Der Sternhimmel im Monat April 2019

Der Lauf des Mond

In der schon weit fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung des 1. April steht die abneh­men­de Sichel des Mon­des im Stern­bild Stein­bock unmit­tel­bar west­lich des Mor­gen­sterns Venus. Am nächs­ten Mor­gen ent­de­cken wir den Mond nur 3,5 Grad süd­lich des Mor­gen­sterns. Am 3. des Monats sehen wir den Mond zum letz­ten Mal über den Ost­ho­ri­zont auf­ge­hen, bis am 5. April die Neu­mond­pha­se erreicht wird.
Auf­grund der stei­len Eklip­tik am Abend­him­mel, kön­nen wir ver­su­chen, die dün­ne Mond­si­chel am Abend des 6. April über dem west­li­chen Hori­zont auf­zu­spü­ren. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der zuneh­men­de Mond durch die Stern­bil­der Wid­der und Stier und steht dann am Abend des 9. April öst­lich des Haupt­stern Alde­ba­ran und 7 Grad süd­öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars. Am 10. April ver­lässt der Mond den Stier und wan­dert wei­ter in Rich­tung Osten. Am 12. April ent­de­cken wir ihn als zuneh­men­den Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) im Stern­bild der Zwil­lin­ge und am 13. des Monats im Stern­bild des Krebs, nahe des Stern­hau­fens Pra­e­se­pe. Nach­dem unser stil­ler Nach­bar in den Fol­ge­näch­ten das Stern­bild Löwe durch­lau­fen hat, sehen wir ihn am 19. April als Voll­mond im Stern­bild Jung­frau.
Nach der Voll­mond­nacht wird der Mond mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und wan­dert wei­ter durch die Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on. Am Mor­gen des 23. April begeg­net der Mond den Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Schlan­gen­trä­ger, in nur 5 Grad nörd­li­chen Abstand. Nur einen Mor­gen spä­ter sehen wir ihn im Schüt­zen und am 25. sowie am 26. April, als abneh­men­den Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) in der Nähe des Ring­pla­ne­ten Saturn. Bis zum Ende des Monats geht der Mond am Mor­gen­him­mel erst kurz vor Däm­me­rungs­be­ginn im Süd­os­ten auf. In die­ser Zeit wan­dert er wei­ter durch den Stein­bock und erreicht schließ­lich den Was­ser­mann, wo er dann am letz­ten Mor­gen im April, kurz vor 5 Uhr in der Däm­me­rung, als schma­le Sichel auf­ge­hen wird.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist von unse­ren Brei­ten aus lei­der nicht am Mor­gen­him­mel sicht­bar, obwohl der Pla­net am 11. des Monats, mit 27°43′ Abstand, sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne durch­läuft und einen Tag vor­her, mit 69,8 Mil­lio­nen Kilo­me­ter Abstand, das Aphel sein Bahn pas­sie­ren wird. Mer­kur steht wei­ter süd­lich der Son­ne. Außer­dem ver­läuft die Eklip­tik am Mor­gen­him­mel flach zum öst­li­chen Hori­zont. Nur in süd­li­che­ren Brei­ten der Erde, wo die Eklip­tik stei­ler zum Hori­zont ver­läuft, kann der inners­te Pla­net des Son­nen­sys­tems kurz vor Son­nen­auf­gang über dem Ost­ho­ri­zont auf­ge­spürt wer­den.

