Der Sternhimmel im Monat Mai 2019

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats Mai kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel im Stern­bild Fische zum letz­ten Mal in der Mor­gen­däm­me­rung auf­ge­hen sehen. Denn auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, hat die Sichel nur wenig Vor­sprung gegen­über unse­rer Son­ne. Am 4. Mai wird dann schließ­lich die Neu­mond­pha­se erreicht.
Die Eklip­tik, die schein­ba­re Bahn der Son­ne am Him­mel, steht in die­ser Jah­res­zeit am Abend­him­mel deut­lich stei­ler zum Hori­zont. Aus die­sem Grund kön­nen wir ver­su­chen, die schma­le Sichel des zuneh­men­den Mon­des gegen 20:45 Uhr Som­mer­zeit über dem WNW Hori­zont zu ent­de­cken. Nur einen Abend spä­ter steht der Mond nach Son­nen­un­ter­gang deut­lich höher über dem west­li­chen Hori­zont im Stern­bild des Stiers. An die­sem Abend wird gegen 20:46, und dem­nach noch in der hel­len Abend­däm­me­rung, der 4,2 mag hel­le Stern Del­ta 3 Tau­ri vom Mond bedeckt. Auf einer Linie zwi­schen Ems­land – Hal­le – Dres­den ver­läuft die­se Bede­ckung sogar strei­fend. Am 7. des Monats befin­det sie sich dann 5 Grad unter­halb unse­res roten Nach­barn Mars. Am 8. und 9. Mai wan­dert der Mond durch die Zwil­lin­ge und anschlie­ßend wei­ter durch den Krebs, steht dann am Mor­gen des 12. als zuneh­men­der Halb­mond im Löwen und befin­det sich in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai nur 3 Grad öst­lich vom Haupt­stern Regu­lus. Nach­dem der Mond das Stern­bild Löwe durch­lau­fen hat, fin­den wir ihn am 14. Mai im Stern­bild der Jung­frau und ab 17. des Monats in der Waa­ge. Am 18. Mai wird schließ­lich die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen.
Nach dem Mai­voll­mond wird unser stil­ler Beglei­ter mehr und mehr ein Objekt für die 2. Nacht­hälf­te. In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai kön­nen wir den abneh­men­den Mond nur 3 Grad süd­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter im Schlan­gen­trä­ger auf­spü­ren. Am 22. des Monats hat der Mond bereits den Schüt­zen erreicht, wo wir ihn am Mor­gen des 23. Mai knapp 2 Grad süd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn ent­de­cken kön­nen. Nach­dem unser Erd­tra­bant den Pla­ne­ten hin­ter sich gelas­sen hat, wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch das Stern­bild Stein­bock. Am 26. des Monats sehen wir ihn als abneh­men­den Halb­mond (Letz­tes Vier­tel) im Stern­bild Was­ser­mann. In den letz­ten Tagen des Monats geht der Mond erst zu Beginn der Däm­me­rung auf. Am 31. Mai sehen wir ihn dann aber­mals als dün­ne Sichel im Stern­bild der Fische.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur erreicht am 21. Mai die obe­re Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und bleibt den gesam­ten Monat über unsicht­bar. Am 24. steht Mer­kur im Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt. Nur am 31. Mai ergibt sich im Süden des deutsch­spra­chi­gen Raums eine theo­re­ti­sche Chan­ce, Mer­kur zum Ende der Bür­ger­li­chen Däm­me­rung hin am Abend­him­mel mit einem Feld­ste­cher auf­zu­spü­ren. An die­sem Abend sinkt der ‑1,2 mag hel­le Pla­net um 22:25 Uhr Som­mer­zeit unter die west­li­che Hori­zont­li­nie.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus kann nur noch sehr nied­rig am Mor­gen­him­mel auf­ge­fun­den wer­den und wan­dert vom Stern­bild Fische kom­mend am 16. Mai in das Stern­bild Wid­der. Ihr west­li­cher Win­kel­ab­stand zur Son­ne schrumpft wei­ter, so dass es immer schwie­ri­ger wird, sie über dem öst­li­chen Hori­zont über­haupt auf­zu­spü­ren, trotz ihrer Hel­lig­keit von ‑3,9 mag. Vor allem zum Monats­en­de hin ver­schlech­tern sich ihre Sicht­be­din­gun­gen, auf­grund der sehr fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, spür­bar. Der schein­ba­re Durch­mes­ser des Venus­scheib­chen geht im Lau­fe des Mai wei­ter zurück und beträgt am Ende des Monat nur noch 11 Bogen­se­kun­den. Ihr Beleuch­tungs­grad nimmt dage­gen zu von anfangs 88% auf 94%. Damit zeigt sich der Mor­gen­stern fast voll­stän­dig beleuch­tet. Im Juni ver­schwin­det sie dann end­gül­tig vom Mor­gen­him­mel und steht schließ­lich in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Am 1. Mai geht die Venus um 4:57 Uhr im Osten auf. Am 31. Mai erfolgt der Auf­gang des Mor­gen­sterns bereits um 4:08 Uhr Som­mer­zeit.

