am 1. Sep­tem­ber um 21:58 Uhr, geht der Pla­net am 30. Sep­tem­ber bereits um 20:15 Uhr Som­mer­zeit unter. Die schein­ba­re Hel­lig­keit von Jupi­ter geht leicht zurück von anfangs -1,9 auf -1,8 mag. Somit sind Jupi­ter und Mars am Abend des 7. Sep­tem­ber, mit -1,9 Magnitu­den Hel­lig­keit, etwa gleich hell. Im Tele­skop kann auf der 33 Bogen­se­kun­den gro­ßen Jupi­ter­ku­gel zahl­rei­che Details wie Strei­fen, Fle­cken und Bän­der wahr­ge­nom­men wer­den. Und auch der täg­li­che Lauf der vier größ­ten Gali­lei­schen Jupi­ter­mon­de um den Pla­ne­ten her­um ist inter­es­sant.

Der Ring­pla­net Saturn im Stern­bild Schüt­ze kommt am 6. Sep­tem­ber zum Still­stand und bewegt sich danach wie­der recht­läu­fig ent­lang der Eklip­tik. Der Umkehr­punkt sei­ner Bewe­gung befin­det sich nur 1,8 Grad öst­lich vom Tri­fidne­bel (M 20). Gleich­zei­tig been­det er auch sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Der 0,5 mag hel­le Pla­net ist vor allem ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und geht im zwei­ten Sep­tem­ber­drit­tel bereits vor Mit­ter­nacht unter. Am 1. des Monats sinkt Saturn um 0:31 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie und am 30. Sep­tem­ber bereits um 22:34 Uhr Som­mer­zeit. Im Fern­rohr erkennt man, dass sein Ring fast voll­stän­dig geöff­net ist, mit einem schein­ba­ren Äqua­tor­durch­mes­ser von 17 Bogen­se­kun­den. Am 17. Sep­tem­ber zieht der zuneh­men­de Mond in nur 2 Grad nörd­li­chen Abstand an Saturn vor­bei.

Ura­nus, rück­läu­fig im Wid­der, beschleu­nigt sei­ne Bewe­gung ent­lang der Eklip­tik und strebt sei­ner Oppo­si­ti­on ent­ge­gen, die er aber erst im nächs­ten Monat errei­chen wird. Er ist aber schon jetzt ein Objekt für die gesam­te Nacht. Mit einer Hel­lig­keit von 5,7 mag, kann Ura­nus theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge auf­ge­spürt wer­den. Als Auf­such­hil­fe kann der 4,3 mag hel­le Stern Omic­ron Pisci­um die­nen. Ura­nus steht rund 4 13 Grad nord­öst­lich die­ses Sterns. Die Meri­diandurch­gän­ge des Pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:25 Uhr Som­mer­zeit um gut zwei Stun­den. Dabei steht er dann halb­hoch bei uns am Him­mel. Im Tele­skop ist nur ein schein­bar 3,7 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­blau­es Scheib­chen sicht­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun erreicht am 7. Sep­tem­ber 2018 im Stern­bild Was­ser­mann die Oppo­si­ti­ons­stel­lung und ist die gesam­te Nacht, knapp 3 Grad öst­lich des 3,7 mag hel­len Sterns Lamb­da Aqr, beob­acht­bar. Er erreicht aller­dings nur eine Hel­lig­keit von 7,8 mag, so dass Fern­glä­ser und Tele­sko­pe erfor­der­lich sind, um den fer­nen Pla­ne­ten zu beob­ach­ten. Am Tag der Oppo­si­ti­on geht Nep­tun um 19:40 Uhr im Osten auf und erreicht um 1:07 Uhr sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden. Sein Unter­gang erfolgt um 6:35 Uhr Som­mer­zeit. Die Ent­fer­nung zur Erde beträgt 4,328 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich die Meri­diandurch­gangs- und Unter­gangs­zei­ten auf 23:30 Uhr bzw. 5:01 Uhr. Im Tele­skop ist nur ein klei­nes blau­grü­nes Scheib­chen von 2,4 Bogen­se­kun­den Durch­mes­ser erkenn­bar, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt. Zur Oppo­si­ti­on lohnt es sich auch, nach dem 13,5 mag hel­len und 2700 Kilo­me­ter gro­ßen Neptun­mond Tri­ton Aus­schau zu hal­ten.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze kommt Ende Sep­tem­ber zum Still­stand und been­det sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Mit einer Hel­lig­keit von 14,2 mag, sind aller­dings gro­ße Tele­sko­pe erfor­der­lich, um den Zwerg­pla­ne­ten im Ster­nen­ge­wim­mel der Milch­stra­ße über­haupt auf­spü­ren zu kön­nen.