Der Mor­gen­stern Venus erreicht im April kei­ne grö­ße­re Höhen über dem öst­li­chen Hori­zont mehr und wird immer unauf­fäl­li­ger. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht sie Anfang des Monats nur 3 Grad und Ende des Monats sogar nur noch 1 Grad hoch im Osten. Der west­li­che Win­kel­ab­stand von der Son­ne schrumpft wei­ter von anfangs 35 Grad auf nur noch 28 Grad. Obwohl die Venus immer noch eine Hel­lig­keit von ‑3,9 Magnitu­den auf­weist, ertrinkt sie zuneh­mend in der immer frü­her ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung. Die Venus­auf­gän­ge ver­frü­hen sich im Lau­fe des Aprils von anfangs 5:50 Uhr auf 4:59 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop bemerkt man, dass der schein­ba­re Durch­mes­ser des Venus­scheib­chen wei­ter zurück­geht von anfangs 13 auf nur noch 11 ½ Bogen­se­kun­den zum Ende des Monats. Dage­gen zeigt sie sich Ende April mit 88% fast voll­stän­dig beleuch­tet. Am 17. des Monats durch­läuft die Venus das Aphel ihrer Bahn und befin­det sich dann 108,9 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Unser roter Nach­bar Mars ist wei­ter­hin ein Objekt für die 1. Nacht­hälf­te, hat aber seit dem Som­mer deut­lich an Glanz ver­lo­ren. Sei­ne Hel­lig­keit sinkt auf 1,6 Grö­ßen­klas­sen und sein schein­ba­rer Durch­mes­ser beträgt Ende April nur noch 4,2 Bogen­se­kun­den. Der Rote Pla­net kann im Stern­bild Stier auf­ge­fun­den wer­den und wan­dert im ers­ten Monats­drit­tel durch das “Gol­de­ne Tor Eklip­tik”, dass aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den gebil­det wird. Die Unter­gän­ge des Mars ver­schie­ben sich nur um ein paar Minu­ten. Aller­dings wird es auch immer spä­ter dun­kel, so dass sich die Sicht­bar­keit des Mars am Abend­him­mel wei­ter ver­rin­gert. Am 1. April geht Mars um 0:23 Uhr unter. Ende des Monats sinkt unser Nach­bar­pla­net bereits um 0:12 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 9. April steht die zuneh­men­de Mond­si­chel in der Nähe des Mars. Am 16. April läuft der Mars in nur 7 Grad nörd­li­chen Abstand an Alde­ba­ran im Stier vor­bei.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ver­la­gert sei­ne Auf­gän­ge bis Anfang Mai in die Zeit vor Mit­ter­nacht und ist im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger zu beob­ach­ten. Am 10. des Monats kommt der Rie­sen­pla­net zum Still­stand und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Mit einer schein­ba­ren Hel­lig­keit von ‑2,5 mag, ist Jupi­ter zur Zeit das auf­fäl­ligs­te Gestirn am Nacht­him­mel, nach dem Mond und unse­rem Schwes­ter­pla­ne­ten Venus. Jupi­ter geht am 1. April um 2:07 Uhr im Süd­os­ten auf. Am 30. April erfolgt sein Auf­gang bereits um 0:11 Uhr Som­mer­zeit. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser steigt auf 43,4 Bogen­se­kun­den. In der Nacht vom 23. auf den 24. April pas­siert der abneh­men­de Mond den Jupi­ter in nur 2 Grad nörd­li­chen Abstand.

Der Ring­pla­net Saturn, recht­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze, baut die Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel wei­ter aus und bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend am Him­mel. Am 30. April kommt der Ring­pla­net schließ­lich zum Still­stand und beginnt mit sei­ner Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Die Saturn­hel­lig­keit nimmt leicht zu und beträgt Ende April bereits 0,4 Magnitu­den. Sein schein­ba­rer Äqua­tor- und Ring­durch­mes­ser steigt eben­falls und beträgt Ende des Monats 17 bzw. 39 Bogen­se­kun­den. Zu Beginn des Monats geht Saturn um 3:50 Uhr im Süd­os­ten auf. Ende April erfolgt der Auf­gang des Gas­pla­ne­ten bereits um 1:59 Uhr Som­mer­zeit. Am 25. und 26. April wan­dert der abneh­men­de Mond an Saturn vor­bei.

