Der Sternhimmel im März 2020

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats März fin­den wir den zuneh­men­den Mond im im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik, das aus den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den im Stern­bild Stier gebil­det wird. Am 2. des Monats wird das Ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Gleich­zei­tig steht der Erd­tra­bant ober­halb der Hya­den und nur 2 ½ Grad von Alde­ba­ran, dem Haupt­stern im Stern­bild Stier, ent­fernt. An den Fol­ge­ta­gen wan­dert der Mond wei­ter durch die Stern­bil­der Stier und Zwil­lin­ge und kommt am Abend des 6. März der Pra­e­se­pe (Mes­sier 44) im Krebs sehr nahe. Am 7. des Monats fin­den wir ihn bereits im Löwen und am 8. März öst­lich von Regu­lus. Am 9. März ist Voll­mond. Wir fin­den ihn an die­sem Abend im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Löwe und Jung­frau. Der Mond wan­dert an den Fol­ge­aben­den wei­ter durch die Jung­frau und wird immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te. Am 12. März steht er in der Waa­ge und kann dann am Mor­gen des 15. März nur 6 Grad nörd­lich von Ant­ares, im Grenz­ge­biet der Stern­bil­der Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger, auf­ge­fun­den wer­den. Nur einen Tag spä­ter wird das Letz­te Vier­tel durch­lau­fen. Am 17. des Monats kann unser stil­ler Beglei­ter nörd­lich des Deckels des Aste­ris­mus der „Tee­kan­ne“ im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Am 18. März befin­det sich die Mond­si­chel nahe bei den Pla­ne­ten Mars und Jupi­ter. Der gegen­sei­ti­ge Abstand zu Jupi­ter beträgt in der Mor­gen­däm­me­rung nur 4 Grad, wobei sich unser roter Nach­bar Mars zwi­schen Jupi­ter und dem Mond befin­det. Nur einen Mor­gen spä­ter steht die Mond­si­chel im Stein­bock und nur 3 ½ Grad süd­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, kön­nen wir die schma­le Sichel des abneh­men­den Mon­des wahr­schein­lich am Mor­gen des 21. März zum letz­ten Mal im Süd­os­ten auf­ge­hen sehen, bis am 24. des Monats die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
Auf­grund die stei­le Eklip­tik­la­ge am Abend­him­mel kön­nen wir am Abend des 25. März ver­su­chen, die sehr schma­le, zuneh­men­de Mond­si­chel, nur 32 Stun­den nach Neu­mond, über dem west­li­chen Hori­zont zu ent­de­cken. Einen Abend spä­ter gelingt uns das im öst­li­chen Bereich des Stern­bilds Fische deut­lich bes­ser. An den Fol­ge­aben­den kön­nen wir die Mond­si­chel süd­lich des Abend­sterns Venus auf­fin­den. Am Abend des 29. März befin­det sich die Mond­si­chel inmit­ten der Hya­den im Stern­bild Stier, wobei auch eini­ge Hya­den­ster­ne von der unbe­leuch­te­ten Sei­te des Mon­des bedeckt wer­den. Der 3,5 mag hel­le Stern Epsi­lon Tau­ri wird zum Bei­spiel gegen 21:32 Uhr Som­mer­zeit von unse­rem Erd­tra­ban­ten bedeckt. Die Bede­ckung des Sterns dau­ert rund 1 Stun­de bis ca. 22:37 Uhr (Zei­ten abhän­gig vom Stand­ort des Beob­ach­ters). Bis zum Ende des Monats wan­dert unser stil­ler Beglei­ter vom Stern­bild Stier kom­mend wei­ter in die Zwil­lin­ge.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur ist in die­sem Monat von unse­ren Brei­ten aus nicht sicht­bar, obwohl er am 24. März 2020 sei­ne größ­te west­li­che Elon­ga­ti­on durch­lau­fen wird. Zu die­sem Zeit­punkt beträgt der Win­kel­ab­stand zu unse­rer Son­ne respek­ta­ble 27,8 Grad. Auf­grund der fla­chen Eklip­tik­la­ge am Mor­gen­him­mel, reicht das lei­der nicht für eine Sicht­bar­keit des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems für den deutsch­spra­chi­gen Raum. Nur für Beob­ach­ter süd­lich von 40 nörd­li­cher Brei­te taucht Mer­kur ab der Monats­mit­te am Mor­gen­him­mel auf. Am 27. des Monats durch­läuft der Pla­net das Aphel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 70 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus baut ihre Sicht­bar­keit am Abend­him­mel wei­ter aus und geht Ende März, bezo­gen auf die Som­mer­zeit, erst nach Mit­ter­nacht unter. Gleich­zei­tig ver­grö­ßert sie auch ihren öst­li­chen Win­kel­ab­stand zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn und steht am 24. März, mit 46,1 Grad Abstand, in ihrer größ­ten öst­li­chen Elon­ga­ti­on. Mit einer Hel­lig­keit von ‑4,5 Grö­ßen­klas­sen, ist die Venus, nach dem Mond, das hells­te Objekt am Nacht­him­mel. Am 4. des Monats wan­dert sie aus den Fischen in das Stern­bild Wid­der und am 30. März in den Stier. Zwi­schen dem 7. und 10. März wan­dert unser Nach­bar­pla­net in 2,2 Grad Abstand am fer­nen Pla­ne­ten Nep­tun vor­bei, was in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar ist. Am 20. März pas­siert Venus das Peri­hel ihrer Bahn und befin­det sich dann 107 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt. Am 27. des Monats ist das 24 Bogen­se­kun­den gro­ße Venus­scheib­chen zur Hälf­te beleuch­tet. Die so genann­te Dicho­to­mie tritt ein. Die Unter­gän­ge unse­res Schwes­ter­pla­ne­ten ver­spä­ten sich von anfangs 22:03 Uhr auf 23:20 Uhr (0:20 Uhr Som­mer­zeit). Am 28. März steht die zuneh­men­den Mond­si­chel nur 7 Grad süd­öst­lich der Venus im Gol­de­nen Tor der Eklip­tik.