Unser roter Nach­bar Mars ist nach wie vor am Abend­him­mel prä­sent, aller­dings mit 1,7 mag Hel­lig­keit und einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 3,9 Bogen­se­kun­den kein auf­fäl­li­ges Objekt mehr. Mars bewegt sich zunächst noch recht­läu­fig durch den Stier und wech­selt am 16. Mai in das Stern­bild der Zwil­lin­ge. Die Sicht­bar­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten geht wei­ter zurück, weil die Son­ne dem Pla­ne­ten im Tier­kreis nach­läuft und auch die Däm­me­rung immer län­ger dau­ert. Zu Beginn des Monats geht der Rote Pla­net um 0:11 Uhr im Wes­ten unter. Ende Mai erfolgt sein Unter­gang bereits um 23:38 Uhr Som­mer­zeit. Am 8. Mai steht die zuneh­men­den Mond­si­chel nur 3 Grad süd­lich von Mars und am 19. Mai wan­dert der Pla­net in nur 0,2 Grad Abstand süd­lich am Offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 35 in den Zwil­lin­gen vor­bei.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter wird zu einem auf­fäl­li­gen Objekt für die gesam­te Nacht und wan­dert wei­ter rück­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger. Am 10. Juni erreicht er schließ­lich sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Auf­grund der süd­li­chen Lage im Tier­kreis, wird der Anblick des Pla­ne­ten­scheib­chens, mit sei­nen zahl­rei­chen Bän­dern und Fle­cken, durch die dich­te­ren Atmo­sphä­ren­schich­ten getrübt. Wäh­rend sei­nes Meri­diandurch­gangs erreicht der Rie­sen­pla­net näm­lich nur eine Höhe von gut 17 Grad über dem süd­li­chen Hori­zont. Aller­dings ist der Pla­net mit ‑2,6 Grö­ßen­klas­sen Hel­lig­keit immer noch das auf­fäl­ligs­te Objekt am Nacht­him­mel. Im Fern­rohr zeigt sich die Pla­ne­ten­ku­gel 45 Bogen­se­kun­den groß. Im Lau­fe des Monats erreicht Jupi­ter immer frü­her den Meri­di­an. Am 1. Mai steht der Rie­sen­pla­net um 4:02 Uhr im Süden und am 31. des Monats bereits um 1:52 Uhr Som­mer­zeit. In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai steht der fast vol­le Mond in der Nähe Jupi­ters tief im Süd­os­ten. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt nur 3 1/3 Grad. Am 29. Mai befin­den sich gegen 0:55 Uhr die Mon­de Gany­med und Io sowie Ios Schat­ten vor der Jupit­er­schei­be. Ein über­aus inter­es­san­ter Anblick in jedem Fern­rohr.

Anblick des Pla­ne­ten Jupi­ter am 29. Mai um 0:55 Uhr MESZ

Der Ring­pla­net Saturn, rück­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze, ist eben­falls schon fast die gesam­te Nacht über beob­acht­bar, über­wie­gend aber noch ein Objekt für den Mor­gen­him­mel. Im Lau­fe des Monats ver­la­gert der Pla­net sei­ne Auf­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Die Hel­lig­keit des Ring­pla­ne­ten nimmt leicht zu und beträgt zum Monats­en­de bereits 0,3 mag. Sein Ring­sys­tem ist immer noch zu 23 ½ Grad geöff­net. Sein schein­ba­rer Äqua­tor­durch­mes­ser beträgt zum Monats­en­de hin gut 18 Bogen­se­kun­den. Die Auf­gän­ge Saturns ver­frü­hen sich von anfangs 1:55 Uhr auf 23:50 Uhr Som­mer­zeit. Am 23. des Monats steht der abneh­men­de Mond in der Nähe von Saturn. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt nur 1 ½ Grad!

