Der Sternhimmel im Mai 2020

Der Lauf des Mondes

Zu Beginn des Monats Mai steht der zuneh­men­den Mond im Stern­bild des Löwen. Er nähert sich im Ver­lauf der Nacht dem Haupt­stern Regu­lus bis auf 4 Grad Grad an. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond wei­ter in Rich­tung Osten durch das Stern­bild Jung­frau. In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai fin­det eine Stern­be­de­ckung statt, wobei der 4,0 mag hel­le Stern Ny Vir­gi­nis kurz vor Mit­ter­nacht vom dunk­len Mond­rand bedeckt wird. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten ober­halb des Haupt­sterns Spi­ca auf­spü­ren. Am 7. des Monats wird die Voll­mond­pha­se im Stern­bild Waa­ge durch­lau­fen.
Am Mor­gen des 9. Mai kön­nen wir den noch fast vol­len Mond nur 5 ½ Grad nörd­lich von Ant­ares im Skor­pi­on auf­fin­den. In den Fol­ge­näch­ten wird unter stil­ler Beglei­ter immer mehr ein Objekt für die zwei­te Nacht­hälf­te und durch­läuft nach­ein­an­der die Stern­bil­der Schlan­gen­trä­ger und Schüt­ze. Am Mor­gen des 12. Mai befin­det sich der abneh­men­de Mond 5 ½ Grad west­lich von Jupi­ter und am nächs­ten Mor­gen nur 5 Grad süd­öst­lich des Ring­pla­ne­ten Saturn im Stern­bild Stein­bock. Am 14. Mai wird das Letz­te Vier­tel erreicht. Am 15. des Monats kön­nen wir den Erd­tra­ban­ten nur 3 ½ Grad süd­lich unse­res roten Nach­barn Mars im Stern­bild Was­ser­mann auf­fin­den. Zum letz­ten Mal kön­nen wir die schma­le Mond­si­chel am Mor­gen des 19. Mai im Osten auf­ge­hen sehen, bis am 22. des Monats die Neu­mond­pha­se durch­lau­fen wird.
Bereits in der Abend­däm­me­rung des 23. Mai kön­nen wir ver­su­chen, die sehr schma­le zuneh­men­den Mond­si­chel, nur 26 1/2 Stun­den nach Neu­mond, mit Hil­fe eines Fern­gla­ses über dem WNW Hori­zont zu ent­de­cken. Der hel­le Abend­stern Venus kann dabei als Auf­such­hil­fe die­nen, denn der Mond befin­det sich knapp 7 Grad süd­lich unse­res Nach­bar­pla­ne­ten. Einen Abend spä­ter gelingt uns die Sich­tung der Mond­si­chel deut­lich leich­ter. Zur glei­chen Zeit befin­de sie sich nur etwas mehr als 4 Grad öst­lich von Mer­kur, im Grenz­be­reich der Stern­bil­der Stier und Ori­on. An den Fol­ge­aben­den wan­dert der Mond durch die Stern­bil­der Zwil­lin­ge, Krebs und Löwe. Am Mor­gen des 30. Mai wird das ers­te Vier­tel durch­lau­fen. Am letz­ten Tag im Monat kön­nen wir unse­ren stil­len Beglei­ter im Stern­bild Jung­frau auf­spü­ren.