Unser roter Nach­bar Mars ist ein Objekt für den Mor­gen­him­mel und kann zunächst noch im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Am 30. März tritt der Pla­net in das Stern­bild Stein­bock über. Sei­ne Hel­lig­keit nimmt aber­mals zu und beträgt Ende des Monats bereits 0,8 mag. Auch sein schein­ba­rer Durch­mes­ser steigt bis Monats­en­de auf 6,4 Bogen­se­kun­den. Am 18. des Monats steht die abneh­men­den Mond­si­chel in der Nähe von Mars, Jupi­ter und Saturn am Mor­gen­him­mel. Am 20. März kommt es zu einer engen Kon­junk­ti­on mit dem Pla­ne­ten Jupi­ter. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen an die­sem Tag nur 43 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt. Am letz­ten Tag im März befin­det sich Mars nur 55 Bogen­mi­nu­ten von Saturn ent­fernt. Im Lau­fe des Monats ver­frü­hen sich die Auf­gän­ge des Roten Pla­ne­ten von anfangs 4:18 Uhr auf 3:33 Uhr (4:33 Uhr Som­mer­zeit).

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter ist eben­falls eine Objekt für den Mor­gen­him­mel kann recht­läu­fig im Stern­bild Schüt­ze auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht und beträgt Ende März ‑2,1 mag. Im Tele­skop wächst sein Äqua­tor­durch­mes­ser auf knapp 37 Bogen­se­kun­den. Lei­der steht Jupi­ter in der Däm­me­rung nur gut 10 Grad hoch im Süd­os­ten, so dass die dich­ten Atmo­sphä­ren­schich­ten bei der Beob­ach­tung stö­ren. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 4:51 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis Ende März ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 3:09 Uhr (4:09 Uhr Som­mer­zeit). Ab der Monats­mit­te kommt es zu einer inter­es­san­ten Kon­stel­la­ti­on mit Mars, Saturn und dem abneh­men­den Mond am Mor­gen­him­mel. Und am 20. März wird Jupi­ter schließ­lich vom Pla­ne­ten Mars ein­ge­holt. Ihr gegen­sei­ti­ger Abstand beträgt an die­sem Tag nur 0,7 Grad.

Der Ring­pla­net Saturn ist eben­falls am Mor­gen­him­mel sicht­bar und bewegt sich recht­läu­fig durch das Stern­bild Schüt­ze. Am 21. März über­schrei­tet der Ring­pla­net die Gren­ze zum Stern­bild Stein­bock. Mit einer Hel­lig­keit von 0,6 mag zum Monats­en­de hin ist Saturn etwas hel­ler als Mars. Am 19. März kann der abneh­men­de Mond in der Nähe des Ring­pla­ne­ten auf­ge­fun­den wer­den. Am 31. des Monats über­holt Mars den Saturn, in einem süd­li­chen Abstand von nur 0,9 Grad. Die Auf­gän­ge des Ring­pla­ne­ten ver­frü­hen sich im Lau­fe des März von anfangs 5:18 Uhr auf 3:27 Uhr (4:27 Uhr Som­mer­zeit). Am 19. März ergibt sich ein net­ter Anblick der schma­len Mond­si­chel am Mor­gen­him­mel, zusam­men Jupi­ter und Saturn.