Ura­nus, im Stern­bild Wid­der, stand im Vor­mo­nat in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und kann auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge noch nicht am Mor­gen­him­mel gese­hen wer­den. Er bleibt auch im Mai unsicht­bar.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun, im Stern­bild Was­ser­mann, kann sich zunächst noch nicht aus den hel­len Strah­len der Son­ne befrei­en. Erst im letz­ten Monats­drit­tel taucht der 7,9 mag hel­le grün­li­che Pla­net nied­rig im Osten auf und befin­det sich dabei rund 1 Grad nord­öst­lich von Phi Aqua­rii (4,2 mag). Die Auf­gän­ge des schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 4:12 Uhr auf 2:15 Uhr Som­mer­zeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und kann als 14,3 mag hel­les Objekt nur in gro­ßen Tele­sko­pen auf­ge­fun­den wer­den. Plu­to steht im Schüt­zen und erreicht aber erst Mit­te Juli die Oppo­si­ti­ons­stel­lung. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 2:08 Uhr Som­mer­zeit auf 2 Stun­den.

Helle Kometen und Planetoiden

Im Mai sind kei­ne hel­le­ren Kome­ten an unse­rem Him­mel sicht­bar. Der erst im Dezem­ber 2018 ent­deck­te Komet C/2018 Y1 Iwa­mo­to bewegt sich sehr lang­sam im süd­west­li­chen Teil des Stern­bilds Per­seus und kann mit einer Hel­lig­keit um 12,5 mag in grö­ße­ren Tele­sko­pen am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den. Die Beob­ach­tung ist aber zuneh­mend schwie­rig, weil der Komet recht dif­fus erscheint und auch die spä­ter ein­set­zen­de Däm­me­rung sich immer mehr bemerk­bar macht. Anfang Mai steht er zum Ende der astro­no­mi­schen Däm­me­rung noch gut 15 Grad hoch über dem nord­west­li­chen Hori­zont.

Der Zwerg­pla­net (1) Ceres bewegt sich zunächst noch rück­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger und wech­selt am 29. Mai in das Stern­bild Skor­pi­on. Am 28. des Monats kommt Ceres gegen Mit­ter­nacht auch in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 7,0 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 7,6 mag. Damit ist der Zwerg­pla­net schon in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen auf­find­bar. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Ceres ver­frü­hen sich von anfangs 3:18 Uhr auf 0:54 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las stand im letz­te Monat in Oppo­si­ti­on und kann nach wie vor fast die gesam­te Nacht beob­ach­tet wer­den. Pal­las bewegt sich immer lang­sa­mer wer­dend rück­läu­fig durch den Bären­hü­ter und wech­selt am 6. des Monats in das Stern­bild Haar der Bere­ni­ke. Ihre Hel­lig­keit geht von anfangs 8,2 auf 8,9 mag aller­dings deut­lich zurück. Am 1. Mai steht der Him­mels­kör­per um 0:11 Uhr im Süden und am 31. Mai bereits um 21:57 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id mit der Nr. 8 Flo­ra erreicht am 12. Mai im Stern­bild Waa­ge die Oppo­si­ti­ons­stel­lung und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,7 mag. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit 9,9 mag und Ende Mai bereits wie­der 10 mag. Am 1. des Monats steht Flo­ra um 2:04 Uhr in ihrer höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 31. Mai erreicht sie bereits um 23:31 Uhr Som­mer­zeit den Meri­di­an. Am 17. Mai befin­det sich der Aste­ro­id nur 7 Bogen­mi­nu­ten von Beta Librae (2,6 mag) ent­fernt.

Auch der Aste­ro­id (11) Par­then­o­pe erreicht am 14. Mai die Oppo­si­ti­on in der Waa­ge und wird 9,5 mag hell. Sie steht nur 3 Grad vom Aste­roi­den (8) Flo­ra ent­fernt. Zu Beginn und am Ende des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit jeweils 9,8 mag. Die Meri­diandurch­gän­ge des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:14 Uhr auf 23:43 Uhr Som­mer­zeit.