Ura­nus, im Stern­bild Wid­der, steht zu nah bei der Son­ne und bleibt unbe­ob­acht­bar. Am 23. April erreicht Ura­nus die Kon­junk­ti­on zur Son­ne und steht dann 3,12 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Was­ser­mann und stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zur Son­ne. Er kann sich noch nicht aus den hel­len Strah­len unse­res Tages­ge­stirns befrei­en und bleibt am Mor­gen­him­mel unsicht­bar.

Der ehe­ma­li­ge Pla­net und nun­mehr Zwerg­pla­net (134340) Plu­to wan­dert rück­läu­fig durch den Schüt­zen und kommt am 25. des Monats zum Still­stand. Er setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an und kann vor Däm­me­rungs­be­ginn am Mor­gen­him­mel mit sehr gro­ßen Tele­sko­pen im Ster­nen­ge­wim­mel der Milch­stra­ße auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne schein­ba­re Hel­lig­keit beträgt nur 14,3 Grö­ßen­klas­sen. Die Auf­gän­ge des Zwerg­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:05 Uhr auf 2:12 Uhr Som­mer­zeit zum Ende des Monats.

Helle Kometen und Planetoiden

Der erst im Dezem­ber 2018 ent­deck­te Komet C/2018 Y1 (Iwa­mo­to) stand Mit­te Febru­ar im Peri­hel und wird im April zuneh­mend schwä­cher. Er ist noch im Stern­bild Per­seus am Abend­him­mel, kurz nach Ein­bruch der Nacht, beob­acht­bar und erreicht Höhen von gut 30 bis 40 Grad über dem nord­west­li­chen Hori­zont. Die Hel­lig­keit sinkt von anfangs 10,5 auf 12,5 mag wei­ter stark ab, so dass dem Kome­ten nur mit­tel­gro­ße Instru­men­te vor­be­hal­ten sind.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres kommt am 8. April im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger zum Still­stand und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Hel­lig­keit des Zwerg­pla­ne­ten steigt von anfangs 8,1 auf 7,6 mag, so dass der Him­mels­kör­per bereits ein­fach in Fern­glä­sern auf­ge­fun­den wer­den kann. Am 1. April geht Ceres um 0:47 Uhr Som­mer­zeit im Süd­os­ten auf. Am 30. April erfolgt ihr Auf­gang bereits zwei Stun­den frü­her.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (2) Pal­las kommt am 9. April im Stern­bild Bären­hü­ter in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 7,9 mag. Bis Ende des Monats sinkt die­se wie­der auf 8,2 Magnitu­den ab. Am 1. April geht Pal­las um 19:00 Uhr auf und erreicht um 2:31 Uhr den Meri­di­an. Am 30. April erfolgt der Auf­gang des Aste­roi­den bereits 3 Stun­den frü­her und der Meri­diandurch­gang um 0:16 Uhr Som­mer­zeit. Am 11. April steht Pal­las in nur 14,5 Bogen­mi­nu­ten Abstand nord­öst­lich des 2,7 mag hel­len Sterns Eta Bootis, der sehr gut als Auf­such­hil­fe die­nen kann. Am 29. April befin­det sie sich nur 9,5 Bogen­mi­nu­ten von 2 Bootis (5,6 mag) ent­fernt.

(3) Juno bewegt sich durch die Stern­bil­der Stier und Ori­on. Zu Beginn des Monats ist der Aste­ro­id noch 9,7 mag hell. Zu Monats­en­de sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10 Grö­ßen­klas­se. Die Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 0:58 Uhr auf 0:14 Uhr Som­mer­zeit. Am 19. April steht Juno in der Nähe des 6,6 mag hel­len Sterns SAO 95004. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt nur 6 ½ Bogen­mi­nu­ten.