Ura­nus, recht­läu­fig im Wid­der, kann viel­leicht noch bis Mit­te März am Abend­him­mel gese­hen wer­den, zumal es auch immer spä­ter dun­kel wird. Um 22 Uhr ver­schwin­det der 5,9 mag hel­le Pla­net im Hori­zont­dunst. Ura­nus hält sich momen­tan 11 Grad süd­lich von Alpha Ari, in einer ziem­lich stern­ar­men Gegend, auf. Am 8. März zieht der Abend­stern Venus an Ura­nus, in nur 2,2 Grad Abstand, süd­lich vor­bei. Somit kann sie an die­sem Abend als Auf­such­hil­fe für den fer­nen Pla­ne­ten die­nen. Mit einem schein­ba­ren Durch­mes­ser von 3,4 Bogen­se­kun­den, sind auf dem fer­nen grün-blau erschei­nen­den Pla­ne­ten kei­ner­lei Ein­zel­hei­ten wahr­nehm­bar. Am 1. März geht Ura­nus um 22:39 Uhr im Wes­ten unter. Am 31. März erfolgt der Unter­gang des Pla­ne­ten bereits um 20:49 Uhr (21:49 Uhr Som­mer­zeit).

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun im Stern­bild Was­ser­mann wird am 8. März von der Son­ne ein­ge­holt und steht somit mit ihr am Tag­him­mel. Er bleibt auch im gesam­te Monat März unsicht­bar. Am Tag der Kon­junk­ti­on befin­det sich Nep­tun 4,626 Mil­li­ar­den Kilo­me­ter von der Son­ne ent­fernt.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to im Stern­bild Schüt­ze befin­det sich Ende März knapp 1 Grad süd­öst­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Mit einer Hel­lig­keit von 14,4 mag bleibt er auch für sehr gro­ße Tele­sko­pe in der Mor­gen­däm­me­rung, dicht über dem süd­öst­li­chen Hori­zont, noch unsicht­bar.

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2017 T2 (Pan­STARRS) erreicht in die­sem Monat vor­aus­sicht­lich eine Hel­lig­keit von 9,0 mag und wäre somit in grö­ße­ren licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar. Der Schweif­stern zieht immer schnel­ler wer­dend durch die öst­li­chen Berei­che des Stern­bilds Kas­sio­peia in Rich­tung Nor­den. Der Komet ist die gesam­te Nacht beob­acht­bar und bleibt zir­kum­po­lar, ist aber vor allem bei Ein­bruch der Nacht am bes­ten zu beob­ach­ten. Im Mai erreicht Komet Pan­STARRS vor­aus­sicht­lich eine Hel­lig­keit von 8 mag.

Der Komet C/2020 A2 (Iwa­mo­to) ist eben­falls zir­kum­po­lar und bewegt sich im Monat März schnell durch die Stern­bil­der Kepheus, Kas­sio­peia, Giraf­fe und Fuhr­mann. Er stand bereits einen Tag vor Hei­lig­abend 2019 in Son­nen­nä­he, wur­de aber erst am 8. bzw. 13. Janu­ar 2020 unab­hän­gig von Masayu­ki Iwa­mo­to und Gen­na­dy Bor­i­s­ov ent­deckt. Mit 11 mag Hel­lig­keit kann die­ser Schweif­stern in mitt­le­ren Tele­sko­pen in Rich­tung Nor­den auf­ge­fun­den wer­den.

Der Komet C/2019 Y1 (Atlas) erreicht am 12. März 2020, mit nur 0,84 AE Abstand, die Son­nen­nä­he und wan­dert im März durch den öst­li­chen Bereich des Pega­sus in die Andro­me­da. Die­ser Komet soll­te bereits zum Ein­bruch der Nacht ange­gan­ge­nen wer­den, denn er befin­det sich schon tief am nord­west­li­chen Abend­him­mel. Die Hel­lig­keit nimmt im Lau­fe des Monats noch etwas zu und beträgt dann zwi­schen 10 und 10,5 mag. Somit ist der Schweif­stern eben­falls ein Objekt für klei­ne­re bis mitt­le­re Tele­sko­pe.