Die Planeten

Der flin­ke Pla­net Mer­kur kommt am 4. Mai in obe­rer Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Danach ent­fernt sich der Pla­net schnell in öst­li­cher Rich­tung von ihr und taucht ab der Monats­mit­te wie­der am Abend­him­mel auf. Dies ist sei­ne zweit­bes­te Abend­sicht­bar­keit die­ses Jah­res. Am 16. Mai geht der ‑1,1 mag hel­le Mer­kur um 22:18 Uhr Som­mer­zeit im Wes­ten unter. Gegen 21:30 Uhr soll­te man ihn in knapp 5 Grad Höhe über dem west­li­chen Hori­zont erken­nen kön­nen. Bis zum 31. Mai ver­spä­ten sich die Mer­kur­un­ter­gän­ge auf ziem­lich genau 1 Stun­de. Sei­ne Höhe über dem Hori­zont beträgt dann zum Ende der bür­ger­li­chen Däm­me­rung gut 10 Grad. Sei­ne Hel­lig­keit hat dann aber wie­der auf 0,2 mag abge­nom­men. Sein Beleuch­tungs­grad geht in die­ser Zeit von anfangs 83 % auf 45 % eben­falls zurück. Am 29. Mai ist das Mer­kur­scheib­chen halb beleuch­tet. Die so genann­te Dich­to­to­mie tritt ein. Dage­gen steigt sein schein­ba­rer Durch­mes­ser im Lau­fe des Monats von anfangs 5,6 auf 7,5 Bogen­se­kun­den. Am 22. des Monats kommt es zu einer engen Begeg­nung mit dem Abend­stern. Venus zieht an die­sem Tag süd­lich an Mer­kur vor­bei. Am 24. Mai steht auch die schma­le Mond­si­chel nur 5 Grad süd­lich des inners­ten Pla­ne­ten unse­res Son­nen­sys­tems. Am 10. Mai durch­läuft Mer­kur das Peri­hel sei­ner Bahn und befin­det sich dann 46 Mil­lio­nen Kilo­me­ter von unse­rem Zen­tral­ge­stirn ent­fernt.

Unser Schwes­ter­pla­net Venus ist nach wie vor auf­fäl­li­ger Abend­stern, been­det aber in die­sem Monat ihre Sicht­bar­keits­pe­ri­ode am Abend­him­mel. Die Hel­lig­keit geht von anfangs ‑4,8 auf ‑3,9 mag stark zurück. Unser Nach­bar­pla­net wan­dert wei­ter durch den Stier und wird am 13. Mai schließ­lich sta­tio­när. Davor erreicht sie am 4. des Monats ihre nörd­lichs­te Posi­ti­on im Tier­kreis. In den Fol­ge­näch­ten nähert sich die Venus schnell der Son­ne an und kommt dann zu Beginn des nächs­ten Monats in Kon­junk­ti­on mit ihr. Das bedeu­tet auch, dass sich die Sicht­be­din­gun­gen für den Abend­stern im Mai dras­tisch ver­kür­zen. Bereits am 28. Mai wird sie für das blo­ße Auge in der hel­len Abend­däm­me­rung unsicht­bar. Am 1. Mai geht unser Nach­bar­pla­net um 0:32 Uhr unter. Am 28. des Monats erfolgt ihr Unter­gang bereits um 22:09 Uhr Som­mer­zeit. Danach wird man umsonst nach der Venus Aus­schau hal­ten. Davor kommt es am 22. Mai noch zu einer engen Kon­junk­tio­nen mit Mer­kur. Bei­de Pla­ne­ten ste­hen dann nur 54 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt. Ihr schein­ba­rer Durch­mes­ser wächst bis Monats­en­de von anfangs 39,3 auf 57,3 Bogen­se­kun­den. Der Beleuch­tungs­grad sinkt hin­ge­gen von anfangs 24 auf nur noch 2 % zum Sicht­bar­keits­en­de. Am 24. Mai befin­det sich die dün­ne Mond­si­chel in der Nähe der Venus.

Unser roter Nach­bar Mars wird lang­sam aber sicher zu einem auf­fäl­li­gen Gestirn am Mor­gen­him­mel. Zu Beginn der bür­ger­li­chen Däm­me­rung steht er bereits 15 Grad hoch im Süd­os­ten. Die Hel­lig­keit steigt von anfangs 0,4 auf ‑0,1 mag. Mars wan­dert wei­ter recht­läu­fig durch den Stein­bock und wech­selt ab dem 9. Mai in den Was­ser­mann. Im Lau­fe des Mai wächst sein schein­ba­rer Durch­mes­ser auf 9 Bogen­se­kun­den an, so dass Beob­ach­ter nach ers­ten Ober­flä­chen­de­tails Aus­schau hal­ten kön­nen. Im Tele­skop ist auch ein leich­ter Beleuch­tungs­de­fekt nach­weis­bar. Denn das Mars­scheib­chen ist nur zu 85 % beleuch­tet. Am 1. Mai geht der rote Pla­net um 3:26 Uhr auf. Bis zu 31. Mai ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­ge auf 2:10 Uhr Som­mer­zeit. Am 15. Mai steht der abneh­men­de Mond nur 3,3 Grad süd­lich unse­res Nach­bar­pla­ne­ten.

