Beteigeuze so lichtschwach wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Zur Zeit beob­ach­ten Astro­no­men etwas Unge­wöhn­li­ches am Him­mel: Die Hel­lig­keit des lin­ken obe­ren Schul­ter­sterns im auch für Lai­en bekann­ten Win­ter­stern­bild Ori­on, hat in den letz­ten Mona­ten um gut 60% abge­nom­men. Betei­geu­ze, Betel­geu­se oder Alpha Orio­nis, so der Name des knapp 640 Licht­jah­re ent­fern­ten Sterns, ist übri­gens der nächs­te Kan­di­dat für eine Super­no­va­ex­plo­si­on, die heu­te oder erst in 1.000.000 Jah­ren statt­fin­den kann.

Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung des Betei­geu­ze-Sys­tems (SpaceEn­gi­ne)

Als Roter Über­rie­se am Ende sei­nes Lebens, ist Betei­geu­ze in sei­ner Hel­lig­keit und in sei­nem Durch­mes­ser varia­bel und leuch­tet nor­ma­ler­wei­se im Schnitt mit einer Hel­lig­keit zwi­schen +0,3 und +0,6 Grö­ßen­klas­sen. Die Hel­lig­keit des Sterns kann in den sel­tens­ten Fäl­len aber auch mal 1,3 mag betra­gen oder bei +0,0 mag lie­gen. Vor weni­gen Tagen wur­den von Ver­än­der­li­chen­be­ob­ach­ter aller­dings +1,5 mag gemes­sen und offen­sicht­lich nimmt die Hel­lig­keit des Schul­ter­sterns wei­ter­hin ab. Das bedeu­tet aber nicht, dass der Stern gleich mor­gen explo­die­ren wird. Mit einer Mas­se von rund 20 Son­nen­mas­sen, wird der erst 10 Mil­lio­nen Jah­re alte Stern bei der Super­no­va auch bei uns am Tag­him­mel zu sehen sein und danach wahr­schein­lich als Neu­tro­nen­stern enden.

Das Win­ter­stern­bild Ori­on

Das Stern­bild Ori­on ist auch von der hell erleuch­te­ten Innen­stadt aus zu sehen und steht im Dezem­ber gegen Mit­ter­nacht in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden.

Einen aus­führ­li­chen Arti­kel zur aktu­el­len Hel­lig­keits­schwan­kung von Betei­geu­ze gibt es übri­gens in den Sci­en­blogs.

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2 Kommentare

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    • Sina auf 20. Februar 2020 bei 10:07

    Dan­ke für die Auf­klä­rung und die sehr schö­nen Auf­nah­men.

    • Rainer Kirmse , Altenburg auf 26. März 2020 bei 12:07

    Ein paar klei­ne Gedich­te zu Welt­raum und Ster­nen:

    DUNKLES UNIVERSUM

    Am Anfang war der Urknall,
    Um uns her­um der Nach­hall.
    Das Welt­all in Expan­si­on
    Mil­li­ar­den Jah­re nun schon.

    Es sind dabei die Gala­xien
    Ein­an­der rasant zu entflie’n.
    Da ist kei­ne Wen­de in Sicht,
    Irgend­wann geht aus das Licht.

    Dunk­le Mate­rie ist rät­sel­haft,
    Dunk­le Ener­gie nicht min­der.
    Das Wis­sen ist noch lücken­haft,
    Man kommt nicht recht dahin­ter.

    Es braucht wohl wie­der ein Genie,
    Gar eine neue Theo­rie.
    Den Kos­mos ganz zu versteh’n,
    Wird noch etwas Zeit vergeh’n.

    STERNENSCHICKSAL

    Was­ser­stoff zu Heli­um
    Ist der Ster­ne Toni­kum.
    Im Innern die Kern­fu­si­on
    Ist der Ster­ne Pro­fes­si­on.
    Erup­ti­on und Pro­tu­beranz
    Sind ober­fläch­li­cher Tanz.

    Ster­ne sind bis zum Ende
    Geburts­ort der Ele­men­te.
    Nach dem Eisen letz­ter Gruß,
    Machen Ster­ne damit Schluss.
    Für Ele­men­te super­schwer,
    Muss eine Super­no­va her.

    Ster­ne entsteh’n und vergeh’n,
    Das ist im All Normalgescheh’n.
    Der Mensch, ein Kind der Ster­ne,
    Betrachtet’s aus der Fer­ne.

    STERNENBETRACHTUNG

    Dekli­na­ti­on und Rekt­aszen­si­on
    Bestim­men die Stern­po­si­ti­on.
    Die Par­al­la­xe indes­sen
    Hilft beim Ent­fer­nung mes­sen.

    Wir sehen Ster­ne Blau und Rot,
    Neu­ge­bo­ren, auch kurz vorm Tod;
    Oder uns’­rer Son­ne ähn­lich,
    Mit­tel­alt und leuch­tend gelb­lich.

    Da gibt es Rie­sen und Zwer­ge
    Ver­schie­dens­ter Leucht­stär­ke.
    Solis­ten und Mehr­fach­ster­ne,
    Recht nah und in wei­ter Fer­ne.

    All die­ser Son­nen Pro­fes­si­on
    Ist im Innern die Kern­fu­si­on.
    Erup­ti­on und Pro­tu­beranz
    Sind nur ober­fläch­li­cher Tanz.