Der Aste­ro­id (3) Juno wird ab dem 2. März wie­der hel­ler als 10 mag und kann im Stern­bild Jung­frau auf­ge­fun­den wer­den. Bis Monats­en­de ist sei­ne Hel­lig­keit auf 9,5 mag ange­stie­gen. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten von Juno ver­frü­hen sich von anfangs 2:50 Uhr auf 0:33 Uhr (1:33 Uhr Som­mer­zeit).

(4) Ves­ta bewegt sich immer schnel­ler wer­dend recht­läu­fig durch das Stern­bild Stier. Ihre Hel­lig­keit sinkt im Lau­fe des Monats nur leicht von anfangs 8,2 auf 8,4 mag. Am 1. März geht Ves­ta um 0:20 Uhr unter. Am 31. März sinkt der Him­mels­kör­per bereits um 23:22 Uhr (0:22 Uhr Som­mer­zeit) unter die west­li­che Hori­zont­li­nie. Am 11. März kann Ves­ta in der Nähe des 6,2 mag hel­len Sterns SAO 93536 auf­ge­fun­den wer­den. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt nur 2 Bogen­mi­nu­ten. Am 26. März kann der 5,9 mag hel­le Stern SAO 93721 als Auf­such­hil­fe die­nen. Hier beträgt der Abstand nur 4,5 Bogen­mi­nu­ten.

(6) Hebe wan­dert durch die Jung­frau und wird zum Monats­wech­sel wie­der hel­ler als 10 mag. Die Kul­mi­na­ti­ons­zei­ten ver­frü­hen sich von anfangs 3:12 Uhr auf 0:57 Uhr (1:57 Uhr Som­mer­zeit).

Der Aste­ro­id (27) Euter­pe steht am 14. März 2020 im Stern­bild Jung­frau wie­der in Oppo­si­ti­on zur Son­ne und erreicht eine Hel­lig­keit von 9,4 mag. Am 21. des Monats wech­selt der Aste­ro­id in das Stern­bild Löwe. Zu Beginn des Monats beträgt die Hel­lig­keit noch 9,7 mag. Ende März sinkt sie bereits wie­der unter die 10. Grö­ßen­klas­se. Der Aste­ro­id ver­la­gert ihre Meri­diandurch­gän­ge in die Zeit vor Mit­ter­nacht. Zu Beginn des Monats steht Euter­pe um 1:25 Uhr in ihrer höchs­te Stel­lung im Süden. Bis Ende März ver­frü­hen sich ihre Meri­diandurch­gän­ge auf 22:55 Uhr (23:55 Uhr Som­mer­zeit).

Meteorströme

Im gesam­ten Monat März sind die Meteo­re aus der Eklip­tik­re­gi­on am bes­ten zu beob­ach­ten, die ihren aus­ge­dehn­ten Aus­strah­lungs­punkt in den Stern­bil­dern Löwe und Jung­frau haben. Zu die­ser so genann­ten Ant­he­lionquel­le wer­den nach neue­ren Meteor­lis­ten auch die Vir­gi­ni­den gezählt. Das Gebiet erstreckt sich rund 30 Grad par­al­lel und 20 Grad senk­recht zur Eklip­tik in öst­li­cher Rich­tung des Gegen­son­nen­punkts. Im Mit­tel sind hier nicht mehr als 5 Meteo­re pro Stun­de zu erwar­ten, die mit einer durch­schnitt­li­chen Geschwin­dig­keit von 30 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen.

Seit neus­tem sind die Eta-Vir­gi­ni­den, als ein eige­ner Teil­strom der Ant­he­lionquel­le, iden­ti­fi­ziert, die ihr schwa­ches Maxi­mum am 18. März errei­chen. Der Radi­ant liegt unge­fähr an der Posi­ti­on RA: 184° und Dec: +4°. Als Ursprungs­kör­per gilt der Komet D/1766 G1 (Hel­fenz­rie­der).

