Der Sternhimmel im Februar 2020

Der Lauf des Mondes

In der ers­ten Nacht des Monats Febru­ar fin­den wir den zuneh­men­den Halb­mond im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Wal­fisch und Wid­der. Am 2. Febru­ar wird das Ers­te Vier­tel im Stern­bild Wid­der erreicht. Am 3. des Monats kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik auf­fin­den, das aus den bei­den Offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Am Mor­gen des 4. Febru­ar steht der Mond direkt nörd­lich der Hya­den und Alde­ba­ran. In den Fol­ge­näch­ten wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der, Zwil­lin­ge und Krebs, wobei am 6. Febru­ar der 3,5 mag hel­le Stern Eta Gemi­no­rum gegen 3:19 Uhr von der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des bedeckt wird. Die Bede­ckung dau­ert unge­fähr bis 4:04 Uhr (genau­er Zeit­punkt abhän­gig vom Beob­ach­tungs­stand­ort). Am 9. des Monats wird die Voll­mond­pha­se durch­lau­fen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Febru­ar steht der Mond knapp 4 Grad nörd­lich von Regu­lus im Löwen. Unser stil­ler Beglei­ter wan­dert wei­ter durch den Löwen, durch­läuft die Jung­frau und wird mehr und mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 15. Febru­ar geht der Mond erst kurz nach Mit­ter­nacht auf. Gleich­zei­tig wird an die­sem Tag das letz­te Letz­te Vier­tel im Stern­bild Waa­ge durch­lau­fen. In den Fol­ge­näch­ten kann der wei­ter abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel in den Stern­bil­dern Waa­ge und Schlan­gen­trä­ger auf­ge­fun­den wer­den. Am Mor­gen des 18. Febru­ar befin­det sich die Mond­si­chel nur 3 ¾ Grad west­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Schüt­ze und am nächs­ten Mor­gen zwi­schen den Pla­ne­ten Jupi­ter und Mars. Am 20. des Monats fin­den wir die sehr schma­le Mond­si­chel kurz nach ihren Auf­gang gegen 6:30 Uhr 5 ¾ Grad süd­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten und süd­west­lich von Saturn, der aller­dings in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung schwie­rig zu erken­nen ist. Am 21. Febru­ar kön­nen wir die dün­ne Mond­si­chel dann zum letz­ten Mal im Süd­os­ten kurz vor Son­nen­auf­gang erspä­hen bis am 23. des Monats die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
Dank der stei­len Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel kön­nen wir ver­su­chen, die sehr schma­le Mond­si­chel am Abend des 24. Febru­ar tief im Süd­süd­wes­ten mit Hil­fe eines Feld­ste­chers auf­zu­spü­ren. Am nächs­ten Abend gelingt uns das deut­lich bes­ser. Dabei nähert sich die Mond­si­chel dem Abend­stern Venus an. In der Abend­däm­me­rung des 27. Febru­ars steht der Mond nur noch 6 Grad süd­öst­lich der Venus und am nächs­ten Abend schließ­lich nord­öst­lich von ihr. Dabei hält er sich aber­mals im Grenz­ge­biet der Stern­bild Wal­fisch und Wid­der auf. Am letz­ten Abend im Febru­ar kön­nen wir unse­ren Mond im Stern­bild Wid­der auf­spü­ren.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur kann zwi­schen dem 6. und 14. Febru­ar in sei­ner bes­ten Abend­sicht­bar­keit im Jahr 2020 beob­ach­tet wer­den. Unter sehr guten Sicht­be­din­gun­gen gelingt ein Auf­spü­ren des ‑1,0 mag hel­len Pla­ne­ten bereits zu Beginn des Monats mit einem Feld­ste­cher. Zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung befin­det er sich in knapp 8 Grad Höhe über dem Hori­zont. Am 10. Febru­ar erreicht Mer­kur sei­ne größ­te öst­li­che Elon­ga­ti­on von der Son­ne, mit einem maxi­ma­len Win­kel­ab­stand von 18°12′. Zwei Tage spä­ter durch­läuft der inners­te Pla­net auch das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am 1. Febru­ar geht der schein­bar 5,7 Bogen­se­kun­den gro­ße und zu 83% beleuch­te­te Mer­kur um 18:10 Uhr im Wes­ten unter. Am 11. des Monats ist das 7,2 Bogen­se­kun­den gro­ße Mer­kur­scheib­chen halb beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Bis zum 14. Febru­ar ver­spä­ten sich sei­ne Unter­gän­ge auf 18:57 Uhr. Die Hel­lig­keit des Pla­ne­ten hat dann auf 0,1 mag abge­nom­me­nen. Zum letz­te Mal kön­nen wir ihn dann am Abend des 15. Febru­ar als 0,4 mag hel­les Objekt dicht über dem west­süd­west­li­chen Hori­zont auf­spü­ren. Der Durch­mes­ser des Mer­kur­scheib­chen ist zu die­sem Zeit­punkt bereits auf 8,3 Bogen­se­kun­den ange­wach­sen. Sein Beleuch­tungs­grad beträgt dann aber nur noch 28%. Nur einen Tag spä­ter wird Mer­kur sta­tio­när und eilt danach sehr schnell wie­der auf die Son­ne zu. Am 26. Febru­ar steht Mer­kur in unte­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Die Venus baut ihre Stel­lung als Abend­stern in die­sem Monat wei­ter aus und ist immer län­ger nach Son­nen­un­ter­gang im Wes­ten sicht­bar. Dabei wan­dert sie am 2. des Monats vom Stern­bild Was­ser­mann kom­mend, wei­ter in die Fische. Ihr Unter­gän­ge ver­spä­ten sich deut­lich von anfangs 20:39 Uhr auf 22:00 Uhr. Somit ist sie dann rund 3 Stun­den lang über dem west­li­chen Hori­zont beob­acht­bar und steht zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung gut 25 Grad hoch im Süd­wes­ten. Gleich­zei­tig stei­gert sie ihre Hel­lig­keit von anfangs ‑4,1 auf ‑4,3 mag. Zu Beginn des Monats ist das 15,4 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen zu ¾ beleuch­tet. Bis Ende Febru­ar wächst der schein­ba­re Durch­mes­ser auf 18,7 Bogen­se­kun­den an. Der Beleuch­tungs­grad sinkt dage­gen auf 63%. Am 27. Febru­ar erhält die Venus schließ­lich noch Besuch von der zuneh­men­den Mond­si­chel. Der Mond befin­det sich knapp 6 Grad süd­lich des Abend­sterns.