Helle Kometen und Planetoiden

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 21P/Gia­co­bi­ni-Zin­ner erreicht am 10. Sep­tem­ber 2018 die Son­nen­nä­he (Peri­hel). Es wird erwar­tet, dass der Schweif­stern eine Hel­lig­keit von 7,0 mag erreicht. Mitt­ler­wei­le kann er schon leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den kann. Im Vor­mo­nat zeig­te sich Gia­co­bi­ni-Zin­ner sogar etwas hel­ler als erwar­tet, mit einer 4–5 Bogen­mi­nu­ten gro­ßen Koma und einem deut­li­chen Schwei­fan­satz von 10 Bogen­mi­nu­ten Län­ge. Im Sep­tem­ber bewegt sich der Schweif­stern quer über den Him­mel, ent­lang der Milch­stra­ße, und begeg­net auch zahl­rei­chen Deep-Sky-Objek­ten. Am 2. Sep­tem­ber befin­det er sich leicht süd­lich von Capel­la, dem Haupt­stern im Fuhr­mann und kann am 10. Sep­tem­ber in der Nähe des offe­nen Stern­hau­fens Mes­sier 37 im Fuhr­mann auf­ge­fun­den wer­den. Mit­te Sep­tem­ber kön­nen wir ihn dann nahe Mes­sier 35 im Stern­bild der Zwil­lin­ge auf­spü­ren. Im letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel wech­selt der Komet in das Stern­bild Ein­horn und bewegt sich anschlie­ßend wei­ter in Rich­tung Süden. Damit ist der Komet am bes­ten in der zwei­ten Nacht­hälf­te beob­acht­bar.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 48P/Johnson steht im Süd­li­chen Fisch und erreicht dem­entspre­chend von Mit­tel­eu­ro­pa aus gese­hen nur eine sehr gerin­ge Hori­zont­hö­he. Mit Hel­lig­kei­ten um 12 mag, sind mit­tel­gro­ße Tele­sko­pe erfor­der­lich, um den Kome­ten zu beob­ach­ten.

Der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 38P/S­te­phan-Oter­ma kann im nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Ori­on auf­ge­fun­den und ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Die Hel­lig­keit steigt im Lau­fe des Sep­tem­bers von 11,5 auf 10,5 mag. Somit kann der Komet bereits in mitt­le­ren Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­den.

(3) Juno kann recht­läu­fig im Stern­bild Stier auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert ihre Hel­lig­keit von anfangs 8,9 auf 8,2 mag. Der Aste­ro­id geht schon vor Mit­ter­nacht auf. Erfolgt der Auf­gang des Him­mels­kör­pers am 1. Sep­tem­ber um 23:08 Uhr, über­schrei­tet Juno am 30. Sep­tem­ber bereits um 22:01 Uhr Som­mer­zeit die öst­li­che Hori­zont­li­nie.