Die von unse­ren Brei­ten aus zir­kum­po­la­ren Chi-Her­cu­l­i­den sind ein schwa­cher und rela­tiv neu­er Strom, der sei­nen Akti­vi­täts­zeit­raum zwi­schen dem 11. bis 16. März ent­fal­tet. Das Maxi­mum fin­det in den Näch­ten vom 12. zum 13. März statt. Lei­der stört der abneh­men­de Mond die Beob­ach­tung der Chi-Her­cu­l­i­den, weil er zum Maxi­mums­zeit­punkt gegen 22 Uhr auf­ge­hen wird. Der Radi­ant liegt an der Posi­ti­on RA: 254° und Dec: +48°. Die Teil­chen die­ses Stroms tre­ten mit einer Geschwin­dig­keit von 37 Kilo­me­tern in der Sekun­de in die Erd­at­mo­sphä­re ein und erzeu­gen lang­sa­me Meteo­re.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. März 2020 um 22:00 Uhr MEZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat der Gro­ße Bär schon fast die Zenitre­gi­on erreicht und befin­det sich im Nord­os­ten hoch über unse­ren Köp­fen. Ver­län­gern wir die hin­te­ren Kas­ten­ster­ne des Wagens um das Fünf­fa­che, haben wir auch den Polar­stern gefun­den, der exakt die Nord­rich­tung angibt. Der Polar­stern gehört zum Stern­bild Klei­ner Bär, des­sen Wagen­kas­ten sich nun auf unge­fähr 3 Uhr Posi­ti­on befin­det. Unter­halb die­ses Stern­bilds steht der Dra­che, der sich um den Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt. Gleich­zei­tig hat der Kopf des Dra­chen sei­ne tiefs­te Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont schon längst über­schrit­ten. Er wird bis zum Mor­gen­grau­en lang­sam am Him­mel empor­stei­gen. Unter­halb des Polar­sterns fällt noch die Rau­te des Stern­bilds Kepheus auf. Die­se steht nahe­zu in sei­ner tiefs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont, auch unte­re Kul­mi­na­ti­on genannt. Direkt west­lich davon schließt sich die Kas­sio­peia an, die die Form des Buch­sta­ben „W“ besitzt und des­halb auch als „Himmels‑W“ bezeich­net wird. Bei sehr guter Hori­zont­sicht über dem Nord­punkt des Hori­zonts kann man noch den Haupt­stern Deneb im Schwan erken­nen, der gera­de sei­ne unte­re Kul­mi­na­ti­on über­schrit­ten hat. Wei­ter öst­lich davon ent­de­cken wir die hel­le Wega im Stern­bild der Lei­er. Auf der ande­ren Sei­te des Nord­punk­tes steht das unschein­ba­re Stern­bild Eidech­se und noch wei­ter west­lich davon die Andro­me­da. Ober­halb der Andro­me­da gele­gen befin­det sich der Per­seus. Gehen wir wei­ter in Rich­tung Zenit, sto­ßen wir auf das unschein­ba­re Stern­bild der Giraf­fe, das aller­dings nur aus äußerst schwa­chen Ster­nen besteht.

Im Osten

Der Ost­him­mel wird von einem hel­len, oran­ge­far­be­nen Stern domi­niert. Hier­bei han­delt es sich um Ark­tur, der Haupt­stern des Stern­bilds Bären­hü­ter, der jetzt genau den Ost­punkt die­ses Him­mels­ab­schnitts mar­kiert, aller­dings noch recht tief über dem Hori­zont steht. Direkt über dem Bären­hü­ter in gro­ßer Höhe fällt das Stern­bild Gro­ßer Bär auf. Sei­ne Kas­ten­ster­ne haben schon fast den Zenit erreicht. Nun ist auch die bes­te Zeit, die bei­den hel­len Gala­xien Mes­sier 81 und Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären zu beob­ach­ten. Zwi­schen Bären­hü­ter und Wagen­kas­ten, in hal­ber Höhe über dem Hori­zont, befin­den sich die unschein­ba­ren Stern­bil­der Jagd­hun­de sowie das Haar der Bere­ni­ke, mit dem aus­ge­dehn­ten Coma-Stern­hau­fen (Melot­te 111), der aber nur unter einem dunk­lem Him­mel und ohne stö­ren­des Mond­licht mit blo­ßem Auge zu erken­nen ist. Am bes­ten benutzt man hier einen Feld­ste­cher, um den Stern­hau­fen zu beob­ach­ten. Bei guter Hori­zont­sicht, nied­rig im Nord­os­ten, kön­nen wir das Stern­bild Her­ku­les und den Ster­nen­halb­kreis der nörd­li­chen Kro­ne erken­nen. Auf der ande­ren Sei­te des Ost­punk­tes, im Süd­os­ten, sind auch schon die rei­chen Gala­xien­fel­der im Stern­bild Jung­frau auf­ge­gan­gen. Der weiß erschei­nen­de Haupt­stern der Jung­frau Spika befin­det sich aber noch sehr tief über dem Süd­ost­ho­ri­zont. Ober­halb der Jung­frau strebt auch der mäch­ti­ge Löwe schon sei­ner höchs­ten Stel­lung ent­ge­gen.