Aste­ro­id Num­mer (7) Iris erreicht am 5. April die Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Rabe und wird 9,4 mag hell. Am 17. April über­schrei­tet der Aste­ro­id die Gren­ze zum Stern­bild Jung­frau. Ende April geht ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,9 mag zurück. Am 1. April geht Iris um 20:21 Uhr auf und steht um 1:17 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 30. April erfolgt ihr Auf­gang bereits um 17:46 Uhr und ihr Meri­diandurch­gang um 22:55 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (8) Flo­ra wird am 28. April wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Waa­ge auf­ge­fun­den wer­den. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:21 Uhr auf 2:09 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (11) Par­then­o­pe ist eben­falls in der Waa­ge sicht­bar und wird am 27. April wie­der hel­ler als 10 mag. Zu Beginn des Monats kul­mi­niert der Him­mels­kör­per um 4:25 Uhr. Ende April, nun 9,8 mag hell, erfolgt ihr Meri­diandurch­gang bereits um 2:18 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (44) Nysa erreicht am 24. April im Stern­bild Jung­frau die Oppo­si­ti­on zur Son­ne und wird 9,9 mag hell. Bereits am 29. April sinkt die­se wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Anfang April geht Nysa um 21:44 Uhr auf und steht um 3:04 Uhr im Süden. Ende des Monats erfolgt ihr Auf­gang bereits um 19:12 Uhr und ihr Meri­diandurch­gang um 0:46 Uhr Som­mer­zeit.

Die 9,7 mag hel­le (532) Her­cu­li­na ist zunächst noch im Stern­bild Luchs beob­acht­bar, wech­selt aber am 7. April in den Krebs. Mit­te April sinkt die Hel­lig­keit wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 21:36 Uhr auf 20:02 Uhr Som­mer­zeit.

Meteorströme

Vom 16. bis 25. April tau­chen die Lyri­den auf, deren Aus­strah­lungs­punkt sich rund 7 Grad süd­west­lich von Wega im Stern­bild Lei­er befin­det. Mit 49 km/s han­delt es sich um mit­tel­schnel­le Meteo­re, mit einem nicht sehr aus­ge­präg­ten Maxi­mum in der Nacht vom 22. auf den 23. April. Die bes­te Beob­ach­tungs­zeit des Mete­or­stroms zum Maxi­mums­zeit­punkt liegt in den Stun­den zwi­schen 22 Uhr und 4 Uhr mor­gens, wenn der Radi­ant der Lyri­den in guter Beob­ach­tungs­hö­he am Him­mel steht. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind im Schnitt etwa 10 bis 15 Stern­schnup­pen zu erwar­ten – dar­un­ter auch eini­ge hel­le Exem­pla­re. Der abneh­men­de Mond wir die Beob­ach­tung der Lyri­den etwas stö­ren. Die Lyri­den sind immer wie­der für Über­ra­schun­gen gut: Im Jahr 1982 wur­den zum Bei­spiel 90 Meteo­re pro Stun­de beob­ach­tet. Ein wei­te­rer Aus­bruch fand im Jahr 1922 statt, als 100 Meteo­re pro Stun­de regis­triert wur­den. Als Ursprungs­kör­per des Mete­or­stroms gilt der lang­pe­ri­odi­sche Komet C/1961 G1 That­cher, der eine Umlauf­zeit von 415 Jah­ren besitzt.

Die spo­ra­di­schen Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on, auch Ant­he­lionquel­le genannt, sind eben­falls im gesam­ten Monat April zu beob­ach­ten. Die Radi­an­ten­po­si­ti­on bewegt sich in die­sem Monat vom Stern­bild Jung­frau in die Waa­ge. Durch die süd­li­che Dekli­na­ti­on des Radi­an­ten sind im Schnitt nicht mehr als 1 bis 2 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten von 30 km/s besit­zen.

Die Alpha-Vigi­ni­den, deren Radi­ant sich rund 20 Grad west­lich der Ant­he­lionquel­le befin­det, sind eben­falls um den 22. April her­um sicht­bar und zei­gen nur wenig Meteo­re, die mit Geschwin­dig­kei­ten von 21 Kilo­me­ter pro Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen und damit eben­falls sehr lang­sam erschei­nen.

