Der Sternhimmel im Januar 2020

Der Lauf des Mondes

Am 1. Abend im Monat Janu­ar fin­den wir den zuneh­men­den Mond im Stern­bild Was­ser­mann. In der Fol­genacht wan­dert unser stil­ler Beglei­ter wei­ter durch den Wal­fisch und steht dann am Mor­gen des 3. Janu­ar als zuneh­men­der Halb­mond (Ers­tes Vier­tel) am Him­mel. Am 4. des Monats kann der Mond im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Fische und Wal­fisch und am 5. Janu­ar im süd­li­chen Bereich des Stern­bilds Wid­der auf­ge­fun­den wer­den. In der dar­auf­fol­gen­den Nacht hat der Erd­tra­bant bereits den Stier erreicht und befin­det am Abend des 7. Janu­ar in den Hya­den, knapp 2 ½ Grad nörd­lich von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern im Stier. Am 9. Janu­ar fin­den wir den Mond schließ­lich in den Zwil­lin­gen. Gegen 18 Uhr kommt es zu einer Bede­ckung des 2,9 mag hel­len Sterns My Gemi­no­rum. Die Bede­ckung dau­ert rund 53 Minu­ten und der Aus­tritt fin­det an der beleuch­te­ten Sei­te des Mon­des statt. Am 10. des Monats wird schließ­lich die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen. In die­ser Nacht fin­det eine Halb­schat­ten­fins­ter­nis des Mon­des statt, die visu­ell unauf­fäl­lig ist. Foto­gra­fen kön­nen aller­dings gegen 20 Uhr eine leich­te dunk­le­re Ver­fär­bung der süd­li­chen Mond­ka­lot­te nach­wei­sen.
Nach der Voll­mond­nacht wan­dert der Mond wei­ter in Rich­tung Osten und durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Zwil­lin­ge, Krebs und Löwe und wird dann immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 16. des Monats geht der Mond schließ­lich erst nach Mit­ter­nacht auf und kann dann im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den. Am 17. des Monats wird das Letz­te Vier­tel durch­lau­fen. Der Mond wan­dert am Mor­gen­him­mel wei­ter durch die Stern­bil­der Waa­ge und Skor­pi­on. Am Mor­gen des 21. Janu­ar steht er knapp 6 Grad öst­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Schlan­gen­trä­ger. Am Mor­gen des 22. Janu­ar kön­nen wir dann zum letz­ten Mal vor Neu­mond die dün­ne Mond­si­chel am Mor­gen­him­mel auf­ge­hen sehen, bis am 24. des Monats die Neu­mond­pha­se erreicht wird. Die dün­ne, zuneh­men­den Mond­si­chel taucht dann in der Abend­däm­me­rung des 26. Janu­ar wie­der über dem süd­süd­west­li­chen Hori­zont auf. Nur einen Abend spä­ter kann die Mond­si­chel knapp 10 Grad süd­lich des Abend­sterns Venus auf­ge­fun­den wer­den. Am 28. Janu­ar befin­det sie sich knapp 5 Grad öst­lich des Abend­sterns. Bis zum Monats­en­de gewinnt der Mond am Abend­him­mel immer grö­ße­re Höhen und wan­dert bis zum Monats­en­de aber­mals durch die Stern­bil­der Wal­fisch und Fische.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist zu Monats­be­ginn nicht sicht­bar und steht am 10. Janu­ar in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Danach ent­fernt sich Mer­kur schnell in öst­li­cher Rich­tung von der Son­ne und kann dann zum Monats­en­de hin wie­der dicht über dem süd­west­li­chen Hori­zont in der Abend­däm­me­rung auf­ge­spürt wer­den. Zum ers­ten mal kön­nen wir ihn wahr­schein­lich am Abend des 28. Janu­ar als ‑1,0 mag hel­les Objekt auf­spü­ren. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht er knapp 5 Grad hoch über dem west­li­chen Hori­zont. An die­sem Abend sinkt er um 17:45 Uhr unter die süd­west­li­che Hori­zont­li­nie. Bis Monats­en­de ver­spä­ten sich sei­ne Unter­gän­ge nur unwe­sent­lich auf 18:04 Uhr.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus kann nach Son­nen­un­ter­gang als hel­ler Abend­stern in west­li­cher Rich­tung gese­hen wer­den. Im Lau­fe des Janu­ar nimmt ihre Hel­lig­keit leicht zu von anfangs ‑4,0 auf ‑4,1 mag. Damit ist sie nach dem Mond das hells­te Objekt am Nacht­him­mel und kann dann rund 2 Stun­den beob­ach­tet wer­den. Auch die Unter­gangs­zei­ten des Abend­sterns ver­spä­ten sich von anfangs 19:01 Uhr auf 20:36 Uhr. Im Tele­skop erkennt man, dass die der Beleuch­tungs­grad von 82% zu Jah­res­be­ginn auf 74% wei­ter abnimmt. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst dage­gen von anfangs 13,1 auf 15,3 Bogen­se­kun­den. Am 27. Janu­ar zieht die Venus in nur 5 Bogen­mi­nu­ten Abstand an Nep­tun vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern beob­ach­tet wer­den kann. Am 28. des Monats steht die Mond­si­chel gut 4 ½ Grad öst­lich des Abend­sterns.