Der Rie­sen­pla­net Jupi­ter baut sei­ne Sicht­bar­keit in der zwei­ten Nacht­hälf­te wei­ter aus und wan­dert durch das Stern­bild Schüt­ze Am 14. des Monats kommt er zum Still­stand und beginnt sei­ne dies­jäh­ri­ge Oppo­si­ti­ons­pe­ri­ode. Anschlie­ßend wan­dert er wei­ter rück­läu­fig durch den Schüt­zen. Die Hel­lig­keit von Jupi­ter steigt von anfangs ‑2,3 auf ‑2,6 Grö­ßen­klas­sen. Sein schein­ba­re­rer Äqua­tor­durch­mes­ser wächst eben­falls von anfangs 40,7 auf 44,6 Bogen­se­kun­den. Somit loh­nen sich bereits Beob­ach­tun­gen der Jupi­ter­bän­der in des­sen Atmo­sphä­re sowie sei­ner vier hells­ten Mon­de. Lei­der steht er auch in die­sem Jahr mit ‑21 Grad Dekli­na­ti­on weit im süd­li­chen Bereich der Eklip­tik und erreicht bei sei­ner Kul­mi­na­ti­on in unse­ren Brei­ten nur 19 Grad Hori­zont­hö­he. Sei­ne Auf­gän­ge ver­la­gert der Rie­sen­pla­net in die Zeit kurz nach Mit­ter­nacht. Zu Beginn des Monats geht Jupi­ter um 2:15 Uhr im Süd­os­ten auf. Bis zum Monats­en­de ver­frü­hen sich sei­ne Auf­gän­gen auf 0:17 Uhr Som­mer­zeit. Am 12. Mai steht der abneh­men­den Mond nur 5 ½ Grad west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten.

Auch der Ring­pla­net Saturn, im Stern­bild Stein­bock, baut sei­ne Sicht­bar­keit in der zwei­ten Nacht­hälf­te wei­ter aus und geht zum Monats­en­de hin eben­falls schon kurz nach Mit­ter­nacht auf. Er kann öst­lich vom Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter auf­ge­fun­den wer­den. Sei­ne Hel­lig­keit steigt leicht auf 0,4 mag. Am 11. des Monats wird Saturn sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Die Auf­gän­ge des Rie­sen­pla­ne­ten ver­frü­hen sich von anfangs 2:29 Uhr auf 0:30 Uhr Som­mer­zeit. Im Tele­skop erscheint sein Ring zu 20 Grad geöff­net, mit einem schein­ba­ren Äqua­tor­durch­mes­ser von 17,8 Bogen­se­kun­den. Am 13. Mai steht die abneh­men­de Mond­si­chel öst­lich von Saturn.

Ura­nus, im Stern­bild Wid­der, stand Ende April in Kon­junk­ti­on zu unse­rem Zen­tral­ge­stirn. Er steht auch im Mai noch zu nah bei der Son­ne und bleib unsicht­bar.

Der äuße­re Pla­net unse­res Son­nen­sys­tems Nep­tun befin­det sich im Was­ser­mann und kann sich bis in die Monats­mit­te hin­ein noch nicht voll­stän­dig aus den hel­len Strah­len der Son­ne am Mor­gen­him­mel befrei­en. Erst in der letz­ten Mai­wo­che taucht der 7,9 mag hel­le Pla­net kurz vor der Mor­gen­däm­me­rung nied­rig im Osten wie­der auf. Am letz­ten Mor­gen im Mai erfolgt sein Auf­gang um 2:16 Uhr Som­mer­zeit.