Im letz­ten Aprild­rit­tel tau­chen auch schon die ers­ten Eta-Aquari­den auf, die eine Ein­tritts­ge­schwin­dig­keit von 66 Kilo­me­tern pro Sekun­de besit­zen. Auf­grund der nied­ri­gen Radi­an­ten­stel­lung über dem Hori­zont, erzeu­gen die Eta-Aquari­den lan­ge Spu­ren am Nacht­him­mel.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im April 2019
Der Stern­him­mel am 15. April 2019 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Bli­cken wir zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit senk­recht nach oben in Rich­tung Zenit, ent­de­cken wir das Stern­bild des Gro­ßen Bären mit der ein­präg­sa­men Figur des Gro­ßen Wagens. Das bekann­tes­te aller Stern­bil­der der Nord­halb­ku­gel hat nun sei­ne höchs­te Stel­lung hoch über unse­ren Köp­fen erreicht. Um den Polar­stern auf­zu­fin­den – und damit die Nord­rich­tung zu bestim­men – ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che. Der Polar­stern ist Teil des Stern­bilds Klei­ner Bär, des­sen Kas­ten­ster­ne in der nächs­ten Stun­de ihre höchs­te Stel­lung im Nor­den ein­neh­men wer­den. Wei­ter öst­lich schlän­gelt sich das Stern­bild Dra­che um den Klei­nen Wagen her­um. Wei­ter west­lich vom Klei­nen Bären gele­gen kön­nen auf­merk­sa­me Beob­ach­ter noch die schwa­chen Ster­ne der unschein­ba­ren Stern­bil­der Giraf­fe und Luchs aus­ma­chen. Unter­halb des Polar­sterns hat soeben der Kepheus sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont über­schrit­ten. West­lich vom Kepheus ent­de­cken wir noch die Kas­sio­peia, das “Himmels‑W”. Im Nord­wes­ten steht der Per­seus und etwas ober­halb die­ses Stern­bilds der hel­le Stern Capel­la im Fuhr­mann. Im Nord­os­ten stei­gen die Som­mer­stern­bil­der Schwan und Lei­er, mit den hel­len Haupt­ster­nen Deneb und Wega, eben­falls lang­sam wie­der höher und aus dem Hori­zont­dunst her­aus.

Im Osten

In mitt­le­rer Höhe im Osten befin­det sich das Stern­bild Bären­hü­ter, des­sen röt­li­cher Haupt­stern Ark­tur der auf­fäl­ligs­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist. Er ist ein Weg­wei­ser für die Früh­lings­stern­bil­der. Vom Bären­hü­ter aus­ge­hend steht ober­halb die­ses Stern­bilds die Figur des Gro­ßen Wagens, des­sen Deich­sel nun genau in Rich­tung Ost­punkt zeigt. Die Kas­ten­ster­ne befin­den sich noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit. Rechts von der Deich­sel aus­ge­hend befin­den sich die Jagd­hun­de und noch wei­ter im Süd­os­ten, und west­lich von Arc­tur gele­gen, das Haar der Bere­ni­ke. In die­sem Stern­bild, das nur aus schwa­chen Ster­nen besteht, kann man in einer kla­ren mond­lo­sen Nacht den Coma-Stern­hau­fen Melot­te 111 mit blo­ßem Auge erken­nen. Unter­halb des Bären­hü­ters befin­den sich das Halb­rund des Stern­bilds Nörd­li­che Kro­ne, der unschein­ba­re Her­ku­les, die Lei­er, mit der Wega, sowie direkt im Osten der Kopf der Schlan­ge, die vom mäch­ti­gen Schlan­gen­trä­ger getra­gen wird. Die Ster­ne des Schlan­gen­trä­gers befin­den sich aber noch zum größ­ten Teil unter dem Ost­ho­ri­zont. Dicht über dem Süd­ost­ho­ri­zont geht soeben das Stern­bild Waa­ge auf.