Unser roter Nach­bar Mars baut sei­ne Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel wei­ter aus, ist aber noch kein sehr auf­fäl­li­ges Objekt in der Mor­gen­däm­me­rung. Mars wan­dert recht­läu­fig durch den Schlan­gen­trä­ger und wech­selt am 11. des Monats in den Schüt­zen. Die Auf­gän­ge des Roten Pla­ne­ten ver­frü­hen sich nur unwe­sent­lich von anfangs 4:42 Uhr auf 4:19 Uhr. Die Hel­lig­keit steigt in die­ser Zeit deut­lich von anfangs 1,4 auf 1,1 mag. Ende Febru­ar beträgt sein schein­ba­rer Durch­mes­ser bereits 5,4 Bogen­se­kun­den. Das reicht aber noch nicht, um Ein­zel­hei­ten auf der Pla­ne­ten­ku­gel zu beob­ach­ten. Erst am 14. Okto­ber 2020 erreicht Mars wie­der sei­ne Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Stern­bild Fische und mit 23 Bogen­se­kun­den Aus­deh­nung, einen deut­lich grö­ße­ren Durch­mes­ser. Am 18. des Monats erhält Mars noch Besuch von abneh­men­den Mond.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze und baut sei­ne Sicht­bar­keit am Mor­gen­him­mel etwas aus. Mit einer Hel­lig­keit von ‑2,0 mag, ist der Rie­sen­pla­net ein auf­fäl­li­ges Objekt in der ein­set­zen­den Mor­gen­däm­me­rung und nach Mond und Venus das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, hält sich der Pla­net noch zu nah am Hori­zont auf, um Details auf sei­ner 43 Bogen­se­kun­den gro­ßen Pla­ne­ten­ku­gel sinn­voll zu beob­ach­ten. Inter­es­sant ist aber der Tanz sei­ner 4 hells­ten Mon­de um den Pla­ne­ten, der mit Hil­fe eines Feld­ste­chers oder Fern­rohrs zu beob­ach­ten ist. Die Auf­gän­ge Jupi­ters ver­frü­hen sich im Lau­fe des Febru­ars von anfangs 6:25 Uhr auf 4:55 Uhr. Am 19. Febru­ar steht der abneh­men­den Mond genau zwi­schen Jupi­ter und Saturn.