Unser roter Nach­bar Mars kann am Mor­gen­him­mel zunächst noch im Stern­bild Waa­ge auf­ge­fun­den wer­den. Am 7. Janu­ar wech­selt der Rote Pla­net in den nörd­li­chen Bereich des Stern­bilds Skor­pi­on und am 15. in den Schlan­gen­trä­ger. Die Hel­lig­keit unse­res Nach­bar­pla­ne­ten steigt im Janu­ar leicht an von anfangs 1,6 auf 1,4 mag. In die­ser Zeit wächst sei schein­ba­rer Durch­mes­ser auf 4,8 Bogen­se­kun­den. Damit sind noch kaum Ein­zel­hei­ten auf der Pla­ne­ten­ober­flä­che wahr­nehm­bar. Am 17. Janu­ar wan­dert Mars an Ant­ares, dem Haupt­stern des Stern­bild Skor­pi­on, in nur 4 ½ Grad Abstand nörd­lich vor­bei. Das ist eine gute Gele­gen­heit, die Far­be des 1,0 mag etwas hel­le­ren „Gegen­mars“ mit unse­rem Nach­bar­pla­ne­ten zu ver­glei­chen. Die Auf­gän­ge des Pla­ne­ten ver­frü­hen sich im Janu­ar von anfangs 4:52 Uhr auf 4:43 Uhr nur unwe­sent­lich. Am 21. Janu­ar steht die Mond­si­chel in der Nähe des Roten Pla­ne­ten.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter stand am 27. Dezem­ber in Kon­junk­ti­on zur Son­ne und taucht Ende des Monats wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf. Zum ers­te Mal lässt sich der Pla­net zum Monats­en­de hin und zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung als ‑1,9 mag hel­les Objekt sich­ten. Er bewegt sich dabei recht­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze und steht dann knapp 5 ½ Grad hoch im Süd­os­ten. Am 31. des Monats erfolgt der Auf­gang des Rie­sen­pla­ne­ten um 6:25 Uhr.

Der Ring­pla­net Saturn erreicht am 13. Janu­ar 2020 die Kon­junk­ti­on mit der Son­ne und hält sich somit mit ihr am Tag­him­mel auf. Damit bleibt Saturn auch den gesam­ten Monat über unbe­ob­acht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der Ring­pla­net 10,03 AE von der Son­ne ent­fernt.