Der Zwerg­pla­net (134340) Plu­to, im Stern­bild Schüt­ze, steht knapp 2 Grad süd­west­lich des Rie­sen­pla­ne­ten Jupi­ter. Eine Beob­ach­tung lohnt in der hel­len Mor­gen­däm­me­rung noch nicht, weil er sich noch zu nahe am Hori­zont auf­hält und mit einer Hel­lig­keit von 14,4 mag nur in gro­ßen Tele­sko­pen beob­acht­bar ist. Erst in der letz­ten Mai­wo­che kann man ver­su­chen, den fer­nen Zwerg­pla­ne­ten auf­zu­spü­ren. Sei­ne Auf­gän­ge ver­frü­hen sich im Mai von anfangs 2:15 Uhr auf 0:16 Uhr Som­mer­zeit..

Helle Kometen und Planetoiden

Der Komet C/2019 Y4 (ATLAS) erreicht Ende Mai, mit nur 0,25 AE Abstand, sein Peri­hel und soll­te ursprüng­lich ein auf­fäl­li­ges Objekt für das bloß Auge wer­den. Ende März/Anfang April erfuhr der Komet aller­dings eine Kern­tei­lung und einen star­ken Hel­lig­keits­ein­bruch, so dass die zukünf­ti­gen Hel­lig­keits­pro­gno­sen für die­sen Schweif­stern recht schwie­rig sind. Vor der Kern­tei­lung besaß ATLAS eine gut kon­den­sier­te Koma, von der hal­ben Grö­ße des Voll­mon­des, und einen gut aus­ge­präg­ten Schweif. Wahr­schein­lich wird der Komet nur eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 7 mag errei­chen und wäre zum Maxi­mums­zeit­punkt in der fort­ge­schrit­te­nen Däm­me­rung in Fern­glä­sern und Tele­sko­pen sehr schwer zu beob­acht­bar. Im letz­ten Monats­drit­tel besitzt er näm­lich nur eine sehr gerin­gen Abstand zur Son­ne (Elon­ga­ti­on) und wird dann ab 25. Mai von unse­ren Brei­ten aus unsicht­bar. ATLAS bewegt sich zu Beginn des Monats Mai noch durch die Giraf­fe schnell in Rich­tung Süden und über­schrei­tet ab der 2. Mai­wo­che die Gren­ze zum Stern­bild Per­seus. Er steht dann jeden Abend etwas nied­ri­ger über dem Nord­west­ho­ri­zont und ist dann kurz nach dem Ende der Abend­däm­me­rung sowie zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Rich­tung Nord­os­ten, zu beob­ach­ten. Ende Mai befin­det sich der Komet schließ­lich im Stern­bild Stier unbe­ob­acht­bar in der Nähe der Ple­ja­den. Aber viel­leicht kommt es ganz anders und C/2019 Y4 (ATLAS) über­rascht uns doch noch mit einer Frei­sich­tig­keit für das blo­ße Auge ab der Mit­te des Monats.

Der erst am 25. März 2020 von M. Mat­tiaz­zo mit Hil­fe der SWAN Kame­ra auf der Son­nen­son­de SOHO am Süd­him­mel ent­deck­te Komet C/2020 F8 (SWAN) wird erst im letz­ten Monats­drit­tel von unse­ren Brei­ten aus beob­acht­bar und steht dann am 24. Mai, nur weni­ge Grad öst­lich des Kome­ten C/2019 Y4 (ATLAS), im Stern­bild Per­seus. Laut aktu­el­len Hel­lig­keits­pro­gno­sen könn­te der Komet im letz­ten Monats­drit­tel eine maxi­ma­le Hel­lig­keit von 3,0 Grö­ßen­klas­sen errei­chen und wäre dann in der Abend­däm­me­rung in Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar, falls er sei­ne Hel­lig­keits­pro­gno­se bei­be­hält. Am 27. Mai steht er mit 0,43 AE Abstand in Son­nen­nä­he. Lei­der befin­det er sich zu die­sem Zeit­punkt eben­falls sehr tief über dem Nord­west­ho­ri­zont, so dass eine Beob­ach­tung mit dem blo­ßem Auge in der hel­len Abend­däm­me­rung und zu Beginn der Mor­gen­däm­me­rung sich eben­falls als recht schwie­rig erwei­sen wird. Ende April prä­sen­tier­te sich der Komet am Süd­him­mel mit einem 12 Grad lan­gen Plas­ma­schweif.