Der Ring­pla­net Saturn taucht, nach sei­ner Kon­junk­ti­on mit der Son­ne im Vor­mo­nat, im letz­ten Monats­drit­tel wie­der in der Mor­gen­däm­me­rung auf. Er wan­dert noch sehr lang­sam recht­läu­fig durch den Schüt­zen und ist mit einer Hel­lig­keit von 0,7 mag in der fort­ge­schrit­te­nen Mor­gen­däm­me­rung noch rela­tiv schwie­rig zu erken­nen. Die fla­che Eklip­tik­la­ge am Mor­gen tut ihr übri­ges. Am 20. Febru­ar geht Saturn um 5:54 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum 29. Febru­ar ver­frü­hen sich die Auf­gangs­zei­ten auf 5:22 Uhr.

Ura­nus bewegt sich recht­läu­fig durch die Fische und wech­selt am 6. des Monats in den süd­west­li­chen Teil des Stern­bilds Wid­der. Er ist noch ein Objekt für den Abend­him­mel und geht zur Monats­mit­te hin bereits vor Mit­ter­nacht unter. Am 1. Febru­ar sinkt Ura­nus um 0:32 Uhr unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 29. Febru­ar erfolgt der Unter­gang bereits um 22:43 Uhr. Mit einer Hel­lig­keit von 5,8 mag, ist der Pla­net unter einem dunk­len Land­him­mel theo­re­tisch bereits mit blo­ßem Auge sicht­bar, zumal die Him­mels­ge­gend, in der sich der Pla­net momen­tan befin­det, arm an Ster­nen ist. Er befin­det sich knapp 9 Grad süd­lich von Beta Ari. Im Tele­skop prä­sen­tiert sich Ura­nus als 3,5 Bogen­se­kun­den gro­ßes grün­li­che Scheib­chen, was kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten zeigt.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun wan­dert recht­läu­fig durch das Stern­bild Was­ser­mann. Der 7,9 mag hel­le und schein­bar 2,2 Bogen­se­kun­den gro­ße blau­grü­ne Pla­net steht schon zu nah bei der Son­ne und kann viel­leicht noch zu Monats­be­ginn kurz am Abend­him­mel, rund 20 Bogen­mi­nu­ten west­lich von Phi Aqr, auf­ge­fun­den wer­den, geht aber bereits um 20 Uhr unter. Danach zieht er sich end­gül­tig vom Abend­him­mel zurück und wird unsicht­bar. Am 8. März steht Nep­tun schließ­lich in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to steht nach wie vor zu nah bei der Son­ne und ist noch nicht am Mor­gen­him­mel beob­acht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der C/2017 T2 (Pan­STARRS) bewegt sich im Lau­fe des Monats durch den nörd­li­chen Bereich des Stern­bild Per­seus, wei­ter in die Kas­sio­peia und steht zu Beginn des Monats nur weni­ge Grad nörd­lich des Dop­pel­stern­hau­fens h & Chi Persei. Sei­ne Hel­lig­keit steigt von anfangs 9,5 auf 8,5 mag, so dass der Komet bereits in licht­star­ken Fern­glä­sern – und das opti­mal plat­ziert – am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den kann. Inter­es­sant ist auch die Zusam­men­kunft mit dem vor allem in Fern­glä­sern sehr gut beob­acht­ba­ren offe­nen Stern­hau­fen Stock 2 an der Gren­ze zu Kas­sio­peia ab dem 10. Febru­ar, wobei der Komet nur weni­ge Grad west­lich an die­sem Stern­hau­fen vor­bei­zie­hen wird. Der Komet bleibt im Febru­ar zir­kum­po­lar.