Im Süden

Die Früh­lings­stern­bil­der haben nun zu unser Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit end­lich den gesam­ten Süd­him­mel ein­ge­nom­men. Der hells­te Stern in die­sem Him­mels­ab­schnitt ist der auf hal­ber Höhe ste­hen­de Arc­tur im Bären­hü­ter im Süd­os­ten. Arc­tur zeigt auf einen wei­te­ren hel­len Stern in gerin­ger Höhe über dem Süd­ost­ho­ri­zont: Es ist der hel­le und weiß­lich leuch­ten­de Haupt­stern Spi­ca im Stern­bild der Jung­frau. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild in die­sem Him­mel­ab­schnitt ist aber der mäch­ti­ge Löwe, der soeben sei­nen höchs­ten Punkt im Süden ein­ge­nom­men hat. Die zahl­rei­chen Gala­xi­en des Vir­go-Gala­xi­en­hau­fens, etwas wei­ter öst­lich vom Schwanz des Löwen gele­gen, befin­den sich nun eben­falls in opti­ma­ler Beob­ach­tungs­po­si­ti­on im Süden. Ober­halb des Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwe. In mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten und rechts vom Löwen gele­gen, sind die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel aus­zu­ma­chen. Ober­halb der Jung­frau und öst­lich vom Löwen gele­gen, kön­nen wir noch das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke mit dem Coma-Stern­hau­fen ent­de­cken. Noch wei­ter höher in Rich­tung Zenit befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de. Bli­cken wir in Rich­tung Süd­ho­ri­zont, direkt unter­halb der Stern­bil­der Jung­frau und Löwe, erken­nen wir das Stern­bild Becher und west­lich davon das Stern­bild des Raben. Das eher unschein­ba­re und nur aus schwa­chen Ster­ne bestehen­de aber sehr aus­ge­dehn­te Stern­bild der Was­ser­schlan­ge, schlän­gelt sich vom Süd­wes­ten in mitt­le­rer Höhe aus­ge­hend in Rich­tung Süd­ost­ho­ri­zont her­ab.

Im Westen

Im Wes­ten ste­hen noch eini­ge hel­le Ster­ne und Stern­bil­der des Win­ter­him­mels über dem Hori­zont. Zu den auf­fäl­ligs­ten Stern­bil­dern gehö­ren die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Cas­tor und Pol­lux, die in der nächs­ten Stun­de den West­ho­ri­zont errei­chen wer­den. Rechts von den Zwil­lin­gen gele­gen berei­tet sich auch der Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Capel­la, zum Unter­gang vor. Im Nord­wes­ten sinkt nun end­lich auch der Per­seus lang­sam zum Hori­zont her­ab. Bei opti­ma­ler Hori­zont­sicht fal­len noch Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Ori­on, sowie Alde­ba­ran im Stier auf. Etwas ober­halb von Alde­ba­ran ent­de­cken wir auch noch unse­ren röt­li­chen Nach­barn Mars, der seit dem Som­mer deut­lich an Glanz ver­lo­ren hat. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes erkennt man auch Pro­kyon im Stern­bild Klei­ner Hund und dar­über den Krebs. Hier kön­nen wir in einer mond­schein­lo­sen Nacht den Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe, auch Krip­pe genannt, erken­nen. Ober­halb vom Krebs befin­det sich der Kopf des mäch­ti­gen Löwen. In Zenit­nä­he kön­nen wir das Stern­bild Gro­ßer Bär ent­de­cken. Zwi­schen Zwil­lin­ge, Fuhr­mann und Gro­ßer Bär befin­det sich noch die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­den Stern­bild des Luchs.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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1 Kommentar

    • Tamara on 19. April 2019 at 05:16

    Hal­lo,
    Ich fin­de das ist eine sehr inter­es­san­te Zusam­men­fas­sung! Ich wuss­te noch gar nicht, dass es im April die Lyri­den gibt. 🙂 Ich konn­te bis­her immer nur die Per­sei­den beob­ach­ten.
    LG, Tami

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