Der Sternhimmel im Monat März 2019

Der Lauf des Mondes

Am Mor­gen des 1. März steht der abneh­men­de Mond nur 6 ½ Grad west­lich vom Ring­pla­ne­ten Saturn. Nur einen Mor­gen spä­ter fin­den wir den Mond zwi­schen Saturn und Venus über dem öst­li­chen Hori­zont. Am Mor­gen des 3. März befin­det sich die schma­le Mond­si­chel, die wir hier zum letz­ten Mal vor Neu­mond sehen, knapp 4 Grad süd­öst­lich der Venus. Am 6. März wird dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht.
Auf­grund der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel, kön­nen wir in der Mor­gen­däm­me­rung des 8. März ver­su­chen, die dün­ne Mond­si­chel gegen 19 Uhr über dem west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren. An den Fol­ge­aben­den steht die Sichel immer etwas höher über dem Hori­zont und er wan­dert wei­ter durch die Stern­bil­der Fische und Wal­fisch und befin­det sich am Abend des 11. März nur 6 Grad süd­öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am 12. des Monats fin­den wir ihn im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik zwi­schen den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stier. Am 13. März hat der Mond den Haupt­stern Alde­ba­ran bereits hin­ter sich gelas­sen und am 14. März sehen wir ihn als zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) in den nörd­li­chen Aus­läu­fern des Stern­bilds Ori­on. In den fol­gen­den Näch­ten wan­dert unser stil­ler Beglei­ter durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge und Krebs und befin­det sich schließ­lich am 18. des Monats nörd­lich von Regu­lus im Löwen. Am 21. März wird die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Jung­frau durch­lau­fen. Nach der Voll­mond­nacht wird der Mond nach und nach ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert wei­ter durch die Stern­bil­der Waa­ge, Skor­pi­on und Schüt­ze in süd­li­che­re Regio­nen der Eklip­tik. Am Mor­gen des 27. März kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on zwi­schen der Mond­si­chel und dem Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Bei­de Objek­te befin­den sich nur 1 Grad von­ein­an­der ent­fernt. Am 28. März steht der abneh­men­de Halb­mond im Letz­ten Vier­tel im Stern­bild des Schüt­zen und am 29. März fin­den wir ihn nur ein Grad süd­west­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. An den letz­ten bei­den Mor­gen­den des März wan­dert der Mond schließ­lich durch den Stein­bock.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur been­det bereits Anfang März sei­ne Abend­sicht­bar­keit über dem west­li­chen Hori­zont und nähert sich von Osten her der Son­ne wei­ter an. Man kann aller­dings noch ver­su­chen, ihn am 1. März zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung hin auf­zu­spü­ren, wenn er noch 10 Grad hoch über dem Hori­zont steht. Um 19:29 Uhr ver­sinkt der ‑0.2 mag hel­le Pla­net schließ­lich unter der west­li­chen Hori­zont­li­nie. Nach dem 5. März wird man umsonst nach dem inners­ten Pla­ne­ten des Son­nen­sys­tems Aus­schau hal­ten. An die­sem Abend geht der 0,9 mag hel­le Mer­kur bereits um 19:23 Uhr unter. Am 15. März steht Mer­kur in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und bleibt auch im rest­li­chen Monat unsicht­bar, obwohl er sein west­li­cher Win­kel­ab­stand am Monats­en­de wie­der auf 24 Grad stei­gern kann.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist nach wie vor Mor­gen­stern und steht zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung Anfang des Monats noch 8 Grad hoch über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Am 24. März tritt sie vom Stern­bild Stein­bock kom­mend in den Was­ser­mann über. Ihre Hel­lig­keit sinkt von anfangs ‑4,1 auf ‑3,9 mag zum Monats­en­de hin wei­ter ab. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser schrumpft eben­falls und beträgt Ende März gut 13 Bogen­se­kun­den. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt dage­gen zu von anfangs 72% auf 81%. Im Lau­fe des Monats geht die Venus immer frü­her im Süd­os­ten auf. Am 1. März erfolgt ihr Auf­gang um 05:18 Uhr und am 31. März bereits um 4:51 Uhr (5:51 Uhr Som­mer­zeit). Auf­grund der spä­ter ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung, steht sie dann nur noch 3 Grad hoch über dem Hori­zont. Am 3. des Monats kommt es zu einer inter­es­san­ten Kon­stel­la­ti­on mit der abneh­men­den Mond­si­chel in der Mor­gen­däm­me­rung. Auch die Pla­ne­ten Jupi­ter und Saturn hal­ten sich im sel­ben Him­mels­ab­schnitt auf.