Die Hel­lig­keit des Aste­roi­den (4) Ves­ta sinkt im Sep­tem­ber wei­ter von anfangs 7,0 auf 7,4 mag. Damit ist sie nach wie vor sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen und noch bis in das letz­te Sep­tem­ber­drit­tel hin­ein dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont auf­spür­bar. Am 5. Sep­tem­ber wech­selt sie vom Schlan­gen­trä­ger in den Schüt­zen und bewegt sich immer schnel­ler wer­dend, recht­läu­fig am Fir­ma­ment. Am 21. Sep­tem­ber pas­siert der Aste­ro­id den Lagu­nen­ne­bel (M 20) in nur 1,1 Grad süd­li­chen Abstand und in der letz­ten Sep­tem­ber­wo­che zieht der Aste­ro­id knapp 3 Grad nörd­lich am Ring­pla­ne­ten Saturn vor­bei. Die Unter­gän­ge von Ves­ta ver­frü­hen sich von anfangs 23:43 Uhr auf 22:18 Uhr Som­mer­zeit. Am 25. Sep­tem­ber zieht Ves­ta in nur 9 Bogen­mi­nu­ten Abstand am 6,6 mag hel­len Stern SAO 186305 vor­bei.

(6) Hebe kann am Mor­gen­him­mel beob­ach­tet wer­den und bewegt sich wei­ter durch den Ori­on. Am 27. Sep­tem­ber wech­selt der Aste­ro­id in das Stern­bild Ein­horn. Die Hel­lig­keit steigt leicht um 0,2 mag auf 9,7 mag zum Monats­en­de. Am 1. des Monats geht Hebe um 1:15 Uhr Som­mer­zeit auf. Ende Sep­tem­ber erfolgt der Auf­gang bereits eine Stun­de frü­her. Ende Sep­tem­ber steht Hebe nur 8 Bogen­mi­nu­ten vom ver­än­der­li­chen Sterns T Mono­ce­ro­tis ent­fernt.

Der Aste­ro­id Nr. 27 Euter­pe wird Anfang Sep­tem­ber wie­der hel­ler als 10 mag und kommt am 6. Sep­tem­ber 2018 im Stern­bild Was­ser­mann in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Euter­pe erreicht dabei eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,8 mag. Bereits am 13. Sep­tem­ber sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. Sep­tem­ber steht Euter­pe um 1:31 Uhr im Süden und am 30. Sep­tem­ber bereits um 23:07 Uhr Som­mer­zeit.

(30) Ura­nia wird am 9. Sep­tem­ber wie­der hel­ler als 10 mag und kommt am 19. des Monats im Stern­bild Fische wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Dabei erreicht sie eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,6 mag. Ihre Meri­diandurch­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:20 Uhr auf 23:57 Uhr Som­mer­zeit. Am 4. Sep­tem­ber steht Ura­nia nur 4 Bogen­mi­nu­ten von 25 Psc (6,3 mag) ent­fernt.

Der Aste­ro­id (115) Thy­ra erreicht bereits am 2. Sep­tem­ber 2018 die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 9,9 mag hell. Er kann im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den. Am 12. Sep­tem­ber sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. Sep­tem­ber steht Thy­ra um 0:55 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden und am 30. Sep­tem­ber bereits um 22:30 Uhr Som­mer­zeit. Am 24. Sep­tem­ber steht der Aste­ro­id nur 5 Bogen­mi­nu­ten vom 6,5 mag hel­len Stern SAO 127303 ent­fernt, der gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann.