Der Komet C/2019 Y1 (ATLAS) ist mit einer Hel­lig­keit um 9 Grö­ßen­klas­sen noch in klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar. Der Schweif­stern ist zir­kum­po­lar und dem­zu­fol­ge die gesam­te Nacht über sicht­bar. Mit­te April erfolg­te ein klei­ner Hel­lig­keits­aus­bruch, der den Kome­ten auf eine Hel­lig­keit von 7,7 mag brach­te. Er zieht im Mai vom Stern­bild Kepheus kom­mend schnell wei­ter in die Giraf­fe, ein kur­zes Stück durch den Dra­chen und schließ­lich in das Stern­bild Gro­ßer Bären. Sei­ne Koma ist nahe­zu kreis­rund, auf­fäl­lig und gut kon­den­siert. Am 25. Mai steht der Komet in der Nähe der Gala­xie Mes­sier 108 und dem Eulen­ne­bel (Mes­sier 97), was ein hüb­sches Foto­mo­tiv abge­ben wird.

Der Komet C/2017 T2 (Pan­STARRS) zieht im Mai vom Stern­bild Giraf­fe kom­mend in den Gro­ßen Bären, ist eben­falls zir­kum­po­lar und dem­nach die gesam­te Nacht beob­acht­bar. Am 4. Mai erreicht der Schweif­stern die Son­nen­nä­he und auch sei­ne größ­te Hel­lig­keit. Mit 8 Grö­ßen­klas­sen ist der Komet, der eine gut kon­den­sier­te Koma und einen klei­nen Schweif besitzt, bereits in licht­star­ken Fern­glä­sern und klei­nen Tele­sko­pen beob­acht­bar. Zwi­schen dem 23. und 25. Mai kann Pan­STARRS knapp 1 Grad nörd­lich von Mes­sier 82 im Gro­ßen Bären auf­ge­fun­den wer­den.

Der Aste­ro­id (2) Pal­las wird ab 20. Mai wie­der hel­ler als 10 mag und kann zunächst noch im Stern­bild Pfeil auf­ge­fun­den wer­den. Am 11. Mai wird Pal­las sta­tio­när und setzt zu sei­ner Oppo­si­ti­ons­schlei­fe an. Am 19. Mai tritt der Him­mels­kör­per in das Stern­bild Füchs­chen über. Am 1. Mai geht Pal­las um 22:25 Uhr auf. Am 31. Mai erfolgt der Auf­gang bereits um 19:59 Uhr Som­mer­zeit. Die Hel­lig­keit hat zu die­sem Zeit­punkt auf 9,8 mag zuge­nom­men.

Der Aste­ro­id (7) Iris wan­dert durch den Schüt­zen und wird am 22. des Monats wie­der hel­ler als 10 mag. Bis zum Monats­en­de stei­gert sie ihre Hel­lig­keit auf 9,7 Grö­ßen­klas­sen. Die Auf­gangs­zei­ten des Aste­ro­iden ver­frü­hen sich von anfangs 1:28 Uhr auf 23:14 Uhr Som­mer­zeit. Am 30. Mai steht Iris in der Nähe des 5,7 mag hel­len Sterns 33 Sgr. Der gegen­sei­ti­ge Abstand beträgt nur 6 Bogen­mi­nu­ten.

(40) Har­mo­nia ist zu Beginn des Monats noch 9,9 mag hell und wan­dert durch die Jung­frau. Am 31. Mai beträgt die Hel­lig­keit bereits wie­der 10,7 mag. Zu Beginn des Monats geht Har­mo­nia um 0:34 Uhr durch den Meri­di­an. Ende Mai steht der Him­mels­kör­per bereits um 22:06 Uhr Som­mer­zeit im Süden. Am 3. Mai befin­det sich Har­mo­nia nur 10 Bogen­mi­nu­ten von der 11,4 mag hel­len Spi­ral­ga­la­xie NGC 5427 ent­fernt.