Ura­nus, rück­läu­fig im Stern­bild Wid­der, wird am 11. des Monats wie­der sta­tio­när und been­det sei­ne Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Danach bewegt er sich wie­der lang­sam recht­läu­fig über den Him­mel. Die Unter­gangs­zei­ten ver­la­gert der fer­ne Gas­pla­ne­ten in die Zeit kurz nach Mit­ter­nacht. Am 1. Janu­ar geht Ura­nus um 2:33 Uhr im Wes­ten unter. Bis zum 31. Janu­ar ver­frü­hen sich sei­ne Unter­gangs­zei­ten um zwei Stun­den. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag, ist der Pla­net in die­ser stern­ar­men Umge­bung theo­re­tisch schon mit blo­ßem Auge zu erken­nen und steht ca. 9 Grad süd­lich von Beta Ari­e­tis. Im Fern­rohr prä­sen­tiert er sich als 3,6 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­ches Scheib­chen, das kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun kann recht­läu­fig im Stern­bild Was­ser­mann auf­ge­fun­den wer­den und ist zu Beginn des Monats noch ein Objekt für den Abend­him­mel. Am 1. Janu­ar geht der 7,9 mag hel­le Pla­net um 22:03 Uhr im Wes­ten unter. Am 31. Janu­ar erfolgt sein Unter­gang bereits um 20:09 Uhr. Im Febru­ar zieht er sich dann voll­stän­dig vom Abend­him­mel zurück und wird unsicht­bar. Nep­tun kann zu Beginn des Monats nur 1 Grad vom 4,2 mag hel­len Stern Phi Aqua­rii auf­ge­fun­den wer­den. Bis Ende Janu­ar nähert sich Nep­tun gut 20 Bogen­mi­nu­ten an den Stern her­an, der sehr gut als Auf­such­hil­fe für den äuße­ren Pla­ne­ten die­nen kann. Im Tele­skop erscheint Nep­tun bei hoher Ver­grö­ße­rung als 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ßes blau­grü­nes Scheib­chen. Am 27. des Monats zieht der Abend­stern Venus nur 4 ½ Bogen­mi­nu­ten süd­lich an Nep­tun vor­bei, was in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­ach­tet wer­de kann.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze erreicht am 13. Janu­ar 2020 die Kon­junk­ti­on zur Son­ne und bleibt unbe­ob­acht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich der Zwerg­pla­net 33,96 AE von der Son­ne ent­fernt.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2017 T2 (Pan­STARRS) könn­te im Früh­jahr 2020 inter­es­sant wer­den, wenn er eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 8. Grö­ßen­klas­se erreicht. Der Schweif­stern kann aktu­ell im nord­west­li­chen Bereich des Stern­bilds Per­seus auf­ge­fun­den wer­den und zieht zwi­schen dem 25. und 30. Janu­ar am berühm­ten Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi im Per­seus in nur ¼ Grad Abstand nörd­lich vor­bei. Zuvor pas­siert er am 21. Janu­ar, in nur weni­gen Bogen­mi­nu­ten süd­li­chen Abstand, den hel­len offe­nen Stern­hau­fen NGC 957. Das ist eine gute Gele­gen­heit, den Kome­ten mit gerin­ger und grö­ße­rer Brenn­wei­te abzu­lich­ten, zumal die Him­mels­re­gi­on, auch auf­grund der bei­den Emis­si­ons­ne­bel IC 1848 und IC 1805, die sich nur weni­ge Grad nörd­lich der Kome­ten­po­si­ti­on befin­den, inter­es­sant ist. Die Hel­lig­keit von Pan­STARRS nimmt im Lau­fe des Janu­ar wei­ter leicht zu und liegt um 9,5 mag. Somit ist der Komet ein Objekt für klei­ne­re Tele­sko­pen und grö­ße­re Feld­ste­cher.

Der Komet C/2018 N2 (ASASSN) wan­dert wei­ter lang­sam durch die Andro­me­da Rich­tung Nor­den und ist von unse­ren Brei­ten aus gese­hen zir­kum­po­lar. Der Komet ist am bes­ten am frü­hen Abend­him­mel zu sehen, wenn das Stern­bild in der Nähe des Zenits kul­mi­niert. Die Hel­lig­keit des Schweif­sterns geht wei­ter zurück und wird im Janu­ar um 12 mag betra­gen. Damit ist der Komet in Reich­wei­te von mitt­le­ren bis grö­ße­ren Tele­sko­pen. Im letz­ten Monats­drit­tel zieht der Komet am hel­len Pla­ne­ta­ri­schen Nebel NGC 7662 in knapp 2 Grad Abstand öst­lich vor­bei.