    Glut­hit­ze herrscht im Zen­trum,
    Etwas gemin­dert drum her­um.
    Vom ewig stür­mi­schen Rand
    Wird Licht und Wär­me gesandt.

    Ster­nen­hei­mat sind Gala­xien,
    Die mit ihnen durchs All zieh’n.
    Meist von Pla­ne­ten umge­ben,
    Gibt’s ohne Ster­ne kein Leben.

    DAS SCHWARZE LOCH

    Es ist weder schwarz, noch ist es ein Loch;
    Man sieht das obsku­re Objekt ein­fach nicht,
    Der dich­ten Mate­rie ent­kommt kein Licht.
    Über Ein­zel­hei­ten rät­selt man noch.

    Es hat zuge­legt seit sei­nem Entsteh’n,
    Wird auch dem­nächst nicht auf Diät geh’n.
    Es will sich alles ein­ver­lei­ben,
    Wir soll­ten dem Mons­ter fern­blei­ben.

    Im Zen­trum der Gala­xie zu Hau­se,
    Saugt es Mate­ri­al auf ohne Pau­se.
    Man nennt die­ses hier super­mas­siv,
    Es ist trotz sei­ner Fül­le recht aktiv.

    Es wird von Ster­nen rasant umkreist,
    Was uns sei­ne Exis­tenz beweist.
    Eine Strah­lung, nach Haw­king benannt,
    Beob­ach­tet man an Loches Rand.

    Der Ereig­nis­ho­ri­zont ist Gren­ze,
    Dahin­ter ist ein­fach Sen­se.
    Ver­rin­nen will dort kei­ne Zeit,
    Gefäng­nis für die Ewig­keit.

    MONSTERCRASH 🌚⚔️🌚 😉

    Zwei Schwar­ze Löcher im Streit,
    Das kommt vor von Zeit zu Zeit.
    Auch einen Neu­tro­nen­stern
    Rem­peln die­se Mons­ter gern.

    Die gewal­ti­ge Kol­li­si­on
    Bringt das Welt­all zur Vibra­ti­on,
    In die Raum­zeit ein paar Del­len,
    Dazu Gra­vi­ta­ti­ons­wel­len.

    Die­se gehen auf die Rei­se,
    Zieh’n im Kos­mos ihre Krei­se.
    So erfährt auch unser Pla­net,
    Was da drau­ßen vor sich geht.

    BLACK HOLE KURZVERSION

    Ein kos­mi­sches Schwer­ge­wicht,
    Zu kei­ner Diät bereit;
    Ster­nen­staub das Haupt­ge­richt,
    Ver­schmäht wird kei­ne Mahl­zeit.
    Die Mate­rie super­dicht,
    Stark ver­bo­gen die Raum­zeit;
    Dem Mons­ter ent­kommt kein Licht,
    Gefäng­nis für die Ewig­keit.

    TEILCHENPHYSIK

    Ewig bleibt stehn kei­ne Mau­er,
    Nichts im Welt­all ist von Dau­er.
    So zer­fällt nach einem Weil­chen
    Auch noch das kleins­te Teil­chen.

    Nukleo­nen win­zig klein,
    Der größ­te Gala­xien­ver­ein;
    Was am Him­mel sehen wir,
    Der Mensch und alles Getier;
    So schön auch der Bibel­be­richt,
    Einen Gott brauch­te es dafür nicht.

    EINSTEIN RELATIV LYRISCH

    Zeit ist rela­tiv,
    Man hat sie lei­der nie.
    Ein­stein forsch­te inten­siv,
    Offen­bar­te sein Genie:
    Kon­stant das Tem­po von Licht,
    Schnel­ler geht es nun­mal nicht.
    Ein wei­te­res Resul­tat: E = m c ²
    Er brach­te die Raum­zeit ins Spiel,
    Eine Feld­glei­chung war das Ziel.
    Mas­se krümmt umge­ben­den Raum -
    Revo­lu­tio­nä­res war gedacht,
    Wis­sen­schaft vor­an­ge­bracht.

    ZODIAKALLICHT

    Mit zar­tem Schein am Him­mels­zelt
    Grüßt die Eklip­tik uns’­re Welt.
    Vom Tier­kreis eine Bot­schaft
    An die Pla­ne­ten­ge­mein­schaft;
    Die Son­ne sen­det die­ses Licht,
    Sie ver­gisst ihre Kin­der nicht.

    ERDAUFGANG

    Die Erde ist auf­ge­gan­gen,
    Zeigt her ihre blau­en Wan­gen.
    Die­sen Anblick, sehr unge­wohnt,
    Genie­ßen Men­schen auf dem Mond.
    Ein solch gran­dio­ses Bild zu seh’n,
    Es wür­de uns das Herz aufgeh’n.

    Bald wird man wie­der lan­den
    Auf uns’­rem treu­en Tra­ban­ten.
    Man wird gebannt zurück­schau­en
    Auf den Pla­ne­ten, den Blau­en.
    Beschüt­zen wir uns’­re Erde,
    Dass sie lang noch aufgeh’n wer­de.

    Rai­ner Kirm­se , Alten­burg

    Mit freund­li­chen Grü­ßen

  1. […] Threads hier, hier, hier und hier und Arti­kel hier, hier (frü­her), hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch die wei­te­re Licht­kur­ve des Sterns mit Dip und ein Gra­vi­ta­ti­ons­wel­len-Kan­di­dat vom […]

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