Im Süden

In mitt­le­rer Höhe über dem Süd­ho­ri­zont hat soeben das unschein­ba­re Stern­bild Krebs den Meri­di­an über­schrit­ten. Hier kann man in einer dunk­len und mond­schein­lo­sen Nacht den offe­nen Stern­hau­fen Mes­sier 44, der auch als Pra­e­se­pe bzw. Krip­pe bekannt ist, als mat­ten Licht­fleck erken­nen. Wei­ter in west­li­cher Rich­tung befin­den sich die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te des Meri­di­ans steht der Löwe, der in der nächs­ten Stun­de sei­ne höchs­te Stel­lung im Süden errei­chen wird. Wei­ter in Rich­tung Zenit sind die unschein­ba­ren Stern­bil­der Klei­ner Löwe und die unschein­ba­re Ster­nen­ket­te des Luchs kaum auf­fäl­lig. Direkt unter­halb des Kreb­ses fin­den wir den Kopf und ein Teil des Rump­fes der Was­ser­schlan­ge, die sich zum Süd­ost­ho­ri­zont hin­ab schlän­gelt. Dort befin­den sich auch die bei­den deut­lich klei­ne­ren Stern­bil­der Rabe und Becher. Auf der ande­ren Sei­te des Meri­di­ans steht in glei­cher Höhe der hells­te Stern an unse­rem Him­mel, Siri­us im Stern­bild Gro­ßer Hund. Dar­über soll­ten auf­merk­sa­me Beob­ach­ter das unschein­ba­re Stern­bild Ein­horn erken­nen kön­nen. Noch wei­ter höher befin­det sich der hel­le Stern Pro­kyon im Stern­bild des Klei­nen Hun­des.

Im Westen

In west­li­cher Rich­tung haben sich nun fast alle Stern­bil­der des Win­ter­him­mels ver­sam­melt. Des­halb wird die­ser Abschnitt des Him­mels von einer Viel­zahl hel­ler Stern geprägt, die im wei­te­ren Ver­lauf der Nacht aber alle unter­ge­hen wer­den. Die hells­ten Ster­ne die­ser Him­mels­re­gi­on bil­den das so genann­te Win­ter­sechs­eck, das durch die Ster­ne Alde­ba­ran im Stier, Rigel im Ori­on, Siri­us im Gro­ßen Hund, Pro­kyon im Klei­nen Hund sowie Pol­lux in den Zwil­lin­gen mar­kiert wird. Das Stern­bild Stier, mit den bei­den offe­nen Stern­hau­fen Hya­den und Ple­ja­den, befin­det sich nun in gerin­ger Höhe über dem west­li­chen Hori­zont. Die Ple­ja­den sind sehr leicht mit blo­ßem Auge erkenn­bar und bie­ten einen herr­li­chen Anblick in jedem Fern­glas. Links neben dem Stier sinkt nun auch der Him­mels­jä­ger Ori­on lang­sam immer tie­fer zum Hori­zont her­ab. Ober­halb des Him­mels­jä­gers ste­hen die Zwil­lin­ge, mit den bei­den hel­len Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Ober­halb des Stiers ent­de­cken wir noch den Fuhr­mann, mit der gelb­lich leuch­ten­den Kapel­la und noch wei­ter höher die unschein­ba­ren Stern­bil­der Luchs und die Giraf­fe, die aller­dings nur aus sehr schwa­chen Ster­nen bestehen und dem­zu­fol­ge schwie­rig zu erken­nen sind. Im Nord­wes­ten sinkt nun auch das Stern­bild Per­seus immer wei­ter Rich­tung Hori­zont her­ab. Hier stellt der Dop­pel­stern­hau­fen h und Chi Persei ein inter­es­san­tes Objekt zur Beob­ach­tung dar. Auch mit blo­ßem Auge ist der Dop­pel­stern­hau­fen als hel­ler Licht­fleck zu erken­nen. Mit Andro­me­da, Drei­eck und Wid­der, tief im Nord­wes­ten, ver­schwin­den nun auch die letz­ten Boten des ver­gan­ge­nen Herbst­him­mels. Im Stern­bild Wid­der hält sich momen­tan auch der Abend­stern Venus auf, die sich zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit bereits tief über dem west­nord­west­li­chen Hori­zont befin­det und in der nächs­ten hal­ben Stun­de unter dem Hori­zont ver­schwin­den wird.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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