(4) Ves­ta wird am 1. Janu­ar im Stern­bild Wal­fisch sta­tio­när und been­det ihre Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Danach bewegt sich der Zwerg­pla­net zunächst noch lang­sam recht­läu­fig durch den Him­mel. Am 17. Janu­ar tritt sie in das Stern­bild Wid­der über. Die Hel­lig­keit des Zwerg­pla­ne­ten geht von anfangs 7,4 auf 7,9 mag deut­lich zurück. Damit ist Ves­ta trotz­dem noch ein Objekt für den Feld­ste­cher. Ihre Unter­gän­ge ver­frü­hen sich von anfangs 3:02 Uhr auf 1:30 Uhr.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (5) Astraea kommt am 21. Janu­ar 2020 im Stern­bild Krebs in eine güns­ti­ge Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 8,9 mag. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 9,6 mag und Ende Janu­ar ist ihre Hel­lig­keit wie­der auf 9,2 mag gefal­len. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten des Aste­roi­den ver­frü­hen sich im Janu­ar von anfangs 1:48 Uhr auf 23:21 Uhr. Am 28. Janu­ar kann der 5,5 mag hel­le Stern 3 Cnc als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Objekt ste­hen dann 5 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt.

Der Aste­ro­id (511) Davi­da erreicht am 15. Janu­ar 2020 in den Zwil­lin­gen wie­der die Oppo­si­ti­ons­stel­lung und erreicht eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 9,6 mag und damit fast sei­ne größt­mög­li­che Hel­lig­keit. Ende Janu­ar sinkt die Hel­lig­keit des Klein­pla­ne­ten wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Am 1. Janu­ar steht die 9,9 mag hel­le Davi­da um 1:24 Uhr im Meri­di­an. Am 31. Janu­ar befin­det sich der Him­mels­kör­per bereits um 22:56 Uhr in sei­ner höchs­ten Stel­lung im Süden. Am 4. Janu­ar kann Davi­da in der Nähe des 7,6 mag hel­len Sterns SAO 79810, mit einem Abstand von nur 4 Bogen­mi­nu­ten, auf­ge­fun­den wer­den.

Meteorströme

Vom 1. bis 10. Janu­ar sind die Qua­dran­ti­den aktiv, deren Aus­strah­lungs­punkt (Radi­ant) sich im Stern­bild Bären­hü­ter an der Posi­ti­on RA 15h 20m und Dec +49° befin­det. Ihr Name geht auf das nicht mehr exis­tie­ren­de Stern­bild Mau­er­qua­drant (Qua­drans Mura­lis) zurück. Das spit­ze Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 3. auf den 4. Janu­ar gegen 9 Uhr statt. Unser Erd­tra­bant wird in der zwei­ten Nacht­hälf­te bereits unter­ge­gan­gen sein und stört die Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms nicht. Am bes­ten beob­ach­tet man nach Mit­ter­nacht bis in die Mor­gen­däm­me­rung hin­ein. Denn zum Ende der Nacht erreicht der Radi­ant eine Höhe von ca. 70 Grad, so dass der Anstieg der Akti­vi­tät in der zwei­ten Nacht­hälf­te leich­ter zu beob­ach­ten ist. Zum Maxi­mums­zeit­punkt tau­chen bis zu 120 Meteo­re pro Stun­de auf, die mit mitt­le­ren Geschwin­dig­kei­ten von 41 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­tau­chen. In man­chen Jah­ren wur­den sogar über 200 Stern­schnup­pen beob­ach­tet. Damit gehö­ren die Quand­tran­ti­den zu den aktivs­ten Strö­men des Jah­res. Gegen Mor­gen kann dann unge­fähr mit 80 bis 100 Qua­dran­ti­den pro Stun­de gerech­net wer­den. Ein Ursprungs­kör­per der Qua­dran­ti­den ist nicht bekannt. Seit 2003 wird aller­dings ver­mu­tet, dass der Aste­ro­id 2003 EH1 als Ursprung die­ses Mete­or­stroms in Fra­ge kommt und ein inak­ti­ver Rest des zer­fal­le­nen Kome­ten C/1490 Y1 zu sein scheint. Auch der peri­odi­sche Komet 96P/Machholz könn­te ein Erzeu­ger der Qua­dran­ti­den sein.