Der Aste­ro­id (4) Ves­ta kann am Abend­him­mel auf­ge­fun­den wer­den und ver­min­dert ihre Hel­lig­keit von anfangs 7,9 mag auf 8,2 mag. Am 28. Febru­ar wech­selt der Klein­pla­net vom Stern­bild Wid­der in den Stier. Die Unter­gän­ge des Klein­pla­ne­ten ver­frü­hen sich im Lau­fe des Monats von anfangs 1:28 Uhr auf 0:22 Uhr. Am 11. Febru­ar kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem 5,6 mag hel­len Stern SAO 93276. Gegen 22:45 Uhr beträgt der Abstand nur noch 15 Bogen­se­kun­den!

(5) Astraea wech­selt am 3. Febru­ar vom Stern­bild Krebs in die Zwil­lin­ge und kul­mi­niert zu Monats­be­ginn um 23:16 Uhr. Ende Febru­ar steht der Aste­ro­id bereits um 21:14 Uhr im Süden. Sei­ne Hel­lig­keit geht im sel­ben Zeit­raum stark zurück von anfangs 9,3 auf nur noch 10 mag.

(27) Euter­pe wan­dert durch die Jung­frau und wird am 21. Febru­ar wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,8 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Febru­ar geht Euter­pe um 21:20 Uhr im Osten auf und kul­mi­niert um 3:33 Uhr. Am 29. Febru­ar erreicht sie die öst­lich Hori­zont­li­nie bereits um 19:06 Uhr und ihre höchs­te Stel­lung im Süden um 1:30 Uhr.

Meteorströme

Erst vor rela­tiv kur­zer Zeit wur­de die Febru­ar-Eta-Dra­co­n­i­den als neu­er Mete­or­strom nach­ge­wie­sen, die zwi­schen dem 2. bis 5. Febru­ar aktiv sind. Der zir­kum­po­la­re Radi­ant liegt in der Nähe von Eta Dra­co­nis an der Posi­ti­on RA = 240° und Dec = +61° und steht zum Mor­gen­grau­en rund 70 Grad hoch über dem Hori­zont. Des­halb beob­ach­tet man am bes­ten in den Stun­den nach Mit­ter­nacht am Mor­gen des 4. Febru­ar. Der zuneh­men­de Mond wird die Beob­ach­tung bis ca. 3 Uhr stö­ren. Zum Maxi­mums­zeit­punkt sind nur eini­ge weni­ge Meteo­re sicht­bar, die mit einer Geschwin­dig­keit von 31 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Atmo­sphä­re ein­drin­gen und dem­zu­fol­ge eher lang­sa­me Stern­schnup­pen erzeu­gen. Im Jahr 2011 wur­den 7 bis 13 Meteo­re die­ses Stroms regis­triert. Ein Ursprungs­kör­per die­ses Mete­or­stroms ist nicht bekannt.