Meteorströme

Die Alpha-Auri­gi­den sind vom 25. August bis zum 10. Sep­tem­ber aktiv. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum ist am Mor­gen des 1. Sep­tem­ber gegen 4 Uhr zu erwar­ten. Der abneh­men­de Mond stört dies­mal die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms. Der Radi­ant steht kurz vor der Mor­gen­däm­me­rung rund 50 Grad hoch im Osten und befin­det sich in der Nähe von Kapel­la und nord­öst­lich von The­ta Aur im Stern­bild Fuhr­mann. Im Schnitt sind in der Maxi­mums­nacht 5 bis 10 Stern­schnup­pen pro Stun­de sicht­bar, die mit hohen Geschwin­dig­kei­ten von 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen. Im Jahr 2007 gab es einen kur­zen Akti­vi­täts­aus­bruch mit kor­ri­gier­ten Raten von über 130 Meteo­ren pro Stun­de wäh­rend eines Zeit­raums von 45 Minu­ten, wobei die hells­ten Auri­gi­den eine Hel­lig­keit von -2 mag erreich­ten. Wei­te­re Akti­vi­täts­aus­brü­che wur­den in den Jah­ren 1935, 1986 und 1994 regis­triert. Die Alpha-Auri­gi­den gehen auf den Kome­ten C/1911 N1 Kiess zurück, der eine Umlauf­zeit von rund 2500 Jah­ren besitzt.

Zwi­schen dem 5. und 17. Sep­tem­ber sind die Sep­tem­ber-Epsi­lon-Per­sei­den aktiv. Das Maxi­mum ist am Abend des? 9. Sep­tem­ber gegen 19 Uhr Som­mer­zeit zu erwar­ten. Lei­der steht der Radi­ant, wenn es dun­kel genug gewor­den ist, nur 15 Grad hoch über dem Hori­zont. Am bes­ten beob­ach­tet man des­halb in den frü­hen Mor­gen­stun­den des 10. Sep­tem­ber. Der Mond stört nicht, da am 9. Sep­tem­ber Neu­mond ist. Der Radi­ant, in der Nähe von Algol, erreicht zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung Höhen von 80 Grad über dem Hori­zont. Im Schnitt sind aber nur 5 bis 10 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Geschwin­dig­kei­ten von 64 km/s besit­zen und damit sehr schnell sind. Im Jahr 2008 und 2013 wur­de eine deut­lich höhe­re Akti­vi­tät mit rund 30 Stern­schnup­pen und einer Viel­zahl von sehr hel­len Meteo­ren regis­triert.

Die Del­ta-Auri­gi­den sind ein rela­tiv neu­er Strom, der frü­her mit den Sep­tem­ber-Per­sei­den als gemein­sa­mer Mete­or­strom betrach­tet wur­de. Der Strom ist ab dem 16. Sep­tem­ber bis zum 8. Okto­ber aktiv, mit einem gerin­gen Maxi­mum von 3 bis 5 Stern­schnup­pen pro Stun­de um den 2. Okto­ber. Die Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit der Teil­chen ist mit 60 km/s ähn­lich hoch wie die der Alpha-Auri­gi­den.

Der ver­mut­lich auf den peri­odi­schen Kome­ten 2P/Encke zurück­ge­hen­de Süd­li­che Tauri­den­strom ist vom letz­ten Sep­tem­ber­drit­tel bis Ende Novem­ber hin­ein aktiv. Ihr Radi­ant liegt im Sep­tem­ber noch in den Fischen, so dass die­ser Teil­strom mit der Ant­he­lionquel­le zusam­men­fällt. Die Meteo­re besit­zen Geschwin­dig­kei­ten von 27 km/s und erschei­nen des­halb sehr lang­sam am Him­mel. Man unter­schei­det die Süd­li­chen Tauri­den und die Nörd­li­chen Tauri­den. Die Akti­vi­tät der Nörd­li­chen Tauri­den beginnt aber erst im Okto­ber.