Einen sehr schwa­chen Strom stel­len die Gam­ma-Ursae-Mino­ri­den dar, die zwi­schen dem 10. bis 22. Janu­ar beob­acht­bar sind. Das nicht sehr aus­ge­präg­te Maxi­mum fin­det in der Nacht vom 18. zum 19. Janu­ar statt. Der abneh­men­de Mond wird gegen 2:30 Uhr auf­ge­hen und stört etwas die Beob­ach­tung. Zum Ende der Nacht befin­det sich der Radi­ant im Kas­ten des Klei­nen Bären rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont, so das man unter einem dunk­len Him­mel mit nur 3 Meteo­re pro Stun­de rech­nen kann. Die Meteo­roi­den drin­gen mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern pro Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein und zei­gen recht lang­sa­me Mete­or­spu­ren.

Über das Jahr ver­teilt gibt es eine Häu­fung an Meteo­ren in der Eklip­tik­re­gi­on, in der Nähe des Gegen­son­nen­punkts. Die­ser als Ant­he­lionquel­le bezeich­ne­te Strom kommt im Janu­ar aus der Rich­tung des Stern­bilds Krebs und Löwe. Es han­delt sich dabei um Teil­chen mit gerin­gen Bahn­nei­gun­gen und kur­zen Umlauf­zei­ten. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 4 bis 6 Stern­schnup­pen zu erwar­ten, die eine rela­tiv lang­sa­me Geschwin­dig­keit von 30 km/s besit­zen.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Janu­ar 2020 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild Gro­ßer Bär, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, nahe­zu senk­recht im Nord­os­ten. Die Wagen­deich­sel zeigt dabei direkt in Rich­tung Hori­zont. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht lang­sam wei­ter in Rich­tung Zenit empor­stei­gen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, trifft man auf den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern befin­det sich am Ende der Deich­sel des Klei­nen Wagens bzw. Klei­nen Bären, der nun sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont – auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt – über­schrit­ten hat. Dar­un­ter hat auch der mar­kan­te Kopf des Stern­bilds Dra­che sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Hori­zont erreicht. Die übri­gen Ster­ne des Dra­chen schlän­geln sich ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. Tief im Nord­wes­ten, etwas links unter­halb des Dra­chens gele­gen, soll­te bei guter Hori­zont­sicht noch Deneb im Schwan erkenn­bar sein. Dar­über befin­det sich das Stern­bild Kepheus und noch wei­ter höher die Kas­sio­peia, die im Volks­mund auch „Himmels‑W“ genannt wird. Die Zenit­ge­gend wird aus dem kaum auf­fäl­li­gen Stern­bild der Giraf­fe gebil­det, das nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht. Die Ster­ne der Giraf­fe sind des­halb nur unter einem wirk­lich dunk­len Land­him­mel zu erken­nen.

Im Osten

Genau über dem Ost­ho­ri­zont ist soeben das Stern­bild Löwe voll­stän­dig auf­ge­gan­gen. Es kün­det vom nahen­den Früh­ling. Ein wei­te­res Stern­bild des Früh­lings­him­mels ist der unschein­ba­re Krebs, der sich nord­west­lich des Löwen­kop­fes befin­det. In die­sem Stern­bild erkennt man unter einem dunk­len Land­him­mel einen blas­sen Nebel­fleck. Hier­bei han­delt es sich um den offe­nen Stern­hau­fen der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44), auch Krip­pe genannt. Direkt unter­halb des Kreb­ses sind eben­falls schon Kopf und Hals der Was­ser­schlan­ge erschie­nen. Hoch im Süd­os­ten ent­de­cken wir die Stern­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Dar­un­ter befin­det sich der Klei­ne Hund, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Genau gegen­über im Nord­os­ten steigt nun auch der Gro­ße Bär immer höher und wird gegen Mor­gen die Zenit­re­gi­on errei­chen. Unter­halb der Deich­sel des Gro­ßen Wagens befin­det sich das klei­ne aber unschein­ba­re Stern­bild der Jagd­hun­de. Zwi­schen den Vor­der­pran­ken des Bären und den Zwil­lin­gen gele­gen steht noch der unschein­bar Luchs, der aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen gebil­det wird.