Unser roter Nach­bar Mars bleibt ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te und ist bei Ein­bruch der Dun­kel­heit bereits im Wes­ten zu sehen. Aller­dings ist der Rote Pla­net kein auf­fäl­li­ges Objekt mehr, da auch die Hel­lig­keit von anfangs 1,2 auf 1,4 mag wei­ter zurück­geht. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser sinkt bis Ende März auf nur noch 4,6 Bogen­se­kun­den, so dass kaum mehr Ober­flä­chen­de­tails auf dem Mars­scheib­chen zu erken­nen sind. Am 23. März zieht Mars vom Stern­bild Wid­der in den Stier und steht dann zum Monats­en­de nur 3 Grad süd­lich des offe­nen Stern­hau­fens der Ple­ja­den. Am sel­ben Tag beginnt auch auf der Nord­halb­ku­gel des Mars der Früh­ling. Auf­grund sei­ner wei­te­ren Wan­de­rung ent­lang der Eklip­tik Rich­tung Osten, erfolgt sein Unter­gang stets gegen 23:25 Uhr. Am 11. März steht die zuneh­men­de Mond­si­chel süd­west­lich von Mars und zum Ende des Monats bis Mit­te April hin­ein zieht der Rote Pla­net durch das “Gol­de­ne Tor der Eklip­tik” zwi­schen den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter beherrscht die 2. Nacht­hälf­te und zieht durch den süd­li­chen Bereich des Schlan­gen­trä­gers. Dabei bewegt er sich immer lang­sa­mer wer­dend ent­lang der Eklip­tik und kommt Ende März fast zum Still­stand. Sei­ne Hel­lig­keit nimmt in die­ser Zeit von anfangs ‑2,0 auf ‑2,2 mag wei­ter zu. Auch sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst zum Ende des Monats hin auf 39,7 Bogen­se­kun­den. Am 1. März geht Jupi­ter um 2:58 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum 31. März ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge des größ­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems auf 1:11 Uhr. Am 4. März ste­hen die bei­den Jupi­ter­mon­de Gany­med und Euro­pa um 3:53 Uhr vor der Jupit­er­schei­be. Und am 27. März zieht der abneh­men­de Mond rund 1 Grad nörd­lich am Rie­sen­pla­ne­ten vor­bei.

Der Ring­pla­net Saturn ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Schüt­zen. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht an und beträgt am Monats­en­de bereits 0,5 mag. Im Tele­skop erkennt man, dass sein 36 Bogen­se­kun­den brei­te Ring 23,6 Grad geöff­net ist. In den nächs­ten Jah­ren wird die Ring­öff­nung aller­dings wei­ter abneh­men. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt hin­ge­gen nur 16 Bogen­se­kun­den. Am 1. des Monats geht Saturn um 4:45 Uhr auf. Am 31. März erfolgt sein Auf­gang bereits um 2:54 Uhr (3:54 Uhr Som­mer­zeit). Am 29. zieht der abneh­men­den Mond in weni­ger als 1 Grad Abstand süd­lich an Saturn vor­bei.

Ura­nus zieht recht­läu­fig durch den Wid­der und kann noch kurz nach Ein­bruch der Nacht tief im Wes­ten auf­ge­fun­den wer­den. Ab Mit­te März steht der 5,9 mag hel­le und schein­bar 3,4 Bogen­se­kun­den gro­ße Pla­net dann zu nah bei der Son­ne und wird zum Monats­en­de hin end­gül­tig unsicht­bar. Der 4,3 mag hel­le Stern Omic­ron Psc kann als Auf­such­hil­fe die­nen, denn Ura­nus befin­det sich nur 2 ½ Grad nord­öst­lich die­ses Stern. Im April erreicht Ura­nus die Kon­junk­ti­on mit unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Sei­ne Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 22:19 Uhr auf 20:30 Uhr (21:30 Uhr Som­mer­zeit) zum Ende des Monats.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kommt am 7. März im Stern­bild Was­ser­mann in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt unsicht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der fer­ne Pla­net 4,627 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze geht erst zu Beginn der astro­no­mi­schen Däm­me­rung auf und bleibt auch im März noch unsicht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Die Beob­ach­tungs­zeit des kurz­pe­ri­odi­schen Kome­ten 46P/Wirtanen geht im Monat März zu Ende. Der Schweif­stern bewegt sich wei­ter­hin zir­kum­po­lar vom süd­west­li­chen Teil des Stern­bilds Gro­ßer Bär kom­mend in das Stern­bild des Klei­nen Löwen. Zu Beginn des Monats kann Wir­ta­nen noch mit 10 mag Hel­lig­keit in mitt­le­ren Instru­men­ten auf­ge­fun­den wer­den. Bis Ende März geht sei­ne Hel­lig­keit aller­dings auf die 13. Grö­ßen­klas­se zurück.

Der erst Anfang Dezem­ber 2019 ent­deck­te Komet C/2018 Y1 (Iwa­mo­to) erreich­te Mit­te Febru­ar sein Hel­lig­keits­ma­xi­um und war mit 6,7 mag Hel­lig­keit sehr leicht in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­find­bar. Der Schweif­stern bewegt sich in die­sem Monat wei­ter durch den süd­west­li­chen Tei­lo des Stern­bilds Fuhr­mann in den Per­seus. Zu Beginn des Monats steht Iwa­mo­to in der Nähe des Fla­ming Star Nebu­la und ist unter einem dunk­len Land­him­mel mit 8,5 mag Hel­lig­keit noch in klei­nen und mitt­le­ren Tele­sko­pen auf­find­bar. Bis Ende März geht sei­ne Hel­lig­keit schnell auf die 11. Grö­ßen­klas­se zurück.