Am deut­lichs­ten macht sich in die­sem Monat die Ant­he­lionquel­le bemerk­bar. Es ist ein ganz­jäh­ri­ger Mete­or­strom aus der Eklip­tik­re­gi­on, des­sen Radi­ant sich etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes befin­det. Der Radi­ant nimmt ein gro­ßes Gebiet von min­des­tens 30 x 20 Grad am Him­mel ein. Das Zen­trum wan­dert im Febru­ar durch das gesam­te Stern­bild Löwe. Die weni­gen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le sind mit 30 km/s nicht sehr schnell. Als Ursprungs­kör­per gilt der kurz­pe­ri­odi­sche Komet 2P/Encke.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Febru­ar 2020 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit fin­den wir das Stern­bild des Gro­ßer Bären, mit der bekann­ten Figur des Gro­ßen Wagens, in mitt­le­rer Höhe und senk­recht mit der Deich­sel nach unten im Nord­os­ten. Das Stern­bild wird im Lau­fe der Nacht noch höher stei­gen und schließ­lich gegen Mor­gen die Zenitre­gi­on errei­chen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern im Stern­bild Klei­nen Bär, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Direkt unter­halb des Klei­nen Bären hat der Dra­che soeben sei­ne tiefs­ten Punkt im Nor­den, die unte­re Kul­mi­na­ti­on, über­schrit­ten und steigt nun lang­sam wie­der höher. Dabei schlän­gelt sich der Dra­che um die Figur des Klei­nen Wagens her­um. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, und west­lich des Dra­chens gele­gen, fällt noch das Stern­bild Kepheus auf, das annä­hernd wie das Dach eines Hau­ses erscheint. Halb­hoch im Nord­wes­ten steht auch die Kas­sio­peia, die auf­grund ihrer ein­präg­sa­men Form auch „Himmels‑W“ genannt wird. Noch etwas höher sind die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe kaum aus­zu­ma­chen. Bei opti­ma­ler Sicht zum Nord­ho­ri­zont soll­te noch in gerin­ger Höhe der Stern Deneb im Schwan erkenn­bar sein.

Im Osten

Unser Blick in Rich­tung Osten führt uns wie­der zum Gro­ßen Wagen. Sei­ne zwei letz­ten Deich­selster­ne wei­sen auf einen sehr hel­len röt­lich leuch­ten­de Stern direkt über dem Hori­zont: Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, den Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter. Zwi­schen die­sen bei­den Stern­bil­dern befin­den sich die unschein­ba­ren Jagd­hun­de und die schwa­chen Ster­ne des Haar der Bere­ni­ke. Noch wei­ter in Rich­tung Ost­ho­ri­zont sind soeben die ers­ten Ster­ne der Jung­frau mit­samt ihren rei­chen Gala­xien­ge­bie­ten auf­ge­gan­gen, die vom nahen­den Früh­ling kün­den. In mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont fin­den wir das mäch­ti­ge Stern­bild des Löwen. Nord­west­lich des Löwen­kop­fes ste­hen die schwa­chen Ster­ne des Kreb­ses. Hier kann in einer dunk­len, mond­schein­lo­sen Nacht der wun­der­schö­ne offe­ne Stern­hau­fen der Krip­pe (Pra­e­se­pe, Mes­sier 44), der auch als Bie­nen­stock­hau­fen bekannt ist, als unschein­ba­res Licht­fleck­chen erkannt wer­den. In Fern­glä­sern und in klei­nen Tele­sko­pen bie­tet die­ser Stern­hau­fen einen präch­ti­gen Anblick.