Der Aste­ro­id mit der Num­mer (42) Isis erreicht am 23. Mai 2020 ihre Oppo­si­ti­ons­stel­lung im Skor­pi­on und wird für weni­ge Tage 9,9 mag hell. Zu Beginn des Monats beträgt ihre Hel­lig­keit noch 10,6 mag und Ende Mai bereits wie­der 10,0 Grö­ßen­klas­sen. Am 1. Mai steht Isis um 2:54 Uhr im Süden. Am 31. Mai erfolgt der Meri­diandurch­gang bereits um 0:28 Uhr Som­mer­zeit. Am 10. Mai befin­det sich Isis nur 10 Bogen­mi­nu­ten von SAO 159846 (5,9 mag) ent­fernt. Am 13. Mai kann der 6,1 mag hel­le Stern SAO 159821 als Auf­such­hil­fe die­nen. Bei­de Him­mels­kör­per ste­hen dann nur 6 Bogen­mi­nu­ten von­ein­an­der ent­fernt.

Meteorströme

Zwi­schen dem 19. April bis 28. Mai sind die Eta-Aqua­ri­den (auch Mai-Aqua­ri­den genannt) sicht­bar. Ihre maxi­ma­le Akti­vi­tät wird zwi­schen dem 4. und 5. Mai erwar­tet, wenn unter opti­ma­len Bedin­gun­gen bis zu 40 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar sind. Für Beob­ach­ter im Mit­tel­meer­raum und auf der Süd­halb­ku­gel der Erde gehört die­ser Strom des­halb zu den aktivs­te des Jah­res. Die Anzahl an sicht­ba­ren Meteo­ren wird in unse­ren Brei­ten aller­dings nicht erreicht, da sich der Radi­ant vor Beginn der Mor­gen­däm­me­rung in Hori­zont­nä­he auf­hält und sich gegen 1:30 Uhr sogar noch unter dem Hori­zont befin­det. Lei­der wird der zuneh­men­de Mond die Beob­ach­tung etwas stö­ren. Die Akti­vi­tät des Stern­schnup­pen­stroms ist von Jahr zu Jahr recht varia­bel. Zuletzt kam es im Jahr 2013 zu einer deut­lich höhe­ren Akti­vi­tät mit über 100 Meteo­ren pro Stun­de. Durch den nied­ri­gen Radi­an­ten­stand, im Nord­teil des Stern­bilds Was­ser­mann, zei­gen die Stern­schnup­pen, die mit 66 km/s in die Erd­at­mo­sphä­re ein­drin­gen, sehr lan­ge Leucht­spu­ren. Eine süd­li­che Posi­ti­on, z.B. auf den Kana­ri­schen Inseln oder bes­ser auf der Süd­halb­ku­gel der Erde, ist für die erfolg­rei­che Beob­ach­tung die­ses Mete­or­stroms unab­ding­bar, weil der Radi­ant dann höher über dem Hori­zont steht und die Nacht län­ger dau­ert. Für einen süd­li­chen Stand­ort sind dann rund 20 Stern­schnup­pen pro Stun­de zu erwar­ten. Die bes­te Zeit ist des­halb gegen 3 Uhr mor­gens in süd­li­che­ren Brei­ten. Der Ursprungs­kör­per der Mai-Aqua­ri­den ist kein gerin­ge­rer als der Komet 1P/Halley!

Vom 3. bis 14. Mai sind die Eta-Lyri­den sicht­bar, des­sen Radi­ant sich rund 8 Grad nord­öst­lich von Wega befin­det. Der Aus­strah­lungs­punkt der Eta-Lyri­den befin­det sich die gan­ze Nacht über dem Hori­zont und steht, beson­ders in den Stun­den nach Mit­ter­nacht, hoch an unse­rem Him­mel. Das schwach aus­ge­präg­te Maxi­mum wird in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai erwar­tet. Dann sind rund 3 bis 5 Meteo­re pro Stun­de sicht­bar, die mitt­le­re Geschwin­dig­kei­ten von 43 km/s zei­gen. Lei­der wer­den die Eta-Lyri­den ein Opfer des Voll­mon­des. Als Mut­ter­kör­per der Eta-Lyri­den gilt der Komet C/1983 H1 IRAS-Ara­ki-Alcock, der im Mai 1983 an der Erde vor­bei zog.