Der Komet C/2018 L2 (ATLAS) wan­dert vom Stern­bild Eidech­se kom­mend wei­ter in die Andro­me­da und ist eben­falls zir­kum­po­lar. Trotz­dem steht er zu Beginn der Nacht bereits nied­rig im Nord­wes­ten. Mit einer Hel­lig­keit um 12 mag, ist der Schweif­stern ein Objekt für grö­ße­re Tele­sko­pe.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kann in der zwei­ten Nacht­hälf­te recht­läu­fig im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger auf­ge­fun­den wer­den und stei­gert sei­ne Hel­lig­keit von anfangs 8,6 auf 8,2 mag, so dass der Zwerg­pla­net schon in licht­star­ken Feld­ste­chern auf­ge­fun­den wer­den kann. Am 1. März geht Ceres um 1:27 Uhr auf. Am 31. März erfolgt sein Auf­gang bereits um 23:47 Uhr.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wan­dert durch die Jung­frau und wech­selt am 8. März in das Stern­bild Bären­hü­ter. Die Hel­lig­keit steigt von 8,2 auf 7,9 mag, so dass der Aste­ro­id recht ein­fach in Fern­glä­sern auf­ge­fun­den wer­den kann. Die Meri­diandurch­gän­ge von Pal­las ver­frü­hen sich von anfangs 3:42 Uhr auf 1:36 Uhr.

(3) Juno wan­dert durch den Stier und wech­selt am 10. des Monats in den Ori­on. Am 1. März geht der 9,3 mag hel­le Klein­pla­net um 0:44 Uhr im Wes­ten unter. Am 31. März erfolgt sein Unter­gang bereits um 23:58 Uhr. Die Hel­lig­keit ist dann wie­der auf 9,7 mag abge­sun­ken. Am 15. März kann der 6,1 mag hel­le Stern SAO 112150 als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Objek­te ste­hen dann 9 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt.

Die Hel­lig­keit von (6) Hebe im Stern­bild Ori­on geht am 6. März wie­der auf die 10. Grö­ßen­klas­se zurück. Und auch die Unter­gangs­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:59 Uhr auf 1:49 Uhr zum Monats­en­de. Am 18. und am 23. März befin­det sich Hebe in der Nähe von hel­le­ren Ster­nen der 6. Grö­ßen­klas­se (SAO 95473 & SAO 95572), die sich zum Zeit­punkt der dich­tes­ten Annä­he­rung 9,5 bzw. 5,5 Bogen­mi­nu­ten vom Aste­roi­den ent­fernt befin­den.

Der Aste­ro­id (7) Iris wan­dert zunächst noch durch die Jung­frau und wech­selt am 21. März in das Stern­bild Rabe. Dabei stei­gert sie ihre Hel­lig­keit von anfangs 10,0 auf 9,4 mag zum Monats­en­de. Am 5. April 2019 erreicht Iris schließ­lich die Oppo­si­ti­on zur Son­ne. Zu Beginn des Monats steht der Klein­pla­net um 2:43 Uhr im Süden. Ende März erfolgt ihr Meri­diandurch­gang bereist um 0:22 Uhr.

Der Aste­ro­id (532) Her­cu­li­na wan­dert zunächst noch durch das Stern­bild Krebs und wech­selt am 8. März in das Stern­bild Löwe. Dabei geht die Hel­lig­keit von anfangs 9,2 auf 9,7 mag wei­ter zurück. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Her­cu­li­na ver­frü­hen sich von anfangs 22:44 Uhr auf 20:39 Uhr.

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Das Gebiet erstreckt sich rund 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik in öst­li­cher Rich­tung des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Die gesam­te Nacht zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­li­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März hat. Das Maxi­mum fin­det in den Näch­ten vom 12. zum 13. März statt. Der zuneh­men­de Mond wir die Beob­ach­tung der Chi-Her­cu­li­den kaum stö­ren, da er kurz nach Mit­ter­nacht unter­ge­hen wird. Der Radi­ant liegt an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteo­re.

Der abendliche Fixsternhimmel

Sternhimmel
Der Stern­him­mel am 15. März 2019 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast die Zenit­re­gi­on erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bilds steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt. Gleich­zei­tig hat der Kopf des Dra­chen sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Die­se steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben “W” besitzt und des­halb auch als “Himmels‑W” bezeich­net wird. Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xi­en Mes­sier 81 und Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xi­en­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spi­ka befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt auch der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig. Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher befin­det sich der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Per ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbst­him­mels. Zwi­schen Stier und Wid­der ent­de­cken wir noch unse­ren Nach­bar­pla­ne­ten Mars, der aller­dings seit der letz­ten Oppo­si­ti­on im ver­gan­ge­nen Jahr deut­lich an Glanz ver­lo­ren hat und in den nächs­ten zwei Stun­den unter dem Hori­zont unter­ge­hen wird.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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