Im Süden

Der Süden wird bis in die Zenitre­gi­on von zahl­reich hel­len Ster­nen des Win­ter­him­mels domi­niert. Siri­us, der hells­te Stern des Him­mels und Haupt­stern des Gro­ßen Hun­des, hat soeben den Meri­di­an über­schrit­ten. Öst­lich des Süd­punk­tes erken­nen wir bei guter Hori­zont­sicht die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Hin­ter­deck und dar­über die äußerst schwa­chen Ster­ne des Ein­horns. Noch wei­ter höher fin­den wir mit dem Haupt­stern Pro­kyon das Stern­bild des Klei­nen Hun­des und dar­über, genau im Meri­di­an, die dop­pel­te Ster­nen­ket­te der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Die Zenitre­gi­on wird vom unschein­ba­ren Stern­bild Luchs ein­ge­nom­men. Das auf­fäl­ligs­te Stern­bild die­ser Him­mels­re­gi­on ist aber der ein­drucks­vol­le Him­mels­jä­ger Ori­on, in mitt­le­rer Höhe im Süd­wes­ten. Die auf­fäl­li­gen Gür­tel­ster­nen, der röt­li­che erschei­nen­de lin­ke Schul­ter­stern Betei­geu­ze und der blau­wei­ße Stern Rie­gel, sprin­gen hier sofort ins Auge. Der Ori­on­ne­bel, im Schwert­ge­hän­ge des Him­mels­jä­gers, ist schon mit blo­ßem Auge sicht­bar und bie­tet in jedem Fern­glas und Tele­skop einen präch­ti­gen Anblick. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ent­de­cken wir den öst­li­chen Teil des Stern­bilds Stier, mit dem Haupt­stern Alde­ba­ran, und noch wei­ter höher das Stern­bild Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la. Im Fuhr­mann kön­nen wir die drei hel­len Stern­hau­fen M 36, M 37, und M 38 auf­fin­den, die kei­nes­falls auf unse­rer Beob­ach­tungs­lis­te feh­len dür­fen. Unter­halb des Ori­ons ent­de­cken wir noch das unschein­ba­re Stern­bild des Hasen. Wir wen­den uns wie­der den öst­li­chen Teil des Meri­di­ans zu. Hier kön­nen wir schon die ers­ten Ster­ne des Früh­lings­him­mels beob­ach­ten. Zum einen fin­den wir dort das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild Krebs und direkt dar­un­ter der Kopf der Was­ser­schlan­ge, die sich bis zum süd­öst­li­chen Hori­zont hin­ab schlän­gelt, sowie das nur aus sehr schwa­chen Ster­ne bestehen­de Stern­bild des Sex­tan­ten.

Im Westen

Genau über dem West­punkt und noch hoch am Him­mel steht Kapel­la, der Haupt­stern des Stern­bilds Fuhr­mann. Rechts ober­halb des Fuhr­mann sind an dunk­len Stand­or­ten noch die schwa­chen Ster­ne der Giraf­fe aus­zu­ma­chen. Dar­un­ter steht der Per­seus, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Unter­halb von Fuhr­mann und Per­seus ent­de­cken wir auch den Stier, mit sei­nem röt­lich erschei­nen­den Haupt­stern Alde­ba­ran und den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, die schon mit blo­ßem Auge zu erken­nen sind. Öst­lich des Stiers befin­det sich der Ori­on und direkt über dem Him­mels­jä­ger, das Stern­bild der Zwil­lin­ge. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te in mitt­le­rer Höhe im Nord­os­ten, befin­det sich das Stern­bild Kas­sio­peia, auch bekannt als „Himmels‑W“. Die letz­ten Ster­ne des Herbst­him­mels ste­hen nun eben­falls kurz vor ihrem Unter­gang. Direkt im Nord­wes­ten ver­sinkt gera­de das Stern­bild Andro­me­da und die letz­ten Ster­ne des Pega­sus unter dem Hori­zont. Wei­ter in Rich­tung Wes­ten fol­gen die Stern­bil­der Drei­eck, Wid­der und das nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Stern­bild der Fische. Über dem West­ho­ri­zont schaut gera­de noch der Kopf des Wal­fi­sches her­vor, der aber auf­grund sei­ner Hori­zont­nä­he kaum erkannt wer­den kann. Im Süd­wes­ten ste­hen noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Flus­ses Eri­da­nus, der direkt neben Rigel ent­springt, dem weiß leuch­ten­den Fußstern des Him­mels­jä­gers Ori­on. Die­ser ist zur Zeit mit Abstand der hells­te Stern des Ori­on. Betei­geu­ze, der lin­ke Schul­ter­stern des Him­mels­jä­gers, befin­det sich zur Zeit in einer außer­ge­wöhn­li­chen Leucht­schwä­che.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://blog.aschnabel.bplaced.net/2020/02/der-sternhimmel-im-februar-2020/

1 Ping

  1. […] geht offen­bar auf Staub­bil­dung zurück. Auch bun­te Spek­tren, Arti­kel hier, hier und hier sowie eine Astro-Vor­schau für den Febru­ar – und der DLF gedenkt der Qua­si-Geburts­stun­de die­ses Blogs vor 35(!) Jah­ren, auf Papier […]

Schreibe einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.