Der Aste­ro­id (15) Euno­mia bewegt sich durch den Stein­bock und wird erst am 28. Mai wie­der hel­ler als 10 mag. Die Auf­gän­ge des Him­mels­kör­pers ver­frü­hen sich von anfangs 3:06 Uhr auf 1:11 Uhr Som­mer­zeit.

(20) Mas­sa­lia kommt am 20. des Monats eben­falls im Stern­bild Waa­ge in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,7 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 10,2 Grö­ßen­klas­sen und Ende Mai bereits wie­der 10,0 mag. Am 1. des Monats kul­mi­niert Mas­sa­lia um 2:37 Uhr über dem Süd­ho­ri­zont. Am 31. Mai steht der Aste­ro­id bereits um 0:10 Uhr Som­mer­zeit im Meri­di­an.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aquari­den (auch Mai-Aquari­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 6. und 7. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 40 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Für Beob­ach­ter im Mit­tel­meer­raum und auf der Süd­halb­ku­gel der Erde gehört die­ser Strom des­halb zu den aktivs­te des Jah­res. Die Anzahl an sicht­ba­ren Meteo­ren wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Der Mond wird die Beob­ach­tung des Mete­or­stroms, kurz nach Neu­mond, nicht stö­ren. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar, weil der Radi­ant dann höher über dem Hori­zont steht und die Nacht län­ger dau­ert. Für einen süd­li­chen Stand­ort sind dann rund 20 Stern­schnup­pen pro Stun­de zu erwar­ten. Die bes­te Zeit ist des­halb gegen 3 Uhr mor­gens in süd­li­che­ren Brei­ten. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aquari­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 bis 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Der zuneh­men­de Mond geht in der Maxi­mums­nacht kurz nach Mit­ter­nacht unter. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren und von der Anzahl her gerin­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes. Im Mai wan­dert die­ser vom Stern­bild Waa­ge in den Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Sie besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von den übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den.
Daten­grund­la­ge: „Das Him­mels­jahr 2019“ & „Ster­ne und Welt­raum“ (5/2019)

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Sternhimmel im Mai 2019
Der Stern­him­mel am 15. Mai 2019 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Der Dra­che, der sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, steht eben­falls hoch am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als „Him­mels W“ bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Der Kepheus, zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia gele­gen, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich bei­de über dem nord­öst­li­chen Hori­zont auf­hal­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck. Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht ober­halb vom Stern­bild Lei­er gele­gen der unschein­ba­re Her­ku­les, wo unter einem dunk­len Him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als dif­fu­ser Licht­fleck erkannt wer­den kann. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher, der mäch­ti­ge Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Vom Stern­bild Her­ku­les aus­ge­hend steht unter­halb von die­sem im Süd­os­ten der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die­se bei­den Stern­bil­der sind soeben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewin­nen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xi­en­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ca, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. Öst­lich der Jung­frau ent­de­cken wir die Waa­ge und dar­un­ter den Kopf des Stern­bild Skor­pi­ons. Wir keh­ren wie­der zur Jung­frau zurück. Ober­halb die­ses Stern­bilds ent­de­cken wir den Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len oran­ge-far­be­nen Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jagd­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden schon längst über­schrit­ten hat. Er wird in den kom­men­den Stun­den zum West­ho­ri­zont hin­ab sin­ken und schließ­lich unter­ge­hen. Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend befin­det sich unter­halb davon die schwa­chen Ster­ne der Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie wer­den in den nächs­ten Stun­den unter­ge­hen.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon, im Stern­bild des Klei­nen Hun­des, steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. West­lich der rech­ten Ster­nen­ket­te kön­nen wir noch unser roter Nach­bar Mars über dem Hori­zont ent­de­cken, der seit Som­mer 2018 deut­lich an Glanz ver­lo­ren hat. Noch wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten steht der Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Capel­la. Eben­falls schon tief im Wes­ten kön­nen wir auch den unschein­ba­ren Krebs ent­de­cken, der sich rechts vom mäch­ti­gen Löwen erstreckt. Ober­halb vom Löwen steht der unschein­ba­ren Klei­nen Löwen und noch etwas höher das Stern­bild des Gro­ßen Bären. Der Gro­ße Bär steht noch nahe des Zenits und dem­nach in aus­ge­zeich­ne­ter Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten des Bären in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Nahe­zu par­al­lel und nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont, sehen wir noch den Kopf der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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