Die Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men in die­sem Monat aus dem Stern­bild Fische. Mit ihrer rela­tiv nied­ri­gen Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von im Durch­schnitt 30 km/s, las­sen sie sich recht gut von den in die­sem Monat sicht­ba­ren Stern­schnup­pen ande­rer Strö­me unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternenhimmel im September

Der Stern­him­mel am 15. Sep­tem­ber 2018 um 23:00 MESZ

Im Norden

Das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, hat zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit schon fast sei­ne nied­rigs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont ein­ge­nom­men. Den Polar­stern fin­den wir, indem wir die hin­te­ren bei­den Kas­ten­ster­ne des Gro­ßen Bären fünf Mal nach oben hin ver­län­gert. Damit haben wir auch exakt die Nord­rich­tung gefun­den. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf Neun Uhr Posi­ti­on befin­det. Die­ser wird im Lau­fe der Nacht wei­ter hin­ab­stei­gen. Wei­ter west­lich des klei­nen Wagen­kas­tens erkennt man den Dra­chen, der sich um den Klei­nen Bären her­um schlän­gelt. Sein ein­präg­sa­mer rau­ten­för­mi­ger Kopf befin­det sich dabei immer noch in guter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on hoch im Nord­wes­ten. Ober­halb des Klei­nen Bären hat das Stern­bild Kepheus nun sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit erreicht. Rechts dane­ben fin­den wir die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch als “Him­mels-W” bezeich­net wird. Die­se steigt eben­falls lang­sam immer höher. Recht nied­rig im Nord­os­ten erken­nen wir noch den hell leuch­ten­den Stern Kapel­la, im nun voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen Stern­bild Fuhr­mann. Zwi­schen Fuhr­mann und Gro­ßer Bär gele­gen befin­det sich der unschein­ba­re Luchs. Sei­ne schwa­chen Ster­ne sind nahe am Hori­zont aber kaum aus­zu­ma­chen. Schwie­rig zu erken­nen ist auch die Giraf­fe, die sich in mitt­le­rer Höhe zwi­schen Fuhr­mann und Klei­ner Bär befin­det.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird nun nahe­zu voll­stän­dig von den Herbst­stern­bil­dern domi­niert. In gro­ßer Höhe im Süd­os­ten steht das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Öst­lich davon schließt sich die Andro­me­da an, in der man unter einem rela­tiv dunk­len Him­mel und ohne Mond­schein die Andro­me­da­ga­la­xie als läng­li­chen Nebel­fleck erken­nen kann. Sie ist unse­re nächst grö­ße­re Nach­bar­ga­la­xie. Unter­halb der Stern­bil­der Pega­sus und Andro­me­da befin­den sich die schwa­chen Ster­ne der Fische. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont hat soeben der Wal­fisch die Hori­zont­li­nie über­schrit­ten. Öst­lich der Fische ent­de­cken wir noch das Nörd­li­che Drei­eck und das Stern­bild Wid­der als eher unschein­ba­re Stern­bil­der. In gro­ßer Höhe im Nord­os­ten fällt das W-för­mi­ge Stern­bild der Kas­sio­peia auf. Unter­halb der Kas­sio­peia steht der Per­seus und noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont ist ein Teil des Stern­bilds Stiers bereits auf­ge­gan­gen. Dort erken­nen wir auch den offe­nen Stern­hau­fen der Ple­ja­den selbst sehr ein­fach mit blo­ßem Auge. Bei guter Hori­zont­sicht soll­ten wir auch den hel­len röt­li­che Haupt­stern des Stiers, Alde­ba­ran, auf­fin­den kön­nen. Eben­falls sehr nied­rig im Nord­os­ten ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann mit der hell leuch­ten­den Kapel­la.