Die im gan­zen Jahr sicht­ba­ren und von der Anzahl her gerin­gen eklip­tik­na­hen Meteo­re der Ant­he­lionquel­le kom­men aus einer Regi­on etwas öst­lich des Gegen­son­nen­punk­tes. Im Mai wan­dert die­ser vom Stern­bild Waa­ge in den Skor­pi­on und Schlan­gen­trä­ger. Sie besit­zen Ein­tritts­ge­schwin­dig­kei­ten um 30 Kilo­me­ter pro Sekun­de, so dass sie sich leicht von den übri­gen Mete­or­strö­men in die­sem Monat unter­schei­den.

Der abendliche Fixsternhimmel

Der Stern­him­mel am 15. Mai 2020 um 23:00 Uhr MESZ

Im Norden

Zu unse­rer Stan­dard­be­ob­ach­tungs­zeit hat das Stern­bild Gro­ßer Bär, der im Volks­mund auch als Gro­ßer Wagen bekannt ist, sei­ne höchs­te Stel­lung im Zenit gera­de über­schrit­ten und wird bis zum Mor­gen­grau­en hin lang­sam wie­der in Rich­tung Nord­west­ho­ri­zont hin­ab­stei­gen. Ver­län­gern wir die bei­den hin­te­ren Ster­ne des Wagen­kas­tens um das Fünf­fa­che, fin­den wir auch den Polar­stern, der exakt die Nord­rich­tung angibt und gleich­zei­tig den letz­ten Deich­sels­tern des Stern­bilds Klei­ner Bär mar­kiert. Der Wagen­kas­ten des Klei­nen Bären befin­det sich nun fast in sei­ner höchs­ten Stel­lung über dem Nord­ho­ri­zont. Der Dra­che, der sich ent­ge­gen­ge­setzt dem Uhr­zei­ger­sinn um den Klei­nen Bären her­um­schlän­gelt, steht eben­falls hoch am Nord­him­mel. Das Stern­bild Kas­sio­peia, auch als „Him­mels W“ bekannt, durch­läuft gera­de ihre unte­re Kul­mi­na­ti­on über dem Nord­punkt. Der Kepheus, zwi­schen Polar­stern, Dra­che und Kas­sio­peia gele­gen, befin­det sich nun in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont. Nied­rig im Nord­wes­ten kön­nen wir noch die nörd­li­chen Aus­läu­fer des Stern­bilds Per­seus erken­nen. Wei­ter west­lich fun­kelt die gelb­lich leuch­ten­de Capel­la im Stern­bild Fuhr­mann gemäch­lich vor sich hin. Direkt unter­halb des Fuhr­mann in Hori­zont­nä­he soll­te noch der Abend­stern Venus erkenn­bar sein. Ober­halb von Per­seus und Fuhr­mann ste­hen die nur aus schwa­chen Ster­nen bestehen­de Giraf­fe und ein Teil des unschein­ba­ren Stern­bilds Luchs.

Im Osten

In Rich­tung Osten sind schon eini­ge typi­sche Stern­bil­der der kom­men­den Som­mer­mo­na­te auf­ge­gan­gen. Am auf­fäl­ligs­ten sind die Haupt­ster­ne Wega in der Lei­er und Deneb im Schwan, die sich bei­de über dem nord­öst­li­chen Hori­zont befin­den. Bei guter Hori­zont­sicht, dicht über dem Ost­ho­ri­zont, ent­de­cken wir auch Ata­ir im Stern­bild Adler. Die drei Ster­ne bil­den zusam­men das so genann­te Som­mer­drei­eck. Genau im Osten, in mitt­le­rer Höhe über dem Hori­zont, steht ober­halb vom Stern­bild Lei­er gele­gen der unschein­ba­re Her­ku­les, wo unter einem dunk­len Land­him­mel der Kugel­stern­hau­fen Mes­sier 13 als dif­fu­ser Licht­fleck erkannt wer­den kann. Rechts ober­halb vom Her­ku­les fun­kelt das Halb­rund der Nörd­li­chen Kro­ne und noch wei­ter höher, der mäch­ti­ge Bären­hü­ter, mit dem hel­len und oran­ge gefärb­ten Haupt­stern Ark­tur. Bli­cken wir auf die wei­ter öst­lich lie­gen­de Sei­te des Ost­punkts, befin­det sich hoch im Nord­os­ten das Stern­bild des Dra­chen. Vom Stern­bild Her­ku­les aus­ge­hend steht unter­halb von die­sem im Süd­os­ten der Schlan­gen­trä­ger mit der Schlan­ge. Die­se bei­den Stern­bil­der sind soeben voll­stän­dig über dem Hori­zont erschie­nen und wer­den im Lau­fe der Nacht noch wei­ter an Höhe gewin­nen.