Im Süden

Der Süden wird jetzt von den hel­len und beson­ders auf­fäl­li­gen Win­ter­stern­bil­dern domi­niert. Der beein­dru­cken­de Him­mels­jä­ger Ori­on, mit sei­nen drei mar­kan­ten Gür­tel­ster­nen, dem röt­lich leuch­ten­den Stern Betei­geu­ze an der lin­ken Schul­ter und dem bläu­lich erschei­nen­den Rigel, am rech­ten Fuß des Him­mels­jä­gers, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont und hat soeben den Meri­di­an erreicht. In die­sem Stern­bild befin­det sich auch der beein­dru­cken­de Ori­on­ne­bel, der im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers leicht erkenn­bar ist und schon im Feld­ste­cher einen präch­ti­gen Anblick bie­tet. Unter­halb des Ori­ons befin­det sich das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen und links dane­ben der Gro­ße Hund, mit dem hel­len Siri­us. Siri­us ist der hells­te Stern am irdi­schen Fir­ma­ment. Dar­über erkennt man – einen dunk­len Stand­ort vor­aus­ge­setzt – die schwa­chen Ster­ne des Ein­horns und noch wei­ter höher, das unschein­ba­re Stern­bild des Klei­nen Hun­des, mit sei­nem hel­len Haupt­stern Pro­kyon. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen noch wei­te­re typi­sche Win­ter­stern­bil­der: Zum einen sind das die Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Rechts ober­halb vom Ori­on ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich leuch­ten­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Die Zenit­re­gi­on wird vom Stern­bild Fuhr­mann, mit der hel­len und gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la, sowie dem Per­seus ein­ge­nom­men. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den auch das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran, Rigel, Siri­us, Pro­kyon und Pol­lux gebil­det wird. Vom rech­ten Fuß­punkt des Ori­ons aus­ge­hend, schlän­gelt sich noch der Fluss Eri­da­nus lang­sam zum Süd­ho­ri­zont her­ab.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels. Das mar­kan­te Pega­sus­qua­drat, mit der unmit­tel­bar öst­lich dar­an anschlie­ßen­den Andro­me­da, steht schon sehr nied­rig über dem West­ho­ri­zont. Der Kopf des geflü­gel­ten Pfer­des ist zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit aber schon längst unter dem Hori­zont ver­schwun­den. In einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht ent­de­cken wir im Stern­bild Andro­me­da die 2,5 Mil­lio­nen Licht­jah­re ent­fern­te Andro­me­da­ga­la­xie. Noch wei­ter höher befin­det sich das Stern­bild Per­seus. Auch hier soll­te unmit­tel­bar an der Spit­ze der Y‑förmigen Figur ein läng­li­cher Nebel­fleck erkenn­bar sein. Hier­bei han­delt es sich um den Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei. Schau­en wir hoch in Rich­tung Süd­wes­ten, ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit den bei­den Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den. Rechts unter­halb des Stiers, direkt west­lich der Stern­ket­te der Andro­me­da gele­gen, befin­den sich die eher unschein­ba­ren Stern­bil­der Drei­eck und Wid­der. Dar­un­ter erkennt man eini­ge Ster­ne der Fische. Auch der Wal­fisch, im Süd­wes­ten, befin­det sich noch halb hoch über dem Hori­zont. Auf der ande­ren Sei­te des West­punk­tes, noch hoch im Nord­wes­ten, sinkt nun auch die Kas­sio­peia lang­sam zum Hori­zont her­ab. Unmit­tel­bar ober­halb der Vor­der­läu­fe des Pega­sus und damit schon recht nied­rig im Nord­wes­ten, steht noch das unschein­ba­re Stern­bild der Eidech­se.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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