Im Süden

Hoch im Süd­wes­ten erken­nen wir das Som­mer­drei­eck, das aus den hel­len Ster­nen Deneb im Schwan, Wega in der Lei­er und Ata­ir im Adler gebil­det wird. Dar­un­ter steht das unschein­ba­re Stern­bild Schild sowie das Stern­bild Schüt­ze, in dem zur Zeit der Ring­pla­net Saturn gas­tiert. Das Stern­bild berührt soeben den Süd­west­ho­ri­zont. Die kla­ren und dunk­len Spät­som­mer­näch­te sind nun ide­al, die Som­mer­milch­stra­ße zu beob­ach­ten. Vom Stern­bild Schüt­ze aus gese­hen, in dem sich auch das hel­le Zen­trum unse­rer Gala­xie befin­det, zieht sie mit­ten durch das Som­mer­drei­eck und steigt dann in Rich­tung Zenit­re­gi­on empor. Selbst mit einem ein­fa­chen Feld­ste­cher kön­nen wir in unse­rer Gala­xis eine Men­ge Stern­hau­fen und Nebel ent­de­cken. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans befin­det sich das mäch­ti­ge Pega­sus­qua­drat. Zwi­schen dem Kopf des Pega­sus und dem Som­mer­drei­eck kön­nen wir die deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Fül­len, Del­phin, Pfeil und Füchs­chen auf­fin­den, die sich wie auf einer ima­gi­nä­ren Ket­te nach­ein­an­der in Rich­tung Nord­wes­ten auf­rei­hen. Unter­halb des Pega­sus erkennt man auch einen Teil der Fische sowie das Stern­bild Was­ser­mann, das in der nächs­ten hal­ben Stun­de in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden ste­hen wird. Noch wei­ter in Rich­tung Hori­zont befin­det sich der nur aus schwä­che­ren Ster­nen bestehen­de Stein­bock, der den Meri­di­an gera­de über­schrit­ten hat und dem ein hel­ler röt­li­cher Stern unse­re Auf­merk­sam­keit auf sich zieht. Dabei han­delt es sich um unse­ren roten Nach­barn Mars, der aber für eine aus­gie­bi­ge Beob­ach­tung bereits zu nah am Hori­zont steht. Bei guter Hori­zont­sicht soll­te tief im Süd­os­ten noch der hel­le Stern Fomal­haut im Stern­bild Süd­li­cher Fisch erkenn­bar sein.

Im Westen

Hoch im Süd­wes­ten steht mit den hel­len Ster­nen Wega, Deneb und Ata­ir das auf­fäl­li­ge Som­mer­drei­eck. Zwi­schen den Stern­bil­dern Schwan, der im Volks­mund auch als Kreuz des Nor­dens bezeich­net wird, und Adler ent­de­cken wir die klei­nen Stern­bil­der Pfeil und Füchs­chen. Die hel­le Som­mer­milch­stra­ße ver­läuft in die­sen Stern­bil­dern zum süd­west­li­chen Hori­zont her­ab. In der Lei­er kön­nen wir den Ring­ne­bel mit Hil­fe eines Tele­skops beob­ach­ten, der uns wie ein hel­ler Rauch­ring vor der Dun­kel­heit des Alls erscheint. Und auch der Blick auf den Han­tel­ne­bel im Stern­bild Füchs­chen ist loh­nens­wert, beob­ach­ten wir hier doch einen der größ­ten und hells­ten Pla­ne­ta­ri­schen Nebel an unse­rem Him­mel. West­lich vom ein­präg­sa­men Som­mer­drei­eck gele­gen, ent­de­cken wir den Dra­chen. Dar­un­ter sinkt das Stern­bild Her­ku­les nun eben­falls wie­der in Rich­tung Hori­zont her­ab. Etwas unter­halb der rech­ten obe­ren Ecke des Her­ku­les­vier­ecks soll­te unter einem dunk­len Land­him­mel noch der hel­le Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als nebe­li­ger Licht­fleck erkenn­bar sein. Über dem west­li­chen Hori­zont ste­hen ein Teil des Schlan­gen­trä­gers, mit der Schlan­ge, sowie das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne. Rechts dane­ben berei­tet sich gera­de der Bären­hü­ter für den Unter­gang vor. Sein hel­ler und oran­ge erschei­nen­der Haupt­stern Ark­tur berührt dabei schon fast die Hori­zont­li­nie.

Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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  1. […] hier, hier und hier über eine Ver­schwö­rungs­theo­rie dazu), der Saturn am 27. August und eine Vor­schau auf den Sep­tem­ber. [23:45 […]

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