Im Süden

Der Süden wird immer noch von einem Groß­teil der Früh­lings­stern­bil­der domi­niert, in dem sich auch die rei­chen Gala­xien­fel­der des Früh­lings­him­mels befin­den. Das Stern­bild Jung­frau, mit ihrem hel­len und weiß erschei­nen­den Haupt­stern Spi­ca, hat gera­de die höchs­te Stel­lung im Süden ein­ge­nom­men. Öst­lich der Jung­frau ent­de­cken wir die Waa­ge und dar­un­ter den Kopf des Stern­bilds Skor­pi­on. Wir keh­ren wie­der zur Jung­frau zurück. Ober­halb die­ses Stern­bilds sehen wir den Bären­hü­ter mit sei­nem hel­len oran­ge-far­be­nen Haupt­stern Ark­tur. Wei­ter öst­lich vom Bären­hü­ter gele­gen steht die Nörd­li­che Kro­ne. West­lich vom Bären­hü­ter ent­de­cken wir das unschein­ba­re Stern­bild Haar der Bere­ni­ke und noch wei­ter höher die Jagd­hun­de. In mitt­le­rer Höhe im Nord­wes­ten befin­det sich der mäch­ti­ge Löwe, der sei­nen höchs­ten Punkt im Süden aber schon längst über­schrit­ten hat. Er wird in den kom­men­den Stun­den zum West­ho­ri­zont hin­ab sin­ken und schließ­lich unter­ge­hen. Vom Stern­bild Jung­frau aus­ge­hend befin­det sich unter­halb davon die schwa­chen Ster­ne der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge, der Becher und der Rabe, die den Meri­di­an schön längst über­schrit­ten haben. Sie wer­den in den nächs­ten Stun­den eben­falls unter den süd­west­li­chen Hori­zont sin­ken.

Im Westen

Im Wes­ten ver­schwin­den nun auch die letz­ten Ster­ne des Win­ter­him­mels unter dem Hori­zont. Pro­kyon, im Stern­bild des Klei­nen Hun­des, steht wahr­schein­lich schon zu tief über dem West­ho­ri­zont, um ihn sicher erken­nen zu kön­nen. Deut­lich auf­fäl­li­ger sind die bei­den Ster­nen­ket­ten der Zwil­lin­ge, mit den bei­den Haupt­ster­nen Kas­tor und Pol­lux. Noch wei­ter in Rich­tung Nord­wes­ten steht der Fuhr­mann, mit der hell leuch­ten­den Capel­la sowie der Abend­stern Venus, nahe am Hori­zont. Eben­falls schon tief im Wes­ten kön­nen wir auch den unschein­ba­ren Krebs ent­de­cken, der sich zwi­schen Löwe und Zwil­lin­ge befin­det. Ober­halb vom Löwen steht der unschein­ba­re Klei­ne Löwen und noch etwas höher, das Stern­bild des Gro­ßen Bären. Der Gro­ße Bär steht noch nahe des Zenits und dem­zu­fol­ge in einer aus­ge­zeich­ne­ten Beob­ach­tungs­po­si­ti­on. Deut­lich schwie­ri­ger aus­zu­ma­chen ist der unschein­ba­re Luchs, der sich unter­halb der Vor­der­pfo­ten des Bären in mitt­le­rer Höhe befin­det und nur unter einem wirk­lich dunk­len Him­mel zu erken­nen ist. Nahe­zu par­al­lel und nied­rig über dem süd­west­li­chen Hori­zont, sehen wir noch den Kopf der mäch­ti­gen Was­ser­schlan­ge.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum aktu­el­len Stern­him­mel gibt es auf der Sei­te Stern­him­mel.

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